Carnival Tuesday

Ich hatte das Privileg heute länger zu schlafen als die anderen. Denn die Mädels mussten schon um 3 Uhr in der Früh losfahren um das passende Make up fürs Kostüm zu kriegen. Um sechs Uhr sollten sie dann schon abmarschbereit bei ihrer Band sein. Ich war zu dieser Zeit noch im Bett und bin so gegen sieben aufgestanden. Alles in allem war ich dann gegen neun in der Stadt und der Umzug war schon in vollem Gange. Heute war dann auch jedes Bandmitglied entsprechend im Kostüm. Lässt sich mit den Kostümen die man so in Deutschland sieht aber nur schwer vergleichen. Ist schon deutlich exotischer hier. Liegt aber sicher auch daran, dass es hier halt einfach warm ist und man deshalb auch mit (deutlich) weniger Stoff auskommt. Was nicht nur für Frauen gilt. Beispiel gefällig?
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Erfreulicherweise waren die Frauen in knappen Kostümen aber in der Überzahl. Ich hab mich ein bisschen an den Straßenrand gestellt und dem ganzen zugeschaut, kurz vor der Bühne mit der Jury, damit auch ja alle ihr Bestes geben.

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Da das ganze aber ein ewig langsamer Prozess war, hab ich mich entschlossen mal durch die Stadt zu laufen und die anderen zu suchen. Da gefühlt das ganze Land und auch die ein oder anderen Touristen in der Stadt waren und in jeder Straße eine weitere feiernde Menschenmenge durchquert werden musste bin ich allerdings nur langsam vorangekommen. Was aber nicht schlimm war, denn der Weg ist das Ziel.



Die ersten die ich dann nach längerem Suchen gefunden hab waren Carin und Jolenne.
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Als nächstes hab ich mich aufgemacht um Margot zu suchen, die sollte eigentlich in der selben Band sein. Da diese aber sicher über 1000 Mitglieder hatte und sich über gut 200 Meter Länge erstreckt hat, hab ich sie nicht gefunden. Stattdessen wollt ich mal zu Ginelle, Keren, Zia und Thomas schauen deren Band Paparazzi nicht all zu weit entfernt sein sollte.
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Doch zwischendurch hab ich durch puren Zufall Margot mit Felix und Jeremy getroffen. Also mit denen ein paar Bier getrunken und die Straßenparty genossen bevor ich dann wieder weiter bin um endlich Ginelle zu finden.
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Aber ihre Band konnt ich einfach nicht finden. Stattdessen bin ich in nem Park auf Elisa und Gabriel gestoßen die sich zusammen mit hunderten anderen im Schatten der Bäume ne Mittagspause gegönnt haben. Bei der Hitze hab ich mich da dann auch erst mal etwas in den Schatten gesetzt.
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Als ich da dann wieder weiter wollte ist mir Carin auch nochmal übern Weg gelaufen und die Gelegenheit wurde gleich nochmal für ein Foto genutzt.
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Irgendwann hab ichs dann doch geschafft den Paparazzi Zug zu finden, dort allerdings nur Zia und Thomas. Also bin ich mit den beiden ne Weile mit. Normalerweise werden die Bands auf der Straße links und rechts mit langen Seilen abgeschirmt um die zahlenden Band Mitglieder von den nichtzahlenden Zuschauern zu trennen, beziehungsweise die Zuschauer draußen zu halten. Und eigentlich wird man da ohne Kostüm oder sonstigem Band-Erkennungszeichen auch gleich wieder von der Security rausbefördert. Ich habs mal drauf ankommen lassen und bin einfach unterm Seil durch und in der Band mitgelaufen. War kein Problem.

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Gegen vier rum hat die Band dan ne Pause eingelegt und es gab Lunch auf nem Fußballplatz. Da haben wir dann auch erfahren, dass Ginelle und Keren schon auf dem Heimweg waren, war wohl schon genug für heute…
Ich hab mich danach dann die Ariapita Avenue entlang gekämpft, noch schnell nen Snack zu mir genommen, und bin dann zur Brooklyn Bar um mich da nochmal mit Margot zu treffen.
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Die hatte inzwischen noch ein paar weitere Deutsche aufgegabelt und ich hatte dadurch mal wieder etwas Gelegenheit deutsch zu sprechen. In der Bar waren wir aber nicht lange sondern sind dann wieder raus auf die Straße, wo ich nach und nach wieder alle verloren hab. Macht aber nichts, man ist nie lange allein.
Irgendwann wars dann aber auch an der Zeit sich auf den Nachhauseweg zu machen. Um acht Uhr ist auch der letzte Sound Truck verstummt und die Leute auf der Straße sind weniger geworden. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es so abrupt und früh endet. Aber gut, war trotzdem wieder ein klasse Tag. Also bin ich zum Busterminal gelaufen um nach Hause zu kommen. Die Idee hatten aber tatsächlich mehrere. Es hat dann echt ne gute viertel Stunde gedauert bis ich in einen Bus steigen konnte, denn die waren alle sofort voll als sie angekommen sind und die Türen geöffnet haben. Trotzdem muss ich den öffentlichen Nahverkehr hier auf Trinidad loben. Alle fünf Sekunden (!) ist ein neues Maxi Taxi eingefahren und hat wieder 13 Leute weggeschaufelt. Es hatte was von nem Skilift…
Als ich dann endlich nen Platz ergattert hab, sogar in nem richtigen Bus, wollte der Fahrer das Geld für die Fahrt natürlich im Voraus haben. Die 6TT$ Fahrpreis waren auch kein Problem, ich hatte noch 200. Blöderweise in zwei Hundertern. Als mir der Fahrer dann mit nem drei Zentimeter dicken Geldbündel in der Hand erklärt er könne auf meinen Hunderter nicht rausgeben war ich schon etwas fassungslos. Denn genug Geld hatte der da auf jeden Fall. Hab dann im Bus gefragt ob denn jemand wechseln kann, konnte oder wollte aber keiner. Zu meiner Überraschung hat mir dann die Frau die neben mir gesessen ist nen Zehner in die Hand gedrückt und gemeint das passt schon. Ein weiterer Schritt nach vorne auf der Freundlichkeitsskala für Trinidad.
Von der Bushaltestelle dann das letzte Stück übern Highway nach Hause gelaufen und dann hab ich mich um zehn auch schon gemütlich auf der Couch ausgestreckt.
Zusammengefasst kann ich sagen der Carnival hier ist echt ein gigantisches Erlebnis. Tausende von Menschen auf den Straßen der Stadt und alle am feiern. Eine riesige ausgelassene Party. Ausschließlich nur gute Stimmung, nicht das kleinste bisschen Aggressivität. Auch ansonsten muss ich sagen ich hab mich immer absolut sicher gefühlt. Ich hab da im Vorfeld viel Panikmache gelesen und gehört wie gefährlich das doch alles sei, besonders wenn man dann auch noch betrunken ist. Ich will jetzt nicht sagen, dass es ausgeschlossen ist, dass was passiert aber wenn man sich nicht komplett ins Delirium schießt und sich noch ein bisschen Menschenverstand bewahrt (und diesen auch walten lässt) dann ist das nicht gefährlicher als andere Großeregnisse. Es war wie schon gesagt spitze und wer den Carnival in Trinidad noch nicht auf seiner Liste der Dinge stehen hat die man einmal im Leben gemacht haben will, dem kann ich nur raten jetzt zum Stift zu greifen.

Carnival Monday

Nach drei Stunden Schlaf ging mein Wecker und ich hab mich wieder auf dem Weg zum Taxi Stand gemacht. Hab mich erstaunlicherweise auch gar nicht müde gefühlt. Die anderen scheinbar schon, denn die haben noch weiter geschlafen.
Um kurz vor vier war ich dann wieder in der Stadt und hab mir die Bands an einer der Haupttribünen in Downtown angesehen. Man musste um dort mitzulaufen zwar verkleidet sein, aer noch nicht in den prächtig geschmückten Kostümen, die waren für morgen reserviert. Waren trotzdem ein paar tolle Kostüme dabei.
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Gegen sechs haben sich dann auch Keren und Ginelle entschieden doch nochmal in die Stadt zu kommen. Wir haben dann ausgemacht uns in der Ariapita Avenue zu treffen. Hat dann doch ne ganz schöne Weile gedauert bis ich durch all die Menschenmengen dort hin gekommen bin. Noch dazu hat sich langsam der Hunger gemeldet, denn gegessen hab ich auch noch nichts. Also noch schnell nen Chickenburger geholt, an Straßenverkäufern herrschte zum Glück kein Mangel. Zusammen mit Ginelle und Keren hab ich dann auch Elisa und Gabriel getroffen.
Wir haben uns dann auf den Weg gemacht in der Stadt ihre Band, Paparazzi, zu finden. Kein leichtes Unterfangen, da die sich ja alle ständig bewegen und irgendwie auch keine feste Route zu haben scheinen. Irgendwann haben wir die dann doch in der Nähe der Savannah getroffen und sind mit denen ne Weile rumgezogen. Gab natürlich nur Freigetränke für die Band Mitglieder, ich bin aber dank großzügiger Spenden meiner Freunde auch zum ein oder anderen Freibier gekommen. Thomas und Zia haben wir hier übrigens auch getroffen.

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Party Everywhere


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Zeus


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Einer der "Wee Wee Trucks" die bei jeder größeren Band mitfuhren


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Alles in allem wieder ein klasse Tag. Mit vielen Leuten geredet, die Stimmung war generell ausschließlich positiv. Jeder hatte einfach ne gute Zeit.
Gegen zehn Uhr ist das ganze dann etwas abgeflaut und es war an der Zeit den Heimweg anzutreten. Keren hat ihr Auto vernünftigerweise recht weit außerhalb geparkt, so dass uns da noch ein halbstündiger Fußmarsch bevor stand ehe wir wieder nach hause fahren konnten.

J’ouvert

Heute war es also soweit, die letzten Stunden vor dem vielgelobten Carnival auf Trinidad haben begonnen. Um 9 Uhr bin ich mit einem wieder mal reichhaltigen Frühstück in den Tag gestartet. Anschließend hab ich mir nen kleinen Rucksack gepackt in den alles rein kam was ich die nächsten drei Tage brauchen würde, denn für die Carnivalszeit ist eine Unterkunft in oder nahe Port of Spain schon etwas was man braucht. Glücklicherweise hat sich Keren angebotenen mir für diese Zeit eine Unterkunft in ihrer Wohnung zu gewähren. Hab ja vorgestern schon auf ihrer Couch geschlafen. Um elf haben Ginelle und Keren mich dann abgeholt. Mein restliches Zeug hab ich bei Marcelle gelassen. Die Fahrt hab ich auch gleich genutzt um ein paar Schnappschüsse von der Landschaft zu machen damit man mal ne Vorstellung kriegt wies hier so auf dem Land aussieht.

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Bei Keren haben wir (naja „wir“ ist etwas übertrieben, Thomas und ich haben das Kochen den Frauen überlassen) dann Mittagessen gekocht. Es gab Rotis, wobei ich ja jetzt zum Glück weiß wie man die richtig isst.

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Keren und Ginelle beim Rotis kochen

Nach dem Essen kam dann der angenehme Part wo man nochmal versucht ein paar Stunden Schlaf zu erhaschen. Ich hab dann bis um acht auch ganz komfortabel auf der Couch geschlafen.
Dann ging die Vorbereitung los. Zusammen mit Margot und anderen hatte ich ein Ticket für die J’ouvert Party in einer der Carnival Bands.
Vielleicht mal ein kurzes Wort zu den Bands: mit einer Musik Band hat das wenig zu tun, das sind im Prinzip Carnivalsvereine. Davon gibt’s in Port of Spain sicher an die hundert Stück, in allen Größen. Die organisieren dann eben solche Pre-Carnival Partys und natürlich die Mas (= Carnivalsumzüge) für ihre Mitglieder, wobei Mitglied jeder mit einem entsprechenden Ticket ist. Das ganze hat selbstverständlich auch Wettkampfcharakter, die einzelnen Bands versuchen bei den Umzügen die Jury mit Kostümen und Performance zu überzeugen um als Sieger aus dem Carnival hervorzugehen. Kostüme sind absolute Pflicht wenn man bei der Mas mitmachen will und dass Design der Kostüme wird von jeder Band vorgegeben. Die Tatsache, dass man das Kostüm allerdings nur ein einziges Mal benutzt, denn jedes Jahr gibt’s ein anderes Motto, und der Preis von 500€ und deutlich aufwärts haben mich aber davon abgehalten selber aktiv mitzumachen. Stattdessen eben nur J’ouvert was mit etwa 70€ zu buche schlug. Aber das Geld auf jeden Fall wert war.
J’ouvert, wie gesagt eine Pre Carnival Party beginnt Montags um 2 Uhr morgens und dauert bis um 10 Uhr am morgen und geht dann quasi nahtlos in die Umzüge über. Ich hatte so ein bisschen Unsicherheit was ich den zu J’ouvert anziehen soll, denn nach allem was ich weiß ist das ne durchaus dreckige Angelegenheit. Letztendlich hab ich mich für ne Badehose entschieden, dazu meine Turnschuhe und ein T-Shirt das freundlicherweise im Eintrittspreis enthalten war. Fotos wollte ich nach Möglichkeit natürlich auch ganz gerne machen. Mit meinem Handy in nem Zipp Lock Plastikbeutel hab ich mich dann auch ganz wohl gefühlt. Zumal meine Badehose eine Reißverschlusstasche hatte in der das Handy grad so reingepasst hat. Denn gerade solche Partys sind für Taschendiebe natürlich ein Paradies. Dadurch dass das Handy allerdings grad so reingepasst hat hab ich mich da schon sehr sicher gefühlt. Selbst ich brauchte ne knappe halbe Minute um es da wieder raus zu holen, also konnte ich, solange mir meine Badehose als ganzes nicht abhanden kommt, mir der Sicherheit meiner Wertsachen doch sicher sein. Brille war natürlich ebenfalls nicht angebracht, also mussten zwei meiner Reserve Kontaktlinsen ran.
Ich war also bereit und noch etwas unsicher was mich denn genau erwartet hab ich mich um elf auf den Weg zum Highway gemacht, denn Margot und Felix sind vor kurzem aus Barbados eingeflogen und konnten mich mit in die Stadt nehmen. Der Taxifahrer musste im Prinzip nur kurz am Straßenrand halten und mich einsteigen lassen. Das war aber offenbar so ein wahnsinniger Aufwand für ihn, dass er mich am liebsten stehen gelassen hätte. Ich habs Margot zu verdanken die ihn doch noch dazu bringen konnte anzuhalten. Er hat sich dann während der Fahrt auch als wirklich der erste unfreundliche Trini herausgestellt der mir bisher begegnet ist. Kommt vor.
In Port of Spain angekommen haben wir drei uns dann mit Jeremy und Matthieu getroffen. Margot und Felix haben ihre Sachen bei einer Freundin abgeladen, denn für die zwei Wochen Carnival wurde Margot ja aus ihrer Wohnung geworfen, und wir haben uns dann zu Fuß auf den Weg zu unserem J’ouvert Treffpunkt gemacht. War ein ganz schöner Marsch, etwas über eine Stunde. Aber zum Glück war der Weg dorthin reichlich mit kleinen Ständen bestückt die einem das ein oder andere Bier verkauften um den Marsch erträglicher zu machen. Gegen drei waren wir dann auch endlich angekommen.
Zusammen mit etwa dreihundert anderen Leuten haben wir auf ner Wiese dem Abmarschtermin entgegen gefiebert. Den J’ouvert ist eine sich bewegende Straßenparty. Doch dazu später mehr. Wir haben also gleich nach unserer Ankunft ein Foto gemacht, denn uns war klar, dass wir nicht lange so präsentabel bleiben würden.

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Hinter uns auf dem Foto sieht man übrigens eine der auf einen Truck montierten Bars bei denen wir freie Auswahl an Getränken hatten. Da ich wusste, dass es ne lange Nacht wird solltens für mich zu Beginn erst mal ein paar Red Bull sein bevor die Sache so richtig losging.
Dann ging’s auch los. Es wurden Plastikflaschen verteilt die mit Farbe gefüllt waren und Löcher zum spritzen im Deckel hatten. Dazu noch kübelweise Matsch und Schlamm und schon war jeder ausgerüstet für ne richtig gute Schlammschlacht. Das war schon mal ein guter Auftakt für die Nacht und ich bin auch froh um den Plastikbeutel der sich um mein Handy herum befand. Die Tatsache, dass die Farbe zum größten Teil blutrot war hat das ganze dann auch nochmal n bisschen gruseliger gemacht.

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Margot und Felix

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Um vier rum waren wir dann endlich on the Road. Drei rollende Bars, dutzende Leute mit kleinen Wägen voller Eis und Dosenbier und natürlich das wichtigste: ein Soundtruck. Ein Lastwagen dessen gesamte Ladefläche von zwei Dingen ausgefüllt war. Einem DJ und Lautsprecherboxen. Und der DJ hat nicht wirklich viel Platz beansprucht. Der Sound war enorm, wenn wir an parkenden Autos vorbei sind (Mal ehrlich, an Carnival parkt man sein Auto nicht in der Stadt, ich nehme an diese Lektion haben heute Nacht einige Leute schmerzhaft gelernt) haben die Scheiben vibriert als waren sie kurz vorm zerspringen. Und da das ganze Spektakel bis um zehn Uhr am morgen ging und wir nicht die einzigen waren sondern nur eine Band aus fast einhundert bin ich mir ziemlich sicher, dass in dieser Nacht nicht eine Person in Port of Spain geschlafen hat. Das kann physikalisch nicht möglich gewesen sein. Die Musik war natürlich dem Carnival entsprechend nur das beste aus den aktuellen Carnivals Hits.

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Ansonsten wars echt klasse und hat alle meine Erwartungen übertroffen. Es war ne super Stimmung, jeder war gut drauf. Ich hab sogar Elisa aus Barbados in ner anderen Band getroffen als sich unsere Wege mal wieder mit ner anderen Band gekreuzt haben. Dafür hab ich unterwegs auch irgendwann mal Margot und die anderen verloren, es waren aber immer andere Leute da, ich war nie allein. Gegen acht neigte sich unser Umzug dann langsam dem Ende und ein weiterer Truck kam zum Einsatz. Der Wassertruck. Der fuhr ne ganze Weile mit uns mit und seine einzige Aufgabe war die Leute abzuspritzen um den Schlamm und die Farbe wenigstens etwas abzuspülen. Kleine Nebeninfo: Temperatur sowohl vor als auch nach Sonnenaufgang: 27-29 Grad.
Als wir dann wieder an den Ausgangspunkt kamen gab’s für jeden nochmal ein Frühstück und ich hab eigentlich gedacht ich finde die anderen hier wieder. War aber nicht so.

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Wieder halbwegs sauber

Also blieb mir nichts anderes übrig als mich langsam auf den Heimweg zu machen. Das beinhaltete einen halbstündigen Marsch durch Port of Spain. Ich war jedoch nicht der einzige dem man ansah, dass er von J’ouvert kam. Ich hab dann noch nen kurzen Snack bei KFC zu mir genommen bevor ich mich dann im Busterminal in eines der Maxi Taxis gesetzt hab das mich zurück zu Kerens Apartment bringen sollte. Jedoch war Carnival scheinbar genug Anlass für die Fahrer etwas mehr Kohle rausschlagen zu wollen. Denn ich musste drei Taxis nehmen weil jeder nur eine Teilstrecke fuhr und bei jedem natürlich den vollen Fahrpreis zahlen. Verglichen mit Europa zwar immer noch günstig aber eben doch nervig. Die letzten paar hundert Meter musste ich dann laufen, noch einmal über den Highway und schon war ich da. Die anderen waren auch schon Zuhause. Ich bin dann unter die Dusche, hab glücklicherweise den Großteil der Farbe runter gebracht und mich dann um 12 für nen dreistündigen Powernap hingelegt.

Ausflug nach Süden

Heute ging es sehr früh los, um halb acht musste ich abfahrbereit sein. Doch zuvor gab’s natürlich noch ein Frühstück. Salat, Toast und ein (großes) Stück panierter Fisch. Hatte ich zum Frühstück auch noch nie.
James, unser Fahrer, hat uns mit in den Süden genommen, ich bin mitgefahren weil ich dachte so bekomm ich n bisschen was von der Insel zu sehen. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass die Fahrt so lange dauert. Judy ist in Point Fortin ausgestiegen um einzukaufen und ein paar Erledigungen zu machen und James ist mit Essa, Jessy und mir weiter in den Süden gefahren. Nach eineinhalb Stunden sind wir dann am Ziel angekommen, ein Strand der mir als einer der schönsten Strände Trinidads verkauft wurde. Gleich neben einer riesigen Ölraffinerie.

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Der Strand

Die allgemeinen Hoflichkeitsregeln haben es dann nötig gemacht, dass ich mit Essa ins Wasser bin. Mag ja sein, dass ich von Barbados her ein bisschen verwöhnt war was Strände angeht. Aber das hier… das Wasser war… ich sag mal so, wenn ich bis zur Hüfte im Wasser war hab ich das Ende meiner Badehose nicht mehr gesehen, knapp über meinen Knien. Der Strand, der immerhin sandig war, hatte auch eine ganz schöne, schwarze Färbung. Ich tippe einfach mal auf Öl. Und als ich dann endlich genug Zeit im Wasser verbracht hatte um wieder raus zu kommen fühlte ich mich wie ne Seemöve nach einer Ölpest. Ich war ungelogen ölig als ich aus dem Wasser raus bin. Duschen waren natürlich keine in Sicht.
Als wir dann wieder ins Auto gestiegen waren, ging es langsam wieder Richtung Norden. Zuvor haben wir aber noch an nem Haus das Marcelle vermietet vorbeigeschaut. Wer so viele Häuser besitzt muss sich natürlich keine Sorgen um die Rente machen.
Als nächstes haben wir bei einem Onkel von Essa gehalten, auch sehr freundliche Leute die uns gleich sehr herzlich empfangen haben. Überhaupt muss ich sagen, dass ich von der Gastfreundlichkeit der Leute hier angenehm überrascht bin. Liegt sicher daran, dass ich auf Barbados viele Geschichten gehört hab wie unfreundlich die Leute auf Trinidad doch alle wären. Stimmt einfach nicht. Klar gibt’s auch die Leute die wohl das Gegenteil davon sind, aber ich hatte das Glück bisher nur an die richtigen Leute gelangt zu sein. Aber auf der Straße und in den Geschäften beispielsweise ists doch noch anders als auf Barbados. Da wird man schon sehr selten gegrüßt. Ein weiterer Unterschied zu Barbados ist die Tatsache, dass die Leute hier nochmal ne ganze Menge langsamer arbeiten als auf Barbados. Supermarktkassen, Fast Food Restaurants, Kellner und Imbisstände mit Ausnahme von Doubles sind hier wirklich eine Qual. Nicht nur dass generell alles langsam gemacht wird, zwischendurch wird auch noch nett mit den anderen Mitarbeitern gequatscht oder schnell ne SMS geschrieben. Ich hab dann immer das Bild von der Kassiererin bei Aldi im Kopf die fünf Artikel pro Sekunde übern Scanner zieht. Ich will auch nicht sagen, dass man sich schnell an die Langsamkeit gewöhnt, aber es wird mit der Zeit leichter zu tolerieren.
Als wir dann wieder im Auto saßen ging’s weiter, noch ein kurzer Stop zum tanken (für nen 10er war der Tank voll) und einmal um ein Bündel Bohnen zu kaufen. Aber um eins waren wir dann wieder Zuhause.
Ich hatte zwar wenig Hunger, aber das essen war dann auch gleich fertig. Es gab hausgemachte Rotis, ein Einfluß der indischen Küche. Den Teller voller Bohnen, Kichererbsencurry, Kürbismus, Hähnchen und die Teigfladen. Ich musste dann auch erst mal fragen wie man das jetzt isst, denn bisher hatte ich Rotis nur auf der Straße gekauft und da waren alle Zutaten schon schön in den Teig eingewickelt. Und das krieg ich so mit Sicherheit nicht hin. Mir wurde dann erklärt, dass wenn mans nicht als Streetfood isst, man die Fladen in kleine Fetzen reißt, damit dann die verschiedenen Füllungen „greift“ und ab in den Mund damit. Im Prinzip wie man auch in Marokko isst. Dass es wieder mal sehr gut war muss ich wohl nicht extra erwähnen, auch dass ich mich wieder absolut überfressen hab hat mich nicht gewundert. Aber ich hab den Teller leer gebracht. Danach musste ich mich erst mal n bisschen in die waagerechte bringen, denn nach viel Bewegung war mir da grad nicht mehr zu Mute.
Gegen halb fünf ging’s mir dann wieder besser und ich wurde von Carin abgeholt. Wir sind ins Woodford Café gefahren und hatten ein paar Drinks. Um acht hat sie mich dann wieder heim gebracht und ich bin dann auch direkt ins Bett, hab noch ein bisschen gelesen und gebloggt bevor ich dann um elf schlafen gegangen bin. Schließlich ist heute meine letzte Nacht bevor der 72 Stunden Carnival Marathon los geht.

Ein Tag voller Glück

Ich hatte Glück und musste nicht wie Keren in der früh arbeiten, deshalb konnte ich bis zwölf rum schlafen. Da ich im Wohnzimmer/Küche geschlafen hab wurde ich auch durch den Duft von Rührei, Speck und Würstchen geweckt die Ginelle zum Frühstück gekocht hat.

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Blick vom Balkon auf die größte Flagge Trinidads


Da ich für heute so ziemlich keinen Plan hatte was ich denn tun könnte, hab ich mich mal Zia, Ginelle und Thomas angeschlossen die per Maxi Taxi in die Stadt gefahren sind um ihre Kostüme für den Carnival abzuholen. Das Highlight der etwa zwanzig minütigen Fahrt nach Port of Spain war dann etwas das man so wohl nur einmal im Leben sieht. Auf einem Friedhof neben dem Highway haben sich zwei Kühe gegenseitig bekämpft. Verrücktes Land.
Im Busterminal in Port of Spain angekommen mussten wir dann noch etwa ne halbe Stunde laufen bis wir an der Kostümausgabestelle angekommen sind.
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Harbour Lights gibt's scheinbar nicht nur in Barbados


Es war natürlich heiß, heiß, heiß und keine Abkühlung in Sicht. Als wir uns dann grad in die Reihe zum Kostüm abholen angestellt haben, ich auch, obwohl ich ja keins hab, hat mein Glück einmal mehr zugeschlagen, in Form eines Mitarbeiters bei der Kostümausgabe der unter den Wartenden eiskaltes Freibier verteilt hat. Das war natürlich mehr als willkommen.
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Die Zelte für Carnival stehen schon


Als dann alle nach einiger Zeit ihre Kostüme hatten haben wir uns zusammen mit Keren, die inzwischen aus der Arbeit her gekommen ist, auf den Weg nach Hause gemacht. Einen kleinen Umweg haben wir auch noch eingebaut um am Lady Young Aussichtspunkt vorbei zu fahren. Von dort hat man ne ganz nette Aussicht über Port of Spain, nur war heute das Wetter etwas diesig.
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Ich hab mich dann dazu entschlossen mich auf den Weg zu Marcelle zu machen, da ich ihr gesagt hab ich würde heute abend wieder da sein. Hab mich dann von Keren in Curepe absetzen lassen und von dort ein Maxi Taxi genommen das mich bis auf drei Kilometer nach hause brachte. Mit all dem Verkehr hier auf den Straßen hat das auch recht lange gedauert und so hat sich langsam etwas Hunger breit gemacht. Da mein Ausstiegspunkt an einem KFC war hab ich mir schon schwer überlegt ob ich nicht ein bisschen Kleingeld in etwas Chicken investieren soll. Habs aber dann gelassen und wurde sogleich vom nächsten glücklichen Zufall überrascht. An der Straße stand nämlich Essa, der auch bei Marcelle wohnt mit zwei großen Tüten vom KFC. Wir haben dann zusammen eines der inoffiziellen Taxis genommen, was ich alleine wohl auch eher vermieden hätte, und sind nach hause gefahren. Dort gab’s dann auch gleich Abendessen, mit dem kleinen Unterschied, dass es hier für mich umsonst war.
Es war dann auch schon recht spät, deshalb bin ich nach dem essen nicht mehr all zu lange aufgeblieben.

Momentum

Da ich gestern noch im Bett ein bisschen länger gelesen hab bin ich heute erst um acht aufgestanden. Bin dann in die Küche um nur schnell ne Tasse Kaffee zu trinken, viel Hunger hatte ich nicht. Aber kaum hab ich mich hingesetzt haben Jessy und Jane schon angefangen Tomaten und Zwiebeln in die Pfanne zu hauen, Toast zu toasten und Salat zuzubereiten. Und keine fünf Minuten hatte ich ein äußerst reichhaltiges Frühstück, mit einer Tomaten-Zwiebel-Herings Paste (sehr ungewohnt zum Frühstück aber lecker), dazu Salat und Früchte. Inzwischen hab ich auch das Sozialgefüge hier durchschaut. Marcelle, meiner eigentliche Gastgeberin, gehört das Haus und sie zahlt für alles. Die anderen vier wohnen hier und arbeiten dafür für sie. Die Frauen im Haushalt und die Männer auf der Baustelle nebenan. Das ist wohl die Sache mit der Nächstenliebe, denn alleine hatten die’s wohl sehr schwer bis keine Chance. Was ich gestern abend so mitgekriegt hab waren mindestens die Jungs beide schon im Knast und alle vier sind etwas langsam.
Nachdem ich also dieses unfreiwillige aber gute Frühstück intus hatte musst ich mich erst mal aufs Bett legen, denn nach viel bewegen war mir nicht zu Mute. Hab die Zeit zum bloggen genutzt, war nämlich wieder mal ne Woche hinten dran. Auch wenn ich blöderweise nicht hochladen konnte. So verging die Zeit und um zwei hats an meiner Zimmertür geklopft und Jane meinte sie hätte das Mittagessen fertig. Und das wo das Frühstück noch gar nicht so lange her ist. Aber gut. Ich geh also in die Küche und blöderweise hatte ich mein Handy beim laden in meinem Zimmer. Denn davon hätt ich gern ein Foto gemacht. Ich beschreibs mal. Auf dem Tisch befand sich: ein Glas gefüllt mit Eiswürfeln, abgedeckt mit einem Glasuntersetzer. Daneben eine eiskalte Dose Birnenlimonade. Kreisförmig um meinen Teller, mit Besteckanordnung wie im Nobelrestaurant, befand sich, alles natürlich mit kleinen Deckelchen zugedeckt, Salat, einTeller Spearribs, ein Fisch, ein Teller karibisch gewürzter Reis, und ein Teller mit drei Sorten gedämpfter Gemüsesorten die ich alle noch nie gesehen hab. Alles war spitzenmäßig zubereitet. Ich habs auch wirklich versucht alles zu essen aber es ging nicht. Den Reis hab ich nicht mehr ganz gepackt. Nachdem ich mit essen fertig war und meine Teller zur Spüle tragen wollte, wurde mir explizit gesagt ich soll einfach alles stehen lassen, sie kümmern sich schon drum.
Nachdem ich also erfahren hatte wie sich Hänsel im Märchen gefühlt hat bin ich zurück in mein Zimmer gerollt und hab mich aufs Bett geworfen.
Der eigentliche Plan für heute war, dass ich mich mit Ginelle treffe, wir dann nach Port of Spain fahren und dort auf ne Party gehen. Sie hat den Zeitpunkt für unser Treffen aber immer weiter hinausgezögert, so dass ich letztendlich um fünf losgelaufen bin, denn ich wollte laufen solange es noch hell war und der Weg hat mich ne gute dreiviertel Stunde gekostet. Da ich aber immer noch zu früh dran war bin ich am Treffpunkt in ne Bar auf zwei Bier gegangen.
Als die Zeit dann gekommen war bin ich mit Ginelle in eines der Maxi Taxis gestiegen und wir sind nach Curepe gefahren wo uns dann Ginelles Freundin Karen abgeholt hat. Wir sind zu ihrer Wohnung gefahren und haben uns nen Film angeschaut bevor wir dann Thomas und Zia vom Flughafen abgeholt haben, denn die sind heute aus Barbados eingeflogen.
Das hat alles etwas länger gedauert als wir dachten, speziell da wir noch schnell bei KFC vorbei gefahren sind um noch schnell was zu essen zu holen, nur um eine halbe Stunde in der Schlange im drive through zu stehen und dann gesagt zu bekommen sie hätten jetzt kein Chicken mehr. Wir haben sarnn etwas hin und her verhandelt und dann doch noch das Zeug gekriegt das die Mitarbeiter eigentlich für sich als Pausensnack zur Seite gelegt haben. Glücklicherweise haben wir uns schon für den Abend mit Getränken eingedeckt, denn nachdem wir Thomas‘ und Zias Gepäck in Karens Apartment abgeladen haben sind wir gleich weiter gefahren zum Momentum in Chuagaramas. Eine Cooler Party, das heißt jeder bringt ne Kühlbox mit viel Eis und Getränken nach eigenem Geschmack mit, bei der verschiedene DJs und Soca Sänger auftreten um die Menge mit den aktuellen Carnival Songs in Stimmung für die große Party in fünf Tagen zu bringen.
War soweit echt gut, wir sind zwar erst um eins dort aufgetaucht aber haben doch noch viel mitgekriegt. Major Lazer waren echt gut, die restlichen waren auch ok. Nur einer ist meiner Meinung nach nicht gut gewesen. Der schnellste Mann der Welt, Usain Bolt. Der ist auf ner Sprintstrecke wirklich besser aufgehoben als auf ner Bühne.
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Ein Video wollt ich übrigens auch aufnehmen nur ist mir dabei dummerweise mein Handy aus der Hand geschlagen worden. Es hat jetzt ne weitere Delle, nun an insges drei von vier Ecken. Aber der Bildschirm ist immer noch ohne Sprung. Und das bei nem Sturz auf zwei Metern Höhe. Ich frag mich wirklich was die Leute anstellen die alle mit gesprungen Bildschirmen am Handy rumlaufen…
Um vier war das Konzert zwar noch nicht zuende aber unsere Fahrerin musste morgen früh arbeiten, da mussten wir uns fügen. Ich hab dann die Nacht zusammen mit Karen, Ginelle, Zia und Thomas bei Karen verbracht und tatsächlich und wahrhaftig das erste mal auf einer Couch geschlafen.

Feuerwerk der Vögel

Heute bin ich um 8 aufgestanden, dann gab’s erst mal Frühstück, alles schon vorbereitet. Schinken mit Tomaten, Zwiebeln und Bohnen angbraten, dazu Salat, Toast und Früchte. Ich muss zugeben ich werd hier schon ganz schön verwöhnt.
Das ging dann auch gleich weiter, als ich gesagt hab, dass ich am Vormittag mal in die Stadt, Chaguanas, gehen wollte um mir ne SIM Karte fürs Handy zu kaufen hat meine Gastgeberin Marcelle gleich ihr Telefon rausgezogen und James angerufen dem sie dann den Auftrag erteilt hat mich rumzufahren. Auch sonst solle ich nicht zögern imh zu sagen wenn ich irgendwo hinfahren werden will. Er war praktisch mein privater Chauffeur. Wow. Als Backpacker nicht schlecht. James kam dann auch gegen neun vorgefahren und wir sind zu nem Telefonladen gefahren. Ich brauchte unbedingt ne SIM Karte mit Internetanschluß für mein Handy, denn bei Marcelle gab’s kein WLAN. Und ich muss mit so vielen Leuten Kontakt halten, dass ich einfach Internet brauch.
Umgerechnet 30 Euro hab ich dann für einen Monat gezahlt. Man könnte meinen, dass es eine ganz einfache Angelegenheit wäre. SIM Karte kaufen, Handy auf, Karte rein, Handy zu und los geht’s. Doch nicht hier. Ich will mich jetzt nicht in Details verlieren aber es hat ne gute Stunde gedauert bis es letztendlich funktioniert hat. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass das wohl zum Teil auch daran lag dass ich ein deutsches Handy hatte. Als das dann endlich lief sind wir wieder heim gefahren.
Kaum Zuhause angekommen ging’s eigentlich schon weiter. Marcelle wollte mir auf einer kleinen Inselrundfahrt ein bisschen die Sehenswürdigkeiten des Südens zeigen. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt. Also wieder rein ins Auto und ab auf den Highway nach Süden. Unser Ziel war die PetroTrini Ölraffinierie. Marcelle hatte da was organisatorisches zu erledigen und uns hat das dann die Gelegenheit gegeben aufs Gelände der Raffinerie zu fahren. Schon beeindruckend. Und riesig. Hatte sicher die Fläche einer kleineren Stadt.
Danach sind wir über Nebenstraßen wieder nach Norden gefahren um an einer weiteren Fabrik vorbeizukommen die offenbar zu den Prunkstücken Trinidads gehört. Die Zementfabrik. Ich hab schon mehrfach von verschiedenen Leuten gehört, dass Trinis sehr stolz auf sich und ihre Inseln sind, aber dass das so weit geht eine Zementfabrik als Sehenswert zu bezeichnen hätte ich auch nicht gedacht. Immerhin, es sah fast schon weihnachtlich aus, all die Palmen von weißem Zementstaub überzogen…
Zurück in Chaguanas sind wir dann noch schnell in nen Supermarkt gegangen, ich wurde unzählige Male gefragt ob ich dies oder jenes mögen würde. Ich konnte schlecht überall nein sagen und wenn immer ich ja gesagt hab wanderte es in den Einkaufswagen.
Unser letzter Stop war dann an nem Früchtestand wo wir nochmal Früchte für ne ganze Kompanie gekauft haben.
Zuhause angekommen dauerte es dann auch nicht lange bis das Mittagessen fertig war. Es gab in erster Linie viel. Salat, Gemüse, Spearribs und Brot. Ich musste wirklich nichts tun außer essen, ich wurde nach allen Regeln der Gastfreundschaft verwöhnt. Ich musste kämpfen aber ich hab den Teller leer gebracht. Aber danach erst mal aufs Bett für ein Verdauungsschläfchen.
Um halb vier stand dann der nächste Programmpunkt an. Ich wollte in den Caoori Sumpf und dort ne Tour per Boot mitmachen. James war auch sofort zu Stelle um mich zu fahren und auch Marcelle, Judy und Jessy sind mitgefahren. Am Sumpf angekommen war ich erst mal angenehm überrascht, dass der Guide nur 60TT$ statt der 90TT$ wollte von denen ich im Internet gelesen hab. Für Jessy und Judy war’s aber zu viel, die wollten nicht mit. Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht schnell genug geschalten hab. Eigentlich hätt ich sie einladen sollen. Das wären gerade mal 15€ mehr gewesen. Aber als ich das realisiert hab waren sie schon wieder mit James davon gefahren.
Um vier sind wir dann los gefahren. In meinem Boot waren etwa zwanzig Leute und wir sind langsam in den Sumpf rein. Ich muss sagen, dass ich Sümpfe echt mag. Das ist wie eine eigene Welt. Die Stille. Die schwere Luft. Die Gerüche die man hier wahrnimmt.
An Tieren haben wir auch alles mögliche gesehen, Schlangen die in den Mangroven gehangen sind, Krabben die Wurzeln entlang krabbelten, riesige Termitennester und natürlich Unmengen an Vögeln. Trotzdem muss ich sagen, dass mir die Everglades in Florida besser gefallen haben was die Flora angeht. Und Krokodile haben wir hier leider auch keine gesehen.

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Das Highlight dafür war dann der Anflug der Scarlet Ibis in der Abenddämmerung auf ihre Nächtigungsinsel. Aus allen Richtungen kamen große und kleine Schwärme angeflogen. Wahnsinn. Die Vögel waren so knallrot wie ich noch kein Tier gesehen hab. Dazu dann das Kreisen der Schwärme über den paar Bäumen der Insel. Wie ein Feuerwerk. Einfach atemberaubend. Wer die Gelegenheit hat mal auf Trinidad zu sein, der darf sich das unter keinen Umständen entgehen lassen.


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Um halb sieben war die Tour dann zu Ende und wir sind wieder am Ausgangspunkt angekommen. James stand auch schon bereit um mich nach hause zu fahren.
Da ich vom Mittagessen noch sehr voll war hab ich mich mit ner Banane und nem Apfel als Abendessen begnügt. Eigentlich wollte ich mich abends dann mit Ginelle noch auf ein paar Drinks im Move Towne treffen aber da um 9:30 schon alle hier irgendwie bettfertig waren wollt ich das dann doch nicht bringen und bin dann auch ins Bett gegangen.

Überraschungstag

Heute war Carins freier Tag und den wollten wir zusammen verbringen. Sie hat ne Überraschung für mich geplant und alles was ich wusste war ich soll Badesachen, nen Ausweis, Geld und Klamotten zum wechseln mitnehmen. Ich hatte asso überhaupt keine Ahnung was mich erwartet als ich um acht von ihr abgeholt wurde. Wir sind erst mal ne ganze Zeit lang durch die Gegend gefahren, was auch am Verkehr liegt der hier wirklich überall Staus produziert. Irgendwann wurde mir dann auch klar wo wir denn hinfahren: Zum Flughafen. Der Plan war per Stand-by nach Tobago zu fliegen. Denn Tickets die man hier für Flüge zwischen Trinidad und Tobago kauft haben keinen festen Abflug Termin, die kann man wie Bustickets jederzeit einlösen. Vorausgesetzt es sind Plätze im Flieger für die 12 Minuten Flugzeit frei. Aber wir haben einfach mal drauf gehofft das was frei ist. Es ist dann aber der extrem unwahrscheinliche Fall eingetreten, dass alle Vormittagsflüge gecancelled wurden, warum konnte uns auch keiner sagen. Die Idee war ja ganz nett, aber jetzt musste ein Plan B her. Um über den zu beraten sind wir erst mal wieder nach Port of Spain gefahren, dort gab’s ein nettes kleines französisches Restaurant wo wir dann gefrühstückt haben. Nicht billig aber eins der besten Frühstücke die ich je hatte. Inzwischen hat sich der Himmel über Trinidad auch zugezogen so dass unser Plan B, Kayak fahren im Chaguaramas National Park, eher flach fiel. Also brauchten wir nen Plan C der möglichst gut mit dem regnerischen Wetter harmoniert. Leider gibt es auf fast allen karibischen Insel so gut wie keine Indoor Aktivitäten was uns doch ziemlich stark auf Kino beschränkt hat. Kamen aber nicht wirklich gute Filme. Also haben wir den Plan C etwas modifiziert, sind zu Carins Freundin Jolene gefahren, was dank Verkehr ne gute Zeit lang gedauert hat, haben uns den Schlüssel für ihre Wohnung geholt und sind dort hin gefahren. Mag umständlich klingen aber ich hab bekanntlich keine Wohnung und Carin wohnt in San Fernando, was ziemlich weit im Süden liegt.
Wir haben uns dann also in Jolenes Wohnung auf die Couch geworfen und bei ein paar Tassen Tee und Wein den TV um etwas Unterhaltung bemüht, denn aus der doch recht großen DVD Sammlung konnten wir uns nicht auf einen Film einigen. Als dann um sechs Jolene von der Arbeit nach Hause gekommen ist sind wir zu dritt zum Abendessen gegangen. Hakka, ein Thailänder an der Ariapita Avenue.
War sowohl sehr gut als auch überraschend günstig. Nach dem Essen haben wir Jolene nach hause gefahren und dann hat mich Carin bei Ginelles Onkel abgeliefert. Doch offenbar hab ich heute noch nicht genug Zeit in nem Auto verbracht, denn ich musste nochmal die Unterkunft wechseln da Ginelles Onkel kurzfristig Besuch bekommen hat und das Zimmer braucht. Aber für Ersatz war schon gesorgt. Also alle Sachen gepackt und rein ins Auto. War auch gar nicht so weit weg. Ich habs erst so verstanden, dass ich in ein eigenes Apartment komm. War aber dann doch nicht so. Es war ein Haus in dem eine Familie wohnt und ich krieg bei denen ein Zimmer. Ich wurde sehr freundlich empfangen und alles und trotzdem hab ich mich irgendwie nicht ganz wohl gefühlt, das waren schließlich komplett fremde Leute zu denen ich da kam. Machte auf mich den Eindruck einer Familie, beziehungsweise Mutter mit vier Kindern, was sich im Nachhinein noch als Falsch herausstellen sollte. Ich wurde wie gesagt mit höchsten Ehren empfangen, trotz der späten Stunde. Was noch auffällig war: man ist hier scheinbar sehr religiös. In jedem Zimmer mindestens 3 christlich angehauchte Bilder und genau so viele Bibeln. Hab auch das beste Zimmer mit eigenem Badezimmer bekommen.

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Viel blieb dann heute nicht mehr zu tun als schlafen zu gehen.

Umzug im Taxi

Heute morgen bin ich entsprechend früh aufgestanden jm mein Zeug rechtzeitig zu packen. Um acht ist dann Jeremy gekommen, der hat die Nacht wohl außer Haus verbracht. Wir sind nochmal durch die ganze Wohnung damit wir auch nichts vergessen und um neun haben wir das Haus dann verlassen. Um zwölf war ich mit Ginelle verabredet, wir wollten uns am KFC am independence square treffen und dann per Bus zu ihrem Onkel fahren. Ich hatte also noch etwas Zeit rum zu kriegen. Da ich mit all meinem Gepäck möglichst nicht mehr als nötig durch Port of Spain laufen wollte bin ich mit Jeremy zum Haus der Alliance Française gegangen und hab dort n bisschen in der regionalen Zeitung gelesen und etwas am Blog gearbeitet.

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Um halb zwölf hab ich mich dann auf den Weg gemacht. Man sieht immer mehr, dass der Carnival vor der Tür steht. Inzwischen sind so gut wie alle Schaufenster, Terrassen und wichtige Gebäude von Zäunen umgeben um sie vor den Menschenmassen zu schützen.

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Um zwölf war ich dann beim KFC. Ginelle kam ein bisschen später und wir sind dann zusammen zur Maxi Taxi Haltestelle gelaufen um zu Movie Towne zu fahren wo wir uns noch mit einer Freundin von ihr treffen wollten.
Die Maxi Taxis sind den ZRs in Barbados sehr ähnlich, kleine Vans, vollgestopft mit Sitzen. Einziger Unterschied: die fahren erst los wenn das Maxi Taxi voll ist. Wir mussten also ne viertel Stunde warten bis sich genügend Leute gefunden haben die das selbe Ziel wie wir hatten bevor sich das Maxi Taxi dann in den quälend langsamen Verkehr geschlängelt hat. In Movie Towne angekommen sind wir dann erst mal was essen gegangen, in Popeye, eine Fast Food Kette die mich gute zehn Minuten auf meine Bestellung warten ließ. War auch nicht besonders gut.
Hier haben wir auch Karen getroffen, die kannte ich auch schon von ihrem Besuch auf Barbados. Die hat uns dann wieder mit in die Stadt genommen von wo aus wir uns ein Taxi nehmen wollten. Die Sache mit den Taxis läuft hier scheinbar auch etwas anders ab. Offizielle Taxis gibt’s so gut wie keine, dafür mehr oder weniger private Fahrer die ohne Taxilizenz durch die Gegend fahren. Normalerweise würde ich da niemals mitfahren aber weil Ginelle dabei war hab ich mich mal drauf verlassen, dass das schon so passen wird. Auch meinen Großen Rucksack hab ich nur höchst ungern in den Kofferraum gelegt und die ganze Fahrt über ein Auge drauf gehabt. Noch dazu sind während der Fahrt noch mehr Leute zugestiegen, die irgendwie in die selbe Richtung wie wir wollten. Ich hab also so ziemlich gegen jeden Grundsatz verstoßen der einem hier ans Herz gelegt wird.
http://weltreise-info.de/reisealltag/taxifahrten.html
Der Fahrpreis für ne halbstündige Fahrt hingegen war unschlagbar günstig. 8 TT$ was ziemlich genau einem Euro entspricht.
Als wir dann bei Ginelles Onkel angekommen sind hab ich auch gleich mein Zimmer gezeigt bekommen. Angenehm großes Bett und auch sonst ganz nett. Kurz darauf wurden Ginelle und ich dann noch auf eine Besichtigungstour zu dem Apartmentkomplex den Ginelles Tante gerade bauen lässt gefahren. Wir haben das also besichtigt und sind anschließend mit ihrer Tante und ihrem Cousin noch auf ein paar Doubles und zwei Kokosnüsse gegangen. An nem heißen Tag ist eiskaltes Kokoswasser frisch aus der Kokosnuss einfach super.
Danach ging’s zurück zu ihrem Onkel. Ich wollt mich eigentlich nur mal kurz hinlegen aber irgendwie hat mich die Müdigkeit so überkommen, dass ich eingeschlafen bin.

Maracas Bay

Heute um 10 wurde ich von Carin, Jolenne, ebenfalls aus Südafrika und Ramiro (Columbien) abgeholt. Das Ziel für heute war Maracas Bay, wie schon gestern. Das Wetter hat allerdings nicht ganz so gut mitgespielt. Bei der halbstündigen Fahrt über die Berge war die Straße schon des öfteren regennass. Hat dem Regenwald durch den die Straße führt aber nochmal so das gewisse Extra gegeben, all das eh schon satte grün wirkte noch kräftiger. Kurz vor der Maracas Bay haben wir dann noch schnell an nem Aussichtspunkt angehalten.

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Nordküste Trinidads

Am Strand selber war ganz schön was los. Wir haben aber noch ein paar Liegestühle gekriegt. Die Wellen hier waren recht groß, das Wasser hatte nen grünlichen Touch. Außerdem gab’s dort ne doch merkliche Strömung ujd das Wasser wirkte recht kühl. Kann aber auch sein, dass das an der Bewölkung lag. Was es noch zu sehen gab waren ne Menge Pelikane die über dem Wasser kreisten und sich auf die Fische stürzten. Dürfte das erste Mal sein, dass ich so viele Pelikane in freier Wildbahn sehe.
Inzwischen hab ich auch telefonisch mit Ginelle beziehungsweise ihrem Onkel meine Unterkunft für die nächsten Tage klar gemacht. Muss also so wie’s aussieht nicht in die abgelegene Berghütte ziehen.
Bevor wir den Strand am späten Nachmittag wieder verlassen haben, haben wir uns nochmal eine der für diesen Strand typischen Leckerbissen besorgt. Bake ’n‘ Shark. Ein fritiertes Haifisch Steak im Brötchen. War ganz gut, durch das frisieren ist aber nicht mehr viel Eigengeschmack vom Hai übrig geblieben.
Danach ging’s zurück nach Port of Spain. Die Mädels mussten ihre Kostüme für Carnival abholen. Im Prinzip wenig Stoff für viel Kohle. Aber ganz nett anzusehen. Danach sind wir zu Jolenne gefahren und haben nen Movie Abend gemacht.
Nachdem mich Carin auf dem Weg nach San Fernando Zuhause abgesetzt hat, hab ich mir erst mal noch ne Kleinigkeit zu essen gemacht, das Zeug muss ja bis morgen weg sein. Dachte ich zumindest. Denn als ich mir grad so meinen Toast schmier klopft es plötzlich an der Tür und die Vermieterin steht draußen. Sie war der festen Überzeugung Jeremy und Margot mitgeteilt zu haben, dass am Sonntag abend das Haus zu räumen ist. Ich hingegen hab immer Montag früh gehört. Nach etwas hin und her diskutieren haben wir uns dann drauf geeinigt, dass ich die Nacht noch bleiben kann, morgen früh aber raus muss. Hatte ich ja sowieso geplant.