Ankunft in San Juan

Noch vor Sonnenaufgang mussten wir aufstehen um früh genug lossegeln zu können. Während des Frühstücks setzte die Morgendämmerung ein und tauchte die kleine Insel Palminito in ein wunderschönes Licht.
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Das Wetter passte soweit auch, so dass wir mit Sonnenaufgang Richtung San Juan lossegeln konnten. Der Wind hat auch gut mitgespielt.
Was hingegen nicht gut mitgespielt hat war mein Handy, das ließ sich auf Teufel komm raus nicht mehr starten. Keine Ahnung was damit los war, gestern ging es noch tadellos. Und wie immer merkt man erst wie sehr man etwas braucht wenn mans mal nicht mehr hat. Mein Handy ist inzwischen wirklich zu einem unverzichtbaren Reisebegleiter geworden. Ob zum Musik hören, lesen, Fotos machen, Bilder organisieren, Blog schreiben, navigieren, Infos beschaffen oder natürlich zur Kommunikation. Ein Verlust wäre also extrem schmerzlich. Den ganzen Tag über hab ich wirklich alles versucht, aber es hat alles nichts geholfen. Am Abend war ich verzweifelt genug um zum letzten Mittel zu greifen. Alle Daten die auf dem Handy gespeichert waren komplett löschen und es auf Werkszustand zurücksetzen. Und zu meiner großen Erleichterung funktionierte es danach wieder. Dadurch, dass ich alle wichtigen Daten wie Bilder und Texte immer mehrfach speichere hielt sich der Verlust zum Glück in Grenzen. Trotzdem werde ich wohl einige Zeit damit verbringen müssen es wieder so einzurichten wie es vorher war. Aber wie gesagt, immerhin ging es noch.
Auf unserem Weg nach San Juan haben wir nochmal  wie aus heiterem Himmel nen ordentlichen Regenschauer abbekommen aber sonst war die Überfahrt recht ruhig.

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Sonnenaufgang

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Gegen Mittag kamen die ersten Hochhäuser von San Juan in Sicht. Diese Stadtkulisse passte so irgendwie gar nicht in die Karibik.
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Auch das Parlament und die beiden Festungen Castillo de San Cristobal und El Morro kamen in Sicht ehe wir in die Hafeneinfahrt von San Juan einbogen.

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Parlament

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San Cristobal

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El Morro


Der Hafen selbst war ein gutes Stück weit in der Bucht gelegen, da wird auch klar warum San Juan und Puerto Rico so eine wichtige Rolle bei der Vorherrschaft in der Karibik spielten. Die Bucht und der Hafen ließen sich extrem gut verteidigen, keine Chance, dass da jemand reinfahren konnte der das nicht durfte… doch dazu morgen mehr.
Wir haben vor der Marina von San Juan einen freien Mooring gefunden, der noch dazu kostenlos war. Viel hergegeben hat das Hafenbecken jetzt aber nicht, sonderlich schön war es auch nicht. Dafür konnte man ein gutes Beispiel des puertoricanischen Nationalstolzes sehen. Eine Flagge die fast größer als das zugehörige Segelboot war.
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Gegen vier sind wir, nachdem wir an Bord alles aufklariert haben, an Land gefahren. Dort mussten wir uns erst mal wieder telefonisch beim Grenzschutz anmelden. Außerdem mussten wir eine neue Gasflasche auftreiben da wir seit heute morgen schon mit der Reserveflasche kochten. Hat sich aber herausgestellt, dass die etwas schwieriger aufzutreiben ist. Außerdem haben wir gleich noch in einem nahegelegenen Supermarkt was eingekauft. Puerto Rico ist ja zum Glück ne doch recht große Insel, deshalb waren die Preise die das Zeug da kostete im Vergleich zu den bisherigen kleinen Inseln wirklich eine angenehme Überraschung.
Zurück auf der RUNAWAY haben wir Abendessen gekocht, Spaghetti Bolognese. Für die Besichtigung von San Juan haben wir leider nur den morgigen Tag, denn wir müssen das Wetterfenster das sich mit gutem Wetter ab übermorgen auftut nutzen um unseren 320 Meilen langen Trip zu den Turks and Caicos durchzuziehen. Das werden gute drei Tage Fahrt auf offener See sein. Um den morgigen Tag voll zu nutzen und weil wir heute eh schon ne Weile auf den Beinen waren, sind wir recht zeitig in die Kojen.

Palminito Island

Heute morgen sah das Wetter endlich wieder besser aus, sogar etwas blauen Himmel hat man gesehen. Nach dem Frühstück war auch schnell klar, dass es heute endlich weiter gehen konnte. Auf Puerto Rico selbst war laut Wetterbericht wohl noch schlechtes Wetter, deshalb wollten wir nur bis zu einer Insel vor der Ostküste segeln. Immerhin schon 20 Meilen.
Um kurz vor elf hieß es endlich wieder „Anker lichten!“ und wir verließen Culebra.

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Culebra um 8 Uhr morgens


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Culebra um 10 Uhr morgens


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Navigationsystem


Der Wind kam zwar kräftig genug mit bis zu 15 Knoten, aber leider aus achtern, wir haben das Großsegel gar nicht erst hochgezogen und sind nur mit der Genua gesegelt, konnten aber so auch um die 5 Knoten fahren.
War ein gutes Gefühl endlich wieder die Nase in den Wind strecken zu können und zu neuen Ufern aufzubrechen.
Gegen drei sind wir am Tagsziel, der kleinen Insel Palminito, angekommen. Nachdem wir mal an Land geschwommen sind stellte sich heraus, dass die Insel so was wie eine private Insel ist, die gehört zu einem Resort das auf Puerto Rico das Hotel stehen hat und die Gäste tagsüber mit einer Fähre auf die Insel fährt. Außer Liegestühlen am Strand und ein paar Beachbars war demnach auf der Insel auch nichts mehr.
Zurück auf der RUNAWAY sind wir auch endlich mal wieder in den Genuß eines Sonnenuntergangs gekommen. War zwar trotzdem noch sehr wolkig, aber nach den Regentagen doch ein sehr schöner Anblick.
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Palminito


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Angel einholen


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Ins Bett ging’s heute auch wieder sehr früh, wir wollen morgen um sechs Uhr nach San Juan aufbrechen, sofern denn das Wetter mitspielt.

Warten auf bessere Zeiten

Als wir heute morgen die aktuelle Wettervorhersage für die Region betrachtet haben war klar, dass wir heute wieder nicht weiter Segeln können. Ab ein Uhr soll es heftige Gewitter mit mehreren Zentimeter Regen geben. Also haben wir den Tag locker angehen lassen. Gemütliches Frühstück und anschließend hab ich mich in die Koje gehauen und gelesen. Man merkt schon wie hier so langsam alle etwas gereizter werden und die allgemeine Laune immer mehr in Keller geht. Der Katamaran ist zwar relativ geräumig, aber wenn man da tagelang rumsitzt und das Wetter auch noch schlecht ist schlägt das schon aufs Gemüt. Ich hoffe einfach mal, dass heute der letzte Tag hier ist und wir morgen weiter können.
Zu allem Überfluss blieb das angekündigte Gewitter auch komplett aus, den ganze Tag über war es zwar bewölkt, aber kein Gewitter und auch nur ein kleines bisschen Regen.
Aber so ist das nun mal. Man muss dazu sagen wir hatten in den letzten Wochen auch immer Glück mit dem Wetter, ist ja jetzt das erste mal, dass es nicht richtig weiter geht.
Was macht man den ganzen Tag auf dem Katamaran wenn es nichts zu tun gibt? Wie schon gesagt, lesen ist eine mögliche Beschäftigung. Bücher hab ich noch genug. Musik hören. Sich Zuhause mal wieder melden (heute ist Muttertag). Meine Kabine hab ich auch mal wieder aufgeräumt und sauber gemacht.
Bisher bin ich nun ganze 45 Tage, also eineinhalb Monate an Bord. Erstaunlich wie die Zeit vergeht, kam mir gar nicht so lange vor. Gab ja auch jeden Tag irgendwie was neues zu tun. Auch ein Blick auf meine bisherigen Ausgaben überrascht positiv. Für die eineinhalb Monate hab ich im Schnitt 25€ pro Tag ausgegeben. Überraschend günstig, wenn man bedenkt, dass da alles mit drin ist: Unterkunft, Verpflegung, Wasser, Diesel, Benzin, gelegentliche Busfahrten, Eintritte zu diversen Sehenswürdigkeiten, Postkarten, ab und zu mal ein Bier an Land, auch mal was Essen gehen,… und dazu halt die Tatsache, dass ich hier nicht nur einfach in der Karibik bin, sondern auch noch von Insel zu Insel segeln darf. Segeln lern ich nebenbei auch noch, genau so wie generelle Seemanschaft und deren Fachsprache (wer weiß schon was ein Lümmelbeschlag ist?). Ach ja, und Knoten. Wenn ich nur daran denke wie dilettantisch ich in meinem bisherigen Leben Knoten eingesetzt hab kommt mir das große Lachen. Da gab’s einen standard Knoten und noch die Schleife, die wurden so lange wiederholt geknotet bis die Sache hielt. Inzwischen kenn ich die verschiedensten Knoten, jeder optimal für einen anderen Verwendungszweck. Jeder einfach zu knoten (wenn man erst mal weiß wie), ideal für die jeweilige Aufgabe (der Tautline Hitch, eine Schlaufe die sich wie eine Ratsche nur in eine Richtung schieben lässt und in die andere blockiert) und obendrein auch noch ästhetisch (schlicht und elegant: Der Palstek). Allein um die Knoten richtig zu lernen hat sichs schon gelohnt an Bord zu kommen.
So ging der Tag eben auch irgendwie rum. War für mich jetzt nicht so schlimm wie vielleicht für manch andere Crewmitglieder, aber ich fänds schon auch gut wenn wir morgen weiter segeln könnten.
Der Sonnenuntergang war auch eher ein Witz, war halt zu bewölkt.
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Die Crew zu Sonnenuntergang

Regenwetter

Der Wecker ging um 3:30 Uhr. Hab schon noch Regen gehört, bin aber trotzdem aufgestanden. Tja, blitzen tut es auch noch gelegentlich und wir haben uns alle im Salon versammelt um zu besprechen was zu tun ist. Wobei es eigentlich ziemlich offensichtlich war. Jetzt können wir nicht los segeln, da ist noch ein Gewitter draußen. Eine Internetverbindung haben wir auch nicht hingekriegt, so dass wir uns auch keine aktuellen Wetterdaten runterladen konnten. Zu alle dem sind plötzlich noch die Lichter auf der Insel ausgegangen, Stromausfall. Also haben wir uns alle wieder schlafen gelegt und wollten uns in ein paar Stunden die Lage nochmal ansehen.
Um halb neun bin ich wieder aufgestanden, Reinhard war auch schon wach. Immer noch Dauerregen. Und einen Donner hats gegeben der den ganzen Katamaran hat erzittern lassen. Aller Voraussicht nach würden wir heute wohl nicht los segeln können. So ist das halt beim Segeln, man ist vom Wetter abhängig und um diese Jahreszeit beginnt nun mal die Regen- und Hurrikansaison.
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Den Vormittag hab ich letztlich dazu genutzt mal wieder nen kleinen Überblick über meine Finanzlage zu bekommen. Außerdem haben wir den Kühlschrank abgetaut und geputzt. War auch mal wieder nötig.
Um zwei rum hats aufgehört zu regnen und ich bin mit Andi und Rafa an Land gefahren. Die beiden wollten sich noch etwas die „Stadt“ (die ganze Insel hat keine 2000 Einwohner) ansehen. Ich hingegen bin nochmal zum Airport gelaufen. Denn dort hatte ich ultraschnelles Internet. In null-komma-nix waren meine Blogeinträge hochgeladen und meine Bilder online gesichert. Ein sehr befreiendes Gefühl.
Eim anderes Gefühl das sich langsam in mir breit machte war Hunger. Wir wollten heute abend gegen sechs Cheeseburger essen gehen im Restaurant mit dem netten Namen Dinghy Dock. Voller Vorfreude auf einen saftigen Cheeseburger mit knusprigen Pommes hab ich mich auf den Weg gemacht. Als wir vier uns alle am Restaurant getroffen haben war die Enttäuschung groß, dass es die Burger nur auf der Mittagskarte gab. Zum Abendessen hätte es nur Gerichte um die 20 $ und mehr gegeben, was natürlich schon ne ganze Menge Geld ist. Außerdem hat sich wirklich jeder auf die Burger gefreut. Naja, so haben wir uns die 10 $ dafür eben auch gespart. Stattdessen sind wir zurück zur RUNAWAY gefahren und haben und dort ein Chili mit Nudeln gekocht. War auch nicht schlecht. Als Nachspeise gab’s sogar noch nen Vanille Pudding.
Das Wetter war jetzt ab Nachmittag eigentlich halbwegs stabil, kein Gewitter mehr und auch kein starker Regen mehr. Nur ab und zu etwas Nieselregen. Wenn wir morgen laut aktuellem Wetterbericht ein Zeitfenster von etwa vier Stunden kriegen in dem wir gutes Wetter haben, können wir uns bis zur nächsten Insel vorhangeln. Ist zwar dann immer noch nicht San Juan aber wenigstens würden wir mal wieder etwas anderes tun als nur rumsitzen und auf besseres Wetter warten.

Flamenco Bay

Wie schon gestern zu erwarten war, war das Wetter heute vormittag zu schlecht um weiter zu segeln. Da wären wir in ein Gewitter an der Nordküste Puerto Ricos reingesegelt. Weil das Wetter auf Culebra aber nicht ganz so schlecht war haben wir beschlossen eine kleine Wanderung zur Flamenco Bay, dem Hauptstrand von Culebra, zu unternehmen. Man muss da zwar einmal über die Insel laufen aber die ist ja zum Glück nicht besonders groß.

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Einmal quer über die Insel


Hat etwa eineinhalb Stunden gedauert bis wir dort waren. Die Bucht lag auch sehr schön da, aber wie zu erwarten waren da auch viele andere Leute.
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Zum Ende hin wurds einsam


Da der Strand aber um ehrlich zu sein auch nur ein Strand wie viele andere auch ist haben wir noch die nähere Umgebung erkundet und sind dabei auf den ein oder anderen Leguan und Überbleibsel vom letzten Krieg gestoßen.
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Gegen vier wollten wir den Heimweg antreten. Der Plan war morgen früh nach Puerto Rico weiter zu segeln, deshalb wollte Reinhard möglichst früh wieder zurück auf dem Schiff sein um ausreichend Schlaf zu kriegen. Zu diesem Zweck hat er den Bus vom Strand zurück in die Stadt genommen. Die jeweils 3$ waren uns anderen aber zu viel. Also sind wir gelaufen, mit dem Vorsatz per Anhalter zu fahren. Das hat auch wieder sehr gut funktioniert, wir waren kurz nach Reinhard in der Stadt.
Abends hat es wieder leicht angefangen zu regnen und wir waren wieder einmal nicht sicher ob wir morgen überhaupt los segeln können. Trotzdem sind wir früh ins Bett um für den Fall, dass es das Wetter zulässt, ausgeschlafen zu sein.

Segeln nach Culebra

Um kurz vor acht Uhr sind wir heute morgen los gesegelt. Grober Kurs war auf Puerto Rico gesetzt, allerdings sah die Wettervorhersage so aus als würden wir kaum die ganze Strecke bis nach San Juan, was gute 70 Meilen sind, schaffen. Wir haben uns schon darauf eingestellt heute nur bis zur Insel Culebra zu kommen, das waren 18 Meilen.
Wir sind auch tatsächlich recht langsam vorangekommen, hatten wenig Wind. In Culebra kamen wir gegen zwölf an, die Einfahrt in die Bucht war etwas eng, links und rechts ragten Korallenriffe aus dem wasser und wir mussten schauen, dass wir gut in der Fahrrinne blieben.

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Segeln mit Körpereinsatz


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Riffe im Wasser


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Segel im Segelsack verstauen


Gegen eins sind wir alle im Dinghy an Land gefahren um zum Flughafen zu laufen und uns dort bei der Immigration zu melden. Zum Flughafen war es nur ein kurzer zwanzigminütiger Marsch. Es sah auch schon etwas nach Regen aus.
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WLAN abchecken


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Hebebrücke


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Auf dem Weg zum Flughafen


Im Immigration Office im Flughafen haben wir so ein bisschen Probleme gekriegt, eigentlich hätten wir alle gar nicht an Land dürfen. Wir hätten telefonisch im Office anrufen müssen bevor wir Land betreten und anschließend hätte nur der Skipper mit unseren Pässen zum Immigration Office gehen dürfen. Aber sie haben nochmal ein Auge zugedrückt.
Auf unserm Weg zurück zur RUNAWAY wurde aus dem leichten Regen langsam aber sicher ein Gewitter, die ersten Blitze waren schon zu sehen und Donner konnte man auch hören.
Als wir wieder an Bord waren hat es richtig angefangen und wir haben ordentlich Regen abbekommen. Das Gewitter war auch um uns rum und der Wind heulte. Zum Glück war die Bucht in der wir vor Anker lagen sehr geschützt, so dass wir wenigstens keine großen Wellen hatten die uns durchschüttelten. Angesichts dieser Wetterlage waren wir uns auch nicht sicher, ob wir morgen früh weiter nach San Juan segeln können. Das wollten wir in den nächsten Stunden entscheiden. Ich hab die Zeit bis dahin genutzt und mir aus der Bordbibliothek ein Buch über Wetterkunde durchzulesen. Wie passend. Inzwischen regnete es ununterbrochen weiter, das monotone getrommel der Regentropfen hat mich sanft in ein kurzes Nickerchen gleiten lassen.
Zur Abendessenszeit war noch keine Wetterbesserung in Sicht, deshalb haben wir beschlossen morgen früh nicht weiter zu fahren sondernden Tag abzuwarten und gegebenenfalls morgen abend los zu segeln.

Regen auf dem Radar

Bis heute morgen war nicht so ganz klar wann genau wir heute Richtung Puerto Rico aufbrechen wollten. Das Wetter war morgens zwar recht gut, die Vorhersage deutete aber auf Regen hin. Reinhard wollte um auf der sicheren Seite zu sein auf jeden Fall im Internet noch nach Ankermöglichkeiten auf den etwas näher liegenden kleinen spanischen Jungfraueninseln suchen falls wir unterwegs eine Flaute abkriegen und es nicht bis zur Hauptstadt San Juan schaffen. Um kostenloses Internet zu kriegen wollten wir zur Mall gehen in der wir vorgestern eingekauft haben, was mir ganz recht war, denn gestern Abend haben nach guten zweieinhalb Jahren Dienst meine Kopfhörer den Geist aufgegeben und ich musste Ersatz besorgen.
Wir sind also alle mit dem Bus, der gleich hier an der Brewer’s Bay abfuhr, zur Mall gefahren. Ich hab meine Kopfhörer besorgt und konnte endlich mal wieder nen ganzen Batzen Blogeinträge hochladen.
Gegen eins haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht, es war inzwischen auch schon wieder Zeit ne Kleinigkeit zu essen. Es gab einen leckeren gemischten Salat mit Spiegeleiern und Bratwürsten.
Anschließend haben Andi und ich mal nach unseren selbstgebauten Reusen geschaut die wir über Nacht im Wasser gelassen haben. Wie ich aber schon fast vermutet hab waren alle noch leer.
Auf dem Rückweg zum Katamaran hat es leicht angefangen zu regnen, als wir den Katamaran schließlich erreicht haben hat’s schon richtig geschüttet. War zwar etwas kühler aber die Gelegenheit hab ich genutzt um mal wieder mit viel Wasser richtig zu duschen.
Als ich grad unten in meiner Kabine war um mir frische Sachen anzuziehen hat’s auf einmal angefangen zu regnen als gäbs kein Morgen mehr. Ein wahnsinniger Lärm in der Kabine, zum Glück waren alle Luken dicht.
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So ging das ne ganze Zeit lang, mal etwas weniger stark und kurz darauf wieder stärker. Irgendwann kamen auch noch Blitz und Donner dazu. Aber die Bucht war noch immer recht ruhig, der Katamaran hat praktisch nicht geschaukelt. Bei so einem Wetter bleibt wenig übrig als sich in die Kabine zurück zu ziehen und es sich dort etwas gemütlich zu machen. Ich hab Musik gehört und ein paar E-Mails vorbereitet die ich beim nächsten mal wenn ich Internet habe verschicken sollte.
Als Abendessen gab’s nur was leichtes, eine Gemüsesuppe. Eigentlich schon erstaunlich wie abwechslungsreich und sogar ausgewogen wir uns an Bord ernähren.
Inzwischen war auch klar, dass wir heute Nacht nicht mehr lossegeln, nicht bei dem Wetter. Wir wollten lieber morgen früh los und dafür eine etwas kürzere Strecke segeln, also nur bis auf eine der spanischen Jungfraueninseln. Reinhard hat heute auch zum ersten mal seit ich an Bord bin das Radar angeworfen, wir wollten nachsehen wie groß die Gewitterwolken sind die um uns rum sind und wohin die ziehen. Konnte man auch alles sehr gut erkennen, ist schon ein nettes Spielzeug. Zur täglichen Navigation haben wirs aber bisher noch nicht eingesetzt.
Da es morgen eben recht früh losgehen soll sind wir alle schon gegen acht Uhr in die Kojen gegangen.

Fallen stellen

Nach dem Frühstück (heute das erste mal mit Wurst aufs Brot) haben wir Charlotte Amalie den Rücken gekehrt. Wir mussten ohnehin Frischwasser tanken, deshalb wollten wir nach dem Stop beim Fuel Dock gleich weiter segeln in die Brewer’s Bay. Dafür mussten wieder mal die Fender rausgeholt und fertig gemacht werden, was inzwischen recht flott von der Hand geht, wir sind bereits ein wirklich eingespieltes Team.

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Bereitgelegte Fender


Das Fuel Dock befand sich am Containerhafen deshalb bekamen wir mal ein bisschen größere Schiffe zu sehen, auch mussten wir hier unseren Kurs und unsere Einfahrt ins Fuel Dock genau per Funk koordinieren um eine Kollision zu vermeiden. Hat aber alles geklappt.
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Am Fuel Dock


Als wir am Dock festgemacht haben hab ich mich uns Wasser gekümmert während der Rest Diesel und Benzin getankt hat.128 Gallonen Wasser haben wir gebraucht, was bedeutet, dass wir zu viert in den letzten dreizehn Tagen pro Person mit nur zehn Litern Wasser am Tag ausgekommen sind. Und das für Geschirr spülen, Zähne putzen und tägliches Duschen. Schon krass, zehn Liter rauschen Zuhause auch bei einer einzigen Klospülung durch…
Nach dem tanken ging’s weiter zur Brewer’s Bay. War aber ne sehr gemächliche Fahrt, wir hatten praktisch keinen Wind und haben nur lächerliche eineinhalb Knoten gemacht. Zum Glück war die Strecke nicht lang. So sind wir gegen eins in Brewer’s Bay angekommen und konnten in herrlich klarem Wasser ankern.
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Brewer's Bay


Reinhard musste nochmal in die Stadt um Ersatz für ein defektes Relais zu besorgen, was ihn den ganzen Nachmittag gekostet hat. Andi und ich haben uns den Nachmittag damit vertrieben uns der Problematik anzunehmen, dass wir schon seit Tagen keinen Fisch mehr gefangen haben. Mehr so aus Jux und Dollerei haben wir schließlich angefangen uns Gedanken über eine Reuse zu machen und ob man so nicht mal versuchen sollte ein paar Fische zu fangen. Material hatten wir nur begrenzt aber mit etwas Bastelei haben wir drei recht vielversprechende Modelle angefertigt.
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Als Köder haben wir Fischstückchen und Toast reingepackt und eine am Katamaran versenkt und mit den beiden anderen sind wir im Dinghy zu einem etwas steinigeren Küstenabschnitt gefahren und haben die Reusen dort unterwasser befestigt.
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Kurz vor Sonnenuntergang haben wir nochmal hingeschaut, bis dahin haben wir aber noch nichts gefangen gehabt. Dafür hat aber der Sonnenuntergang entschädigt.
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Zum Abendessen gab’s heute mal was besonderes, Steaks, welche wir gestern vergleichsweise günstig einkaufen konnten. Anschließend haben wir noch nen Film zusammen angesehen bevor wir in unsere Kojen gegangen sind.

Charlotte Amalie

Nach einem Pfannkuchenfrühstück sind wir im Dinghy an Land gefahren. Wir wollten heute nochmal einkaufen gehen, da wr gestern nur Sachen gekauft haben die nicht gekühlt werden müssen. Mark hat uns dafür gstern noch den K-Mart empfohlen, also sind wir da mit dem Bus hingefahren. Dort angekommen hat sich aber herausgestellt, dass das mehr so ein Kaufhaus ist und es dort eigentlich keine Lebensmittel gibt. Aber in der Mall war zum Glück noch ein anderer Supermarkt in dem wir alles gekriegt haben was wir brauchten. Wieder 140 $ ausgegeben. Das wird nun aber hoffentlich ne Zeit lang reichen.
Wir habn die Sachen alle wieder möglichst schnell zum Katamaran zurück gebracht. Ein herrlicher Anblick, so ein prall gefüllter Kühlschrank. Und auch unsere anderen Stauräume waren gefüllt mit Essen und Getränken.
Nachdem das alles erldigt war sind wir alle wider zurück an Land gefahren um uns noch etwas Charlotte Amalie anzusehen. Weil jeder noch irgendwie was anderes machen musste haben wir uns getrennt. Ich bin etwas abseits der Touristenstraßen mit den dutzenden Juwelieren gelaufen. Man kann hier noch sehr schön die alten dänischen Lagerhäuser erkennen in denen die Juweliere untergebracht sind wenn man in die Seitenstraßen geht. Ich bin in den kleinen Unabhängigkeitspark gegangen und hab mich da im Schatten der Bäume gesetzt wo mir irgendwann auch einer der vielen hier frei rumlaufenden Leguane Gesellschaft geleistet hat.
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Anschließend bin ich noch zum Regierungsgebäude und hab mich da etwas umgesehen.
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Aber wirklich viel gibt’s hier auch nicht zu sehen. Um fünf haben wir uns alle wieder am Dinghy getroffen und sind zurück zum Katamaran gefahren. Dort gab’s ein gutes Chili con carne und danach war Videoabend angesagt. Der Film auf den die Auswahl fiel war Elysium, den kannte ich aber schon und fand ihn nicht gut genug um ihn nochmal zu sehen, deshalb bin ich in meine Kabine und hab mich etwas meinem Blog gewidmet.

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Sonnenuntergang

Cruising auf Saint Thomas

Bei Tageslicht betrachtet sah der Katamaran wirklich schlimm aus. Vom Feuerwerk gestern Nacht ist wirklich einiges runtergergnet. Nach dem Frühstück haben wir also erst mal zu viert ne Stunde lang das Deck geputzt um den n ganzen Dreck wieder los zu werden.
Gegen Mittag waren wir dann mit Mark verabredet, einem alten Bekannten von Reinhard, den kannte er noch von seiner Zeit hier auf Saint Thomas als er von zehn Jahren einen Oldtimer restauriert hat. Mark hat uns am Pier mit seinem Pickup abgeholt, das hieß für uns also mal wieder eine kleine Ausfahrt auf der Ladefläche.
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Wir haben dann so ne kleien Inselrundfahrt gemacht bei der wir an den verschiedensten Orten gehalten haben.
Zum Mittagessen sind wir zu nem überaus leckeren BBQ gegangen, Spanferkel all you can eat.
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Das war so ein richtig schöner USA-Moment. Hatte so die Atmosphäre von einer Grillparty, genau so wie man sich das vorstellt. Und aus dem Lautsprecher dröhnen die richtig guten Classic Rock Songs, die wenn man sie in so einer Umgebung hört einfach noch viel rüber kommen. Herrlich.
Als nächstes sind wir zum Ritz-Carlton gefahren, dort haben wir vom Balkon aus nen echt guten Blick raus aufs Meer gehabt.
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Weiter ging’s zum Yacht Club, denn Mark segelt auch und da wollte er uns seinen Racing Catamaran zeigen. Mit so nem Teil zu fahren hätt ich schon auch mal Lust.
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Unseren nächsten Stop haben wir bei Price Smart eingelegt, ein Großhandel Einkaufszentrum. Eigentlich wollten wir hier nur ein Eis kaufen, aber da wir schon mal da waren, die Preise im Vergleich zu den anderen Inseln echt richtig günstig waren und wir zu all dem noch mit dem Auto unterwegs waren, haben wir gleich richtig eingekauft um unsere Vorratskammer mal wieder etwas aufzufüllen. Für unsere 250 $ haben wir auch echt viel gekriegt, der Einkaufswagen war mehr als voll. Das haben wir alles auf den Pickup gepackt und sind dann noch zu zwei weiteren Aussichtspunkten gefahren.
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Über Charlotte Amalie


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Magons Bay


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Kurz vor Einbruch der Dunkelheit waren wir wieder am Pier und haben das Dinghy mit unseren Einkäufen beladen. Das war so voll, dass gerade so noch Andi und ich drauf gepasst haben. Also sind wir zu zweit zum Katamaran gefahren, haben alles abgeladen und ich bin wieder an Land gefahren und hab Rafa und Reinhard abgeholt.
Zum Abendessen brauchten wir nach dem Mittagessen auch beim besten Willen nichts mehr.