Chub Cay

Kurz vor Sonnenaufgang, um fünf Uhr, haben wir gefrühstückt und uns fertig zum lossegeln gemacht. Alles war bis um sechs auch vorbereitet, lediglich eine winzige Kleinigkeit hat gefehlt: Der Wind. Es war absolute Flaute. Nicht ein kleines Lüftchen, das Meer war spiegelglatt. Leider war auch in den nächsten Tagen keine Wetteränderung in Sicht, so dass es keinen Sinn gemacht hätte noch einen oder mehr Tage länger in Nassau zu bleiben. Wir sind also mit Motor losgefahren.
Während unserer Überfahrt nach Chub Cay ist auch kein Wind mehr gekommen, das waren acht Stunden Motorfahrt. Da wir dort recht früh ankamen haben wir überlegt ob es Sinn macht heute noch etwas weiter zu fahren, haben uns aber dagegen entschieden.
Die Bucht in der wir unseren Anker warfen sah auch sehr schön aus, an Land war ein Resort mit großen Villen direkt am Strand, aber Leute hat man wenige gesehen.
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Ich hab mich mit Andi aufgemacht nochmal ein paar Meeresfrüchte zu ernten, die Umgebung sah gut dafür aus. Wir sind ein ganz schönes Stück bis zur felsigen Küste geschwommen und nach etwa einer halben Stunde lugte auch schon der Fühler einer Languste unter einer Koralle hervor. Von unseren letzten beiden erfolgreichen Fängen beflügelt, dachten wir es wäre wieder sehr einfach die Languste zu fangen. Doch weit gefehlt. So sehr wir auch mit unserem Stock unter der Koralle Radau gemacht haben, die Languste wollte sich einfach nicht hervor locken lassen. Aber aufgeben wollten wir natürlich auch nicht. So hat es ne gute viertel Stunde gedauert bis wir sie endlich im Kescher hatten.
An der selben Stelle haben wir noch eine weitere gesehen, aber die war uns zu klein, die haben wir in Ruhe gelassen.
Eine war natürlich noch nicht genug, also sind wir noch weiter geschwommen. Die nächste die wir gesehen haben war schon deutlich schwieriger zu erreichen, in etwa fünf Metern Tiefe unter einem riesigen Felsbrocken. Wenn die sich so angestellt hätte wie die erste hätten wir da bald weiter ziehen müssen, denn das war einfach zu tief um da effektiv zu arbeiten. Aber durch einen Glücksgriff hat die Languste sich beim ersten mal den Stock unter den Felsen stecken in eine für sie so unvorteilhafte Position begeben, dass wir sie schon beim zweiten mal runtertauchen im Kescher hatten.
Damit war der Grundstein zu einem reichhaltigen Abendessen schon mal gelegt, wir sind aber trotzdem noch weiter geschwommen. Haben aber keine weiteren Langusten gefunden. Stattdessen haben wir noch ein paar Conches aufgesammelt und sind mit reicher Beute zurück zur RUNAWAY geschwommen.
Wir haben gleich die Conches noch am Wasser aus ihren Häusern geholt und die essbaren Muskeln rausgeschnitten. Das ging heute auch schon viel besser und schneller als das letzte mal.

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Beute verarbeiten


Unser Abendessen waren heute also zwei Langusten in der Pfanne gebraten, vier Chonches in kleinen Happen paniert und Nudeln mit Tomatensauce. Hat alles sehr gut geschmeckt. Es gab nur noch einen kleinen Zwischenfall beim Kochen: Urplötzlich schienen wie aus dem Nichts Fliegen in der Küche materialisiert zu haben. Aber nicht zwei oder drei. Das waren an die dreißig Fliegen die von einer auf die andere Minute einfach da waren. So was hab ich auch noch nie gesehen. Eigentlich wollten wir draußen essen, aber das war unmöglich bei der Menge Fliegen die auch dir Terrasse belagerten. Also blieb uns nichts anderes übrig als im Salon/Küche alle Fliegengitter in die Fenster zu machen, sonst alles zu verschleisen und auf Fliegenjagd zu gehen ehe wir dann drinnen essen konnten.
Zu unserem Sundowner waren die Fliegen zum Glück schon wieder weg und wir konnten draußen den Sonnenuntergang beobachten. Heute mal wieder, nachdem wir die letzten Wochen immer vergeblich darauf gehofft haben, mit grünem Blitz am Ende, der wahrscheinlich intensivste den ich bisher gesehen hab. Ein richtig sattes grünes Leuchten.

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