Erster Tag Surfkurs

Heute ists nicht mehr ganz so heiß. Leicht bewölkt. Gegen 13 Uhr bin ich zum Strand und hab da das sonnenbrandfreundlichere Wetter genossen. Wellen waren heute nicht so hoch wie gestern, liegt aber daran, dass ich gestern zur Flut da war und heute eher die Ebbe erwischt hab. Um 15 Uhr bin ich dann zur Surfschule. Da gabs dann nen Neoprenanzug und ein Surfbrett und dann ging’s auch schon los. Wir waren 16 Leute die wir aber in eine Kinder- und eine Erwachsenengruppe eingeteilt haben. Zuerst einmal mussten wir zu einer Stelle laufen die für Anfänger geeignet war. Das war ein Marsch von etwa 10 Minuten. Nach ein bisschen Theorie zu Wellen, Wetter und Strömungen sind wir dann ins Wasser zum Bodyboarden. Das heißt rein ins Wasser, warten bis eine gute, gebrochene Welle kommt und dann im richtigen Moment mit einem Sprung nach vorne flach auf die Wasseroberfläche legen. Man wird also selbst zum Surfbrett. Wenn man das im richtigen Moment gemacht hat, nimmt einen die Welle ein ordentliches Stück mit in Richtung Strand. Diese Übung war eben dafür da das Gefühl für das richtige Timing um in die Welle zu starten zu bekommen.
Nächste Übung war dann das ganze mit Surfbrett, noch im liegen. Klappte auch ganz gut. Zum Schluss sollten wir noch versuchen einfach mal aufzustehen wenn wir eine Welle gut erwischt haben. Das hat aber noch nicht so ganz funktioniert. Einmal bin ich so halb auf die Beine gekommen, aber gleich darauf wieder ins Wasser gefallen. So waren die ersten 2 Stunden auch erstaunlich schnell rum und ea ging an den Rückweg. Als Fazit kann ich sagen, dass es schon richtig Spaß macht, aber auch deutlich anstrengender ist als ich gedacht hätte. Man muss halt dauernd gegen die Wellen anlaufen und dann kommt auch noch eine starke seitliche Strömung dazu die man ausgleichen muss. Hat auf jeden Fall ziemlich hungrig gemacht.
Danach bin ich zurück zum Campingplatz und hab mich noch an Pool gelegt und Zeitung gelesen, das Wetter war dann wieder besser, die Sonne ist abends nochmal schön durchgekommen. Hab dann nochmal bei der Rezeption nachgefragt ob nicht doch für die nächsten Tage was frei wäre. Aber die nächsten beiden Tage waren komplett ausgebucht. Musst mir also was einfallen lassen wie ich da irgendwie unternomm. Denn wildcampen ist hier schwierig, überall Pinienwälder die wegen der Waldbrandgefahr recht gut überwacht werden wie ich schon gesehen hab. Gleiches gilt für den Strand und die Düne.

Die Welle

Heute wirds mal ein etwas längerer Eintrag, denn ich sitz grad am Strand von Seignosse und warte auf den Sonnenuntergang. Da hab ich alle Zeit der Welt.

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Ja, heut früh ging’s erst mal los mit nem schönen Baguette vom Bäcker. Den Campingplatz in dem ich gestern noch so glücklich übernachten konnte musste ich verlassen, weil die eigentlichen Mieter des Stellplatzes auch weiter zogen.
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Ich hab mir dann gedacht fährst einfach mal auf gut Glück ganz an den Strand ran, das waren immerhin noch 10 Kilometer. Als ich in den Strandort gefahren bin dacht ich erst mich trifft der Schlag. Unmengen von Autos, alles voller Touris, fast ausschließlich Franzosen. Mit meinem Roller hat mich der Stau natürlich weniger gestört, bin einfach dran vorbei gefahren. Den Roller hab ich dann an der Strandpromenade abgestellt und bin erstmal runter zum Strand (Bzw. erst hoch und dann runter,  man musste nämlich ne 20 Meter hohe Düne überqueren.) Bin dann zu ner Hütte von einer Surfschule und hab mich da mal schlau gemacht. Nachdem ich mich mit dem Surflehrer etwas unterhalten hab, hab ich mich entschieden nen fünftägigen Kurs zu machen. Kommt auf 143 € inklusive aller Ausrüstung. Bevor ich den Vertrag unterschrieben habe, hab ich ihn noch gefragt ob er nicht wüsste wo ich denn mein Zelt für die Zeit aufschlagen kann, da ja alle von mir abgeklapperten Campingplätze schon ausgebucht waren. Er hat dann in nem Campingplatz angerufen der mit der Surfschule zusammen arbeitet. Ging aber leider keiner ran, also meinte er ich soll selber mal vorbei schauen, ist gleich um die Ecke. Hab ich dann gemacht und die hatten tatsächlich noch nen Platz frei, allerdings nur für zwei Tage. Hab ich trotzdem genommen, danach werd ich schon was finden. Der Preis pro Nacht war mit 27€ wenn man die Lage bedenkt auch nicht soooo teuer, da haben die weiter weg vom Meer sogar mehr gekostet. Kommt allerdings nicht an die 5€ ran die ich in Marseillan gezahlt hab.
Also zu meinem Stellplatz gefahren und erst mal das Zelt aufgebaut. Recht schöner Campingplatz, in nem Pinienwald gelegen und wie gesagt 300 Meter vom Strand entfernt. So gegen 3 bin ich dann zum Strand um mich für den Kurs anzumelden und um schwimmen zu gehen. Das Anmelden für den Kurs der am Montag startet klappte reibungslos, nur das Schwimmen stellte sich als problematisch heraus. Es hatte nämlich wirklich verdammt hohe Wellen. Der 300 Meter lange Strandabschnitt an dem das Baden unter Aufsicht gestattet war, war auch gelb beflaggt, was zwar das Baden nicht verboten hat, aber doch auf eine erhöhte Gefahr hinwies. Direkt am Meer standen dann auch einige hundert Leute und liesen sich die Füße von der Brandung umspülen. Etwa 100 Leute waren im Wasser. Nachdem ich mir die Sache kurz vom Trockenen aus angeschaut hab stand für mich fest: ich will da auch rein.
[ kurzer Zwischenbericht: Die Sonne ist jetzt weg, allerdings nicht im Meer versunken sondern hinter einem schmalen Wolkenband das sich knapp über dem Horizont festgesetzt hat.]

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Das Wasser war schon spürbar kälter als am Mittelmeer, aber noch auszuhalten. Es galt also nun den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden, denn wenn sich ne 3 Meter Welle gerade bricht bin ich ungern an der Stelle wo das Wasser dann auf den Strand schlägt. Die richtig großen Wellen kammen immer in so Fünferpacks, gefolgt von etwas kleineren. Da bin ich dann rein. Tja, der restliche Tag lässt sich dann nur noch mit einem Wort beschreiben: phänomenal! Am Mittelmeer war ich froh wenn mal ne einen Meter hohe Welle kam die einem dann gegen den Bauch klatscht. Aber hier… man schwimmt da so 10 Meter vom Strand entfernt und dann kommen da Wellen an die einen so dermaßen hochheben, dass man mit den Lifeguards auf ihren Hochstühlen fast auf Augenhöhe kommt. Ohne zu übertrieben, da waren sicher auch Wellen mit mehr als 4 Meter dabei. Bin mit Anlauf drauf zu, kurz vorher mit aller Kraft hochgesprungen und den Arm nach oben gestreckt und trotzdem wurde der noch locker nen Meter von der Welle überrollt. War einfach nur klasse. Da hat man richtig die Power der Natur gespürt. Morgen schau ich mal, dass ich n paar Fotos davon machen kann, heute bin ich einfach nicht dazu gekommen. Ganz spurlos geht sowas natürlich auch nicht an einem vorbei, ich war einige male zu nah am Strand als ne Welle gebrochen ist, das reißt einen gnadenlos von den Beinen und voll rein in die wild schäumende Brandung. Der Boden da besteht leider nicht aus Sand sondern aus etwas größeren Muschelstückchen und Steinen, die dann natürlich ganz schön unter die Haut gehen wenn man da von ner Welle rein gedrückt wird. Beide Füße, rechte Schulter und linker Oberarm haben einige Kratzer abbekommen. Hat zwar geblutet, aber nur minimal, und das hab ich auch erst an Land festgestellt. Ach ja und einmal bin ich zu spät auf ne Welle losgelaufen, die hab ich genau senkrecht erwischt und bin blöderweise nicht per Hechter durchgetaucht sondern dagegen gelaufen. Ein Gefühl wie ein Bauchplatscher vom 3 Meter Brett. Das war vor allem auf der Nase richtig unangenehm. Auch erwähnenswert war, dass ein Rettungshubschrauber am Strand landen musste, ob wegen Hitzschlag oder Wasserunfall weis ich nicht. Das war ne Aktion bis die 2 Lifeguards die dafür nötigen 150 Meter Strand frei von Leuten gekriegt haben, denn der Strand war echt voll. Zum Abendessen gabs dann lecker Bohnen und Tomaten aus der Dose. Hab mir noch ne Ausgabe der Zeit am Kiosk gekauft, da mir der Lesestoff ausging und dann bin ich eigentlich auch schon an Strand um den Sonnenuntergang anzuschauen. Inzwischen siehts so aus: nur noch Abendrot.

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Und kühler ists auch geworden. Und dafür, das es hier so windig ist, sind verdammt viele Mücken unterwegs. Deshalb geh ich jetzt zurück zum Campingplatz.

Doch noch Glück gehabt

Heute um 9 aufgestanden und gleich die Gelegenheit genutzt und am morgen eine Runde nackt joggen gegangen, also immerhin mit Schuhen. Hat was. Danach wieder ab an den Pool. Ich wollte eigentlich mittags los, bin dann aber doch erst um 2 los. War ein echt schöner Campingplatz. Hab sogar 2 Rehe über den Platz laufen sehen.
Es ging also weiter Richtung Atlantik. Ich hab mir überlegt hier gibt’s schöne Wellen, eigentlich könnt ich hier ja mal nen Surfkurs machen. Also wollt ich mir in küstennähe nen Campingplatz suchen und dann nen Surfkurs machen. Allerdings waren die alle extrem teuer. Keiner unter 30 € zu haben. Aber hilft ja nix. Hab dann zwei Campingplätze angefahren und die waren beide schon komplett ausgebucht. Am dritten Campingplatz hab ich dann mehr oder weniger Glück gehabt. Als ich in der Rezeption war waren noch 2 Deutsch da die einen Platz wollten. Es gab aber nur noch einen Platz und die haben reserviert. Aber ich hab mich dann mit denen darauf verständigt, dass ich mein Zelt dann auch bei ihnen aufbauen darf. Sehr nette Leute, kommen mit ihrer Ente von nem Enten-Treffen in Spanien. So bin ich doch noch zu nem Schlafplatz gekommen. Und das ganze für gerade mal 7 €.

Richtung Atlantik

Heute konnt ich besser schlafen als gestern. Um 11 bin ich dann los gefahren. Es war mal wieder so ein Tag den ich größtenteils auf dem Roller verbracht habe. War aber schön. Heute wars auch so weit, dass ich mal Öl nachfüllen musste. Das Warnlicht fürs Öl hat schon gestern sporadisch geleuchtet. Ein ganzer Liter ging anstandslos rein, obwohl der Öltank eigentlich nur einen Liter fasst.
Meine Mittagspause hab ich dann auf nem schönen Rastplatz verbracht.

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Als es dann auf 18 Uhr zuging wollt ich mir langsam mal nen Schlafplatz suchen. Nen Rastplatz driekt an der Landstraße hab ich mir kurz überlegt aber dann wieder verworfen. Bin dann weiter und wollt den nächsten Campingplatz nehmen der kommt. Hab dann auch ein Schild an der Straße gesehen und bin da abgefahren.

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Ging ein ganz schönes Stück durch die Landschaft, sicher 5 Kilometer. War aber ne echt schöne Gegend.

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Der Campingplatz war dann auf dem Gelände eins alten Weinguts. Sehr schön anzusehen, mitten in der Natur. War alles sehr privat und familiär, die Rezeption war praktisch die Terasse am Haus der Besitzer. Der Preis für die Übernachtung war mit 19 € auch ordentlich. Was allerdings auch noch erwähnt werden sollte: es handelte sich hier um einen FKK Campingplatz. War mir aber nicht nur egal, ich war sogar froh drum einfach so einen gefunden zu haben. Denn das war eine der zwei Campingformen die ich auf diesem Trip noch ausprobieren wollten. Die andere wäre Campen auf ner Farm.
Also bin ich zu meiner Parzelle gefahren und hab mein Zelt aufgestellt. Viel war nicht los, waren nur noch 5 andere Parzellen belegt. Tja, die ersten 5 Minuten waren noch etwas ungewohnt aber man gewöhnt sich doch recht schnell an dieses Gefühl der Freiheit. Auf anraten der Besitzerin hab ich dann noch nen kleinen Waldspaziergang auf dem Gelände des Campingplatzes, der wirklich riesig ist, gemacht. Dann ging’s noch ab in den Pool und zum Abendessen hab ich mir Bohnen mit Tomatensauce und Zwiebeln gemacht.

Toulouse, eine weitere Großstadt

Die Nacht war schrecklich. Ich hatte jemand im Zimmer der so mörderisch geschnarcht hat, dass an Schlaf nicht zu denken war. Deshalb bin ich auch bis um 10 liegen geblieben. Dann hab ich noch an der Rezeption für ne weitere Nacht reserviert. Anschließend ging’s los in die Stadt. Erstes Ziel war die Kathedrale Saint Sernin. Ganz schön anzusehen, aber halt auch nur ne weitere Kathedrale.

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Saint Sernin

Dann weiter zum Rathaus. Die Innenstadt ist geprägt von vielen Backsteinhäusern, daher wohl auch der Spitzname Die Rosa Stadt.

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Rathaus von Toulouse

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Innenstadt

Danach bin ich dann zur Garonne. Am Ufer waren viele Liegestühle aufgestellt, die zum verweilen einluden.

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Hab ich dann auch getan. Hab mich hingelegt, ein Buch gelesen und einfach etwas gechillt. Ich weis auch nicht, aber nach 5 Tagen Paris hab ich irgendwie genug von Großstädten. Ich will wieder raus aufs Land.
Abends gabs dann eine Gemüsepfanne und ich hab den Abend mit 2 Jungs aus Köln die auf Interrail Tour waren auf der Terrasse ausklingen lassen.

Auf nach Toulouse

Da heute mein vorerst letzter Tag am Mittelmeer sein wird, wollt ich das nochmal ausnutzen. Bin in der Früh um 9 zum Strand,  da wars noch nicht so heiß. Irgendwie überkam mich die Lust zu joggen und so bin ich ne dreiviertel Stunde am Strand entlang gejoggt. Dann noch ein paar Runden im Meer schwimmen bis es mir dann mitags zu heiß wurde und ich zurück zum Campingplatz bin um die Hitze vorüber ziehen zu lassen.
Um 3 bin ich dann los gefahren in Richtung Toulouse. War doch wieder ganz schön mal ne längere Zeit mit dem Roller unterwegs zu sein. Die knapp 200 km hab ich dann mit Pausen in 5 Stunden geschafft. War auch recht bergig muss man dazu sagen.

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In Toulouse angekommen hab ich mir dann ein Hostel genommen. Waren alles sechser Zimmer mit eigener Küche und Bad. Für ein Hostel gar nicht schlecht. Hab dann sicher ne Stunde damit zugebracht mir nen Überblick über meine Finanzinstitutionen seit meiner Einreise nach Frankreich zu verschaffen. Die von mir veranschlagten 50 € pro Tag reichen nicht ganz, es sind 63€ geworden. Liegt aber denk ich zu nem Großteil an meinem Abstecher nach Paris.
Abends bin ich dann noch schnell einkaufen gegangen um mir was zu essen zu kochen. Ne Küche zu haben muss man ja ausnutzen. Es gab dann Putencurry mit Reis. Auf dem Weg zum Supermarkt hab ich festgestellt, dass mein Hostel in einem sehr muslimischen Viertel liegt. Nach Sonnenuntergang waren viele Familien draußen auf den Straßen und haben ordentlich gefeiert und gegessen. Es ist ja Ramadan.

Besuch

Der heutige Eintrag wird ne Zusammenfassung der letzten drei Tage, also aufgepasst:
Sonntag morgen bin ich ziemlich zeitig aus meinem Hostel ausgechekt. Bin dann an den Ostbahnhof um jemanden abzuholen der mich besuchen wollte. Mit 5 Stunden Verspätung ist sie dann auch angekommen. Wir haben uns Paris angeschaut, waren nachts auf dem Eiffelturm, trotz der Uhrzeit war noch viel los. Bis zur 2. Plattform sind wir die Treppen gegangen, dann mussten wir ne dreiviertel Stunde aufn Aufzug warten um ganz nach oben zu kommen. War aber eine grandiose Aussicht, bei Nacht bestimmt besser als tagsüber.

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Tja, und heute am Dienstag bin ich wieder zu meinem Roller gefahren. Dummerweise hab ich mich nicht rechtzeitig um mein Ticket gekümmert, so dass ichs heute für 114€ am Bahnhof kaufen musste. In knappen 5 Stunden war ich dann wieder am Campingplatz Le Nautique. Mein Roller stand glücklichere noch da und ich hab für eine weitere Nacht mein Zelt hier aufgeschlagen.

Spaziergang durch Paris

Heute hab ich etwas länger geschlafen und bin dann gegen 10 Uhr in die Stadtmitte gefahren. Eher zufällig bin ich dann am Hôtel des Invalides gelandet. Dort war das Militärmuseum untergebracht und da wie gestern im Louvre der Eintritt für mich kostenlos war bin ich mal rein. Hat mich aber nicht vom Hocker gehauen. Eindrucksvoller war dann schon das Grab Napoléons gleich um die Ecke.

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Der Invalidendom

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Napoléons Grab

Dann bin ich weiter zum Eiffelturm.

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Ein bisschen im Park davor rumgelegen und Baguette und Käse gefuttert. Anschließend zum Arc de Triomphe.

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Dann gemütlich die Champs Elysée entlang geschlendert bis zur Place de la Concorde.

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War ein schöner Stadtrundgang. Auf dem Rückweg zum Hostel hab ich dann noch Nudeln, Tomatensauce und Käse gekauft um im Hostel zu kochen. Blöderweise war die Küche mit nur zwei Kochplatten etwas spartanisch ausgestattet, gerade zur Haupt-Abendessenszeit. Ich hab mich dann einfach mit Stuard und Zak, mit denen ich gestern Abend unterwegs war, zusammengetan, da wir eh alle recht ähnliche Sachen kochen wollten. So landeten in einem Topf ne Packung Nudeln und zwei Packungen Tortelloni und im anderen eine Tomatensauce, eine Bolognesesauce, passierte Tomaten, Champignons, Zucchini und Zwiebeln. War alles in allem doch recht gut. In der Küche haben wir uns dann auch gleich noch mit ein paar anderen für nen Pub Crawl am Abend verabredet. Wir sind dann ne recht große Gruppe von 12 Personen geworden. Da der Pub Crawl allerdings 15 € plus alle Getränke gekostet hätte, hat sich unsere Gruppe doch noch geteilt. Ich bin dann mit den gleichen Leuten wie gestern einfach so auf die Suche nach einem Pub oder ähnlichem gegangen. Haben uns dann auf die Terrasse eines kleinen Cafés gesetzt. Für das was dann beim Bestellen passierte hab ich bis jetzt keine gute Erklärung. Irgendwie haben wir kollektiv ein Bier bestellt, so wies die Pariser angeblich gern trinken. War dann eine Mischung aus Bier, Limo und Erdbeersirup. 25cl zum stolzen Preis von 4,5 €. Muss ich nicht unbedingt nochmal haben. Erdbeere passt einfach nicht so ganz zum Bier.

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Raphael, Stuard, Ashley, Zak, Laura und ich

Danach sind wir noch in nen Supermarkt, haben uns mit Dosenbier eingedeckt und sind hoch zur Sacré Cœur. Schöne Stimmung da oben bei Nacht. Überall Musik, nette Leute, schöner Ausblick auf Paris. Zu unserem Glück liefen da auch viele Inder rum die einem kühles Bier verkaufen wollten. Mit 2 € für 25cl wollten wir uns aber nicht zufrieden geben. Wir haben ihn dann auf 6 € für 5 Bier runter gehandelt, was eigentlich ein echt guter Preis ist. Waren auch bis um 1 da oben und sind dann wieder zum Hostel.

Der Louvre

Um die langen Schlangen vorm Louvre zu umgehen bin ich recht früh vom Hostel losgelaufen. Da es von meinem Hostel aus doch n ganz schönes Stück zum Louvre ist hatte ich die Wahl zwischen der Metro und nem Leihfahrrad. Hab mich fürs Rad entschieden und es nicht bereut. Man kauft sich da eine Tageskarte für 1,70 € und kann sich dann ein Rad von den Verleihstationen, die wirklich an jeder Ecke stehen, nehmen und los geht’s. Abgeben tut mans dann einfach an ner anderen Station. Das ganze kostet nur nochmal nen kleinen Aufpreis wenn man ein Rad länger als eine halbe Stunde ausleiht, was bei mir allerdings nie der Fall war.
Am Louvre angekommen musste ich feststellen, dass scheinbar auch andere Leute auf die Idee kamen früh da zu sein. Vor der berühmten Glaspyramide eine ewig lange Schlange.

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Macht aber nichts wenn man sich etwa auskennt. Ich bin dann einfach durch nen Nebeneingang in das Einkaufszentrum das sich hier unterirdisch befindet, denn das hat auch nen Zugang zum Louvre. So war ich dann praktisch ohne Anstehen drin. Dazu kam noch, dass ich mich nicht mal für ein Ticket an der Kasse anstellen musste, denn für alle EU-Bürger unter 26 gilt der Ausweis als kostenlose Eintrittskarte. Ich hab mir dann noch für 5€ einen Nintendo 3DS Audio/Multimedia Guide geliehen. Hat sich wirklich gelohnt, kann ich uneingeschränkt empfehlen. Der führt einen auf verschiedenen Rundgängen durchs Museum, mit allerlei Erklärungen zu den Ausstellungsstücken. Auch ganz nett war, dass man sich auf ner Karte genau anzeigen lassen konnte wo man grade ist. Wirklich praktisch, denn der Louvre ist riesig. So haben sich die Menschenmassen dann auch recht gut verteilt. An den Hotspots (Venus von Milo, Nike von Samothrake und Mona Lisa) war natürlich deutlich mehr los.

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Venus von Milo

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Nike von Samothrake

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Mona Lisa

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Besucher im Saal der Mona Lisa

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Empfangssaal im königlichen Palast

Alles in allem hats mir wirklich sehr gut gefallen. Ich hab 5 Stunden drin verbracht, aber da hätte man auch länger bleiben können.
Weiter ging’s dann über die Seine zu Notre Dame. Hat mich persönlich etwas enttäuscht, habs mir größer vorgestellt.

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Notre Dame

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Schlösser von Verliebten an einer Brücke über die Seine

Dann bin ich noch etwas durch den Botanischen Garten und hab mich dann per Rad wieder auf den Weg Richtung Hostel gemacht. Noch nen kurzen Umweg durchs Rotlichtviertel, aber da war noch nicht viel los weils noch hell war.

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Moulin Rouge

Abends bin ich dann noch mit ein paar Leuten aus dem Hostel durch das nächtliche Paris gelaufen. Wir waren echt ne internationale Gruppe: Ein Australier, eine Amerikanerin, eine Spanierin, ein Brasilianer, ein Engländer und ich. Wir waren bis um 1 unterwegs, weils aber hier so unglaublich teuer ist in ner Bar was zu trinken haben wir uns hauptsächlich in kleinen Supermärkten, die bis spät in die Nacht geöffnet hatten, mit Getränken versorgt.

Bonjour Paris!

Heute musste ich den Campingplatz leider verlassen, meine Parzelle war reserviert und auch sonst nix mehr frei war. War jetzt auch lang genug hier. In den letzten Tagen hab ich ein bisschen im Internet recherchiert und ein TGV Ticket von Séte nach Paris für 60 € gefunden. Keine 4 Stunden Fahrzeit. Da dacht ich mir: Paris könntest eigentlich noch mitnehmen. Den Roller wollt och nicht am Bahnhof in Séte stehenlassen, deshalb hab ich ihn am Campingplatz stehen lassen und bin per Bus nach Séte. Tja, um 17 Uhr war ich dann im Paris. Mitm Roller wär das nix gewesen, hätte sicher 3 Tage gebraucht und wollte sowieso eher im Süden bleiben.
Also ab in ein Hostel und noch ein bisschen die Gegend erkundet. Mein Hostel ( Woodstock Hostel) liegt recht nah an der Kathedrale Sacré Cœur, also ziemlich im Norden des zentralen Paris.

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Sacré Cœur

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Blick von Sacré Cœur auf Paris

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Da is er...

Was an so ner Top Sehenswürdigkeit gleich auffällt: unglaublich viele Leute wollen hier an dein Geld. Da gibt’s die Souvenirverkäufer, die Getränkeverkäufer und die richtig dreisten. An so einen bin ich natürlich gleich geraten. Kaum den Park von Sacré Cœur betreten, kommt er auf mich zu, legt mir so n Bändchen umn Finger fängt an mit mir zu reden und flächtet dabei so ein Art Armband aus dem Bändchen. Nach ner Minute ist er fertig und will jetzt natürlich Kohle dafür sehen. Da ich mit so was schon gerechnet hab, hab ich mir noch im Hostel ein paar Münzen Kleingeld lose in die Hosentasche gesteckt. Ich hol also 30 Cent raus und will sie ihm geben. Will er nicht. Zeigt mir sein Geldbeutel mit Scheinen drin. So was will er haben. Nen 10er oder zur Not nen 5er. Ich soll doch meinen Geldbeutel raus holen und ihm nen Schein geben. In der Forderung hat ihn sein herbeigeeilter Kollege auch gleich wortreich unterstützt. Darauf wollt ich mich natürlich absolut nicht einlassen. Ich hol also nen Euro aus der Hosentasche, gib ihm den, sag mehr gibt’s nicht und geh einfach. Den Worten die er mir hinterher rief nach zu urteilen war er damit nicht sehr zufrieden, aber er hatts dann auch gelassen um sich dem nächsten „Kunden“ zu widmen. Jetzt hab ich immerhin das hier:

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Echtes Glücksarmband aus Ghana

Also was lernen wir daraus: immer Kleingeld außerhalb des Geldbeutels dabei haben und das nächste mal schon bei ersten Anzeichen die Sache mit einem energischen „No“ abwehren.