Fahrt nach Saint Thomas

Heute morgen bin ich gegen sechs Uhr aufgewacht. Der Grund dafür war ein Regenschauer wie man sie nur selten sieht. Das wurde in meiner Kabine auch richtig laut. Und das wo wir heute etwas früher lossegeln wollten.
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Das wurde also nichts, wir konnten uns mit dem Frühstück Zeit lassen und irgendwann hats dann doch noch aufgehört zu regnen und wir konnten gegen halb elf lossegeln. Das Wetter war soweit wieder ganz in Ordnung. Für heute war der Plan die etwa zehn Meilen von Saint John zur Hauptstadt der US Virgin Islands, Charlotte Amalie, auf Saint Thomas zu segeln. War von der Windrichtung leider nicht ganz ideal, wir sind recht lange vorm Wind gefahren, mussten also das Großsegel ziemlich weit zur Seite rauslassen, was so von allen Segelstellungen die meiste Arbeit erfordert. Denn hierfür müssen wir noch zusätzlich einen Preventer am Baum festmachen, der verhindert, dass der Baum bei plötzlicher Windänderung auf die andere Seite umschlägt.
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Gegen zwei Uhr haben wir in der Bucht vor Charlotte Amalie unseren Anker geworfen. Wir haben uns schon etwas gewundert warum hier sonst nur so wenige Schiffe vor Anker liegen. Aber den Grund dafür sollten wir später noch herausfinden.
Nachdem wir, um unseren Hunger zu stillen, ne Portion Nudeln mit Tomatensoße verdrückt haben sind wir alle bis so gegen fünf unseren eigenen Angelegenheiten nachgegangen. Dann ging’s per Dinghy an Land, denn, man glaubt es kaum, heute ist auf den US Virgin Islands die Abschlußparade des Carnival. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Bevor wir auf die Straße auf der die Parade entlang zog kamen, sind wir noch über einen Jahrmarkt gelaufen, wirkte wie in der Zeit zurück versetzt. Viele der Fahrgeschäfte sahen so aus als wären sie schon gute fünfzig Jahre alt. Hatte aber durchaus auch seinen Charme.
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Die Parade haben wir auch gesehen. Ich muss aber ganz klar sagen, dass kommt bei weitem nicht an das Level vom Carnival auf Trinidad ran. Das war einfach kompletter Ausnahmezustand, während hier schon alles eher gesittet zuging.
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Nach einer Stunde die Parade anschauen hat sich auch immer wieder alles so ein bisschen wiederholt und es wurde irgendwie langweilig. Deshalb sind wir so noch etwas durch die Stadt gelaufen. Aber außerhalb der „Partyzone“ war da nichts los. Gegen neun sollte es ein Feuerwerk geben, und wir waren so ein bisschen hin und her gerissen ob wir das an Land anschauen sollten oder lieber vom Katamaran aus, schön vorne im Trampolin. Die Wahl ist auf den Katamaran gefallen.
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Logenplätze


Gegen dreiviertel neun fuhr dann plötzlich ein etwas seltsam aussehendes Schiff an uns vorbei. Was ganz komisch beleuchtet und auch sein Zweck hat sich aus der Form nicht erschlossen. Pünktlich um neun hat sich dieses Rätsel aber auch selbst gelöst. Das Feuerwerk wurde von dem Schiff aus gezündet. Wir hatten also tatsächlich Plätze in der ersten Reihe, naher ran ging nicht mehr. Das zwanzigminütige Feuerwerk war auch echt schön, hier weiß man einfach wie man Sachen in die Luft jagt.
Aber um nochmal auf die Sache mit den wenigen Schiffen in der Bucht zurück zu kommen: Der Wind wehte genau von dem Feuerwerkschiff zu uns rüber. Und alles was bei dem Feuerwerk so hochgeschoßen wird muss ja auch irgendwo wieder runter kommen. Dieses „irgendwo“ war leider auch unser Katamaran. Und da kam einiges runter. Ich kann mir die innerlichen Qualen nicht mal ansatzweise vorstellen die es Reinhard bereitet haben muss, denn der Putzt den Katamaran am Tag gefühlte fünf mal damit auch ja kein Dreck irgendwo rumliegt und alles blitzsauber ist. Aber bei der Dunkelheit hat man das ganze Ausmaß auch nicht richtig ausmachen können, vielleicht ists ja gar nicht so schlimm.
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Nach dem Feuerwerk sind Reinhard, Andi und ich nochmal zurück an Land gefahren um uns noch etwas live Musik im Carnival Village anzuhören und noch etwas von der Atmosphäre mitzunehmen. War aber auch hier irgendwie ne Enttäuschung. Auf dem Platz vor der Bühne hat halt nicht einer getanzt oder so, auch was wäre auf Trinidad undenkbar gewesen. Und auch sonst war es irgendwie so, dass nur kleine Grüppchen rumstanden und sich eigentlich nicht viel getan hat. Deshalb sind wir um zwölf auch wieder zurück zum Katamaran gefahren.

US Virgin Islands

Heute ging’s früh raus, denn wir hatten ne Fähre zu erwischen. Warum Fähre? Als Europäer sind wir zwar qualifiziert ohne Visum sonder nur mit dem Visa Waiver Program für neunzig Tage in die USA einzureisen. Allerdings gibt’s da zu beachten, dass das nur der Fall ist wenn man mit einem kommerziellen Verkehrsmittel, wie in den meisten Fällen Flugzeug oder auch Fähre, einreist und nicht mit einem privaten Fahrzeug, was ja bei uns der Fall ist. Reinhard verfügt über ein entsprechendes Visum, für ihn ist es also kein Problem mit der RUNAWAY auf die US Virgin Islands zu segeln. Aber wir, die wir eben keine Visum haben, müssen einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Wenn wir nämlich die öffentliche Fähre von den British Virgin Islands zu den in Sichtweite liegnden US Virgin Islands nehmen kriegen wir bei Einreisen unsere 90 Tage in den USA und können von dort aus wieder weiter segeln. Umständlich, aber der einzige Weg, denn unterwegs ein Visum für die USA zu beantragen ist extrem kosten- und zeitintensiv.
Wir haben also gegen sieben White Bay auf Jost van Dyke den Rücken gekehrt.

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White Bay am Morgen


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Klar machen zum Anker lichten


Wind war nur ganz wenig da, deshalb sind wir nicht drum rum gekommen den Motor anzuwerfen, wir hatten ja nen Zeitplan einzuhalten. Gegen halb zehn haben wir in Cruz Bay auf Tortlla den Anker geworfen und sind nur mit dem nötigsten, für den Fall, dass irgendwas schief geht, von Bord gegangen.
Am Ferry Terminal wollten wir auch gleich unser Ticket für die zwölf Uhr Fähre kaufen. Laut Internet sollte das 30 $ kosten, zusätzlich kommt auch noch eine Ausreisesteuer von 5 $ dazu. Allerdings waren die Infos im Internet aber schon etwas älter, wir mussten 40 $ +15 $ zahlen. Aber da führt halt kein Weg dran vorbei. Das waren auch noch die günstigeren One Way Tickets, das heißt es gab da auch noch etwas hin und her beim Ticketkauf wie wir denn die USA wieder verlassen wollen. Aber dafür hat zum Glück der Zettel gereicht den Reinhard uns mitgegeben hat auf dem steht, dass wir die USA auf seinem Katamaran verlassen werden.
Kurz vor zwölf gings für uns ans einchecken. Die Sicherheitskontrollen hier sind allerdings kaum mit denen am Flughafen vergleichbar, hier wurde ich durch den piepsenden Metalldetektor durchgewunken als ob nichts wäre.
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Blick auf Cruz Bay


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Warten auf die Fähre


Die Fahrt mit der Fähre dauerte auch nur eine halbe Stunde, die war echt schnell unterwegs wenn man nur die Geschwindigkeiten vom Segeln gewohnt ist.
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Auf Saint John angekommen ging es für uns erst mal zur Immigration. So ein bisschen ein mulmiges Gefühl hatte ich ja schon, ob das nun alles so klappt wie wir uns das gedacht haben und wir wirklich ohne Probleme die 90 Tage Aufenthaltsgenehmigung kriegen. Aber es war kein Problem.
Mir wurden die Standard Fragen gestellt und schon hatte ich den Stempel im Pass. Raus aus dem Gebäude und das erste mal auf dieser Reise US Territorium betreten. Es lässt sich schwer in Worte fassen, aber es war ein klasse Gefühl. Alles ist plötzlich irgendwie mehr amerikanisch als karibisch. Das geht schon bei den Autokennzeichen los:
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Reinhard haben wir auch wieder beim Immigrantion Office getroffen, er musste sich ja auch anmelden. Um unser aller geglückte Einreise gebührend zu feiern sind wir in die nächste Burger Bude gegangen und haben uns jeder nen Cheeseburger mit Pommes bestellt. Dazu natürlich eine kalte Dose Cola. Die gibt’s hier überall für 1$, ein angenehmer Preis.
Nach diesem etwas verspäteten Mittagessen sind wir alle zum Dinghy gelaufen und zurück zur RUNAWAY gefahren. Home sweet home.
Der Katamaran lag in einem Nationalpark (gut dreiviertel von Saint John sind Nationalpark) vor einer schönen Bucht am Mooring. Wir haben den restlichen Nachmittag genutzt um am Strand noch etwas zu relaxen. Ist schon echt schön hier in den Virgin Islands, all die vielen kleinen Inseln geben eine echt schöne Kulisse ab.
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Dinghy am Strand


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Die Honeymoon Bay


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Die Seele baumeln lassen


War ein paar schöne Stunden am Strand. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang waren wir wieder an Bord.
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Nach dem Cheeseburger waren wir alle noch recht voll, deshalb haben wir zum Abendessen nur ne Kleinigkeit gekocht, ein Omelette. Danach hab ich den wolkenlosen Himmel genutzt, mich nach vorne ins Trampolin gelegt, Musik gehört und Sterne geguckt. Sterne und Mars um genau zu sein, denn der stand heute fast direkt über mir.

The Soggy Dollar Bar

Nach dem Frühstück sind wir erst mal kurz an Land gefahren, denn Reinhard musste nachschauen ob ihm sein Kumpel schon eine Mail geschrieben hat ob er uns heute treffen will.
Wir sind also im Dinghy das kurze Stück bis zum Pier gefahren und haben Jost van Dyke betreten. Ein sehr verschlafenes Nest. Zwei Bars, eine Polizeistation und vielleicht 10 Häuser. Sieht schon noch recht ursprünglich aus, Strom gibt’s hier auch erst seit 1991. Dafür gibt’s Hängematten direkt an der Hauptstraße, was gleichzeitig die einzige Straße und Strandpromenade ist.

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Entspannter Morgen


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Zurück auf dem Katamaran haben wir alles klar gemacht um in die nächste Bucht zu segeln. White Bay. Die liegt tatsächlich gleich nebenan, waren vielleicht zwei Meilen. Obwohl wir noch recht früh dran waren sind schon alle Mooringe besetzt gewesen und wir waren gezwungen zu ankern. Das war nicht ganz einfach, der Boden war steinig und es war mit all den umstehenden Yachten recht eng. Mit haben mehrere Versuche gebraucht bis der Anker guten Halt hatte und wir gut positioniert waren.
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White Bay


Gegen drei haben wir uns auf den Weg zur Hauptattraktion von Jost van Dyke gemacht, der Soggy Dollar Bar. Reinhard war vor zehn Jahren schon mal hier und erzählte uns, dass es sich dabei um eine einsame Strandbar handelte, an deren Strand man nicht per Boot anlanden kann sondern rüber schwimmen muss. Folglich werden alle Dollar die man dabei hat um Getränke zu kaufen nass sein und diese werden an der Bar zum trocknen an Leinen aufgehängt. Daher der Name.
Aber wenn zehn Jahre ins Land gehen und die Bar auch in Lonely Planet als Geheimtipp aufgeführt wird kann man sich schon denken wies da heute aussieht. Massig Touristen die mit lauten Partybooten angeschippert werden um sich dort ordentlich einen hinter die Binde zu kippen. So richtiges Paradies-Feeling wollte da nicht aufkommen, aber davon haben wir uns die Laune nicht verderben lassen.
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Gebeachtes Dinghy


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An der Bar selbst hat man auch nur eine Handvoll Dollar hängen sehen, hab ich mir anders vorgestellt. Nichts desto trotz, wenn man schon mal hier ist sollte man auch den signatur Cocktail der Virgin Islands trinken, genau in der Bar in der er erdacht wurde. Der Painkiller. Rum mit verschiedenen Säften und Muskatnuss drüber gerieben. Schmeckte sehr erfrischend.
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Ne freie Hängematte hab ich auch noch gefunden in der ich ne Zeit lang mit schönem Blick auf White Bay relaxen konnte.
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Gegen fünf wurden die Touris wieder weggeschifft und es wurde einsamer und ruhiger. So hätt’s den ganze Tag über sein sollen, aber man kann halt nicht alles haben.
Zurück an Bord haben wir den Katamaran nochmal umgesetzt, denn wir waren schon ziemlich in der Fahrrinne verankert und jetzt war wieder mehr Platz zur Verfügung.
Da es morgen wieder früh los gehen soll sind wir alle zeitig in die Kojen gegangen, wo ich noch mit einem Hörbuch, die Säulen der Erde, angefangen hab.

Segeln nach Jost van Dyke

Nach dem Frühstück, endlich mal wieder richtig ausgiebig mit Käse, Nutella, Marmelade und Cornflakes, haben wir unsere Schmutzwäsche ins Dinghy gepackt und sind in Road Town an Land gefahren. Gestern haben wir nämlich gesehen, dass man dort für vier Dollar Wäsche waschen kann. Ein unschlagbar günstiges Angebot. Und dass ich das letzte mal Klamotten in der Maschine gewaschen hab ist nun auch schon über nen Monat her. Es geht zwar auch so, aber ich sag mal nach so ner Zeit lernt man die Fluffigkeit und Frische von mit der Waschmaschine gewaschener Wäsche zu schätzen. Während sich Reinhard, Andi und Rafa ein bisschen in Road Town umgesehen haben hab ich mich bereit erklärt die Wäsche zu beaufsichtigen. Zwei Maschinenladungen, und anschließend alles in den tockner. So ging für mich eigentlich der Vormittag vorüber. Alle zehn Minuten musste ich einen weiteren Quarter in den Trockner schmeißen um die am laufen zu halten. Aber insgesamt haben wir alles für 10$ gewaschen und getrocknet gekriegt. Da kann man echt nicht meckern.
Außerdem haben wir heute alle online unsere ESTA Anträge für die Einreise in die US Virgin Islands gestellt. Nach Zahlung der 14$ Gebühr hab ich meine Genehmigung in die USA einreisen zu dürfen erhalten. Eine Sorge weniger.
Gegen eins ging’s zurück auf die RUNAWAY. Wir haben alles klar zum lossegeln gemacht und Kurs auf West End, noch auf der Hauptinsel Tortola.
Der Wind kam heute ne ganze Zeit lang direkt von hinten, was natürlich zum segeln nicht so ideal ist. Dafür haben wir heute das erste mal die Segel in die sogenannte Goose wing Stellung gebracht, Großsegel auf der einen Seite und die Genua auf die andere Seite gesetzt. So konnten wir immerhin noch um die viereinhalb Knoten machen.
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War wieder ganz schönes Segeln. Aber eben nur kurz, nach knapp zwei Stunden sind wir in West End angekommen. Aber da war alles voll, kein sicherer Platz mehr zum ankern. Wir haben dann etwas diskutiert ob wir die 30 $ pro Nacht zahlen wollen um an einem Mooring festzumachen. Ist ja schon ne ganz schöne Stange Geld. Wir haben uns dann entschlossen nochmal eine Bucht weiter zu fahren. Aber dort war es irgendwie auch nicht ideal zum ankern.
Also haben wir kurzerhand gleich unser Ziel für morgen angesteuert, die Insel Jost van Dyke. Das waren auch nur noch fünf Meilen und wir hatten idealen Wind aus 60º und konnten mit guten acht Knoten dort hin rauschen.
Auf Jost van Dyke angekommen haben wir nen Platz zum ankern gefunden. Waren schon recht viele andere Yachten dort vor Anker oder an Mooringen, so dass es recht eng war. Zu allem Überfluss hat der Anker beim ersten Versuch einfach keinen Halt gefunden sondern ist immer wieder weiter gerutscht. Also mussten wir ihn nochmal hochziehen und erneut werfen. Dann hats geklappt, wir waren stabil. Zur Sicherheit bin ich nachdem wir den Katamaran für die Nacht hergerichtet haben nochmal zum Anker runter getaucht und hab mir angesehen wie der sitzt. Ist halt ganz schwieriger Grund, lauter Steinbrocken, lose und feste, und da hat er sich halt irgendwie festgekeilt. Ideal wäre halt Sandboden gewesen, da hätte er sich eingraben können und gut wärs gewesen. Aber da wir wenig Wind und Wellen hatten wirds wohl auch so halten.
Sonnenuntergang gab’s heute wieder keinen richtigen, zu viele Berge im Weg. Dafür haben wir nen schönen Sichelmond gehabt.
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Das Abendessen fiel mit Salat und Bruscetta recht leicht aus. Wir haben noch nen Film, The secret life of Walter Mitty, angeschaut und sind dann auch alle pennen gegangen. Sehr guter Film übrigens.

Wracktauchen

Für heute Vormittag stand segeln zum Wrack der RMS Rhone auf dem Programm. Die ist hier 1867 südlich von Salt Island bei einem Hurrikan gesunken und ein beliebtes Ziel für Taucher. Wir wollten uns das mal schnorchelnd ansehen.
Beim ersten ranschwimmen war ich fast etwas enttäuscht, es sah nur so aus als hätte jemand etwas Metallschrott auf den Meeresboden geworfen. Aber dann wurde das wahre Ausmaß des Wracks nach und nach ersichtlich. Das war ein riesiges Schiff dessen Teile über eine gewaltige Fläche verstreut waren. Besonders gut war noch die Schiffsschraube zu erkennen, die hatte auch gute vier bis fünf Meter im Durchmesser.
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Fische haben sich dort auch getummelt, aber nicht übermäßig viele. Dafür waren einige größere Brocken dabei und auch einen Rochen hab ich gesehen. All zu lange haben wirs im Wasser jedoch nicht ausgehalten, man musste ständig gegen eine starke Strömung anschwimmen. Nach etwa ner halben Stunde haben wir uns zurück zum Katamaran treiben lassen. Dort haben wir einen kurze Mittagspause eingelegt ehe wir uns auf den Weg nach Road Town, der Hauptstadt der British Virgin Islands auf Tortola, gemacht haben. Etwa zweieinhalb Stunden hat es gedauert bis wir dort hin gesegelt waren.
Geankert haben wir hier kurz vor der Marinaeinfahrt, wir hatten es also nicht weit bis zum Dinghydock wo wir gegen fünf Uhr abends an Land gegangen sind. In einer Bar haben wir erst mal alle etwas Zeit im Internet verbracht und sind dann gleich weiter zu einem Supermarkt, denn unsere Vorräte an Bord waren schon ziemlich dezimiert. Wir haben auch einen großen Supermarkt gefunden, doch das Einkaufen war eine einzige Qual. Denn an etwa neunzig Prozent der Artikel war einfach kein Preisschild dran. Wenn man wie wir mit möglichst wenig Geld auskommen muss ist das natürlich eher unpraktisch. Wir mussten also ein paar Dutzend mal mit Artikeln zur Kasse rennen um nach den Preisen zu fragen, damit wir auch die günstigsten Sachen kaufen konnten. Richtig billig wars trotzdem nicht, deshalb haben wir auch nur das nötigste eingekauft. Als wir aus dem Laden wieder raus sind wars schon dunkel, wir haben unsere Einkäufe zurück auf den Katamaran gefahren und Abendessen gekocht.
Es war mal wieder eine sternenklare Nacht in der ich vor dem schlafen gehen noch etwas die Sterne beobachtet hab. Ist schon erstaunlich wie vertraut einem der Sternenhimmel wird wenn man da so lange drauf starrt. So lern ich jeden abend ein paar neue Sternenbilder.

The Dogs

Die Nacht war ruhig, wir haben einen guten Platz zum ankern gehabt. Da unsere Frühstücksvorräte langsam zur Neige gehen gab’s heute morgen nur Pfannkuchen.
Gegen zehn haben wir den Katamaran startklar gehabt und den Anker gelichtet.
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Der Wind war eher wechselhaft, wir mussten die Segel öfter mal justieren.
Gegen eins haben wir unser erstes Tagesziel erreicht, die Dog Islands. Sollte angeblich gut zum schnorcheln sein.

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Great Dog


Der erste Eindruck: Sieht schon ganz brauchbar aus. Zwar keine übermäßig großen oder prächtigen Korallen aber doch ein ganz netter Unterwassergarten.
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Fische gab’s wie üblich sowohl vereinzelt als auch in Schwärmen und allen möglichen Arten.
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Das beste kommt ja bekanntlich immer zum Schluss, mir jedoch ist es gleich nach fünf Minuten vor die Nase geschwommen. Nachdem ich vorgestern schon nen Hai aus einiger Distanz gesehen hab, hab ich hier noch einen gefunden und auch im Auge behalten können. Ein Ammenhai, etwas kleiner als der den ich vor zwei Tagen gesehen habe, aber immerhin. Bin runtergetaucht und ein bisschen mit ihm geschwommen, natürlich immer mit etwas Mindestabstand. Irgendwann hat er dann keine Lust mehr gehabt auf schwimmen und hat sich zwischen Korallen versteckt.
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War wieder mal ein ganz besonderes Erlebnis. Nicht erwartet hätte ich zum Beispiel, dass sich so viele Fische, in idealer Snack-Größe, vor dem Hai tummeln ohne das irgendwas passiert. In den fünf Minuten in denen ich mit ihm geschwommen bin ist er einfach nur friedlich durchs Riff geschwommen. Ich hatte sogar fast den Eindruck als hätte er etwas Angst vor mir und hat am Ende versucht sich vor mir zu verstecken. Die Barracudas die ich gesehen hab sind da schon anders aufgetreten. Nicht davon geschwommen als ich ankam und die haben auch aktiv Jagd auf andere Fische gemacht.
Insgesamt kann ich sagen, es lohnt sich hier zum Schnorcheln her zu kommen. Die Sicht war gut und es gab auch einiges zu sehen.
Um vier sind wir wieder weiter gefahren. Die Nacht wollten wir in einer Bucht auf Beef Island verbringen was noch etwa sieben Meilen zu segeln war. War aber sehr entspanntes Segeln.
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Dort angekommen haben wir aber keinen passenden Platz zum ankern gefunden, alles war schon voll, beziehungsweise es gab nur noch die Möglichkeit für 30 $ an einen Mooring zu gehen, was natürlich nicht in unserem Budget war. In der näheren Umgebung haben wir aber letztlich doch noch einen schönen Sandstrand gefunden vor dem wir unseren Anker werfen konnten.
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Mit dem Abendessen kochen waren wir so schnell fertig, dass es sogar noch hell genug war um draußen zu essen.
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Den Abend haben wir damit verbracht uns endlich den zweiten Teil von Fluch der Karibik anzusehen. Nach den Ausflügen auf Dominica kamen mir tatsächlich einige Drehorte bekannt vor.

The Baths

Nach dem es gestern nicht mehr geklappt hat sind wir heute nach dem Frühstück mit dem Katamaran zum The Baths Nationalpark gefahren. Die Strecke war mit knapp über einer Meile auch lächerlich kurz, aber wir haben trotzdem alle Segel rausgeholt um sie nach knapp fünf Minuten wieder einzuholen. Sind ja zum Segeln da und nicht zum unter Motor fahren. Als wir uns dem Nationalpark immer mehr genähert haben haben wir schon gesehen, dass wir da nicht die einzige Yacht sind die dort sein wird. Wir haben uns schon Sorgen gemacht ob wir noch einen freien Mooring kriegen würden, denn ankern ist hier verboten. Wir haben zum Glück auch einen gefunden an dem wir festmachen konnten.

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Blick auf Devils Bay

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Im Mooring Feld


Mit dem Dinghy durfte man nicht bis zum Strand fahren, deshalb war rüberschwimmen angesagt. Laut Reiseführer sollte es hier ideal zum Schnorcheln sein, deshalb bin ich in voller Ausrüstung losgeschwommen. Aber leider war das Meer etwas unruhig, die Sicht recht schlecht und die Brandung recht stark. Dazu kam noch ne Strömung gegen die man anschwimmen musste. War also heute nichts zum Schnorcheln. Ich bin mit Andi schon mal voraus geschwommen und während wir auf Rafa und Reinhard warteten haben wir beschlossen die Felsen am Süden der Devils Bay hochzuklettern.
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Das waren riesige Brocken aus Granit, die alle mal in einem Strom aus Lava eingebettet waren. Teilweise echt schwierig da hoch zu kommen, vor allem wenn man in einer Hand die Kamera halten muss.
Nach dem kurzen Kletterausflug sind wir in Richtung der Caves nach Norden, immer an der Küste lang, gelaufen. Wirklich eine beeindruckende Szenerie.
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Irgendwann sind wir auch wieder auf Rafa und Reinhard getroffen und wir sind zusammen durch den Park gelaufen.
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Die Crew im Vordergrund, die RUNAWAY im Hintergrund


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War ein echt schönes Ausflugsziel und auch gar nicht so mit Touristen überlaufen wie ich gedacht hätte. Nur zum schnorcheln wars halt nix.
Als wir nach etea drei Stunden wieder zum Katamaran sind wollte ich nochmal schauen wie tief ich eigentlich inzwischen
tauchen kann. Denn wo wir immer schnorcheln waren wars nie sonderlich tief, ein paar Meter halt. Aber hier wo wir an dem Mooring lagen war es laut Tiefenmesser des Katamarans 12 Meter tief. Mein Tiefenrekord bisher waren glaub ich acht Meter, aber das war während ich meinen Tauchschein gemacht hab, also mit Pressluft. Hier hab ichs jetzt ganz normal mit Schnorchel und Flossen versucht. Und beim zweiten Versuch bin ich tatsächlich bis auf den Grund gekommen. Ein unbeschreiblicher Anblick wenn man von dort unten nach oben sieht und die Wasseroberfläche so ewig weit weg erscheint. Auf dem Weg nach oben wurde mir die Luft auch etwas knapp, viel tiefer hätte ich echt nicht mehr tauchen können.
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Nach einer kurzen Nachmittagspause haben wir die Segel wieder klar gemacht und sind in eine Bucht im Norden von Virgin Gorda aufgebrochen. Das waren nochmal gute zwei Stunden segeln.
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Die Bucht die wor angelaufen sind war auch echt schön, nur die Preise für eine Nacht an einem der Mooringe waren unschön. 30 $ hätte das kosten sollen. Aber wir sind da ja flexibel, sind aus dem Mooringfeld herausgefahren und haben den Anker geworfen und uns das Geld gespart. Dazu kam noch, dass wir hier nen echt schönen Blick auf die untergehende Sonne hatten bevor sie hinter einem der Berge verschwunden ist.
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Und ein freies WLAN haben wir auch empfangen, was auch mal wieder ganz angenehm war.
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Auf Virgin Gorda

Der Tag heute ging echt schnell rum. Angefangen hats mit unserem Frühstück um halb acht. Danach sind wir an Land gefahren um uns beim Customs and Immigration Office anzumelden.

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Am Dinghy Dock

Da ging auch wieder ewig viel Zeit drauf. Aber nach ner Stunde hatten wir alle unseren Einreisestempel im Pass. Beim rausgehen hab ich allerdings noch bemerkt, dass es da ein kleines Problem gab. Sowohl in meinem als auch in Reinhards Pass stand als unser Ausreisedatum der 3.4.14. statt dem 3.5.14. Das hätte bei einer Kontrolle natürlich unangenehm werden können, deshalb sind wir nochmal zurück und haben das ausbessern lassen.
Danach gings in eine Bar um ins Internet zu kommen. Und ich konnte mein Glück kaum fassen, denn obwohl das hier ne winzige Insel ist haben die einen Highspeed Internetanschluß und ich konnte endlich mal wieder frustfrei ein paar Blogeinträge hochladen.
Anschließend sind wir zum Supermarkt. Da der hier aber übertrieben teuer war haben wir nur das allernötigste eingekauft. Mittag gegessen haben wir auch gleich in dem Supermarkt, da gab’s nen Cheeseburger mit Pommes für 5$. Zumindest laut Werbezettel. An der Kasse wurden uns 7$ berechnet. Nach etwas längerem hin und her wurden uns die Burger aber doch noch für 5$ verkauft.
Zurück auf dem Katamaran waren wir um drei. Viel später als gedacht. Eigentlich wollten wir heute noch zum The Baths Nationalpark fahren, aber da waren wir einfach schon zu spät dran. Stattdessen sind Andi, Rafa und ich noch mit dem Dinghy in eine nahegelegene Bucht gefahren um dort zu schnorcheln, denn auf unseren Seekarten waren dort Riffe eingezeichnet. Die waren auch da, allerdings hat sich herausgestellt, dass die viel zu seicht waren um dort sicher schnorcheln zu können. Mit den Wellen war das zu gefährlich, die hätten uns auf die Korallen gedrückt. Also sind wir nach einem nur kurzen Unterwasserausflug wieder mit dem Dinghy zurück gefahren.

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Andi und ich sind dann in der Bucht in der wir geankert haben noch eine längere Runde schnorcheln gegangen. Inzwischen muss ich echt sagen, dass sich die 30$ die ich in Saint Lucia in meine Flossen investiert habe echt gelohnt haben.
Viel Riff gab’s hier zwar nicht zu sehen, dafür aber zwei Premieren: zum einen hab ich das erste mal einen Rochen in freier Wildbahn gesehen. War zwar nicht besonders groß, aber doch ganz schön anzusehen wie der so durchs Wasser schwebt.

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Nummer zwei war da schon etwas größer. Das war nämlich mein erster Hai. Das Wasser war in dem Moment zwar etwas trüb, aber er war doch klar zu erkennen, vielleicht fünfzehn Meter von mir entfernt, knapp unter der Wasseroberfläche. Grob geschätzt dürfte der schon etwa so groß gewesen sein wie ich, so um die zwei Meter. Ich wollt natürlich gleich drauf zu schwimmen um ihn mir etwas näher anzusehen. Angst oder so hab ich in dem Moment überhaupt keine gehabt, war viel mehr aufgeregt endlich mal einen zu sehen. Ich wollt natürlich Andi noch Bescheid sagen was da im Wasser ist, denn der war ein paar Meter hinter mir. Also Kopf aus dem Wasser, ihm zugerufen und wieder runter. Tja und dann war der Hai dummerweise schon wieder verschwunden. Ich hätte erst näher ran schwimmen und dann erst Andi Bescheid geben sollen. Wieder was gelernt.
Zum Sonnenuntergang waren wir wieder zurück auf dem Katamaran.

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So richtig Lust auf Essen kochen hatte keiner, wir waren alle noch recht satt von den Cheeseburgern heute mittag, welche übrigens echt gut waren. Also haben wir nur schnell ne Nudelsuppe gekocht.
Anschließend bin ich raus ins Netz und hab Musik gehört und mir den wolkenlosen Sternenhimmel angesehen. Gute zehn Sternschnuppen warens auch heute wieder.

Ankunft auf den British Virgin Islands

Um halb neun bin ich wieder aus meiner Kabine gekommen um die nächste Wache bis zwölf Uhr mittags zu übernehmen. Immer noch war sehr wenig Wind und wir haben bisher erst 40 Meilen gemacht. Deutlich zu wenig wenn wir heute noch bei Tageslicht ankommen wollen.
Genau so wie nachts muss man auch tagsüber die Umgebung nach anderen Schiffen oder Gefahrenstellen absuchen. Heute hab ich aber nichts gesehen. Gar nichts. Nur dieses ewig weite 360º Panorama wo sich nicht mal kleine Wellen abgezeichnet haben. Auch kein Land oder so. Ein wahnsinnis Gefühl, in jede Richtung in die ich schaue sehe ich nur Horizont. Mitten im Nirgendwo. Die Sonne fast direkt über mir. Jede Richtung sieht gleich aus. So muss es sich anfühlen der Mittelpunkt der Welt zu sein.
Gegen elf haben wir die Segel wieder reingeholt und stattdessen die Motoren angeworfen, es war einfach zu wenig Wind und wir wollten noch bei Tag ankommen um nicht in unbekanntem Gelände bei Dunkelheit unseren Anker werfen zu müssen.

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Auf Wache

Dank der Motoren haben wir die British Virgin Islands,  genauer gesagt Virgin Gorda, um fünf Uhr Nachmittags erreicht. In einer Bucht vor der Inselhauptstadt Spanish Town haben wir unseren Anker geworfen. Wie sehr das ankern hier erlaubt ist wird sich wohl erst morgen herausstellen wenn wir auch zum Customs and Immigration Office gehen um uns anzumelden.
Nachdem der Katamaran wieder schön hergerichtet war bin ich erst mal schwimmen gegangen. Beziehungsweise schnorcheln, wir waren recht nahe an einer steinigen Küste an der ich ein paar Fische vermutet hab. Die Sicht war unter Wasser auch sehr gut, obwohl die Sonne schon sehr tief stand.

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Ein richtiges Riff hab ich keines mehr gefunden, das wurde durch all die ankernden Schiffe hier zerstört. Waren aber trotzdem noch ein paar Fische dort. Auch zwei Schiffswracks hab ich entdeckt. Das werd ich mir morgen nochmal bei besserem Licht und mit mehr Zeit anschauen.
Denn jetzt wars erst mal Zeit für den Sonnenuntergang.

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Immer wieder schön.
Anschließend haben wir noch Reis mit einer Mango-Curry Soße gekocht, so kamen wenigstens die Mangos weg die wir auf Nevis bei unserem Ausflug auf den Vulkan gepflückt haben. War sehr gut.
Wie man sich vorstellen kann waren wir durch die Nachtfahrt alle recht müde, so dass wir um halb zehn auch schon ins Bett gegangen sind.

Nachtsegeln

Heute Vormittag haben wir dazu genutzt um nochmal unseren Wassertank aufzufüllen, denn nach der Putzaktion gestern ist da schon ganz schön was verbraucht worden.
Dazu sind Reinhard und ich mit den leeren Wasserkanistern im Dinghy losgefahren und haben die an der Marina aufgefüllt.
Anschließend sind wir alle nochmal an Land gegangen. Ich musste noch ne Postkarte zum Post Office bringen und im Internet wollt ich auch noch was machen. Aber das konnte man total vergessen. Im Hafen lagen heute nämlich ganze sechs Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Und alle Passagiere waren an Land und saßen in den Cafés und Bars und haben dort mit ihren Geräten scheinbar die Internetanbindung der gesamten Insel lahm gelegt. Über eine Stunde hab ich damit verbracht auf mein Handy zu starren und drauf zu warten, dass sich die Internetseiten aufbauen. Aber irgendwann hab ichs dann als reine Zeitverschwendung abgetan und frustriert sein lassen. Gegen zwölf sind wir alle wieder zurück zum Katamaran gefahren, haben schnell was zum Mittagessen gekocht und dann haben sich alle nochmal kurz hingelegt bevor wir um vier lossegeln wollten.
Ich hab mich auch nochmal hingelegt, allerdings nicht zum schlafen sonder vorne ins Netz und hab Musik gehört. Und noch die letzten Minuten Ruhe auf Sint Maaten genossen. Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Insel weniger gut gefallen hat. War viel zu touristisch. Alles was man gesehen hat waren Touristen und Läden die darauf abziehlten denen die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Dutzende Juweliere, hunderte Souveniershops und Casinos an jeder Ecke. Landschaftlich war jetzt auch nicht all zu viel geboten. Gewundert hab ich mich auch darüber, dass auf der niederländischen Seite eigentlich keiner Niederländisch gesprochen hat. Alles Englisch. Auch Schilder und so, alles auf Englisch. Die französischer Seite hat wenigestens noch Französisch als zusätzliche Sprache gehabt. Hab ich mir echt anders vorgestellt.
Um halb fünf haben wir den Anker hochgezogen und die Bucht vor Philippsburg verlassen

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Letzter Blick auf Philippsburg

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Kreuzfahrt Hafen

Wind hatten wir nur sehr wenig und der kam auch noch fast direkt von hinten. Also echt schlechte Bedingungen zum segeln. Deshalb sind wir auch nur mit knappen drei Knoten vorwärts gekommen. Bei der Geschwindigkeit würden wir deutlich länger als einen ganzen Tag brauchen um unser Ziel, die British Virgin Islands, zu erreichen.

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Abendrot auf See

Da wir die Nacht durch fahren musste natürlich auch jeder mal mit Wache halten ran. Ich hab die Schicht von neun Uhr bis Mitternacht gezogen. Waren ziemlich ruhige drei Stunden. Der Wind hat nur ein bisschen hin und her gedreht, so dass ich nur unseren Kurs etwas anpassen musste und nicht gleich die Segel neu auszurichten brauchte. Durch den schwachen Wind waren auch praktisch keine Wellen da. Wolken gab’s auch keine, noch nicht mal den Mond hat man gesehen. Die einzigen Lichter um uns herum waren ein paar Kreuzfahrtschiffe in 10 Meilen Entfernung und hinter uns im Osten die Lichter von Sint Maarten. Ideal zum Sternegucken. Die Highlights meiner Wachen waren somit ei  paar Sternschnuppen, ein Frachter der in einer Meile Entfernung an uns vorbei ist und die Spur von Leuchtplankton die wir im Wasser hinter und hergezogen haben. Das sah auch nochmal sehr stark aus, diese kleinen grünen Lichter im Wasser die zu leuchten beginnen wenn das Wasser verwirbelt wird. Am Ende meiner Schicht war dann sogar noch ne ganze Wolke von dem Plankton zu sehen, vielleicht zwei Meter im Durchmesser, dir haben dann alle zusammen rhythmisch angefangen aufzuleuchten und wieder dunkel zu werden. Bei der Gelegenheit sei das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing empfohlen.
Nach meiner Wache hab ich mich auch gleich in meine Koje gehaun, denn in neun Stunden steht ja schon meine nächste Wache an.