Putztag

Heute morgen ging’s mir schon deutlich besser als gestern abend. Hab wohl einfach nur zu wenig getrunken.
Heute mittag und Nachmittag haben wir dazu genutzt den Katamaran nochmal ordentlich zu putzen. Reinhard und Rafa haben die Wäsche gewaschen und draußen zum trocknen aufgehängt während Andi und ich jeweils einen der Rümpfe von innen putzten. Also unsere jeweiligen Zimmer, den Flur und das Bad. Schon erstaunlich was sich da über die letzte Zeit an Dreck gesammelt hat. Und dann kommt noch dazu, dass es da unten drin echt heiß ist. War echt ein gutes Stück Arbeit.

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Wäsche trocknen

Danach sind wir erst mal alle ins Wasser gesprungen. Die Abkühlung tat gut.
Eigentlich war ja die Überlegung heute schon weiter zu fahren zu den British Virgin Islands, aber wir haben das dann doch auf morgen nachmittag verschoben. Stattdessen wollten wir heute nochmal nen gemütlichen Abend machen um morgen fit zu sein. Gegen vier sind wir nochmal an Land gefahren um nochmal etwas Internet zu haben. Ich hab nebenbei noch ne Postkarte besorgt. Und ich habs seit langem mal wieder geschafft einen Blogeintrag hochzuladen. Hat aber auch über eine Stunde gedauert. So wie ich das sehe kann ich die Einträge, die zwar alle schon geschrieben sind, erst wieder hochladen wenn ich in einem Land mit brauchbarem Internet bin, und das wären wohl die USA. Weil so bringt das ja nichts.
Zurück am Katamaran haben wir nochmal ordentlich in der Kombüse geschuftet um auch morgen noch was zu haben was man auf der Fahrt essen kann. Die Wahl fiel auf Pizza.

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Also haben wir sieben Bleche Pizza gebacken, belegt mit allem was unsere Vorräte hergaben. Nebenbei haben wir auch noch nen DVD Abend gemacht und uns die Pinguine von Madagaskar angeschaut. Ein entspannter Abend.

Marigot

Heute Vormittag sind wir zu einem Ausflug auf die französische Seite, nach Saint Martin, genauer zu deren Hauptstadt Marigot. Wir sind mit dem Bus hingefahren, hat zwei Dollar gekostet.
Die französische Seite war schon deutlich französischer als die niederländische Seite niederländisch war. Hier waren schilder wenigstens auch in französischer Sprache, gezahlt wurde mit Euro und man sah auch die ein oder andere Boulangerie. Aber trotzdem wars eben noch sehr touristisch. Wir sind ein bisschen durch die Stadt gelaufen, aber viel gab die auch nicht her.

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Was man noch so als größte Attraktionen gelten lassen könnte war das Fort das auf einem Hügel über der Stadt thronte, da sind wir rauf und haben uns etwas umgesehen.

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Weil wir auch noch einkaufen mussten und Marigot eh nicht so viel her gab, sind wir gegen vier wieder zurück nach Philippsburg gefahren.
Dort im Supermarkt hab ich mich schon etwas gewundert, als wir nach dem günstigsten Bier in dem Laden suchten. Denn damit hätte ich echt nicht gerechnet:

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Und das war mit Abstand das günstigste Bier.
Wieder zurück auf dem Katamaran haben sich alle fertig gemacht um gegen neun noch mal zum Carnival Village zu schauen. Ich hatte allerdings etwas Kopfschmerzen, hab wohl den Tag über zu wenig getrunken, deshalb bin ich stattdessen früh ins Bett gegangen.

Auftanken

Heut war endlich mal wieder ein Tag an dem man ausschlafen konnte. Trotzdem sind wir alle um neun schon aufgestanden. Es gab erst mal Frühstück und anschließend haben wir uns gleich auf den Weg gemacht mit dem Katamaran zur nahegelegenen Marina zu fahren und dort am Fuel Dock Diesel und Wasser zu tanken. Davor mussten natürlich alle Handgriffe durchgeübt werden die fürs Anlegen am Dock nötig sind, also die Fender richtig am Rumpf festbinden und die Leinen vom Katamaran zum Dock zu spannen. Hat soweit auch alles gut geklappt. Nur als wir da waren war von der Marina keiner mehr da der uns die Zapfanlagen freischalten hätte können. Obwohl die laut Öffnungszeiten noch ne ganze Weile geöffnet haben sollten. Wir haben dann versucht jemanden zu finden der uns weiterhelfen kann und letztlich ist der Tankwart auch wieder aufgetaucht und wir konnten den Katamaran betanken. 60 Liter Diesel für 72$ und 650 Liter Wasser für 23$.
Nachdem dafür schon ganz schön viel Zeit draufgegangen ist sind wir mittags rum wieder zurück in die Bucht vor Philippsburg gefahren und haben den Anker geworfen. Weils auch schon wieder so heiß war sind wir erst mal ne Runde schwimmen gegangen. Dabei hab ich mir unangenehmerweise nen Sonnenbrand eingefangen. Zwar nur verhältnismäßig leicht aber doch genug um mich zu nerven.
Nachdem wir noch schnell was an Bord gegessen haben sind wir im Dinghy an Land gefahren. Es war mal wieder Zeit ins Internet zu kommen. Die Stadt ist inzwischen etwas belebter gewesen als gestern, heute war auch ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Aber trotzdem war noch vieles geschlossen. Ist halt Ostermontag. Bei meinem Bummel durch die Stadt hab ich aber eigentlich auch nichts anders gesehen als Läden um den Kreuzfahrern die Kohle aus der Tasche zu ziehen. Nur Casinos, Juweliere und Souvenir-Hütten. Das macht Philippsburg natürlich nicht geradezu einer meiner Lieblingsstädte.
Internet haben wir schließlich in einer Bar am Strand gekriegt und ich konnte mein erstes jamaikanisches Bier probieren: Red Stripe.

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Gegen sechs sind wir dann wieder zurück aufs Boot. Da wir erfahren haben, dass heute die Carnival Saison auf Sint Maarten beginnt sind wir kurz darauf wieder an Land und haben uns auf den Weg ins Carnival Village gemacht wo die Eröffnung stattfinden sollte. Dort angekommen war aber ziemlich tote Hose. Wir haben dann mal etwas rumgefragt und es stellte sich heraus, dass das erst um elf losgeht. Die drei Stunden wollten wir aber nicht mehr abwarten und sind deshalb wieder zurück zum Katamaran. Für mich hat sich der kurze Landgang trotzdem gelohnt: Ich hab einen US$ auf der Straße gefunden.
Auf dem Katamaran haben Andi und ich uns noch etwas im Nacht-Fischen versucht, aber da wollte auch kein Fisch beißen.

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Philippsburg

Heute ist Max von Bord gegangen. Gefrühstückt haben wir noch ein letztes Mal gemeinsam und um neun sind wir alle an Land gefahren. Nachdem wir uns alle von Max verabschiedet haben sind wir übrigen vier zum Mc Donalds um dort das WLAN zu nutzen und mal für die nächsten Tage Planungen anzustellen. Das dauert dann alles immer recht lange. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es wohl das beste ist wenn wir mit dem Katamaran in die Bucht vor Philippsburg fahren, denn wir würden die Hauptstadt schon gerne sehen. Und mit dem Katamaran zu fahren ist halt immer noch billiger als mit dem Bus zu fahren.
Also haben wir den Katamaran startklar gemacht und sind losgefahren. Blöd war nur, dass wir frontalen Gegenwind hatten und deshalb nicht segeln konnten sondern eine Stunde lang unter Motor in die Bucht vor Philippsburg fahren mussten.

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Klarmachen zum Großsegel hissen

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Sieht auch ganz nett aus in der Bucht. Sehr seicht ist sie halt. Wir haben nach dem Ankern gleich mal einen Ausflug mit dem Dinghy an Land gemacht. Eine totale Geisterstadt. Alle Läden geschlossen, so gut wie keine Leute zu sehen. Liegt wohl daran, dass grad kein Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt oder dass Ostersonntag ist. Wir wollten jedenfalls nicht durch ne leere Stadt laufen und sind wieder zurück zum Katamaran.
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Andi und ich sind nochmal kurz zu nem Pier gefahren um dort mal unser Glück beim Angeln zu probieren. Richtige Ausrüstung hatten wir eigentlich nicht, nur Angelschnur, nen Haken dran und das ganze um nen Stock gewickelt. Deshalb war ich auch nicht wirklich überrascht als nach ner Stunde immer noch nichts angebissen hat. Also sind wir leicht enttäuscht kurz nach Sonnenuntergang zurück gefahren.
Dort haben wir dann Abendessen gemacht, ein paar Bilder durchgesehen und irgendwie sind wir noch in nen leichten Putzrausch verfallen und haben ein paar Schränke ausgeräumt, geputzt und neu eingeräumt.

Tiefflieger

Heute Vormittag sind wir an Land gefahren um mal die Lage zu sondieren ob es denn überhaupt Sinn macht durch die Brücke in die Lagune einzufahren. Macht es auch nicht unbedingt. In der Lagune ist das Meer nicht weniger Rau und recht viel Platz hätten wir auch nicht gehabt. Also haben wir beschlossen dort vor Anker zu bleiben wo wir waren. Dann.sind wir noch schnell in den Supermarkt zum einkaufen und in eine Wäscherei. Wir wollten eigentlich ein paar Sachen zum waschen bringen, aber die nette Frau in der Wäscherei hat uns schon so lustlos empfangen, dann konnte sie auch nicht sagen ob sies in sechs Stunden hinkriegt unser Sachen gewaschen zu haben und das Preissystem war auch ziemlich undurchsichtig. Da haben wirs lieber gelassen.
Nachdem wir die Einkäufe zurück auf den Katamaran gebracht hatten sind wir wieder an Land und per Bus zur wohl bekanntesten Attraktionen auf Sint Maarten gefahren, Maho Beach. Was ihn so berühmt macht?

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Der Strand ist genau am Anfang der Start und Landebahn des Princess Juliana Airports, das heißt landende Flieger fliegen hier extrem dicht über dem Strand an und startende Flieger sorgen mit ihren Triebwerken dafür, dass die Leute am Strand gesandstrahlt werden. Ein Erlebnis.
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Vom Winde verweht


Schon krass, die Flieger im Landeanflug so dicht über einen Weg fliegen zu sehen. Die machen auch ganz schön Lärm. Auch bei den startenden Fliegern war der Wind den die erzeugt haben enorm. Die großen Jets müssen die gesamte Startbahn ausnutzen, stehen also ganz dicht am Strand. Dann treten die auf die Bremse und lassen im stehen die Turbinen voll hochdrehen ehe sie sie Bremsen lösen und abzischen. Und wenn die hochdrehen gibt’s ordentlich Wind.
Was mich für so ne kleine Insel auch überrascht hat ist die Anzahl an Flugzeugen die da starteten und landeten. Im Minutentakt ging das. Immer zwei bis drei hat mal anfliegen sehen wo man sich dachte: Das wird jetzt aber schon eng. Und dann sind dazwischen aber auch noch Flieger gestartet. Fluglotse muss da echt ein stressiger Job sein. Der Gipfel war, das ein Jet gerade galandet ist, am Ende der Bahn gewendet hat und wieder nach vorne zum Terminal gerollt ist und da auch schon zwei kleine Flieger hintereinander bereitstanden um gleichzeitig zu starten während der Jet noch auf der Bahn steht.
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Danach wollten wir noch an einen etwas ruhigeren Strand gehen, aber als wir dort angekommen sind war das Wetter schon auf Regen eingestellt. Also sind wir wieder zurück zum Dinghy gefahren und haben dort kurz beraten wie wir den Abend verbringen sollen, denn heute ist der letzte Tag von Max an Bord.
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Wir haben uns dazu entschlossen einfach noch nen gemütlichen Abend an Deck der RUNAWAY zu machen, was uns denk ich auch gut gelungen ist.

Segeln nach Sint Maarten

Um sechs Uhr war die Nacht heute schon wieder vorbei. Heute wollten wir die 45 Meilen nach Sint Maarten fahren und dafür müssen wir früh los.

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Letzter Blick auf Saint Kitts


Anker haben wir um sieben gelichtet und die Segel auch gleich aufgezogen. Mit dem Wind hatten wir ziemlich Glück, der kam verhältnismäßig konstant mit 20 Knoten aus Osten.
Die Wellen waren auch wieder etwas größer, die ein oder andere Dusche hat man da schon abgekriegt. Inzwischen gehört es für so etwas rauere Fahrten für mich irgendwie dazu mich ein bis zwei Stunden in meine Kabine zu legen. Die ist im vorderen Teil des Rumpfes, dass heißt da geht’s nochmal etwas mehr rund als im hinteren. Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber ich finde es ist ein absolut faszinierendes Gefühl da dann auf dem Bett zu liegen und die Kräfte zu spüren die so auf einen einwirken. Man liegt da und spürt wie man durch die auf und abwärts Bewegenungen des Katamarans im Sekundentakt mal schwerer und mal leichter wird. Ab und zu kommen sogar sollche Wellen die einen ganz kurz aus dem Bett hochlupfen. In seitliche Richtung kriegt man eigentlich nur minimal was mit. Dazu dann noch das Rauschen des Wassers und das gelegentliche Donnern wenn der Rumpf mal wieder richtig aufs Wasser knallt. All das versetzt mich irgendwie in eine Art Trance, ich schlafe nicht wirklich, krieg noch jedes Geräusch und jede Bewegung mit aber ich bin total entspannt und meine Gedanken wandern so richtig umher. Am besten wohl mit dem Moment zu vergleichen kurz bevor man einschläft, nur eben zwei Stunden lang. Irre.
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Ein bisschen Schaukeln


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Saba


Gegen mittag bin ich wieder an Deck gegangen und gegen zwei haben wir Sint Maarten erreicht. Wir sind die südliche Simson Bay angesteuert und wollten eigentlich in die hinter einem schmalen Landstreifen liegende Lagune fahren um dort zu ankern. Allerdings kommt man da nur durch eine Zugbrücke rein die sich nur dreimal am Tag öffnet. Das letzte mal um 17:00 Uhr. Wir hatten nach unserer Ankunft also noch genug Zeit den Anker in der Bucht zu werfen, all die Seile und Leinen und Segel in Ordnung zu bringen und ne Kaffeepause einzulegen. Dabei konnten wir die auf dem Princess Juliana Airport startenden Flugzeuge beobachten, denn der Flughafen war gleich hier am Strand.
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Bis um kurz vor fünf haben sich alle nochmal hingelegt, ich bin wach geblieben und hab die Lage im Auge behalten. Kurz vor fünf wollten wir uns fertig machen die Brücke in die Lagune zu passieren, denn die Brücke ist nur für ein kurzes Zeitfenster geöffnet. Als wir den Anker hochgezogen haben ist dann natürlich passiert was in der Eile nicht hätte passieren dürfen: Die Ankerkette ist uns von der elektrischen Winde gesprungen und achtzig Meter Kette sind ins Meer gerauscht. Da kann man auch nichts anderes mehr machen als zu warten bis die Kette bis zu Ende ausrauscht und stoppt. Erst dann kann man sie wieder auf die Winde legen und den Anker erneut hochziehen. Aber das kostet natürlich Zeit. Dadurch haben wir auch die Öffnung der Brücke verpasst und waren gezwungen heute in der Bucht zu ankern. So schlimm wirds schon nicht werden, die Wellen hier sind auch nicht zu groß.
Um sechs sind wir nochmal kurz mit dem Dinghy an Land gefahren um uns die Öffnungszeiten der Brücke morgen zu  besorgen, einzukaufen und und beim Zoll zu melden. Allerdings haben wir verplant, dass heute Karfreitag oder sowas ist und damit so ziemlich alles hier geschlossen ist. Also müssen wir das alles morgen nochmal machen.
Zurück auf dem Katamaran haben wir uns gleich ans Abendessen zubereiten gemacht. Es gab die gestern gefangenen Fische, paniert und Natur, dazu Salat und irgendeine lokale Wurzel die wir vorgestern noch gekauft haben. Mit viel Salz hat die auch ganz ok geschmeckt.
Wie üblich nach einem Segeltag waren alle total müde und wir sind zeitig ins Bett gegangen.

Der Vulkan

Um sechs Uhr sind wir heute morgen aufgebrochen zur Dieppe Bay im Norden von Saint Kitts. Das Segeln klappte gut, wir mussten nur gelegentlich mal den Motor anschalten wenn mal wieder ne kleine Flaute kam.

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Sonnenaufgang über Saint Kitts

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Schon früh am Morgen voller Energie

In der Dieppe Bay angekommen hat sich das Meer allerdings als viel zu rau zum ankern herausgestellt. Uns blieb also keine andere Wahl als wieder etwas zurück zu fahren und in Sandy Town zu ankern. Das klappte zwar besser, hat aber nochmal fast zwei Stunden extra gekostet, so dass wir erst um eins an Land kamen, beziehungsweise Reinhard blieb an Bord. Das war nun auch schon extrem spät, denn laut Internet braucht man etwa 2 Stunden hoch und eineinhalb Stunden runter. Plus die Zeit die wir jetzt noch brauchen um überhaupt erst den Anfang des Pfades zu finden. Einen Bus der uns etwas weiter die Küste entlang nach Norden gfahren hat haben wir auch schon nach zehn Minuten gekriegt. Den Weg zu finden der von der Hauptstraße zum Trailhead führte war auch kein Problem, da war ein großes Schild. Etwa drei Kilometer gins da dann stetig bergauf landeinwärts. Die Landschaft wirkte so gar nicht mehr karibisch, das hätte auch irgendwo in Bayern sein können. Nur das die Bäume die hier in der Ferne aussehen wie Kastanienbäume in Wirklichkeit Mangobäume sind.
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Mangobaum


Den Trailhead zu finden war dann auch nicht schwer. War zwar nicht ausgeschildert oder so, aber es war fast klar wo es lang gehen musste:
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Also, hinein ging’s. Richtig schöner Dschungel. Hat echt Spaß gemacht da hoch zu laufen. Aber es war auch wirklich sau anstrengend, denn es war heiß, die Luftfeuchtigkeit war extrem hoch und wir sind natürlich in unserem Zeitdruck auch mit gutem Tempo da hoch gestiegen. Der Weg selbst war eigentlich immer klar erkennbar, eigentlich kann man sich hier nicht verlaufen. Fit sollte man allerdings schon sein, denn es ging echt gut bergauf, teilweise kletternd auf allen Vieren.
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Nach nur einer Stunde und vierzig Minuten waren wir oben, auf 863 Meter. Am Rand des Kraters. Der war natürlich schon lange erloschen. Kühl wars hier oben auch, aber man hatte einen echt guten Blick nach untenin den Krater. Solange die Wolken einem die Sicht nicht genommen haben, denn der Krater war immer halb in Wolken gehüllt.
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Blick in den wolkenverhangenen Krater


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Durchgeschwitzt am Ziel


War schon ein toller Anblick, auch wie die Wolken da durchziehen. Aber dennoch gilt hier denk ich eher: Der Weg ist das Ziel. Ich wäre gern noch in den Krater selber runter gestiegen, aber dafür hat uns einfach die Zeit gefehlt.
Der Abstieg vom Vulkan runter ging nochmal etwas schneller, eine gute Stunde. Es wurde nun auch schon merklich dunkler im Wald, recht viel länger hätten wir also nicht brauchen dürfen.
Als sich natürlich die Gelegenheit bot an einer tiefhängenden Liane nochmal einen auf Tarzan zu machen war dafür aber schon noch Zeit.
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Als wir wieder am Trailhead angekommen sind hieß es erst mal für jeden: Glückwunsch, 65$ gespart. Ein Guide wäre unnötig gewesen.
Es ging zurück zur Hauptstraße, dort gab es nochmal einen schönen Blick auf die Nachbarinsel Saba.
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Auch unsere Früchteausbeute kann sich sehen lassen. Unterwegs haben wir einige Mangos, zwei Soursop und eine Nani aufgesammelt.
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Soursop


Den Bus zurück haben wir auch ohne Probleme gekriegt. Dann sind wir noch schnell in einen Supermarkt und haben unsere letzten EC$ verbraucht, denn morgen fahren wir nach Sint Maarten wo wieder mit US$ gezahlt wird.
Ein kleines Problem gab’s allerdings noch: wir waren ne gute Stunde zu spät am mit Reinhard verabredeten Treffpunkt am Strand. Dunkel war es nun auch schon. Zu allem Überfluss konnte ich ihn mit meinem Handy auch nicht anrufen. Wir saßen also am Strand mit den Einkäufen und Reinhard saß auf dem Katamaran mit dem Dinghy. Wir haben gerufen und geschrien, mit der Taschenlampe Leuchtzeichen gegeben und weiter gewartet. Wir waren sogar schon kurz davor ein Ruderboot das am Strand lag zu nehmen und rüber zu rudern. Aber irgendwann hat er uns dann doch bemerkt und ist gekommen um uns abzuholen. Auf den letzten fünfzig Metern bis zum Katamaran hat es dann auch noch schlagartig richtig angefangen zu regnen. Das hätt’s eigentlich nicht mehr gebraucht. War aber zum Glück nur kurz. Nach einer dringend nötigen Dusche gab’s noch Spaghetti Bolognese zum Abendessen und dann sind wir alle ziemlich müde ins Bett gefallen.

Saint Kitts

Unser Ablegen von Nevis hat sich heute morgen wegen des doch recht schlechten Wetters bis um zehn Uhr hinausgezögert.

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Letzter Blick auf Nevis

Anfangs hatten wir auch so gut wie keinen Wind, erst nach dem wir aus dem Windschatten der Berge auf Nevis rausgedümpelt sind gab’s etwas mehr Wind und wir konnten wieder anständig segeln.
In der Hauptstadt von Saint Kitts, Basse Terre, angekommen, mussten wir feststellen, dass es hier so gar keinen schönen Platz zum ankern gab. Wir mussten vor der Marina unseren Anker werfen, die Aussicht war eine der schlechtesten und das Meer war auch recht rau.
Nachdem der Anker gesetzt war sind wir erst mal im Dinghy an Land gefahren, es gab viel zu erledigen. Zuerst einmal sind wir zur Touristeninformation gegangen und wollten wissen wie man denn den Vulkan im Norden von Saint Kitts am besten besteigen kann. Man ahnt es schon: Ohne Guide würden wir uns hoffnungslos verirren und mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Fängen der grünen Hölle des Regenwaldes elendig zu Grunde gehen. Nur mal rein interessehalber hab ich gefragt was uns denn so ein lebensnotwendiger Guide kosten würde: 65$. Pro Person versteht sich. Und die wollten auch wirklich mit keinem Fitzelchen an Info rausrücken wo denn der Pfad hoch zum Vulkankrater beginnt. Musste also anderweitig beschafft werden.
Also wollten wir als nächstes in Internet nach Infos suchen. Unsere Anlaufstelle hierfür war der KFC, nicht zuletzt weil Reinhard in großer KFC Fan ist. Dort hab ich dann auch wage Infos über den Trail gefunden.
Als nächstes sind wir ein bisschen durch die Stadt gelaufen und haben uns das mal so angesehen.

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War jetzt nichts was mich sonderlich vom Hocker gerissen hätte. Einfach ne typische karibische Stadt.
Ale nächstes brauchte Max noch ein Internetcafé weil er was ausdrucken musste. Das gab’s nur im, ich nenne es mal Kreuzfahrer-Refugium. In Basse-Terre können zwei Kreuzfahrtschiffe anlegen, was auch gerade der Fall war. Ujd direkt am Pier wo die dann liegen hat sich eben dieses Refugium entwickelt. Sieht aus wie eine 1A amerikanische Shopping Mall unter freiem Himmel die es den Kreuzfahrern ermöglicht jeglichen Kontakt mit dem Land das sie gerade besuchen zu vermeiden. Dort gab es neben dem (überteuerten) Internetcafé, unzählige Juweliere, Bars in denen die Getränke mindestens doppelt so teuer waren wie in der eigentlichen Stadt und natürlich Souveniershops. Und natürlich war alles voll mit Kreuzfahrern. Also meins wär das wirklich nicht.
Anschließend sind wir noch einkaufen gegangen, wieder 100 $ weg. Das geht echt schnell.
Mit allen Einkäufen sind wir wieder zurück zum Dinghy gegangen und wurden dort von einem selbsternannten Touroperator angesprochen der uns alle möglichen Touren andrehen wollte. Das war ideal, genau das was ich brauchte. Ich bin also sofort in die Rolle des unerfahrenen Touristen gefallen, hab ihm erzählt, dass ich diese Vulkantour gerne machen würde, aber von einem Bekannten die die schon mal gemacht hat erfahren hab, dass die sich mit derem Guide sogar verlaufen hätten. Das ganze hab ich offenbar so überzeugend gespielt und das Gespräch so geführt, dass ich alle Infos von ihm bekommen hab die ich brauchte. Offenbar ist es praktisch ausgeschlossen den Weg zu verlieren, denn er ist mit Fähnchen markiert. Der Weg ist auch immer breit genug um schön durchzukommen, man muss sich also nicht durchs Gestrüpp schlagen. Aber fit sollte man wohl schon sein. Von akuter Lebensgefahr also keine Spur mehr, stand fest, dass wir den Vulkan morgen besteigen können. Selbstverständlich ohne Guide.
Zurück auf dem Katamaran haben wir die Einkäufe weggepackt und uns für den Sundowner bereit gemacht. Der Sonnenuntergang ist uns allerdings von nem Berg etwas verdeckt worden.
Zum Abendessen gab’s nur Salat und wir sind alle früh ins Bett, da wir morgen um fünf Uhr aufstehen mussten um rechtzeitig im Norden von Saint Kitts anzukommen um den Vulkan am Nachmittag besteigen zu können.

Wanderung auf Nevis

Heute sind wir zu einer kleinen Rundwanderung durch Nevis aufgebrochen. Direkt nach dem Frühstück sind wir im Dinghy an Land gefahren.
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Für die Wanderung haben wir uns noch mit ein paar frischen Bananen vom Markt eingedeckt und sind dann aus der Stadt raus gelaufen um auf den Wanderpfad zu gelangen.
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Nach anfänglichen Schwierigkeiten dn Wanderweg zu finden gings auf dem richtigen Weg am Fuße des erloschenen Vulkans entlang. Unsere erste Rast legten wir nach etwa eineinhalb Stunden ein.

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Wo geht's lang?


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Weiter gings und schon bald liefen uns auch die ersten Affen über den Weg.
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Wir kamen an manch schönen Ecken vorbei, auch wenn die Natur hier nicht ganz so überwältigend grün war wie in Dominica.
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Auch einen alten Kessel der zum kochen des Zuckerrohrs genutzt wurde haben wir unterwegs vor sich hin rosten gesehen.
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Irgendwann gegen zwei hatten wir langsam genug und wollten uns auf den Rückweg zur Hauptstraße machen von wo aus wir einen Bus zurück nach Charlestown hätten nehmen können. Unterwegs haben wir einen Vermessungsingenieur nach dem Weg gefragt und der hat uns noch den Tip gegeben bei der Golden Rock Plantation vorbeizuschauen. Da gäbe es angeblich ne Kleinigkeit zu essen und von nem Pool hat er auch was gesagt. Also dachten wir uns das können wir ja mal anschauen und ne Kleinigkeit trinken.
Tja, was soll ich sagen, das Schicksal hats mal wieder gut mit uns gemeint. Die Plantage war zu einer wirklich schönen Hotelanlage umgebaut worden, und was hier ein Zimmer kostet möcht ich lieber nicht wissen.
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Das Restaurant haben wir auch gefunden, mit Wahnsinnsblick runter aufs Meer.
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Sah schon sehr gehoben aus. Ein Blick in die Speisekarte bestätige, dass es hier etwas teurer ist. Aber jetzt auch nicht übertrieben. Noch dazu war das Ambiente hier so genial, dass ich dafür gerne etwas mehr für meine Cola gezahlt hab. Naja, der ursprüngliche Plan war ja nur was zu trinken. Aber irgendwie sind wir dann dabei gelandet uns Burger zu bestellen. Absolute Spitzenklasse. 14$ für den Cheeseburger mit Pommes, aber unbeschreiblich lecker.
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Also wer mal auf Nevis eine Unterkunftsempfehlung braucht, sollte sich das Golden Rock mal genauer anschauen.
Aber halt, da war doch noch was mit nem Pool? Genau, da haben wir auch mal hingeschaut. Wunderschön in einen prachtvollen Garten eingebettet und auch mit Blick runter aufs Meer. Bei der Hitze und nach der verschwitzten Wanderung kam das natürlich gerade recht.
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Ist wieder mal alles perfekt gelaufen. War ein schöner Abschluss unserer Wanderung. Bis runter zur Hauptstraße wars auch nicht mehr weit.
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Und auch mit dem Bus hatten wir Glück, der ließ keine fünf Minuten auf sich warten und wir waren wieder auf dem Weg zurück nach Charlestown.
Zurück auf dem Katamaran gab’s noch Abendessen und nen schönen Sonnenuntergang und ein gemütliches Beisammensein.

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Willkommen auf Nevis

Heute Vormittag mussten wir erst mal an Land fahren um uns beim Customs und Immigration Office auf Saint Kitts and Nevis anzumelden. Das dauert und dauert und dauert. Aber zum Glück muss diese Formalitäten nur der Skipper für die ganze Crew machen. Wir saßen in der Wartehalle rum und freuten uns über dieses Schild:
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Herrlich. Weniger herrlich war der Preis den wir für unsere geplanten 5 Tage auf Saint Kitts and Nevis zahlen mussten: 90 $. Aber da kann man nichts machen, da muss man durch. Wir waren dann alle noch bis um 12 Uhr im Internet in einem Café, wo ich wirklich enttäuschende Pommes als Snack hatte.
Danach haben wir uns Charlestown, die Hauptstadt von Nevis etwas angeschaut. Ist halt auch sehr klein, da ist man schnell fetig. Ne Tankstelle mussten wir auch noch aufsuchen, denn unser Dinghy musste mal wieder betankt werden. Einkaufen waren wir auch noch schnell bevor wir wieder zurück zum Katamaran gefahren sind.
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Der Nachmittag sah ziemlich nach Regen aus, was für mich geradezu ideal war, denn ich wollte mal wieder ein bisschen Wäsche waschen. Wasser ist auf dem Katamaran ja eine sehr kostbare Ressource, deshalb gab’s auch nur zwei Eimer mit je etwa 5 Liter, einen mit Waschmittel zum einweichen und waschen und einen mit klarem Wasser zum ausspülen. Dass das klare Wasser nicht lange klar blieb dürfte wohl verständlich sein. Also hatten alle Klamotten noch ne ordentliche Portion Waschmittel und wahrscheinlich auch etwas Schmutzwasser geladen. Beim aufhängen hoffte ich dann auf einen kräftigen Regenschauer der die nochmal ordentlich durchspült. Der Regen kam auch, allerdings erst nachts. Am Nachmittag war es nur etwas diesig, hat aber für nen schönen Regenbogen gesorgt.
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Andi und Rafa wollten dann unbedingt noch an den Strand, aber mir war das Wetter da etwas zu unpassend. Aber ich nehme an so ist das nun mal, der Unterschied zwischen Leuten die die erste Woche in der Karibik verbringen und mir, nach fast fünf Monaten Karibik.
An den Strand gefahren bin ich trotzdem, denn ich sollte Taxi spielen für Reinhard, Andi und Rafa. Absetzen und eine Stunde später wieder aufsammeln. Das hatte natürlich auch zur Konsequenz, dass ich das erste mal komplett alleine im Dinghy fahren durfte. Sehr cool, ist doch schon nochmal was anderes als wenn man da mit fünf Personen drin sitzt. Der Geschwindigkeitszuwachs wenn man von Verdrängfahrt in die Gleitfahrt übergeht ist schon nicht schlecht, und das bei einem gerade mal 5 PS Außenborder. Macht auf jeden Fall Spaß so übers Wasser zu schießen.
Um sechs hab ich sie eben wieder abgeholt, nochmal eine gute Gelegenheit für einen Schnappschuss von der RUNAWAY.
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Zum Sonnenuntergang haben wirs auch gerade noch rechtzeitig geschafft.
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Zum Abendessen gab’s nochmal leckeren Fisch, zubereitet als Fischstäbchen, dazu Kartoffelsalat und Tomatensalt. War sehr lecker.
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Gegen zehn sind wir dann auch alle auf unsere Kabinen verschwunden, ich bin nochmal durch meine Dachluke raus und hab mir bei Vollmond noch ein bisschen den Sternenhimmel vom Netz aus angeschaut. Genau so wie die Sonnenuntergänge wird auch das einfach nie langweilig.
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