Sonnenuntergang

Gleich nach dem Aufstehen bin ich ein paar Runden im See geschwommen. Der war sogar in der Früh schon sehr warm. Um 12 bin ich dann vom Campingplatz los. Wollte heute etwas weiter fahren, das Tagesziel wäre die Region um die Adrèche gewesen. Meine Route führte mich in weiten Teilen an der Rhône entlang. Auch sehr schön.
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Um mal wieder zu Internet zu kommen hab ich unterwegs bei Mc Donalds halt gemacht und mir den französischen Burger schlechthin einzuverleiben: den Petite Mc Baguette. Hat aber sehr gut geschmeckt.
Ein weiteres Problem auf das ich gestoßen bin war, dass ich nichts mehr zu trinken hatte und heute, da Sonntag ist, weder Geschäfte noch Tankstellen aufhatten. Konnte mir also nichts zu trinken kaufen. Ich muss zugeben, ich hab einfach vergessen welcher Wochentag ist und hab mich deshalb gestern nicht mit Getränken eingedeckt.

Gegen 18 Uhr hab ich dann nen Platz für mein Zelt gefunden der einfach zu gut war um dran vorbei zu fahren. Also hab ichs da aufgebaut. War ziemlich weit oben auf nem Berg, mit wundervollem Ausblick auf das darunter liegende Tal.
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Die Krönung war dann jedoch der Sonnenuntergang. War echt richtig gut. Definitiv der zweitbeste Sonnenuntergang den ich je gesehen hab. Der Beste war auf Key West in Florida.
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Montrevel-en-Bresse

Heute ging’s für meine Verhältnisse recht früh los, Frühstück gab’s nur bis 8:30 Uhr. Ist aber für ne Jugendherberge ziemlich schwach ausgefallen. Kein Buffet, dafür rationierte Marmelade, ein Glas O-Saft und ein Joghurt. Wenigstens Baguette konnte man so viel haben wie man wollte.
Ursprünglich wollte ich mir heute vormittag noch Besançon anschauen, aber die ganze Stadt war eine einzige Baustelle, da hat ich dann keinen Bock drauf. Die haben überall Straßenbahnschienen auf den Straßen verlegt. Also gleich raus aus Besançon und weiter Richtung Süden. War teilweise ne sehr schöne Strecke. Leicht bergig, viele Weingüter und immer wieder durch kleine französische Dörfer.

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Mittagspause hab ich dann an nem Supermarkt gemacht und bei der Gelegenheit gleich Verpflegung eingekauft und getankt. War n richtig geiles Gefühl dann weiter zu fahren: Tank voll, Bauch voll, Blase leer, alle Einkäufe erledigt, 30ºC wolkenlos, alle Zeit der Welt und im Ohr die Top 100 Classic Rock Songs: Freiheit ich komme!

So ging’s dann dahin bis ich gegen 15:00 Uhr an nem Campingplatz in Montrevel-en-Bresse angekommen bin. Der war zwar mit 22€ extrem teuer, hat aber auch einiges geboten. Schwimmbad mit 4 Becken plus Badesee mit Sandstrand. Tja, und richtig nostalgisch konnt ich werden: Um mich herum fast ausschließlich Holländer.
Den restlichen Tag hab ich dann am See verbracht. War praktisch ein halber Urlaubstag.

Besançon

Mein Zelt war eventuell etwas unglücklich gestanden, bzw. die Lampe in deren Nähe ich mein Zelt gestellt habe war in der Nacht deutlich heller als gedacht. Aber es hat schon gepasst.
Am Vormittag hab ich mir dann die Innenstadt von Colmar angeschaut. Von der Architektur her doch noch sehr deutsch. Viele Fachwerkhäuser. Was wirklich gestört hat waren die unglaublich vielen Gruppen deutscher Touristen. Ich konnt gar nicht glauben, dass ich in Frankreich bin, ich hab deutlich mehr Deutsch als Französisch gehört.

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Mittags hab ich mich dann auf den Weg nach Besançon gemacht. Die Fahrt wurde dann auch immer nervenaufreibender, denn irgendwann leuchtete mein Benzinreservelämpchen auf und es wollte einfach keine Tankstelle kommen. Nach 30 Minuten auf Reserve hab ich dann endlich eine gefunden. Und das war wirklich kurz vor knapp. In den offiziellen 10 Liter Tank hab ich 10,1 Liter reingebracht. Also entweder war der Tank echt total leer oder die Zapfsäule hat mich übern Tisch gezogen.
So hab ich s dann also doch noch bis Besançon geschafft und meine erste Anlaufstelle dort war ein Mc Donalds. Nicht wegen dem Essen, das geradezu kriminell teuer ist im Vergleich zu Deutschland (Cheeseburger 2€ verglichen mit 1,3€ in Deutschland) sondern wegen dem kostenlosen Wlan. So konnt ich mir als Übernachtungsmöglichkeit ne Jugendherberge raussuchen und meinen gestrigen Blogartikel hochladen.
Die Jugendherberge war ziemlich am Stadtrand und hatte nur Einzel- und Doppelzimmer. Aber für 27€ mit Frühstück denk ich noch in Ordnung. Hab am abend noch in den Gemeinschaftsraum runter geschaut aber da war nicht viel los.

Auf nach Frankreich

Wunder gibt es immer wieder! Ich hab sehr gut geschlafen, obwohl der 21er Schlafsaal komplett ausgebucht war, hat nicht einer geschnarcht (mit Ausnahme von mir vielleicht, aber das hab ich nicht mitgekriegt).
Bin so gegen 9 aufgestanden und hab mir dann noch die restlichen Nudeln von gestern warm gemacht.
Das Tagesziel für heute war ganz klar den Roller wieder auf vernünftige Lautstärke zu bringen. Hab ihn mir also mal eingehend angeschaut und festgestellt, dass die 2 Schrauben die den Krümmer am Motor halten sich unterwegs verabschiedet haben. Eine halbwegs passende Ersatzschraube hatte ich dabei, so konnt ich das Ding hLbwegs wieder dranschrauben. War aber auch nicht ganz das Gelbe vom Ei. Der Roller ist nur minimal leiser geworden und mir war auch klar, dass das nicht lang hält. Also Handy raus, ne Rollerwerkstatt in der Nähe gesucht und angerufen. Der hatte aber erst ab 3 Zeit, davor musste er einige andere Roller durch den TÜV bringen. Also hab ich die paar Stunden im Hostel abgesessen,mich mit alen möglichen Leuten unterhalten und mein Buch zu ende gelesen. Um 3 bin ich dann mit vollem Gepäck zu der Werkstatt  („Schall und Rauch“) gefahren. War ne kleine Ein-Mann Werkstatt. Der Mechaniker hatte dann auch gleich Zeit für mich und hat sich den Roller angeschaut. Die Schrauben waren kein Problem, er hatte allerdings keine passende Dichtung für den Krümmer. Ich hab ihm dann klar gemacht, dass das nichts für die Ewigkeit sein muss, muss nur bis Portugal halten. Also die Flex raus geholt und den Krümmer so zu recht geflext, dass er auf ne Dichtung passte die er da hatte. Mit nem Wärmeschutzband noch nen kleinen Riss im Krümmer verschlossen und ordentlich Öl nachgefüllt. Hat ne gute halbe Stunde gedauert. Umgehauen hat mich dann der Preis: nen 10er für die Kaffeekasse. Beste Werkstatt in der ich je war. Hab ihn dann noch nach ner guten Route nach Frankreich gefragt.
Von Freiburg gings dann nach Bad Krotzingen und von da aus bei Breisach über der Rhein. Und schon war ich in Frankreich. Wollte heute eigentlich bis nach Besançon, aber dafür wars inzwischen zu spät. Also bin ich nach Colmar gefahren. Was hier gleich auffällt: In Frankreich gibt es offenbar keine Verkehrsregeln für Rollerfahrer. Wirklich jeder Roller fährt hier so, als gäbs keine Schilder, Ampeln, Fahrbahnbegrenzungen oder allgemein irgendeine Vorschrift die ihm verbietet so zu fahren wie er will.
In Colmar hab ich mir dann nen Campingplatz gesucht (Camping de l’Ill) und noch für ein klassisch französisches Abendessen eingekauft: Baguette, Salami und Rotwein.

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In der Abendsonne liegend hab ich dann noch die ungefähre Route für morgen festgelegt.

Heißeste Stadt Deutschlands

Heute ging’s also endgültig los. Gegen 11 Uhr bin ich von Villingen weggefahren.
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Das Ziel war Freiburg im Braisgau und der Weg dorthin nur etwa zur Hälfte klar. Die recht schöne Strecke ging über Urach, St. Mergen und St. Peter. Der Roller lief gut, nur die Straßen waren teilweise in weniger gutem Zustand. Irgendwann wars dann wohl doch ein Schlagloch zuviel und der Roller wurde immer lauter. Ein kurzer Check hat dann ergeben, dass von den 3 Schrauben die den Auspuff am Motor halten nur noch eine da ist und die war auch schon sehr locker. Einen Vorteil hatte das allerdings: ich musste immer bremsen wenn ich an einem Tempo 70 Schild vorbeifuhr. Da ich keine passenden Ersatzschrauben dabei hatte bin ich eben so weiter gefahren.
Etwa 20 km vor Freiburg wollten mich die Verkehrsschilder dann über eine Kraftfahrstraße nach Freiburg lotsen. Die durft ich natürlich nicht befahren, also bin ich grob nach Kompass Richtung Westen weiter gefahren. Letztendlich bin ich dann nen ewig langen Berg hochgefahren, bei ner bergauf Geschwindigkeit von wenigen Km/h hat das auch ewig gedauert. Aber irgendwann bin ich dann im Skigebiet Schauinsland angekommen. War natürlich kein Schnee gelegen, aber Lifte hat man schon gesehen.
Für die quälend lange Auffaht wurde ich dann allerdings mit einer 16 km langen Abfahrt direkt nach Freiburg rein belohnt. War mit Roller schon recht gut, aber mit nem Motorrad ist die Strecke der Hammer. Aber Vorsicht: Die Strecke ist am Wochenende für Motorräder gesperrt.
Inzwischen hatte wohl auch der Auspuff keinerlei Kontakt mehr mit dem Motor, der Lärm war wirklich höllisch. Ich wurde in Freiburg sogar von einem älteren Radler im Vorbeifahren mit einem „Fuc* you“ und einer üblen Geste belegt. Mir war also klar, dass ich das irgendwie reparieren muss. Hab mir dann aber erst mal ne Übernachtungsmöglichkeit gesucht. Glücklicherweise war im „Black Forest Hostel“ noch ein Bett im 21er Zimmer frei.

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Spinde im Hostel

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Blick aus dem Fenster im Hostel auf Weinberge

Also Sachen abgelegt und erst mal in die Stadt. Und ich muss schon sagen, Freiburg macht seinem Ruf als wärmste Stadt Deutschlands alle Ehre. Satte 33ºC haben die Thermometer angezeigt.

War zwar nur in der Altstadt, aber die gefällt mir sehr gut. Die ganze Altstadt ist eine Fußgängerzone, überall alte Gebäude und Cafés die zum verweilen einladen. Hab ich dann auch gemacht. Am Münster war ich auch, schon beeindruckend. Wurde gerde renoviert, das Gerüst auf der Turmspitze sah n bisschen aus wie ein Hut.

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Freiburger Münster

Leider war ich etwas spät dran, deshalb war der Turmzugang schon geschlossen, wär gern hochgegangen.
Nachdem ich die ganze Altstadt mehr oder weniger abgelaufen bin, hab ich mich noch in nen Park gesetzt und gelesen. Danach noch kurz bei Aldi vorbei um Abendessen (Nudeln mit Tomatensauce) zu kaufen.

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Ältestes Gasthaus Deutschlands

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Verschiedene Rebstöcke im Stadtpark

Die letzten Sonnenstrahlen hab ich dann im Biergarten der Ganter Brauerei eingefangen.
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Sehr gemütlich, hab einen der Liegestühle für mich beansprucht und ein „Urtrunk“ frisch aus der Brauerei genossen.
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Als es dann dämmerte bin ich zurück zum Hostel und hab mir mein Essen gekocht. Die Küche war echt super ausgestattet.
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Von der 500g Packung Nudeln ist auch noch genug für ein Mittagessen morgen übrig geblieben. Hab den Abend dann im Gemeinschaftsraum mit meinem Buch ausklingen lassen.
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The Show must go on

So, jetzt geht’s weiter. Die letzten beiden Wochenenden und die Woche dazwischen musste ich nach Neuburg, denn da wartete das nur alle 2 Jahre stattfindende Schloßfest auf mich. 2 Wochenenden in der Renaissance. War sehr schön, hat sich gelohnt und ich bereue es nicht eine kurze Pause auf meiner Reise eingelegt zu haben.
Aber jetzt geht’s weiter. Gestern bin ich wieder nach Villingen gefahren. Heute war ich dann mit meiner Tante unterwegs um per Mountainbike die Quellen von Brigach und Breg zu erreichen. War ne Tour von etwa 60 km, das ganze im bergigem Schwarzwald. Da mussten echt öfter mal die keineren Gänge bemüht werden. Die Quelle der Breg war das erste Ziel. Auf 1078 Meter Höhe war er dann, hydrologisch korrekte Ursprung der Donau. Wirkt doch recht klein, so ganz am Anfang.

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Nach einer Mittagspause ging’s weiter zur Quelle der Brigach. War schon deutlich weniger spektakulär. Im Grunde ein kleines Rinsal das in einen Teich fließt, der mehr oder weniger im Vorgarten eines Bauernhofs lag. Aus dem Teich fließt die Brigach dann durch ein kleines Plastikrohr weiter.

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Danach ging’s wieder zurück nach Villingen. Den restlichen Teil des Spätnachmittags hab ich mit einem Buch im Liegestuhl verbracht. Abends wurde dann nochmal gegrillt.
Morgen start ich dann mit dem Roller Richtung Freiburg im Braisgau.

Statistik

So, da ich ein Fan von Statistiken, Tabellen und Graphen bin, gibt’s jetzt hier mal ne kleine Auswertung aller Fakten zur Wanderung von Neuburg nach Donaueschingen/Villingen.

  • Zurückgelete Strecke:

Laut Google Maps war die Strecke die ich tatsächlich gelaufen bin 331 Kilometer. Verglichen mit der Länge des abgewanderten Donaustücks von 300 Kilometer also ein Aufschlag von 10% durch diverse Umwege.

  • Benötigte Zeit:

Ich war insgesamt 13 Tage unterwegs, davon war nur ein Ruhetag an dem ich nicht gelaufen bin. Den hätte es aber auch nicht unbedingt gebraucht. Wenn man etwas trainiert ist und das Wetter nicht so extrem heiß oder regnerisch ist, bin ich überzeugt, dass man die Strecke auch in 8-9 Tagen schaffen kann.

  • Unterkünfte:

2 Nächte auf einem Zeltplatz, 2 Nächte in Jugendherbergen und 8 Nächte wild gecampt.

  • Kosten:

Gesamtkosten für den Trip beliefen sich mit Unterkünften und Verpflegung auf 179,11€, was etwa 55 Cent pro Kilometer entspricht.

  • Dinge die ich umsonst mitgenommen habe:

3 Gaskartuschen für meinen Brenner. Eine hätte vollkommen gereicht. Hab mir damit 3 Suppen und 5 Fertiggerichte gekocht und nicht mal die Hälfte des Gases verbraucht.

Eine Gabel; Absolut nutzlos. Hab immer mit Löffel gegessen.

Schwamm und Spülmittel; Hab den Kochtopf nur am ersten Tag ausgewaschen, danach war mir der Wasserverbrauch zu groß.

Zweites Paar Schuhe (Sneakers). Keine Ahnung was ich mir dabei gedacht hab, ich hatte immer meine Wanderstiefel an.

Blasenpflaster; Die 6 Euro für 5 Pflaster hätt ich mir echt sparen können. Da hats ein normales Pflaster auch getan.

  • Dinge die ich gerne noch mitgenommen hätte:

Gute Wanderkarte in Papierform. Google Maps aufm Handy funktioniert zwar auch, aber mit Karte wärs doch noch etwas detaillierter.

Dritter Akku fürs Handy. Zwei waren einfach zu wenig, dafür, dass ich nicht jeden Tag aufladen konnte und meinen Blog damit jeden Abend geschrieben hab.

  • Sonstiges:

1 Blase

Unzählige Mückenstiche

Leichter Sonnenbrand am linken Oberarm

Eine Tube Sonnencreme unterwegs vergessen

4 Kg abgenommen

 

Angekommen

Heute hab ichs also geschafft. Weit wars ja nicht mehr. Nachdem das Zelt abgebaut war wars noch ein kurzer Marsch von vieleicht einer Stunde. Der letzte Teil ging quer über eine Wiese und dann stand ich plötzlich da.

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Von links die Breg, von rechts die Brigach. Ich war also am Ziel angekommen. Ein richtig gutes Gefühl das komplett aus eigener Kraft geschafft zu haben.

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Hier beginnt also die Donau, noch genau 2779 Kilometer bis zum Schwarzen Meer.

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Davon hab ich in den vergangenen 12 Tagen ziemlich genau 300 abgelaufen. Tatsächlich dürften es auf Grund diverser Umwege noch ein paar Kilometer mehr sein, die genaue Auswertung werd ich in den nächsten Tagen machen.

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Einmal kurz reinzugehen war dann natürlich auch Pflicht. Ich musste sowieso auf die Landzunge der beiden Zuflüsse, da ich mich dort mit meiner Tante verabredet hatte. Also Schuhe und Hose ausgezogen und einmal quer durch. War nicht sonderlich tief,  aber doch recht frisch. Und vor den doch reichlich vorhanden Glasscherben musste man sich in Acht nehmen.
Hab dann etwa eine halbe Stunde auf meine Tante gewartet und während dessen gefrühstückt und noch etwas den Augenblick genossen. Als sie dann da war ging’s auch gleich weiter zu ihr nach hause nach Villingen wo ich vor 2 Wochen meinen Roller geparkt hab. Waren auch nochmal gute 20 Kilometer und so sind wir um 16:30 Uhr angekommen.

Matze und Tante Gitti

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Für mich nicht sonderlich überraschend war dann vor dem Haus meiner Tante das Auto meiner Eltern vor zu finden. Das dachte ich mir schon irgendwie, dass sie sich das nicht nehmen lassen würden mich hier in Empfang zu nehmen. Für mich gab’s dann erst mal ein Weizen und einen Platz auf der Liege um die Füße hoch zu legen, denn das Wetter hatte sich inzwischen schon wieder gebessert. Abends wurde dann noch gegrillt und so haben wir den Abend dann auch noch rumgebracht.
Jetzt werd ich erst mal ein paar Tage die Füße hochlegen, dann geht’s nochmal mit dem Fahrrad zu den Quellen von Brigach und Breg, weil wenn schon, dann richtig.
Anschließend geht’s dann per Roller, der selbst nach zweiwöchiger Standzeit ohne Probleme angesprungen ist, weiter Richtung Frankreich.

Kurz vorm Ziel

Heute ging’s wieder mal um 10:00 Uhr los. Keine 3 Kilometer später deutete sich auch schon an, dass es nun auf die letzten Kilometer geht.

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Zuerst bin ich durch Tutlingen gelaufen, hat eine sehr schöne Donaupromenade.wpid-IMG_1434.JPG

Dann wars auch schon wieder Zeit für eine Mittagspause. Da kein Restaurant in der Nähe war hab ich mir eben wieder eine Nudelsuppe gekocht. Nach einigen weiteren Kilometern kam dann Immendingen in Sicht. Trotz der goldenen Regel „Kein Bier vor Vier“ hab ich mir in diesem Lokal eins genehmigt, der Name war einfach zu gut.

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Anschließend ging’s einmal über die Bahnstrecke die sich durchs Donautal zieht.

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Man sieht schon, das Wetter war nicht gerade berauschend. Da musste wieder mal mein Fleecepulli ran. Über eine über 50 Jahre alte Holzbrücke mit Überdachung ging’s dann weiter nach Hintschingen.

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Recht viel weiter wollt ich heute eigentlich auch gar nicht, aber da sich der Akku meines Handys nun schon bedrohlich der 0% Marke näherte, hatte ich den Plan gefast in der nächsten Wirtschaft einzukehren und das Handy an die Steckdose zu schließen. Leider fand sich in den nächsten beiden Dörfern absolut keine Wirtschaft. Also musste ich bis nach Pfohren laufen. Auch hier sahs zunächst schlecht aus. Aber ganz am Ortsausgang hab ich dann doch noch was entdeckt. Also raus auf die Terrasse gesetzt, ein Bier bestellt und das Handy der Bedienung zum laden gegeben. Bis auf den Stammtisch war ich der einzige Gast. Es dauerte auch nicht lange, bis sich ein Gespräch entwickelte, und so wurde ich nach meinem ersten Bier an den Stammtisch eingeladen. Doch nicht nur das, alle meine Getränke wurden plötzlich vom örtlichen Kleintierzüchterverein übernommen. So hab ich dann in geselliger Runde locker 3 Stunden zugebracht, in denen wir unter anderem darüber diskutierten wo denn genau die Donau beginnen würde und warum es durchaus wünschenswert ist Dialekt zu sprechen, selbst wenn mein Gegenüber nicht alles versteht. So gab’s dann gegen 22:30 Uhr noch ein Abschiedsfoto und dann wurden wir auch rausgeworfen.

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Von links: Piet,Gerd, Frida, Hajo, Karl und ich

Ich musste allerdings noch versprechen in ein bis zwei Jahren nochmal vorbei zu kommen und Fotos von meiner Reise zu zeigen. Was ich natürlich gerne zusagte.
Dann ging’s raus aus dem Ort und auf ner Wiese wurde dann in Dunkelheit das Zelt aufgeschlagen. War ja nicht das erste mal. Jetzt sinds noch 3 Kilometer bis zu meinem Ziel, allerdings wurde mir dringend empfohlen das Donauried noch mitzunehmen, kann also noch etwas dauern bis ich morgen in Donaueschingen ankomme.

Schlechteres Wetter

Heute war das erste mal schlechtes Wetter. Hat damit angefangen, dass es den Vormittag praktisch durch geregnet hat. Da wollt ich dann auch nicht aufstehen und im Regen das Zelt abbauen. Also bin ich bis mittags liegen geblieben, da gings dann vom Wetter her. Um 12:00 bin ich dann losgelaufen. Wollte heute auf jeden Fall auf Donauniveau bleiben und solche Bergetappen wie gestern vermeiden. Hab also die ausgeschilderten Wanderwege des Albvereins links liegen gelassen und bin dem Fahrrad-Fernwanderweg „Atlantik-Schwarzes Meer“ gefolgt.
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Der war dann bis auf ein paar Hügel auch recht eben. Hatte zwar mehr Kilometer als die Wanderwege, aber dafür auch andere Highlights, wie beispielsweise diese Installation eines Künstlers aus Beuron im Jahre 2012 (kein Witz, das steht auf dem Schild )
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Ne schöne Donaubrücke durft ich überqueren
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Und dann tauchte in der Ferne etwas auf das verdammt wie ein ägyptischer Tempel aussah. Da dacht ich natürlich wie kommt der denn hier her? Stellte sich dann heraus, dass es sich dabei um die Kapelle St. Maurus handelt, die einfach nur nach ägyptischem Vorbild erbaut wurde.
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Dann hab ich den Radelweg doch nochmal verlassen um einen extra per Hinweisschild angepriesenen Wildpfad nach Beuron zu nehmen. Der war auch recht gut zu gehen, hätte aber mit Mountainbike nochmal ordentlich merh Laune gemacht.
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Dann hab ich Beuron erreicht. Der Ort wird absolut vom Kloster dominiert.
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Obwohl ich da eigentlich schon etwas Hunger hatte, wollt ich da nichts essen, denn die Preise waren natürlich den dort hinpilgernden Touristen angepasst. Das wollt ich dann nicht unbedingt unterstützen. So war dann ein Apfel, den ich seit Ulm mit mir rumschlepte, meine erste Tagesmahlzeit. Dann ging’s raus aus Beuron und weiter das schöne Donautal entlang.
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Ab und zu hats noch nen kleinen Regenschauer gegeben, aber da konnte ich mich eigentlich immer gut unter Bäume oder in Höhlen im Felsen unterstellen.
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Und kühl wars aber trotzdem. Ich musste heute das erste mal meinen Fleecepulli anziehen. Um mich zu wärmen und um endlich was zu futtern zu bekommen hab ich dann gegen 16:00 Uhr bei traumhaftem Ausblick ne Suppe gekocht.
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Danach ging’s weiter, immer bei leichtem Regen. Dann stand nochmal ne schwere Entscheidung an. Langer Weg dirch Friedingen an der Donau entlang oder 6km sparen und übern Berg, allerding als gut ausgebauter Wanderweg. Hab mich dann für den Berg entschieden und wurde mit einem schönen Ausblick auf den Beginn des Donaudurchbruchs belohnt.
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Leider können die Bilder nicht annähernd beschreiben wie grandios diese Landschaft ist. Deshalb kann ich wirklich jedem nur wärmsten empfehlen mal an nem Wochenende zumindest die zwei Tage von Sigmaringen nach Friedingen zu wandern. Lohnt sich absolut!

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Rast mit Ausblick aufs Donautal


Danach ging’s weiter nach Mühlheim. In Stetten hab ich dann was ordentliches zu abend gegessen. Da hat wieder stärker Regen eingesetzt, wodurch sich mein weiterkommen etwas verzögert hat. Da es bereits zu dämmern begonnen hatte, wollt ich nicht mehr bis nach Tutlingen rein laufen, sondern hab mein Zelt kurz hinter Stetten aufgebaut.
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