Singapur mal anders

Heute wollte ich den Großstadt-Dschungel mal hinter mit lassen und mich stattdessen in den richtigen Dschungel stürzen. Mein Ziel war das Mac Ritchie Nature Reserve, eines der großen Feuchtgebiete aus denen Singapur sein Wasser bezieht. Das Ding liegt auch relativ zentral, nur zwei Kilometer von wo ich meine Unterkunft hab entfernt. In einer halben Stunde konnte man da schön hin laufen. Dann ging’s aber erst richtig los. Das Nature Reserve ist um einen riesigen See gelegen den man auf einem 13 Kilometer langen Wanderweg umrunden kann. Das hab ich mir für heute vorgenommen.

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Singapur und seine Verbotsschilder


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Vom Wasserwerk sollte man sich lieber Fern halten


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Affen füttern verboten


Nach wenigen Metern auf dem Weg in den Wald konnte man schon merken, dass die Atmosphäre anders wurde. Man sah keine Hochhäuser oder sonstige Zeichen der Zivilisation mehr (vom Weg mal abgesehen), nur noch ursprünglichen, dichten Regenwald. Man hörte keinen Lärm mehr aus der Stadt, nur noch die Geräusche der Natur. Die Luft roch feucht und mosig, aber dennoch nicht stickig und im Schatten der vielen Bäume hatte man eine angenehme Temperatur. Und trotzdem ist man noch mitten in Singapur. Erstaunlich, so hab ich mir die Stadt garantiert nicht vorgestellt. Um so angenehmer war ich überrascht.
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Delikatesse für die Affen


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Schlangen hab ich nur eine gesehen, und da musste man auch schon ganz genau hinsehen


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Schlangen-Suchbild


Ein Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, entlang des Weges war eine Hängebrücke die sich auf 250 Meter über die Baumwipfel spannte. Auf ihr hatte man die Möglichkeit einen Blick von oben auf das Blätterdach zu werfen. Auch eine nette Perspektive.
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Grünes Singapur


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Neugieriger Affe


Eine ähnlich gute Aussicht bot ein sieben Stockwerke hoher Aussichtsturm der ebenfalls entlang des Weges war. Auch hier wieder Wald so weit das Auge reichte. Nur in einer Richtung hat man am Horizont ein paar Hochhäuser durchspitzen sehen.
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Etwas sumpfiges Gebiet


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Aussichtsturm


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Nichts als Wald


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Hochhäuser in der Ferne


Auf dem letzten Stück meines Weges kam ich nochmal an einer ganzen Familie Affen vorbei. Die waren die Gegenwart von Menschen wohl auch schon gewohnt, denn sonderlich scheu wirkten die nicht. Außerdem hab ich hier noch meine bisher größte Ameise gesehen. Ich dacht erst ich seh nicht recht, aber das Ding war fast so groß wie mein ganzer Daumen. Der wollt ich dann auch lieber nicht zu nahe kommen.
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Affen Familie


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Die letzten paar Kilometer führten nun am See entlang, eine nette Abwechslung zum alles umschließenden Wald.
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Letzter Abschnitt: Zick-Zack Brücke


Alles in allem eine echt schöne Wanderung die ich jedem empfehlen kann der mal genug von den Häuserschluchten in Singapur hat und etwas Natur möchte.
Heute abend kam auch Heiner aus Japan wieder. Wir hatten noch genug Zeit um uns über all die vielen Kleinigkeiten die einem so widerfahren wenn man mal länger reist zu unterhalten.

Mach mal Pause

Heute wollte ich eigentlich in einen der National Parks in Singapur. Ja, sowas gibt’s hier auch. Singapur ist nicht nur Hochhäuser. Hier gibt’s schon viel Grün und eben auch der ein oder andere National Park hat auf dieser kleinen Insel Platz gefunden.
Aber leider ging’s mir irgendwie nicht ganz so gut. Ich hab mich etwas erkältet gefühlt, etwas Halsschmerzen gehabt und so weiter. Ich hab mein Aufbrechen immer weiter hinaus gezögert und es dann schließlich ganz für heute sein lassen. Hat so einfach keinen Sinn gemacht.
Ich nehme einfach mal an ich hab zu viel Klimaanlage abgekriegt. Die ist hier ja auch echt überall und in Asien generell auf volle Pulle gestellt. Ob Bus, Metro, Restaurant, Museum, Bücherei, Shopping Mall und so weiter. Jeder halbwegs geschlossene Raum hat ne Klimaanlage laufen. Wenn man dann auch noch vom gelegentlichen Regen durchnässt da rejn geht tut das natule sein übriges…
So hab ich den heutigen Tag praktisch hier Zuhause verbracht und mich auf meine Weiterreise vorbereitet, Flüge gecheckt und so. Wo genau die Reise hingehen soll weiß ich allerdings noch nicht.
Abends ist Heiner dann von seiner Reise aus Japan zurück gekommen und wir hatten endlich mal Zeit und etwas näher kennen zu lernen. Er ist selbst leidenschaftlicher Reisender und Motorrad Liebhaber/Schrauber.. wir konnten einige Geschichten austauschen und hatten noch nen ganz guten Abend.

Das große Fressen

Heute hab ich mich mit einem alten Bekannten getroffen. Po, seines Zeichens gebürtiger Singapurer, er ist mir das erste mal auf Madeira begegnet. Zusammen mit Frodo haben wir die Insel ein paar Tage erkundet. Ein paar Tage später sind wir drei und erneut begegnet, diesmal in Lissabon. Frodo ist immer noch dort und Po für sein Studium zurück nach Singapur gekehrt. Ist nun schon über ein Jahr her, dass wir uns gesehen haben und ich hätte ihn auch beinahe nicht mehr wieder erkannt.
Wir haben uns im Rotlichtviertel Aljuneid getroffen, allerdings zur Mittagszeit, da geht hier noch alles seinen geregelten Gang. Po hat mir gestern auch noch den Hinweis gegeben ich sollte besser aufs Frühstück verzichten, denn er würde mit mir essen gehen. Wie er es so schön ausdrückte: „Singapore is a food nation.“ Bei so einem Mix aus verschiedenen Kulturen und Küchen dreht sich hier wohl tatsächlich alles ums essen.
Wir sind in ein chinesisches Restaurant gegangen und Po hat schon im Vorfeld alles bestellt und reserviert gehabt, ich hab mich also einfach mal überraschen lassen.
Die erste Überraschung waren dann auch schon die Getränke. Gebracht wurde ein Eisbecher, gefüllt mit Eiswürfeln und eine Minilimette drin. Dazu ein Becher der aussah wie ein Joghurtbecher, jedoch enthielt der so ne Art Geleé mot Honiggeschmack. Das kippte man dann in den Eisbecher, drückte die Limette darin aus und mischte das ganze gut durch. Getrunken wird das ganze dann mit einem chinesischen Suppenlöffel, damit man das Geleé auch schön da raus kriegt. Etwas ungewohnt, aber mit all dem Eis und der Hitze draußen sehr angenehm erfrischend.

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Honey-Lime-Jelly


Dann wurde das Essen aufgefahren. Spezialität des Hauses war Claypot Rice, also in einem Tontopf gegarter Reis mit allerlei verschiedenem Reis drauf.
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Claypot Rice


Sah nach einer ordentlichen Portion aus. Um so überraschter war ich, als immer mehr aufgefahren wurde. Im Endeffekt standen auf unserem Tisch dann:
– Brechbohnen in ordentlich Knoblauch, sehr intensiver Geschmack.
– Softshell Crabs, spezielle Krabben die eine so weiche Schale haben, dass man sie ganz essen konnte, mit allem drum und dran. Die waren frittiert und echt klasse.
– Spearribs vom Schwein, auch überaus lecker, in einer Soße die ich nicht genau beschreiben kann.
– Gebratene Tofustückchen. Ja mei, Tofu halt. Da fehlt mir irgendwie der Geschmack.
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Das Festmahl


Das war zwar echt gut, aber eine Menge zu essen. Wir haben es trotzdem geschafft. Danach waren wir jedoch wie man sich vorstellen kann ziemlich träge.
Unser Plan war nen Verdauungsspaziergang zu machen, so sind wir Richtung Stadtzentrum gelaufen. Weit kamen wir aber nicht, denn es war brechend heiß. Letztlich haben wir nen Bus genommen, angenehm kühl war der.
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Aljuneid


Im Stadtteil Bugis sind wir dann in ne Mall gegangen. Zum einen um der Hitze zu entkommen, zum anderen um uns ein Café zu suchen und uns ne Weile hinzusetzen und nichts zu tun. Wir haben dann auch was gefunden, allerdings kein Kaffee, sondern ich hab mich zu was anderem hinreißen lassen. Ich hab mir einen Green Milk Tea mit Pearls bestellt. Das war Grüner Tee mit Milch und Eis, die Pearls waren Schokoladengeleé Kügelchen die man mit dem extra dicken Strohhalm aufsaugen konnte. Der Tee war gut, die Kügelchen eher nicht so mein Fall.
Als wir wieder nach draußen gehen wollten wurden wir etwas vom Wetter überrascht. Es hat gegossen wie aus Kübeln und dass obwohl vor einer halben Stunde noch schönstes Wetter war. Tja, das kann hier recht schnell gehen.
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Laufen ist als Option also schon mal ausgefallen, wir sind stattdessen runter zur MRT um zur Orchard Road zu fahren. DEM Shopping District in Singapur. Über die drei Kilometer lange Straße sind links und rechts nur Shopping Malls über zehn und mehr Stockwerke verteilt. Der reine Wahnsinn. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass es genug Menschen gibt um da überall was einzukaufen. Aber scheinbar ist es so.
Angefangen haben wir im Lucky Plaza, der Mall in der bevorzugt die Filipinos einkaufen gehen. Entsprechend waren hier auch fast nur Filipinos zu sehen. Ich konnte hier auch zu einem überragend guten Kurs von 1:1,31 meine US$ umtauschen und hatte so wieder etwas Kleingeld in der Tasche. Ausgeben wollt ich es hier allerdings nicht.
So sind wir noch in die ein oder andere Mall gegangen bis sich unsere Wege abends wieder trennten.
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Abschiedsbild


Ich bin dann auch wieder zurück nach Toa Payoh gefahren und hab mir noch nen gemütlichen Abend in Heiners Wohnung gemacht.
Gegen zehn hab ich dann aber doch noch etwas Hunger gekriegt und bin noch mal schnell in nen Food Court gegangen. Aus all der großen Auswahl an Gerichten hab ich mich für ein Pad Thai entschieden, natürlich dreimal so teuer wie in Thailand und nicht annähernd so gut. Da musste ich fast etwas wehmütig an meine Zeit in Thailand zurück denken. Da hats mir schon sehr gefallen. Vielleicht sollte meine Reise ja wieder dahin zurück gehen, im Norden Thailands war ich ja noch gar nicht. Wir werden sehen.

Free Tour durch Singapur

Heute hab ich mich für die Teilnahme an einer kostenlosen Stadtführung entschieden, so wie es sie in vielen großen Städten gibt. Um die Zeit bis zum Treffen rum zu kriegen bin ich etwas durch den Stadtteil Bugis gestreift und hab versucht mir nen kleinen Überblick zu verschaffen. Heißt im Klartext ich hab versucht auf möglichst hohe Gebäude rauf zu kommen. Dabei bot die National Bibliothek vom 16. Stock aus ne ganz gute Aussicht und ebenso ein Wohnhaus wo ich bis auf nen Balkon im 24. Stock gekommen bin.
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Auf dem Weg zum Treffpunkt kam ich dann noch an der ein oder anderen Sehenswürdigkeit vorbei, wie nem typisch deutschen Restaurant (davon gibt’s hier echt mehrere) oder dem Parlament.

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Leider zur Zeit geschlossen


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Parlament


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Zu teuer für mein Budget


Treffpunkt für die Tour war Rufgles Place. Hier war ich zwar schon mal, aber mit den Guides hat man eben noch die eine oder andere Zusatzinfo gekriegt.
Die Tour ging knappe drei Stunden und führte am Fluß entlang, durch das Uni-Viertel und in Richtung Little India wir wir zum Abschluss noch in nen indischen Tempel gegangen sind.
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Auch nach mehrmaligem Sehen noch beeindruckend: Marina Bay Sands


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Merlion, die Touri Attraktionen schlechthin


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Armenische Kirche, wirkt mit ihrer bescheidenen Größe direkt Fehl am Platz zwischen all den riesen Gebäuden außen rum


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Und immer wieder etwas grün


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Im Tempel


Die Tour war ganz ok, hab aber auch schon bessere erlebt. Aber nem geschenkten Gaul…
Den Abend hab ich dann noch mit ein paar Runden im Pool ausklingen lassen. War zwar schon dunkel als ich wieder Zuhause war, aber der Pool ist ja schön beleuchtet.
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Der Luxus des Couchsurfens

Singapur!

Erster Tag in Singapur! Ich hab’s langsam angehen lassen und bin erst gegen mittag losgekommen, steh ja nicht unter Zeitdruck. Den ersten Tag wollte ich einfach mal komplett planlos nur durch die Stadt wandern um so nen ersten Eindruck von Singapur zu kriegen. Mit dem MRT bin ich ein paar Stationen ganz ins Zentrum, beziehungsweise nach Downtown gefahren. An der Station Ruffles Place bin ich ausgestiegen und nach oben gegangen. Das Wetter war ziemlich ideal, Sonnenschein und praktisch keine Aussicht auf Regen. Ich war praktisch mitten im Bankenviertel, umgeben von riesigen Wolkenkratzern. Zum Glück war der Fluß nur ein paar Meter entfernt.

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Singapore River


Lockert die Stadt schon auf. Hier konnte ich auch gleich Zeuge davon werden wie Singapur seinem Ruf nachkommt eine geradezu klinisch saubere Stadt zu sein: Ein kleines Boot fuhr auf dem Fluß herum und ein Arbeiter fischte mit einem Kescher Müll aus dem Wasser.
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Ich bin am Fluß entlang und wenige Meter weiter war die Cavanagh Bridge, eine alte Hängebrücke die nun nur noch für Fußgänger zugänglich ist. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass jemand hier im Herzen Singapurs eine Herde Rinder über die Brücke treibt, hat man das entsprechende Verbotsschild vorsorglich stehen lassen.
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Über die Brücke ging’s auf die andere Seite des Flußes und kurz darauf bin ich an der Statue des Herrn Ruffle vorbeigekommen, dem Gründer von Singapur der damals für die britische East India Trading Company eine Kolonie hier gründete und die zu einem prosperierenden Handelsstützpunkt aufbaute.
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Ruffles


Von dort aus bin ich ziemlich planlos durch an ein, zwei schönen Gebäuden vorbei und dann tauchte plötzlich das neue Wahrzeichen Singapurs am Himmel auf. Wow, beeindruckend. Ein Hotel mit atemberaubender Architektur, drei riesige Türme auf denen ein Surfbrett liegt.
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Marina Bay Sands, mit zwei Kampfjets im Landeanflug


Irgendwie hat mich das angezogen, deshalb bin ich da mal drauf zu gelaufen. Vor dem Espalade Theater hab ich ne kurze Pause im Schatten eingelegt, denn es war echt heiß. Von hier aus konnte ich auch ohne mich ins Touristengetümmel zu begeben ein weiteres, etwas älteres, Wahrzeichen von Singapur sehen, den Merlion. Eine Mischung aus Löwe und Fisch. Der Fisch für das kleine Fischerdorf das die Stadt mal war und der Löwe für den Namen der Stadt, denn im Malayischen heißt sie Singa Purra was übersetzt Löwen Stadt bedeutet.
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Merlion


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Downtown


Vor mir lag nun das Marina Bay Becken, zwischen der Stadt und der künstlich aufgeschütteten Insel auf der das Marina Bay Sands Hotel steht. Im Wasser schwammen unzählige rote und weiße (Farben der Flagge von Singapur) Wasserbälle und ich hab mich gefragt was es damit wohl auf sich hat.
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Hat sich nach ein paar Metern herausgestellt, dass das Wunschbalons sind, auf die kann man seine Wünsche fürs nächste Jahr schreiben und dann kommen die ins Wasser. Da musste ich natürlich auch selbst zum Stift greifen.
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Neue Kette von Ballons


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Es ging weiter am Wasser entlang. Vorbei an eine Tribüne die sowohl auf ein schwimmendes Fußballfeld schaut als auch auf die Formel 1 Flitzer wenn hier der Große Preis von Singapur ausgetragen wird, dann fahren die nämlich genau da wo ich gelaufen bin.
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Über eine sehr interessante Brücke ging es dann auf die Insel zum Marina Bay Sands. Die Brücke sieht schon stark aus und die Doppelhelix-Struktur soll DNS Stränge darstellen, über so was freut sich natürlich mein biophysiker Herz.
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Kaum war ich drüben bin ich auch ins erst beste Gebäude rein, allein schon wegen der Klimaanlage. Das war natürlich, keine große Überraschung, eine Shopping Mall von nicht gerade geringen Ausmaßen. Alles auch schön weihnachtlich dekoriert.
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Hier bin ich ne Weile umher gewandert/geirrt, bis ich es dann tatsächlich ins Marina Bay Sands Hotel geschafft hab. Ja, ist schon ein Hotel der gehobeneren Klasse. Ich hab mir zwar keine Illusionen gemacht aufs Dach zu kommen, aber ich hab’s trotzdem mal versucht. Bis in den vierten Stock bin ich gekommen, höher ging’s für mich, zumindest ohne ordentlich Kohle auf den Tisch zu legen, nicht rauf.
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Einer der Türme von innen


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Speisesaal von oben


Durch den mittleren Turm des Hotels führte eine Brücke in den Gardens by the Bay Park. Nur leider kam ich da nicht so einfach hoch. Ich musste erst zurück zu der Shopping Mall, dort aufs Dach und von da konnte ich letztlich uber besagte Brücke in den Park kommen in dem ich die restlichen Stunden bis zum Sonnenuntergang verbringen wollte.
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Der Container Hafen in der Ferne


Der Park empfing einen erst mal mit riesengroßen künstlichen Bäumen inmitten einer schier endlosen weite von grün.
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Super Tree Grove


Echt wunderschön die Anlage, der Park enthält auch viele kleinere Gärten die nach landestypischer Art gestaltet sind (Chinesischer Garten, Malayischer Garten,…). Hier kann man echt klasse abschalten, einfach nur spazieren gehen und das Ambiente genießen. Auch an die ganz kleinen ist mit einem Wasserpark gedacht.
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Wasserpark


Ein Food Court war mein nächstes Ziel, denn ich hatte von der vielen Lauferei doch Hunger gekriegt. War hier natürlich nicht ganz so günstig, aber schon noch Ok. Für ne Portion gebratener Nudeln mit Gemüse und Fleisch hab ich um die 4 Euro gezahlt. Das wär in Malaysia wohl die Hälfte gewesen.
Nach dem Essen fiel mein Blick zufällig hoch zu ein paar Drachen am Himmel. Die waren richtig hoch, das wollte ich mir näher ansehen. Nach kurzer Zeit erreichte ich die Singapur Barrage, das Wehr das den Fluß vom Meer trennt. Auf dem Dach des angrenzenden Kraftwerks ist eine Wiese auf der die ganzen Drachenflieger, Picknicker, Jogger, Spaziergänger und Frisbee Spieler unterwegs sind. Ein sehr idyllisches Örtchen. Ideal um kurz inne zu halten und den Leuten so zu zu sehen. Scheint ein sehr beliebtes Ausflugsziel unter Singapurern zu sein. Und Drachen gibt’s hier durch den chinesischen Einfluß natürlich auch ganz andere als bei uns.
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Vater mit Tochter beim Drachen steigen lassen


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Wenn man sich von den Drachen mal abgewendet hat und aufs Meer raus sah, konnte man auch sehen, dass Singapur tatsächlich einer der größten Häfen der Welt ist. Rund 1000 Schiffe laufen den Hafen hier an. Und zwar täglich.
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Den Sonnenuntergang hab ich hier noch abgewartet, aber es war dann leider doch etwas zu wolkig um nen spektakulären Sonnenuntergang zu sehen. Stattdessen bin ich wieder zurück zu Gardens by the Bay gegangen und hab mich hier weiter umgesehen, denn den hab ich noch lange nicht ganz abgelaufen. Ich bin weiter in den Super Tree Grove rein. Hier ist natürlich der obligatorische Weihnachtsmarkt aufgebaut. Aber bei 30 Grad kommt einfach keine Weihnachtsstimmung auf. Auch wenn da noch so schöne Buden stehen, ein Chor mit Weihnachtsmannmützen Weihnachtslieder singt und hier und da ein paar geschmückte Tannen stehen.
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Super Tree


Ein Ass hatten sie aber noch im Ärmel um auch den letzten in Weihnachnachtsstimmung zu bringen. Da war so ne Art Kolosseum aufgebaut und laut Schild und Lautsprecherdurchsage sollten die vier Schneekanonen die da drin standen es doch um halb acht tatsächlich schneien lassen.
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Kolosseum


Schnee bei 30 Grad? Der Physiker in mir war sehr skeptisch. Doch Punkt halb acht ging es tatsächlich los.
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Dreaming of a white Christmas


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Aber um Reinhard, den Kapitän der Runaway mit seinem Lieblichsspruch zu zietieren: It’s all an illusion anyway. Sieht zwar nett aus, aber bei genauem Hinsehen erkennt man, dass der „Schnee“ ganz einfach Schaum ist. Nach so langer Zeit hätte ich echt gerne mal wieder etwas Schnee gesehen. Aber so ist das halt, wenn man mit dem Sommer reist.
Um dreiviertel Acht kam dann das nächste „Highlight“: eine Sound and Light Show an den Super Trees. Ok, kann man machen wenn man grad hier ist, war jetzt aber wirklich nicht der Mega Hit.
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Sound and Light Show


Danach wars langsam Zeit zum heim kommen. Auf dem Weg zurück zur MRT Station bot sich nochmal ein schöner Blick auf den Singapore Flyer. So was wie das London Eye in London, nur natürlich größer.
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Meine ersten Eindrücke von Singapur: im Vergleich zu anderen Großstädten ist Singapur wirklich sehr grün. Überall Bäume und schöne Parks. Es ist zwar nicht ganz so sauber wie man sich vielleicht vorstellt, aber es liegt schon weniger Müll rum als anders wo. Auch der Verkehr ist ne Klasse für sich. Hier halten sich alle Fahrer tatsächlich an sämtliche Verkehrsregeln. Das ist hier so ziemlich das erste mal seit ich Deutschland verlassen hab, dass ich an nem Zebrastreifen stehe und die Autos tatsächlich anhalten. Kein Witz, in praktisch allen anderen Ländern dient ein Zebrastreifen wirklich nur zur Auflockerung des Straßenbildes und keineswegs als Hilfe um die Straße zu überqueren.
Auch architektonisch gefällt mir Singapur sehr gut. Was hier für Gebäude stehen ist schon der Wahnsinn. Höher, größer, ausgefallener, prachtvoller. Die Stadt bietet wirklich was fürs Auge.
Was den finanziellen Aspekt angeht: Klar kann man hier Geld ausgeben als gäb’s kein Morgen mehr. Die Anzahl und Größe der Shopping Malls hier ist jenseits von allem Vorstellbaren. Irgendwo hab ich mal das ganz treffende Zitat gelesen Singapur sei die einzige Shopping Mall mit einem Sitz in den Vereinten Nationen. Aber man kann auch günstiger leben wenn man denn will. Das Leitungswasser hier ist erstklassig, das spart schon mal einiges, denn Wasser aus Flaschen ist hier recht teuer. Und wenn man nicht gerade in der Umgebung der höchsten Wolkenkratzer sucht kann man für 2-3 S$ auf der Straße was gutes zu Essen kriegen. Tja, und für Unterkunft zahl ich eh nichts. Das hilft natürlich auch. Auch die U-Bahn kostet unter einem Euro. Singapur muss also nicht zwangsläufig teuer sein.
Zum Abendessen hab ich mir trotzdem was selber gekocht, wo ich schon mal die Gelegenheit dazu hab. Klassische Spaghetti Bolognese. Zwar teurer als was von der Straße zu kaufen, aber ab und zu kann man sich ja mal was gönnen.

Ab nach Singapur

Heue morgen hab ich mich ziemlich spontan entschieden schon heute nach Singapur zu fahren. So hab ich noch die Möglichkeit Heiner kennen zu lernen ehe er heute abend übers Wochenende nach Japan fliegt. Immer wieder toll so kurzfristig Reisepläne ändern zu können. Ich hab Heiner noch schnell ne Mail geschrieben ob ihm das passt wenn ich heute schon komm und hatte auch kurz darauf schon sein OK.
Also hab ich meine Sachen zusammen gepackt, schnell meine verbleibenden Ringgit gezählt (30; das sollte eigentlich genau ausreichen: 2 für die Fahrt zum Bus Terminal, 19 Für den Bus nach Johor und nochmal 8 für den Bus von Johor über die Grenze nach Singapur) und noch ein letztes Mal mit Alex zum kostenlosen Mittagessen gegangen. Diesmal tatsächlich kostenlos, da ich für die übliche Spende einfach kein Geld mehr übrig hatte.
Kurz nach zwölf bin ich dann aus dem Guesthouse raus und hab mich auf die Suche nach nem Bus gemacht der mich zum Bus Terminal bringt. Hat etwas gedauert, aber um kurz nach eins war ich dann da. Dort hab ich mich nach Tickets für Johor umgeschaut und gesehen, dass es ein Kombiticket über Johor nach Singapur für 25 Ringgit gibt. Das hab ich genommen und konnte meine letzten 3 Ringgit noch in Wasser investieren.
Das heißt nun letztlich, dass ich in den 23 Tagen in Malaysia 292€ ausgegeben habe, oder pro Tag 12,70€. Ja, hier kann man schon günstig leben. In Melaka hab ich immer so 7-8€ pro Tag gebraucht.

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Alles einsteigen


Der Bus nach Singapur fuhr so gegen 2 ab und war so gut wie leer. Mit mir waren 4 Passagiere drin. Und nicht nur das, das war auch noch ein Luxusbus mit extra breiten Sitzen, nur drei statt der üblichen vier pro Reihe, und viel Beinfreiheit. So lief meine Fahrt nach Singapur recht entspannt ab.
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Nach knapp drei Stunden Fahrt kamen wir in der Grenzstadt Johor an.
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Stau am Grenzübergang


Am Immigration Checkpoint hat unser Bus neben Dutzenden anderen gehalten und wir mussten aussteigen zur Ausreise aus Malaysia. Das ging ziemlich schnell und reibungslos. Pass vorgezeigt, abgestempelt und dann wieder nach unten zum Bus. Da wieder eingestiegen ging es über die Brücke nach Singapur, denn Singapur ist eine Insel.
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Zwischen zwei Ländern


Dann kam der Immigration Checkpoint in Singapur und wir mussten wieder aussteigen. Diesmal mit allem Gepäck. Ich hab mich in den Strom der Einreisenden eingereiht und lief auf das Gebäude zu. Aber bis rein kam ich gar nicht. Ich wurde von einem Polizisten aufgehalten und gebeten zu einem Security Check mitzukommen. Wir sind dann in so nen kleinen Raum gegangen in dem so eine Art Ganzkörperscanner stand wie man sie vom Flughafen kennt. Dort musste ich mich mitsamt meinem Gepäck reinstellen, wurde aber nicht im regulären Sinn gescannt sondern die haben vermutlich so ne Art „Duftprobe“ genommen, jedenfalls wurde ich da drin von mehreren Luftdüsen angestrahlt. Ich nehm mal an die haben nach Spuren von Drogen gesucht. Ein bisschen mulmig wurde es mir da ja schon, man weiß ja nie ob einem nicht jemand was ins Gepäck geschmuggelt hat und dass auf Drogenschmuggel in Singapur die Todesstrafe steht ist wohl auch bekannt.
Aber es war alles ok. Ziemlich erleichtert konnte ich dann weiter zur Passkontrolle, musste noch die übliche Immigration Card ausfüllen und hab mein Visum gekriegt. Mit ziemlicher Verspätung im Vergleich zu meinen beiden Mitreisenden bin ich wieder am Bus angekommen der uns dann ins Stadtzentrum von Singapur gefahren hat. So auf den ersten Blick wirkt die Stadt schon recht grün und weitläufig.
An einer scheinbar beliebigen Straße hat der Bus dann gehalten und wir mussten aussteigen.
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Erstes Restaurant das ich sehe: Stuttgart Blackforest Café


Ich musste zuerst mal Bargeld beschaffen. Ein Geldautomat war zum Glück schnell gefunden, allerdings hat der meine Karte nicht akzeptiert. Nur gut, dass ich für solche Fälle immer genügend US$ dabei hab, die werden einem überall zur Not auch inoffiziell auf der Straße gewechselt. So weit musste ich allerdings nicht gehen, ich hab ne Wechselstube gefunden und auch noch nen erstaunlich guten Kurs gekriegt. Für einen US$ hab ich 1,30 Singapur$ gekriegt und das obwohl der offizielle Wechselkurs bei 1:1,31 steht.
Mit etwas Cash ausgestattet hab ich mir dann ne MRT Station gesucht, so nennt sich hier die U-Bahn.
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MRT: wirkt hochmodern und sehr sauber


Die Adresse von Heiner hab ich ja gehabt, deshalb war es auch kein Problem das zu finden. Er wohnt in einem Apartmentkomplex mit allem drum und dran, einschließlich Security am Eingang. Als ich mich da angemeldet hab kam zufällig Heiner auch gerade von der Arbeit nach Hause und hat mich gleich mit hoch genommen. 21. Stock, das verspricht ne ganz nette Aussicht. Die „Couch“ auf der ich schlafen werden erwies sich wie so oft als Bett im Gästezimmer mit eigenem Bad. Gar nicht so schlecht. Viel Zeit blieb uns aber nicht, da Heiner um acht los musste um seinen Flug nach Japan zu kriegen. Ich bin noch mit ihm mit zur MRT Station gelaufen und hab mich da von ihm für die nächsten vier Tage verabschiedet. Ich konnte hier auch gleich noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Wie erwartet waren die Preise im Supermarkt hier teurer als im Rest Asiens aber in Deutschland zahlt man noch mehr, wenn man mal von den importierten Produkten absieht. Und die Auswahl hier ist natürlich auch ne ganz andere. In der Hinsicht ist Singapur deutlich mehr westlich als asiatisch.

Planung für Singapur

Hab heute die Zeit gefunden mal wieder nen kleinen Finanzcheck zu machen. Demnach haben mich die ziemlich genau 2 Monate in Thailand 1638€ gekostet, das sind 27€ am Tag. Schon etwas günstiger als meine Zeit in den USA, der Karibik oder Europa. In Asien kann man eben noch günstig reisen. Singapur wird aber wohl wieder ne Ecke teurer sein.
Ansonsten hab ich heute mal intensiv recherchiert was denn auf dem Weg nach Singapur noch sehenswert wäre. Musste aber bald feststellen, dass da praktisch gar nichts ist. Gut, da wären noch zwei National Parks, aber die liegen so unzugänglich, dass man ohne Allrad-Fahrzeug nicht hinkommt. Noch dazu darf man die nur mit Guide betreten und so viel Geld wollt ich echt nicht ausgeben. Dschungel seh ich wo anders auch umsonst. Der Plan wäre also direkt nach Singapur durchzufahren. Gibt hier ein recht gutes Bussystem mit dem das ohne Probleme möglich ist. Also ein paar Infos zu Singapur rausgesucht, Hostels recherchiert und so weiter. So ging auch wieder die Zeit rum.
Um wenigstens noch n bisschen was aktives zu machen bin ich um sieben zum Schwimmen gegangen. Nen halben Kilometer von meinem Guesthouse ist ein öffentliches Schwimmbad wo man für 2 Ringgit seine Bahnen ziehen kann. Das ist hier, zumindest in Thailand und Malaysia, etwas anders geregelt als in Europa. Man hat den Eindruck die wollen verhindern, dass die Leute kommen und den ganzen Tag nur am Pool abhängen. Die Öffnungszeiten des Pool sind nämlich über den ganzen Tag so, dass der eineinhalb Stunden geöffnet ist, dann ein halbe Stunde geschlossen ist wo dann alle raus müssen. Dann wird wieder für eineinhalb Stunden geöffnet. So kommen die Leute halt echt nur zum Schwimmen. Ich war wie gesagt von sieben bis halb neun. War wirklich angenehm, nicht all zu viel los und man konnte schön im Sonnenuntergang schwimmen.

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Der Aussichtsturm im Hintergrund


Danach bin ich ziemlich hungrig gleich was essen gegangen. Wie hier üblich vom Buffet für 2 Euro.
Abends wollt ich nochmal schauen ob ich nicht in Singapur Couchsurfen kann um mir das Geld für ein Hostel zu sparen. Sollte fast möglich sein da jemanden zu finden, bei über 30000 Couchsurfern in Singapur. Hab also ein paar Profile durchgesehen und ein paar Anfragen verschickt. Ob wohl das alles recht kurzfristig war hab ich auch mehrere Zusagen bekommen. Der schnellste war Heiner. Der ist zwar übers Wochenende nicht da weil er nach Japan reist, aber er würde mir den Schlüssel hinterlegen wenn ich übermorgen nach Singapur komme. So ein großzügiges Angebot hatte ich auch noch nicht, dass mir einer seine Wohnung überlässt ohne mich zuvor getroffen zu haben. Nichtsdestotrotz nehm ich das Angebot natürlich gerne an, da steht mir ein Wochenende in etwas mehr Luxus bevor als in nem einfachen Hostel.

Unterwegs in Melaka

Beim allmorgentlichen Frühstückskaffee (Bester Kaffee bisher in Asien) in der Küche vom Guesthouse sind Alex und ich mit einem Japaner im Ruhestand ins Gespräch gekommen der seine Zeit auch mit Reisen verbringt. Er meinte zu uns es gäb hier ein Restaurant wo man umsonst essen kann. Konnten wir erst gar nicht glauben, aber er meinte dann er nimmt uns zum Mittagessen mit hin. Also sind wir da gegen zwölf mit ihm hin. Das Restaurant wurde, zumindest der Aufmachung nach zu urteilen, von einem buddhistischen Kloster geführt und tatsächlich, überall hingen Zettel rum, dass das Essen umsonst ist. Einziger Unterschied zu nem normalen Restaurant: hier ist alles vegetarisch und man muss nach dem essen sein Geschirr selber abwaschen. Aber das Essen ist echt gut. Ist jetzt auch nicht so als wäre das so eine Suppenküche für Obdachlose, von dem was ich so gesehen hab gingen die Gäste duch alle gesellschaftlichen Schichten.
So ganz nötig hab ichs aber zum Glück noch nicht, dass ich umsonst essen muss, deshalb hab ich beim rausgehen noch was in die Spendenbox geworfen.
Nach dem Essen wolten Alex und ich mal nen Blick auf die Meeresstraße von Malakka werfen, also die paar Kilometer zwischen Festland Malaysia und der Insel Sumatra, die eine der wichtigsten Schiffsrouten der Welt ist, mit 800 großen Frachtern pro Tag.

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Straße von Malakka


Wir mussten ganz schön weit laufen, denn wir wollten das noch mit nem schönen Strand verbinden, was aber leider nicht geklappt hat. Strand gibt’s hier keinen.
Danach sind wir relativ ziellos durch die Stadt gewandert. Nochmal vorbei am Stadhuys und rauf auf den Berg der sich hier befindet. Ganz oben steht ne Ruine einer alten niederländischen Kirche.
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Nur noch die Grundmauern stehen


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Die niederländischen Grabsteine sind noch gut erhalten


Danach gings runter, vorbei an den Überresten des Forts A Famosa.
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Es ging weiter ins Stadtzentrum, diesmal etwas weiter weg vom Touristenzentrum. Hier gab’s dann aber auch relativ wenig zu sehen. Wir sind ein bisschen am Fluß entlang und damit sind wir eigentlich auch schon genug gelaufen für heute.
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In Melaka


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Der Fluß


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Abends sind wir nochmal was essen gegangen, diesmal in nem richtigen Restaurant. Aber hier zahlt man ja auch keine 2€ fürs Abendessen.

Im Luxushotel

Den heutigen Tag hab ich zum größten Teil dazu genutzt meinen Blog wieder auf den neusten Stand zu bringen und ein bisschen vor mich hin zu recherchieren. Das Wetter war eh nicht all zu gut. Außerdem hab ich mal wieder ein gutes Buch in die Finger bekommen.
Den Schlafsaal hatte ich bisher für mich alleine, heute hab ich Gesellschaft von Alex bekommen, auch ein Deutscher. Wir sind dann abends was essen gegangen und haben noch so die nähere Umgebung abseits des Touristenzentrums erkundet. Speziell sind wir in ner recht großen Mall umher gewandert durch die wir auch noch ins recht noble Hatten Hotel kamen. Tja, wenn man nur nicht so aufs Budget schauen müsste… Im Moment leb ich übrigens von unter 10 Euro am Tag.
Im Hotel haben wir uns ausgiebig umgesehen, teilweise mehr als erstaunlich wo wir in so nem Luxushotel, wo man ein bisschen Security erwarten kann, so überall unbehelligt rum laufen konnten.
Zum Abschluss unserer Tour durchs Hotel sind wir natürlich noch hoch zur Rooftop Lounge im 22. Stockwerk von wo aus man nen ganz gute Sicht auf Melaka hatte.

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Melaka bei Nacht

Zum längeren verweilen lud die Getränkekarte allerdings nicht ein, ein Drink hätte hier mehr gekostet als ich sonst am ganzen Tag ausgebe.

Malaysische Delikatessen

Den heutigen Tag wollte ich mal ganz dazu nutzen all die Köstlichkeiten zu probieren die mir so über den Weg laufen. Angefangen hat alles mit einem kleinen Stadtbummel. Im Vergleich zu anderen Städten kann man von der kolonialen Vergangenheit hier noch einiges sehen. Die Niederländer und die Briten haben in Melaka doch deutliche Spuren hinterlassen.
Ich bin zuerst ein Stückchen am Melaka River entlang zum Ducht Square, welcher das Stadthuys, die Christ Church, und den Glockenturm beherbergt. Alles während niederländischer Herrschaft über Melaka im 17. Jahrhundert erbaut, vom Glockenturm mal abgesehen.
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Melaka River


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Dutch Square


Es ging weiter ins Stadtzentrum, sozusagen die historische Altstadt um die Jonker Street welche das Hauptziel für Touristen in Melaka sein dürfte. Da die Bevölkerung hier schon immer einen hohen, nahezu 50%, Anteil an Chinesen hatte sieht das hier auch alles sehr nach Chinatown aus.
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Eingang zur Jonker Street


Das Straßenbild ist auch hier eher untypisch für Malaysia.
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Auf der Jonker Street findet man nun so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Ich war schon ziemlich hungrig und so wollte ich mit etwas beginnen das etwas mehr Substanz aufweist als beispielsweise diese Wachteleier am Spieß:
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Wachteleier


Ein paar Meter weiter gab es Nasi Lemak, Kokosreis mit Ei, Sambal und Sardellen im Bananenblatt. Für 1,5 Ringgit recht preiswert aber doch so klein, dass ich mir zwei gekauft hab.
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Nasi Lemak


Irgendwann kam ich am Ende der Jonker Street an, bin dort noch etwas rum gelaufen und ganz zufällig auf Mister Universum gestoßen.
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Als nächstes erregte ein Stand meine Aufmerksamkeit der frisch frittierte Kartoffelspiralen verkaufte. Kann man sich verschieden gewürzt bestellen und schmeckt wie Chips.
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Über den Dutch Square ging es dann weiter Richtung Museumsviertel. War allerdings jetzt nicht in Stimmung in eines rein zu gehen, wollt ich mir für morgen aufheben.
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Niederländische Kanone


Am Abend fand in der Jonker Street ein Nachtmarkt statt, das sollte nochmal etwas mehr Gelegenheit geben alles mögliche zu probieren. Ich bin da also gegen acht nochmal hin und die Straße war bereits voller Besucher und Stände die alles mögliche anbieten was man sich nur vorstellen kann.
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Rein ins Getümmel


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Tee


Ich hab mir erst mal ne Portion frittierte Nudeln mit Muscheln (zumindest nehm ich an, dass es das war) bestellt. War etwas zu fettig für meinen Geschmack aber sonst ganz gut.
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Fried Teow Kuyen


Gleich nebenan war ein Stand der frisch gepresste Fruchtsäfte verkauft. „Pyrus“ sagt mir als Name für ne Frucht so ziemlich gar nichts, gesehen hab ich die auch noch nie. Ungefähr so groß wie Pflaumen und so grün wie Limetten, dabei recht schrumpelig. Also hab ich so einen mal geordert.
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Pyrus Saft


Hatte einen sehr intensiven Geschmack, den ich fast nicht beschreiben kann. Mit nichts zu vergleichen das ich bisher getrunken hab. Am ehesten würde ich den Geschmack mit „grün“ beschreiben. Es hat grün geschmeckt. Wie eine aromatische Mischung aus allem was knall grün ist. Brennnesseln, Granny Smith Apfelschale, frisch geschnittenes Gras, Brokkoli, … von allem ein bisschen was. War aber echt lecker.
Auch mein nächster Drink hat mich überrascht. Der war nämlich nicht ansatzweise so süß wie ich erwartet hatte. Ein kleiner Stand hier verkaufte frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Die Zuckerrohre werden durch eine Presse gejagt, der Saft aufgefangen und auf Eis serviert. Wie gesagt, weniger süß als erwartet und sehr erfrischend.
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Zuckerrohr Presse


Auch was Eis angeht ist man hier nicht gerade unkreativ. Besonders beliebt sind hier Eisbecher die wie Topfpflanzen aussehen. Die gibt’s im Tontopf, oben drauf Kuchenbrösel die die Erde darstellen und ein Zweig Minze als Pflanze.
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Mein persönlicher Eisfavorit war jedoch das in der Pfanne zubereitete Eis. Wie soll das gehen fragt man sich? Ganz einfach, genau anders rum. Das Eis wird wie Teig flüssig in die Pfanne gegossen. Die Pfanne selbst ist nicht heiß sondern eiskalt und lässt so das Eis gefrieren. Mit ihren Pfannemwendern machen die Jungs daraus auch noch ne ganz ansehnliche Show.
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Pfanneneis


Als Abschluß noch etwas was sich so gesund „Vegetable Cake“ nannte. Tatsächlich handelt es sich dabei um etwas gemischtes Gemüse getunkt in einen Teig und ordentlich frittiert damit es auch zusammen hält. War gut, aber damit hab ich mein Limit an frittieren Gerichten für heute mit Sicherheit überschritten.
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Ein letztes mussten dann noch Durian Gebäck sein. Durian ist ne Frucht die hier in Thailand und Malaysia vorkommt und im deutschen auf den Namen Stinkfrucht hört. Klingt schon mal viel versprechend. Drei so kleine Törtchen gab’s für 5 Ringgit. Der Verkäufer hat mich nochmal eindringlich darauf hingewiesen: „One Piece, One Bite!“. Also das ganze Ding auf einmal rein und nicht abbeißen. Warum, dass konnte ich mir nur mit etwas unangenehmem Geruch erklären. Jedenfalls bis ich das erste probiert hab.
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Durian Gebäck


Schmeckt intensiv, nicht all zu schlecht, aber mehr als die drei würd ich nicht unbedingt essen. Den eigentlichen Grund warum man es auf einmal essen soll merkt man wenn man es im Mund hat und drauf beißt. Die Teigtasche alleine füllt schon mal den Mund gut aus und wenn man dann irgendwie drauf beißt scheint eine unter Druck stehende Durian-Soße aus dem Ding hervorzuquellen, was das kauen und schlucken zur Herausforderung macht.
Das war dann genug für heute und ich bin zurück zu meinem Guesthouse. Am Dutch Square standen noch zahlreiche Fahrradrikschas die auf Kunden warten. Die sind dort zwar auch tagsüber aber nachts nochmal witziger anzusehen. Dann sind sie nämlich zusätzlich zur laute Musik die sie spielen und den extrem kitschigen Bemalung/Anbauten (meist Hello Kitty) auch noch beleuchtet.
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