Segeln nach Nevis

Ein langer Weg stand heute an, deshalb sind wir um fünf aufgestanden damit wir um sechs Uhr abfahrtbereit waren. Anker lichten klappt inzwischen auch problemlos. Das Wetter war halt etwas mies, aber es kann halt nicht immer nur gutes Wetter sein.

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Beim rausfahren aus der Bucht haben wir im glasklaren Wasser noch massenhaft Seesterne und eine riesige Schildkröte gesehen. Aber Wind wollte irgendwie keiner aufkommen. Wir haben zwar die Genua voll ausgerollt, aber die meiste Zeit sind wir zusätzlich noch unter Motor gefahren, sonst wären wir ja nie angekommen.
Erfreulich war hingegen, dass wir nach schon einer Stunde nen richtig großen Fisch an der Angel hatten. Der sollte wieder gut zwei Abendessen abgeben.

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Das Wetter hat sich auf unserer Überfahrt auch kaum gebessert, es blieb eigentlich immer bewölkt, ab und zu auch mit Regen. Hat uns aber einmal nen echt schönen Regenbogen beschert, sogar nen doppelten.
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Gegen drei haben wir dann die Insel Nevis der kleinen Doppelinsel Republik Saint Kitts and Nevis erreicht. Der erloschene Vulkan auf Nevis hing noch etwas in den Wolken, aber wenn das Wetter morgen mitspielt werden wir den hoch steigen.
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Da fast die ganze Küste von Nevis unter Naturschutz steht ist das ankern hier verboten und wir mussten an einem Mooring festmachen.
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Anschließend gab’s erst mal nen Kaffee und das kleine Fischchen musste auch ausgenommen werden. Außerdem ist unser Geschwindigkeitsmesser unterwegs ausgefallen, da bin ich kurz unter den Rumpf getaucht und hab ein paar Algen entfernt die das Messrädchen blockiert haben.
Der Sonnenuntergang war heute leider auch etwas bewölkt.
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Zum Abendessen gab’s dann die eine Hälfte des frischen Fischs mit Reis und Erbsensoße. War aber eine andere Art als die Fische die wir zuletzt gefangen haben, der hier hat irgendwie nicht ganz so gut geschmeckt.

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Nach dem Essen


Musik gab’s heute Nacht übrigens auch wieder, am Strand ist wohl so was wie ne Strandparty im Gange was natürlich die ganze Bucht schön beschallt.

Der Strand von Antigua

Ging doch mit dem Schlafen, auch wenn das Partyboot nebenan bis um sechs Uhr in der Früh richtig laute Musik gespielt hat.
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Das Wetter war, wie eigentlich immer, gut genug um draußen zu frühstücken. Anschließend mussten wir uns um unseren Windgenerator kümmern der unsere Stromversorgung auch bei Nacht wenn die Solarzellen nichts bringen gewährleistet. Der läuft nämlich seit einigen Tagen unrund, so dass er bei ner bestimmten Drehzahl seine ganze Stange auf die er montiert ist zum schwingen bringt. Das ist nicht nur schlecht fürs Material sondern macht auch noch ein nerviges Geräusch. Also mussten wir uns das mal ansehen. Man kann sich sicher vorstellen wie da dann gefachsimpelt und klug daher geredet wurde wenn ein Mechanikermeister (Reinhard), ein Maschinenbauer (Max) und ein Physiker (Meine Wenigkeit) gleichzeitig versuchen das selbe Problem zu lösen. Letztendlich haben wir das aber doch recht zufriedenstellend hingekriegt.
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Nach getaner Arbeit haben wir uns einen kleinen Ausflug mit dem Dinghy an den Strand genehmigt. Ich bin gefahren, klappt immer besser. Der Strand war schön groß, aber doch ziemlich leer. Man merkt schon, dass das hier jetzt in die Nebensaison rein läuft.
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Gegen zwei mussten wir nochmal zum Customs Office im Hafen fahren um uns für morgen schon abzumelden, damit wit morgen früh um sechs schon los können, denn wir haben eine 55 Seemeilen lange Etappe nach Saint Kits und Nevis geplant. Der ganze bürokratische Vorgang hat auch wieder seine Zeit gedauert, aber das is ja zum Glück Aufgabe des Skippers, wir konnten also etwas relaxen.
Anschließend wollten wir nochmal zur selben Bar wie gestern um noch mal ein paar Erledigungen im Internet zu machen. Da die Happy Hour aber erst um vier anfängt und bis dahin noch etwas Zeit war bin ich nochmal los um ne Postkarte zu besorgen.
Pünktlich zur Happy Hour waren wir zurück in der Bar und haben auch gleich davon profitiert und einen Eimer Banks bestellt. Ist schon ne ganze Weile her seit ich da mein letztes hatte.
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Kurz vor Sonnenuntergang sind wir wieder aufgebrochen, noch einmal kurz in den Supermarkt um fürs Abendessen ein paar Würste zum Braten zu kaufen und dann ab auf den Katamaran. Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang.
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Zum Abendessen gab’s wie gesagt Bratwürste mit Bratkartoffeln und Tomatensalat. Sah ziemlich viel aus, aber wir haben alles gegessen. Tja und da wir morgen früh um fünf aufstehen müssen sind wir danach auch alle in die Koje gegangen.

Jolly Harbour

Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns und den Katamaran wieder abfahrbereit gemacht. Wir wollten heute zwar noch auf Antigua bleiben aber etwas weiter in den Norden fahren. Den Anker zu lichten war heute etwas kniffliger, denn wir waren von anderen Schiffen ganz schön zugeparkt, hatten also nur wenig Bewegungsspielraum. Aber es hat geklappt.
Als wir aus dem English Harbour raus gefahren sind und unsrem Tagesziel entgegen gesegelt sind mussten wir einmal ein Feld mit einigen anderen Segelbooten queren die hier für die kommende Regatta trainierten. Das war auch teilweise ganz knapp.

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Als wir um die Südspitze Antiguas rum waren und Kurs Richtung Norden einschlugen konnten wir endlich auch das Großsegel aufziehen und haben ordentlich Fahrt gemacht. Obwohl wir die Schleppangel draußen hatten haben wir heute leider keinen Fisch gefangen.

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Gegen drei Uhr sind wir in der Bucht vom Jolly Harbour angekommen und haben dort unseren Anker geworfen. Hier waren schon deutlich weniger Boote als im English Harbour. Ein ganz besonderes lag noch direkt neben uns, ein Schiff das zu ner schwimmenden Bar umgebaut wurde.

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Bar Schiff

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Anfahrt auf die Bucht vor Jolly Harbour

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Anschließend sind wir im Dinghy erst mal in den eigentlichen Hafen gefahren um dort die Öffnungszeiten des Customs and Immigration Office zu erfahren, damit wir morgen auschecken können.
Nächste Aufgabe war dann eine Bar zu finden in der wir Internet Zugriff hatten, denn wir mussten unbedingt noch die aktuellen Wetterdaten für die nächsten Tage runterladen. Die Bar war auch mehr oder weniger schnell gefunden und hatte auch noch ne Happy Hour bis um sechs. Das kam uns natürlich gelegen.

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Auch ein auf Antigua gebrautes Bier hab ich gefunden, Wadadli.
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Anschließend sind wir noch in nen größeren Supermarkt um uns für die nächsten Tage zu versorgen, 150$. Schon auch alles etwas teurer hier auf diesen Inseln.
Unsere Einkäufe haben wir dann zurück auf den Katamaran gefahren, es war auch schon dunkel und wir haben unseren Sundowner heute leider verpasst.
Zum Abendessen gab’s ein leckeres Chili con carne und danach sind alle recht früh ins Bett. Nur ich hab mich noch mit Andi auf die Terrasse gesetzt und bei einem Bier über dies und das geredet. Auf dem Bar-Schiff war immer noch nix los als wir um elf auch ins Bett sind.
Tja, und dann wurde die Musik stetig lauter und hat gegen eins ihe volle Lautstärke errichtet. An schlafen war da eher nicht zu denken, also hab ich die Zeit zum bloggen genutzt bis ich so müde war, dass ich doch irgendwann eingepennt bin.

Shirley Hight’s

Frühstück gab’s heute ganz entspannt um acht Uhr. Anschließend haben wir uns zu sechst an Land begeben, was auf dem Dinghy zwar etwas eng wird aber immer noch geht. Zuerst mal haben wir versucht irgendwo Wasser aufzutreiben, denn unser Wassertank war inzwischen so gut wie leer. Allerdings scheint es auf Antigua gerade eine allgemeine Wasserknappheit zu geben, so dass praktisch nirgendwo an Wasser zu kommen war. Sehr unangenehm, da wird einem mal wieder bewusst wie einfach man’s Zuhause hat wo man nur den Wasserhahn aufdrehen muss. Auf dem Boot hingegen muss da schon sehr gehaushaltet und gespart werden.
Nachdem wir nirgends Wasser auftreiben konnten wollten Max, Andi, Rafa und ich und Fahrräder ausleihen und etwas die Insel erkunden, während Sara die Formalitäten erledigte um von der Crewliste gestrichen zu werden und das Boot zu verlassen.
Der einzige Fahrradverleiher in der Nähe wollte uns allerdings nur die Räder zum Tagespreis geben, obwohl wir sie nur fünf Stunden benutzt hätten. Dafür waren uns dann 15$ pro Rad zuviel. Also haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht. Wir wollten etwas in der Nähe bleiben, da bot sich der Aussichtspunkt auf Shirley Hight’s an, der war auf einem Berg nahe des English Harbour in dem wir vor Anker lagen. Ging ein gutes Stück den Berg hoch, das ganze bei über 30 Grad und praktisch keinem Schatten. Nach etwa einer Stunde sind wir jedoch angekommen und mit einer wunderbaren Aussicht auf die Bucht belohnt worden.

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English Harbour

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RUNAWAY

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Den Weg zurück wollten wir nicht an der Strase entlang gehen sondern sind einen kleinen Trampelpfad durch die Büsche gegangen. Der führte uns an einem alten Friedhof vorbei und später einem ausgetrockneten Flussbett folgend immer tiefer zurück ins Tal.

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Ursprünglich wollten wir anschließend noch zur Honeymoon Bay zum Baden. Doch dorthin hätten wir ein Taxi nehmen müssen und das wäre mit 40$ pro Fahrt deutlich zu teuer gewesen. Stattdessen haben wir uns langsam wieder auf den Rückweg gemacht. Dabei haben wir noch ne Kokosnuss gefunden die wir fürs Abendessen mit an Bord nehmen wollten. Während Max noch was in nem Internet Café erledigen musste bin ich mit Andi und Rafa zurück zu den Nelson Dockyards wo wir noch nach Postkarten geschaut haben und ich noch einen Blick ins Hafenmuseum geworfen hab.

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The Land of Sea and Sun

Anschließend war so ein bisschen die Frage wir wir zurück aufs Boot kommen, denn mit Reinhard haben wir eigentlich ausgemacht, dass er uns in zwei Stunden abholt. Wir hatten aber Glück, denn wir haben eine Frau am Dinghydock abgefangen die gerade zurück zu ihrem Boot fahren wollte und die Rafa und mich auf unserem Katamaran absetzen konnte während Andi noch an Land auf Max wartete.

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Per Anhalter zurück zum Katamaran

Reinhard hatte es in der Zwischenzeit auch geschafft eine Wasserquelle aufzutun, da haben wir ihm noch geholfen die mit Frischwasser gefüllten Kanister die er im Dinghy angefahren hat in unseren Tank zu schütten.
Die Zeit bis zum Sundowner verging auch recht fix mit baden und duschen.

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Anschließend haben wir noch zusammen Abendessen gekocht und ich musste noch meine Kabine für Andi und Rafa frei machen, denn das ist eigentlich eine Doppelkabine. Ich bin also in die etwas kleinere vordere rechte Kabine gezogen. Die ist immer noch groß genug und hat den Vorteil, dass ich über die große Dachluke meine Kabine verlassen kann um mich nachts noch ein bisschen ins Netz zu legen um die Sterne anzuschauen bevor ich schlafen gehe. Hab ich auch gleich ausprobiert, klappt super. Nur der Himmel war heute Nacht etwas bewölkt.

Segeln nach Antigua

Heute haben wir Guadeloupe sehr früh den Rücken gekehrt. Um 6:15 Uhr haben wir den Anker gelichtet und Kurs auf das nächste Land, Antigua und Barbuda, genauer gesagt die Insel Antigua, genommen.

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Abschiedsbild Guadeloupe

Wir hatten schon von Beginn an mit hohen Wellen zu tun die uns immer wieder ordentlich durchgeschüttelt und nass gemacht haben. Das ging so weit, dass Reinhard meinte wir sollen jetzt besser die Rettungswesten anziehen falls doch einer über Bord geht.

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Als wir unterwegs waren hab ich auch mal ein zweistündiges Schläfchen eingelegt, ich war echt noch müde. Das geht ja bei mir zum Glück auch trotz des Lärms und der Achterbahn.
Nen Fisch haben wir auch wieder gefangen, damit war das Abendessen schon wieder gesichert.
Wir hatten sogar noch nen zweiten Biss an der Angel, der Fisch ist uns aber leider beim reinziehen verloren gegangen.
Gegen drei Uhr nachmittags haben wir den Süden Antiguas erreicht und sind in den English Harbour eingelaufen. Hier war ganz schön was los, hunderte anderer Segelschiffe waren hier. Auch die richtig großen. Schon ganz nett anzusehen. Wie sich herausstellte findet die Tage die Oyster Cup Regatta auf Antigua statt, das erklärt natürlich den Andrang. Wir haben auch nur grade noch so nen Platz zum Anker werfen in der Bucht gefunden. Aber es war schon sehr voll.

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Anlaufen des English Harbour auf Antigua

Wie üblich stand jetzt erst einmal ein Besuch beim Customs and Immigration Office an um uns offiziell auf Antigua und Barbuda anzumelden. Das dauert und kostet natürlich auch wieder. Als das erledigt war haben wir uns mit zwei neuen Crewmitgliedern getroffen, Andi und Rafa werden uns für die nächsten Wochen begleiten. Kommen auch beide aus Deutschland.
Dann ging’s zu sechst auf dem kleinen Dinghy zurück zum Katamaran. Das nächste Problem war dann, dass unser Wasser echt knapp wurde. So knapp, dass wir erst mal für heute abend die Dusche gesperrt haben. Zu allem Überfluss scheint auch auf der Insel eine allgemeine Wasserknappheit zu herrschen, denn in der Marina konnten wir auch kein neues Wasser kaufen. Da wurden wir auf morgen vertröstet.
Ganz ungeduscht mussten wir jedoch auch nicht gehen, an Land gab’s ein Restaurant im Hafenbereich das eine Dusche hatte, die haben wir dann hintereinander alle benutzt.
Wieder frisch zurück auf dem Katamaran haben wor uns gleich ans Abendessen kochen gemacht, es gab den frisch gefangen Fisch mit Kartoffelbrei.

Trampen in Guadeloupe

Trotz des starken Windes und der Wellen in der Nacht hat unser Anker gehalten.

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Unser Ankerplatz

Nach dem Frühstück sind wir mit dem Dinghy an Land gefahren und wollten uns in einer der Strandbars ins WLAN Netz einklinken. Die Bedienung dort war aber nicht nur total unfreundlich sondern auch noch zu unfähig uns das passende Passwort zu geben. Getränke hatten wir da blöderweise schon bestellt und das war halt jetzt etwas für die Katz. Wieder ne Lektion für die Zukunft gelernt: Bevor man bestellt immer erst checken ob man ins WLAN kommt (So fern das natürlich der Hauptgrund für den Besuch der Bar ist).
Da wir aber alle dringend Internet brauchten sind wir etwas Richtung Stadt gelaufen, in der Hoffnung dort mehr Optionen zu finden. Hat auch recht gut geklappt, ein Tauchshop der an unserem Weg lag hat uns sein Internet mitbenutzen lassen. Die nächsten drei Stunden hab ich mich mit dem Hochladen meines Blogs rumgeschlagen. Es war zum verzweifeln. Dss Internet hier auf diesen Inseln hat eine so geringe Uploadgeschwindigkeit, dass ich für einen Artikel deutlich mehr als eine halbe Stunde brauche. Dann fällts immer mal wieder aus und ich darf von vorne anfangen. Oder mein Akku vom Handy geht zwischenzeitlich leer und ich darf von vorne anfangen. Zum verrückt werden. Ums kurz zu machen, ich konnte nicht einen Artikel hochladen.
Als nächstes musste ich noch Bargeld beschaffen, denn meine täglichen 10€ für meine Kabine an Bord wollte Reinhard in bar haben. Aber Guadeloupe ist ja zum Glück französisch und deshalb kann ich hier am Geldautomaten Euros abheben. Also war der Plan mit Sara und Max zur nächsten Stadt, Point Noir in etwa 10 Kilometer Entfernung, zu trampen. Reinhard hat in der Zwischenzeit unsere Einkäufe aufs Boot gebracht und sich um ein paar technische Kleinigkeiten gekümmert.
Das per Anhalter fahren ist hier auf Guadeloupe überhaupt nicht mit Dominica zu vergleichen. Während in Dominica jedes Auto angehalten hat sind hier an uns locker hundert vorbei gefahren bevor eine Frau angehalten hat und uns bis zur Hälfte der Strecke mitgenommen hat. Dort mussten wir nochmal ewig warten bis uns einer mit nach Point Noir genommen hat.
Ne kleine Stadt in der nicht wirklich viel geboten war. Aber wir wollten ja auch nur zum Geldautomaten. Zwei Stück gab’s da und bei beiden konnte ich mit meiner Bankkarte prinzipiell nichts abheben und mit meiner Kreditkarte meinte der Automat ich hätte jedes mal ne falsche PIN eingegeben. Nach dem zweiten Versuch hab ich das dann lieber sein lassen. Ich kam also nicht zu Geld. Sara hat mir freundlicherweise von ihrem Konto was abgehoben was ich ihr dann online zurück überweisen kann. So haben sich meine Geldsorgen schon mal etwas zerstreut.
Bei unserem Spaziergang durch die Stadt kam auch etwas Hunger auf, welchen wir dann ganz stilecht mit Baguette, Camembert und Jambon bekämpft haben.

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Unser Picknick Platz

Frisch gestärkt haben wir uns nun an den Heimweg gemacht. Wir wollten eigentlich mit dem Bus fahren der uns für horrende 3€ zurück zum Strand von Malendure gefahren hätte. Da der aber ne ganze Zeit lang nicht kam dachten wir wir probierens nochmal per Anhalter. Dauerte natürlich auch, aber wir haben ein Auto gekriegt das uns wieder der halben Weg mitgenommen hat. Dort dann wieder das gleiche Spiel und irgendwann gegen fünf waren wir da. Umsonst zwar, aber auf Dominica hat das um Welten besser funktioniert.
Wir hatten noch ne knappe Stunde die wir rumbringen mussten bis Reinhard uns abholen kam, also hab ich noch ne Karte geschrieben und mir ein Bier genehmigt.
Zurück auf dem Boot haben wir dann trotz immer noch starkem Wind und Wellen den zweiten Teil unseres gestern gefangenen Fisches gebraten, zusammen mit Bratkartoffeln und nem leckeren Tomatensalat.

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Zubereitung

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Die Crew beim Abendessen

Segeln nach Guadeloupe

Heute gab’s nochmal ein schönes Frühstück bevor wir Les Saints verlassen haben und uns auf den Weg zur Hauptinsel von Guadeloupe gemacht haben.

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Abschiedsbild Les Saints

Die Überfahrt war sehr ruhig, wir hatten oft auch zu wenig wind um richtig zu segeln. Also mussten wir auch immer wieder kürzere Strecken unter Motor fahren. Es gab also auch nicht viel zu tun, so konnte ich einen Großteil der Fahrt im Netz verbringen.

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Etwas mehr Stimmung kam unterwegs auf als wir nen Fisch an der Angel hatten. Da musste dann der Katamaran angehalten werden damit wir ihn reinziehen konnten. War auch von brauchbarer Größe und gibt sicher zwei Abendessen ab.

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Der Skipper mit Fisch

Gegen vier am Nachmittag haben wir den Strand von Melendure erreicht wo wir für die nächsten zwei Tage unseren Anker werfen wollten. Diesmal haben wir zwei Anläufe gebraucht bis er richtig im Boden verankert war.
Zum Abendessen gab’s eine Hälfte des Fischs gebraten mit Reis. Hat sehr gut geschmeckt.

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Abends hin ist der Wind nochmal richtig stark geworden und hat nochmal für richtige Wellen gesorgt. Das hat dann selbst auf dem Katamaran ordentlich geschaukelt. Aber da wir nach so einem Tag auf See sowieso immer recht müde sind, sind wir auch um zehn schon ins Bett gegangen.

Flipper

Heute morgen sah das Wetter eher schlecht aus, immer wieder etwas Nieselregen. Das Frühstück lief landestypisch ab. Wir sind ja bekanntlich in einem Teil Frankreichs, da gehört das frische Baguette einfach dazu. Deshalb ist Reinhard in der früh im Dinghy an Land gefahren und hat vier Baguettes geholt.

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Weil so schlechtes Wetter war hat sich nach dem Frühstück erst mal wieder jeder in seine Kabine verzogen. Aber nicht lange. Ich hab irgendwann den Ruf „Dolphin“ gehört und bin mit den anderen gleich an Deck gestürmt. Und tatsächlich, in regelmäßigen Abständen tauchte da in der Bucht in der wir festgemacht haben direkt neben unserem Schiff die Rückenflosse eines Delfins aus dem Wasser auf. Da war jetzt natürlich Eile geboten, wer weiß wie langer er da bleibt und wann das nächste mal so eine Gelegenheit kommt. Also rein in die Badehose, Taucherbrille, Schnorchel und Flossen geschnappt und ab ins Wasser.
Der Delfin, den wir sinnigerweise Flipper getauft haben, ist auch nicht weggeschwommen, er blieb in der Gegend und hat sich von uns Schnorchlern auch nicht stören lassen. Im Gegenteil, er ist sogar immer wieder mal auf uns zu geschwommen. Man hat schon gemerkt, dass er nur spielen wollte, aber wenn er so von unten nach oben auf einen zu geschwommen ist, das ganze mit offenem Maul, und dann kurz vor uns abgedreht ist, dann hat man da schon etwas Respekt gekriegt. Ist ja jetzt kein alltäglicher Fisch der mir im Riff immer wieder mal übern Weg schwimmt sondern der war gut so lang wie ich und wenn er nahe an einem vorbei schwimmt hat man auch gesehen, dass der eigentlich nur aus Muskeln besteht. So ne halbe Stunde sind wir mit ihm geschwommen bevor es uns auch gereicht hat, denn dem hinterher zu schwimmen und tauchen ist bei dem Tempo das der vorlegen kann ganz schon anstrengend.
War aber definitiv ein Wow-Erlebnis. Richtig krass, Gästehaut inklusive.

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Mittags sind wir per Dinghy auf die Insel gefahren um in einer Bar ein paar Dinge im Internet zu erledigen.

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Dinghy am Pier festmachen

Bei der Gelegenheit hab ich trotz des langsamen Internets zwei Einträge hochladen können. Außerdem haben wir uns ein bisschen schlau gemacht wie man denn an ein Visum für die USA kommt, denn bald werden wir die US Virgin Islands ansteuern und wer per Schiff in die USA reist braucht immer ein Visum. Der Plan soweit ist das in Antigua zu besorgen.

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Anschließend ging’s zurück aufs Schiff, Schwimmsachen gepackt und dann ab mit dem Dinghy an einen der schönen Strände hier. Wir haben auch einen netten gefunden, auch wenn wir dafür etwas fahren mussten. Aber das Wasser war top, sehr klar, ein Riff zum Schnorcheln war auch dabei.

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Bei der Gelegenheit hat Reinhard uns auch gleich noch Einzelunterricht in der Außenborder-Steuerung des Dinghys gegeben. Macht tatsächlich so viel Spaß mit so nem kleinen Schlauchboot übers Wasser zu gleiten wie man sich vorstellt. Hat mir sehr gefallen und damit sind wir jetzt auch offiziell in der Lage selber mit dem Dinghy an Land zu fahren. Das kleine bisschen extra Freiheit…
Pünktlich zum Sundowner waren wir wieder auf dem Schiff. Ein weiterer schöner Sonnenuntergang der nicht mal von Wolken gestört wurde.

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Zum Abendessen wollten wir uns heute mal was gönnen, deshalb sind wir an Land gefahren und haben in einem Restaurant gegessen. Ich hatte nach langer Zeit endlich mam wieder ein schönes Stück Fleisch vom Grill, lecker.
In der Dunkelheit ging’s dann zurück zum Schiff und ich hab mich wieder zum Sternegucken rausgelegt. Highlight war nicht einfach nur die Standard-Sternschnuppe sondern eine richtig große, mit außergewöhnlich langem Schweif. Ne normale Sternschnuppe seh ich ja fast jede Nacht, aber das hier war schon was besonderes.

Segeln nach Les Saints

Auf zu neuen Ufern! Heute sind wir vom Norden Dominicas nach Les Saints, eine kleine Inselgruppe im Süden Guadeloupes, gesegelt.
Der Tag hat allerdings nicht ganz so gut angefangen, eine Bar am Strand vor dem wir geankert haben hatte gestern Abend noch ein Live Konzert welches bis heute morgen um sechs Uhr ging. Die Musik war ziemlich laut, so dass ich eher schlecht geschlafen hab und immer wieder aufgewacht bin. Gefrühstückt haben wir gegen acht und so um neun rum hieß es Abschied nehmen von Dominica. Eine klasse Insel wenn man sich von der Schönheit der Natur etwas berauschen lassen will. Unter dem Gesichtspunkt schlägt Dominica alle anderen Länder die ich bisher gesehen habe. Die mit Regenwald überzogen Berge geben einfach eine atemberaubende Kulisse ab.

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Kitschiges Abschiedsbild

Wind hatten wir heute eigentlich ziemlich guten, konstant aus Osten mit um die 15 Knoten. Auf der Überfahrt sind mir heue auch das erste mal so richtig fliegende Fische über Wasser begegnet. Die machen tatsächlich den Eindruck als würden sie fliegen, über gute 50 Meter.

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Letzter Blick auf Dominica

Als wir Les Saints schon aut gute 3 Meilen nahe gekommen sind konnten wir noch ein Naturschauspiel der besonderen Art erleben: Wir haben gesehen wie sich Tornados über einer der Inseln gebildet haben. Bis zu drei gleichzeitig, sah aber lange so aus als würden sie nicht bis ganz zum Boden reichen. Einer hats meiner Meinung nach aber dann doch geschafft. War auch nur sehr kurz, vielleicht fünf Minuten, dann war der Spuk schon wieder vorbei.

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Die Inselgruppe Les Saints haben wir gegen eins errichtet, an einem Mooring in der Bucht mit dutzenden anderen Segelschiffen haben wir gegen zwei festgemacht. Die Inselchen sind zwar nur zwanzig Meilen von Dominica entfernt aber doch ne ganz andere Welt. Wirkt sehr trocken, kaum grün und generell einfach nur felsig. Les Saints gehört ja zu Guadeloupe und damit zu Frankreich, das heißt als wir heute zum einklarieren an Land gefahren sind hab ich mal wieder „europäischen“ Boden betreten. Wirkt auch alles sehr französisch hier. Könnte auch Südfrankreich sein. Gezahlt wird natürlich mit Euro. Bei der Gelegenheit wollt ich mir auch gleich ein paar Euros aus dem Geldautomaten ziehen, jedoch scheint da was nicht zu stimmen, dennd trotz hundert prozentig richtiger PIN hat mir der Automat gesagt meine PIN wäre falsch. Nach zwei Versuchen hab ich dann lieber abgebrochen. Das versuch ich dann nochmal am Montag in einer Bank auf Guadeloupe. Denn hier auf Les Saints wollen wir eigentlich nur zwei Nächte bleiben. Und wenn der Geldautomat hier wegen falscher PIN meine Karte einzieht wäre das extrem ungünstig.
Den halben Nachmittag wollten wir dann noch dafür nutzen zum Fort Napoléon auf den Berg hoch zu laufen. Ins Fort selbst sind wir nicht gegangen, da das täglich schon um zwölf Uhr mittags schließt. Wir hatten aber einen schönen Ausblick auf die Bucht in der wir festgemacht haben.

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Les Saints voraus

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Gegen fünf sind wir wieder zurück zum Schiff gefahren. War ja auch schon fast Zeit für unseren Sundowner.

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Abendessen war heute auch wieder was einfaches, Nudeln mit Tomaten-Bohnen Soße. Abends haben Max, Sara und ich noch ne Stunde Karten gespielt bevor wir uns wieder einmal aufs „Trampolin“, das Netz im vorderen Teil des Katamarans das zwischen den beiden Schwimmkörpern gespannt ist, zum Sternegucken gelegt haben. War eine klare Nacht, nur vereinzelt sind ein paar kleine Wolken über uns hinweg gezogen. Ein echt schönes nächtliches Ritual bei dem man den Tag noch einmal Revue passieren und die Gedanken so richtig schweifen lassen kann.

Tauchen auf Dominica

Heute ging’s früh aus den Federn, denn um neun Uhr wurden wir abgeholt zum tauchen beziehungsweise schnorcheln. Reinhard und Sara haben sich gestern noch fürs tauchen entschieden während ich mit Max schnorcheln gehen wollte. Ist halt doch 80 zu 10 US$. Aber als wir mit dem Boot von der Tauchbasis abgeholt wurden hab ichs schon etwas bereut, in dem Moment wär ich gerne auch tauchen gegangen.
Die Fahrt bis zum ersten Spot dauerte etwa zehn Minuten.

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Zum schnorcheln gabs da unter Wasser zwei große Steine die zwiwchen sich einen gut zehn Meter tiefen Spalt bildeten. Da gab’s jede Menge Fische und ein paar Korallen zu sehen.

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Nach etwa vierzig Minuten kamen die Taucher auch angeschwommen und wir sind zurück ins Boot und wir haben uns auf den Weg zur nächsten Tauchstelle gemacht.

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Weiter ging’s, auch hier hatte ich nochmal eine dreiviertel Stunde Zeit. Der Bereich hier hat mir schon noch besser gefallen als der erste an dem wir waren.
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Hab nochmal ne Höhle entdeckt in der sich diesmal nicht nur ein Lionfish sondern auch noch zwei oder drei enorm große Kugelfische versteckt haben. Leider war es in der Höhle etwas zu dunkel um da ein gutes Foto zu kriegen.
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Nach den beiden Tauchgängen sind wir zurück auf den Katamaran gefahren worden wo wir erst mal Mittagessen gemacht haben.
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Anschließend sind wir an Land gefahren um beim Customs und Immigration Office auszuchecken damit wir morgen früh gleich nach Guadeloupe weiterfahren können. Die ganze Prozedur hat sich wieder ewig hingezogen.
Anschließend sind wir noch kurz in einen Supermarkt um unsere Vorräte aufzustocken. Während Reinhard und Max die Sachen zurück zum Katamaran gebracht haben sind Sara und ich nochmal losgezogen um zu sehen ob Cobra inzwischen die Fluch der Karibik DVD auftreiben konnte. Dem war aber wieder mal nicht so. Sieht so aus als würden wir hier nicht mehr zu dem Film kommen.
Nach einem kurzen Abstecher zu dem Strand-Café mit Internetanschluß sind Sara und ich per Anhalter von einem Franzosen zurück zu unserem Katamaran gefahren worden.
Abendessen zubereiten lag heute auch in Saras Verantwortung, es gab Falafel.
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Nach dem Essen hab ich mich noch etwas raus ins Netz gelegt und in den klaren Nachthimmel geschaut. Mit den leisen Wassergeräuschen unter einem und dem leichten hin und her wiegen des Katamarans kann man da beim Blick in die Sterne ideal die Gedanken so richtig schweifen lassen. Man kann ganz frei über alles mögliche nachdenken. Mich hat zum Beispiel die Frage beschäftigt war ich denn bitte gemacht hab damit ich so ein super Leben überhaupt verdient hab.
Irgendwann sind die anderen beiden auch aufs Netz gekommen und wir haben zusammen darüber philosophiert bis wir uns irgendwann auch in unsere Kanbinen verzogen haben.
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