Beach Volleyball

Hab heute mal wieder ein bisschen länger geschlafen, so dass ich gleich Frühstück und Mittagessen miteinander verbinden konnte. Nudeln mit Tomatensauce. Kein kulinarischer Höhepunkt aber auch nicht schlecht.
Um zwei hab ich mich dann auf den Weg gemacht um mich mit David zu treffen den ich letzten Mittwoch beim Volleyball spielen kennengelernt habe. Er nimmt mich mit zum Maracas Beach wo wir heute eine Runde Beach Volleyball spielen wollten und zeigt mir danach das Apartment das er bei sich frei hat wo ich dann die nächsten zwei Wochen wohnen könnte. Er hat eigentlich auch ein gutes Leben, ist gute fünfzig, repariert Yachten und arbeitet mal in diesem Land, mal in jenem. Kommt aus Kanada und wohnt schon seit zwanzig Jahren auf Trinidad. Demnächst will er hier aber alles verkaufen und nach Kolumbien ziehen. Soll sehr schön sein dort.
A propos schön beziehungsweise umwerfend: Die Straße die man fahren muss um zur Maracas Bay zu kommen wo wir heute spielen ist der Hammer. Sie überwindet den nördlichen Gebirgszug von Trinidad, schlängelt sich durch Täler und über Bergkuppen und überrascht immer wieder unvermittelt mit nem wahnsinnigen Ausblick. Und links und rechts tropischer Regenwald. Mit David’s Pickup Truck sind wir zwar ganz gut vorwärts gekommen aber ich hätte schon einiges dafür gegeben stattdessen auf nem Motorrad zu sitzen. Ne Strecke wie aus dem Bilderbuch.
Als wir dann am Strand angekommen sind haben wir erst mal nicht schlecht gestaunt, dass wir beiden tatsächlich die einzigen beiden Volleyball Spieler waren. Netz und Ball hatten wir zwar aber zu zweit ist ja dann doch n bisschen langweilig. Aber: man darf nicht vergessen, dass wir ja hier in der Karibik sind, dass heißt es gilt karibische Zeit. Und ne gute Stunde nach der vereinbarten Zeit waren wir dann auch schon sechs Leute. Also das Netz im Sand aufgebaut, ein paar der anderen Leute am Strand gefragt ob noch wer mitspielen mag und schön konnten wir fünf gegen fünf spielen. Gespielt haben wir bis Sonnenuntergang um sechs, nur der konstante doch recht starke Wind vom Meer her hat etwas gestört. Ansonsten wars super.

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Die Bucht war übrigens auch recht nett anzusehen. Sandstrand mit ein paar Palmen drauf und landeinwärts hoch aufragend die mit Regenwald überzogenen Berge.

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Aber an die Strände von Barbados kommt der hier trotzdem nicht ran.
Als wir dann alles wieder zusammen gepackt hatten sind wir eben zu Davids Haus gefahren. Das lag nördlich von Port of Spain. Abseits und in den Bergen. Aber so richtig. Die Straße dort hin war teilweise wirklich extrem steil. Sein Haus war aber ganz nett, alles selbst gebaut und unabhängig. Solarzellen auf dem Dach, Regenwassertanks, sogar seinen Kaffee baut er selber an. Und gerade eben baut er an drei Apartments und eins davon ist fast bezugsfertig, das könnt ich haben. Ich finds hier ja schon echt super, total abgeschieden aber eben auch total abgeschieden. Um irgendwie in die Stadt zu kommen müsst ich mir ein Auto mieten. Und das sieht zur Zeit eher schlecht aus. Aber als letzte Zuflucht ists ganz gut das bei der Hand zu haben. Das wären halt dann zwei Wochen isolierter Urlaub den ich mit nichts anderem als Lesen und arbeiten auf der Baustelle verbringen könnt. Hab ihm auch gesagt ich werd mich noch weiter nach Alternativen umsehen und mich melden wenn ich doch nichts anderes find. Danch hat er mich nach hause gefahren und ich hab den restlichen abend mit Jeremy am Fernseher verbracht.

Downtown Port of Spain

Heute Vormittag hab ich endlich David, mit dem ich letzten Mittwoch Volleyball gespielt hab, per Telefon erreicht. Er hatte mich ja gefragt ob ich noch ne Unterkunft brauch. Wir sind dann mal so verblieben, dass er mich morgen Nachmittag abholt, wir zusammen zum Volleyball am Strand fahren (sehr gut, denn ohne Auto wär ich da nicht hingekommen) und nach dem Spiel zeigt er mir dann das Apartment. Perfekt.
Mittags rum bin ich zu nem Spaziergang nach Downtown aufgebrochen.

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Deutsche Friedhöfe sind schöner

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Die Twin Towers. Sitz der Zentralbank

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Brunnen im Woodbrook Park

Als ich dann etwas hungrig wurde bin ich in eine der Malls gegangen um mir im Food Court was zu essen zu holen. Weils so heiß war musst ich natürlich auch was trinken. Überraschung: Die Flasche Cola, 574 ml, kostet grade mal 65 Cent.
Eigentlich wollt ich mich noch nach einer neuen Hose umschauen da eine meiner beiden Hosen schon ziemlich zerfetzt aussieht und demnächst mal ersetzt werden sollte. Aber außer unzähligen Schuh-, Schmuck- und Frauenbekleidungsgeschäften hab ich keinen einzigen Laden gefunden wo’s ne Hose für mich gegeben hätte. Also muss es die alter Hose noch ne Zeit lang machen.
Danach bin ich mal weiter Richtung Kathedrale gelaufen. Für ne Kathedrale wirkts sowohl von außen als auch von innen erstaunlich bescheiden.

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Kinder sind im Garten der Kirche wohl nicht erlaubt

Weiter zum Red House, Regierungssitz. Wird aber zur Zeit komplett renoviert.

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Gleich daneben befinden sich das alte Feuerwehrhaus und dahinter die Nationalbibliothek.

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Dann ging’s weiter zum Hafen. Hat nur ne sehr kurze Hafenpromenade.

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Kreuzfahrtschiff links und Parlament rechts

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Wappen von Trinidad und Tobago

Dann hab ich mich auch langsam wieder auf den Heimweg gemacht, war auch schon gute vier Stunden unterwegs. Dabei bin ich noch zu zwei Autovermietern gegangen und hab mal nach nem Auto für nächste Woche gefragt um die Insel ein bisschen zu erkunden. Aber entweder hatten die Mitarbeiter irgendwie keinen Bock nachzusehen ob noch Autos zu haben sind oder die wussten aus dem Kopf, dass gerade für den von mir angefragten Zeitrahmen nichts mehr frei ist…
Zuhause hab ich dann erst mal ne Flasche Wasser ruter gekippt, ich war echt durstig. Dann erst mal Klimaanlage angeworfen und die Beine n bisschen hoch gelegt.
Gegen acht kamen dann Jeremy und Matthew vorbei. Wir sind dann auf die Ariapita Avenue gegangen, ins Stumblers. Ganz coole Location, ein Haus im Kolonialstil, das Innenleben soweit wie möglich entfernt und in ne Bar und Tanzfläche verwandelt. Als wir dann auf der Terrasse standen hat es auch nicht lange gedauert bis uns ein paar Mädels angesprochen und uns überredet haben mit ihnen etwas die Straße runter ins Nova Será zu gehen. Hier war ich ja vor ner Woche schon mal, und es ist genau wie letztes mal zu mehr als 90% mit Trinis indischer Herkunft gefüllt gewesen. Dort waren wir dann so bis um eins bevor wir uns dann auf den Heimweg gemacht haben. Natürlich nicht ohne uns noch ein paar Doubles zu holen.

Einbrecher und Ausgeher

Der Tag heute hat mit einer ordentlichen Portion Aufregung begonnen. Um fünf Uhr in der früh klopft Margots Vermieterin an die Tür und fragt warum unsere Tür mitten in der Nacht offen steht. Es war dann recht schnell klar, dass wir die Tür nicht aufglassen hatten sonder bei uns eingebrochen wurde. Die Fenster die wir offen hatten waren zwar vergittert, allerdings haben die Einbrecher wohl einen Schlüsselbund auf dem Küchentisch gesehen und diesen mit einem Besen zum Fenster geangelt. Und dann einfach zur Haustür rein. In unsere Schlafzimmer sind sie zum Glück nicht gekommen, nur in Wohnzimmer und Küche. Da waren dann an Wertgegenständen nur Margots Laptop und Geldbeutel, was dann auch das einzige war was geklaut wurde. Ich hatte alao Glück im Unglück.
Die Polizei ist dann auch erstaunlich schnell angerückt. Dann ging das ganze ganze Programm los, Befragungen, wobei wir natürlich zur Tatzeit alle geschlafen habe, Kriminaltechniker sind gekommen um Fingerabdrücke zu suchen und von uns zu nehmen, Fotos wurden gemacht und wir nochmal explizit daran erinnert niemals nen Schlüssel oder andere Wertgegenständen offen sichtbar rumliegen zu lassen. Und Fenster, auch wenn vergittert, immer schließen. Zu nem richtigen Frühstück sind wir auch nicht gekommen, ich bin nur mal los um ein paar Doubles zu holen.
Dann ging die richtige Arbeit los. Der schwarze Puder der zum Fingerabdrücke sichtbar machen verwendet wurde musste wieder weg. Und das war kein Spaß. Denn der hat sich in erster Linie einmal im ganzen Haus abgesetzt. Man konnte den dann auch nicht einfach so wegwischen, nur etwas verschmieren. Im Klartext: wir haben gute zwei Stunden geschrubbt bis wir die Wohnung halbwegs entschwärzt hatten.
Gegen Mittag waren wir dann damit durch und ich hab mich auf den Weg zum Supermarkt gemacht um mir etwas Guthaben für die SIM Karte die mir Margot für mein Handy gegeben hat zu kaufen. Musste ein paar Anrufe tätigen um meine Unterkunft für die nächste Woche zu organisieren, hab aber irgendwie nie jemanden erreicht. Zu allem Überfluss ist dann auch noch unser WLAN ausgefallen. Und das wo ich überaus wichtige Gespräche auf WhatsApp zu führen hatte und damit auf Internet angewiesen war. Denn wie das so mit dem Reisen ist, man trifft jede Menge Leute. Manche mehr, manche weniger interessant. Und ganz wenige sogar so interessant, dass man sie gerne näher kennenlernen möchte. Carin wäre zum Beispiel so ein Fall. Die hab ich letzten Samstag beim Hash getroffen. Wir hatten auch gar nicht viel Zeit uns zu unterhalten, im Prinzip hat’s gerade mal für Name, Herkunft, Beruf und so gereicht. Und eben um Handynummern auszutauschen. Und im Laufe der Woche haben wir uns dann drauf verständigt uns heute Abend mal zu treffen. Da ich von klassischen Dates a la Kino oder Restaurant nicht viel halt, mir allerdings auch der Background dafür was man hier sonst machen kann fehlt, hab ich sie was aussuchen lassen, mit der Bedingung, dass es eben was nicht alltägliches ist.
Doch zuerst mussten wir uns mal treffen, denn sie wohnt im Süden Trinidads und das ist ne ganz schön lange Fahrt. Ich brauchte also WLAN um auf dem laufenden zu bleiben wo und wann sie denn in meiner Nähe ankommt. Die einfachste Lösung des Problems war gleichzeitig auch die eleganteste. Die Brooklyn Bar hat kostenloses WLAN. Zwischendurch hab ich dann noch Margot verabschiedet, denn die fliegt für die erste der beiden Wochen in denen sie aus ihrer Wohnung geworfen wird nach Barbados.
Um halb sieben ist Carin dann gekommen und wir haben uns auf den Weg zur einzigen Minigolf Anlage auf Trinidad gemacht. War zum Glück nicht all zu weit weg, etwas nördlich von Port of Spain. Die Anlage war interessant, aber nicht mit europäischen zu vergleichen. Hatte ein bisschen was von nem Schrottplatz, man musste durch recht viele Regenrinnen und Autoreifen spielen, man konnte glatt den Eindruck gewinnen, da wurde einfach alles genommen was irgendwo rumlag und daraus dann die Anlage gebaut. War aber sonst ganz gut. We sich jetzt wundert warum’s keine Bilder gibt: Bei nem Date zieh ich sicher kein Smartphone aus der Tasche.
Nachdem die achtzehn Löcher gespielt waren sind wir noch an die Bar gegangen. Das ganze war nicht nur ne Minigolf Anlage sondern hat sich selbst als Game Center bezeichnet, deshalb standen da noch ne Karaoke Maschine (Nein, danke) und allerlei anderer Automaten rum. Nachdem wir dann da ne gute Stunde verbracht haben und es Zeit zu gehen war hat sie mich gefragt ob ich noch Lust auf ein bisschen was abenteuerlicheres hab. Wer mich kennt weiß, dass ich dazu niemals Nein sage. Wir sind also in ihr Auto und sie wollte mit mir zu einem ihrer Lieblingsorte auf Trinidad fahren. Hat ne gute halbe Stunde gedauert, durch den Nationalpark Chuagaramas. Die Straße komplett unbeleuchtet, links und rechts nur Dschungel. War ja schon sehr gespannt was mich da erwartet. Als wir dann am Ende der Straße ankamen war ein riesiger Parkplatz, bis auf ein Auto komplett leer. Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich da ehrlich gesagt schon. Wir sind dann so nen kleinen Weg bergab gegangen und plötzlich hat sich dann aus dem Dickicht die Macqueripe Bay vor uns geöffnet. Wow. Um uns herum komplette Dunkelheit, nur der Mond hat etwas Streulicht gegeben. Die Wolken haben sich auch recht bald verzogen, so dass wir einen atemberaubenden Sternenhimmel hatten der von keinem Umgebungslicht gestört wurde. Wie in Marokko in der Wüste. Dazu standen wir in den Wellen am Sandstrand und, was ich hier auch zum ersten Mal gesehen hab, wurden von Leuchtplankton umspült. Sah aus wie kleine Glühwürmchen im Wasser. Alles in allem muss ich ehrlich zugeben, romantischer geht’s nicht mehr.
Irgendwann so gegen halb elf ist dann ne Truppe Nachtfischer angekommen, das haben wir dann für uns als Zeichen genommen uns wieder auf den Heimweg zu machen. Gegen elf war ich dann Zuhause und bin ziemlich müde gleich ins Bett, war ja n langer Tag.

Zoo und Volleyball

Heute bin ich 9 aufgestanden um dann nach einem kurzen Frühstück dem Zoo einen Besuch abzustatten. Margot macht da gerade ihren wöchentlichen Freiwilligendienst, deshalb war heute ein guter Tag da mal vorbei zu schauen. Ist auch nicht all zu weit weg, ne dreiviertel Stunde laufen und ich war da.

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Auf dem Weg zum Zoo


Nach dem ich den wirklich billigen Eintritt (20TT$) gezahlt hab musste ich mich erst mal in Schatten setzen und im Zoo Café ein kühles Bier trinken, denn heute war ein echt heißer Tag und der Weg hier her war selten im Schatten.
Der Zoo war jetzt nicht besonders groß oder spektakulär, konnte aber mit einer ganze Menge Vögeln, hauptsächlich Papageien, und Affen aufwarten. Auch vier Löwen und zwei Giraffen waren zu sehen. Das Aquarium war eher bescheidener Natur.
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Margot hatte um 12 Feierabend und hat mich dann noch ein bisschen auf einer privaten Tour durch den Zoo geführt.
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Anschließend sind wir noch ein Stück durch den botanischen Garten gegangen, der ist gleich um die Ecke.
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Es war dann auch langsam mal wieder Zeit ne Kleinigkeit zu essen, also sind wir ins Rituals gegangen, was das karibische Äquivalent zu Starbucks ist. Dort hab ich mich dann mit nem Kaffee und einem jamaicanischen Patte gestärkt. Ist so eine Teigtasche gefüllt mit allerlei mehr oder weniger unidentifizierbaren Sachen. Schmeckt aber sehr lecker. Danach ging’s nach hause und ich hab mich fertig gemacht für eine Filmvorführung in der Alliance française. Zu der hat mich Jeremy gestern eingeladen, er ist der Direktor dieser Einrichtung die die französische Sprache und Kultur den Leuten hier näher bringen will.
Der Film war natürlich französisch, hatte aber englische Untertitel, die aber meiner Meinung nach alles andere als gut übersetzt waren. Vom Film hab ich wohl so die Hälfte verstanden, der Rest ergab sich aus den Untertiteln und der Handlung. War jetzt kein filmisches Meisterwerk aber man hats schon anschauen können.
Gleich im Anschluß um sieben Uhr bin ich dann mit Margot zum Volleyball spielen gegangen. Das waren zum Großteil Leute die ich auch schon am letzten Samstag beim Hash getroffen hab. In einem Park haben wir ein Volleyball Netz aufgebaut und dann ging’s los, 5 gegen 5. Hat etwas gedauert bis ich wieder drin war, denn dass ich das letzte mal ernsthaft Volleyball gespielt hab war wohl noch vor meinem Abitur. Hat aber echt Spaß gemacht. Wir haben auch lange gespielt, zweieinhalb Stunden. War auch ne recht gute Atmosphäre, denn um uns herum im ganzen Park, der von ein paar Flutlichtern beleuchtet war, waren lauter Leute die irgendwelchen Sport gemacht haben. Ob Basketball, Tennis, Kricket, Laufen, Rennradfahren oder einfach an den öffentlichen Fitnessgeräten. Damit hat sich für mich bestätigt was Margot mir über Trinidad gesagt hat: Es ist nicht nur eine Party Insel, sondern auch eine Sport Insel. Hängt sicher miteinander zusammen, es ist ja bald Carnival und da will natürlich jeder nen präsentierbaren Körper haben wenn man schon halbnackt durch die Straßen läuft.
Als wir um halb zehn das Netz dann wieder abgebaut haben sknd wir noch so ein bisschen ins Gespräch gekommen und David fragte ob wir zufällig noch ne Unterkunft für die Carnivalszeit brauchen. Ich konnte mein Glück kaum fassen, dass mir das so einfach in den Schoß fällt. Denn ab nächstem Montag steh ich ohne Dach überm Kopf da, denn Jeremy und Margot müssen ihre Wohnung ja für zwei Wochen verlassen. Also schnell Telefonnummern ausgetauscht und gesagt, dass ich mich morgen diesbezüglich mal melde.
Danach musste erst mal was zu essen her, denn Margot und ich waren inzwischen ziemlich hungrig. Wir sind dann in unseren total verstaubten Klamotten zu Pizza Hut und haben uns was zum mitnehmen bestellt. Das hat dann eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis das fertig war. Dann gings nach hause und erst mal unter die Dusche.
War soweit ein echt guter Tag der dann noch etwas getoppt wurde: Ginelle aus Barbados meinte ich könnte während der Carnivalszeit auch bei ihrem Onkel unterkommen. Nachdem ich also heute morgen noch überhaupt nicht wusste wo ich denn die nächste Woche nen Platz zum schlafen finden kann, hab ich heute abend schon zwei Angebote aus denen ich sogar auswählen kann. Und das ganze ohne irgendeinen Aufwand meinerseits. Man muss einfach n bisschen auf sein Glück vertrauen. Oder wie man auch in meiner Familie sagt: Einfach mal in den Tag hineinleben, irgendwer wirds schon richten.

National Museum

Heute wollt ich mir mal das national Museum von Trinidad und Tobago anschauen. Das befindet sich gleich neben der Savannah und ist damit für mich in nem 20 Minuten Fußmarsch zu erreichen. Noch dazu liegt das Museum knapp an der Straße die beispielsweise das Auswärtige Amt auf seiner Homepage als Grenze in östliche Richtung der Innenstadt von Port of Spain nennt. Weiter nach Osten sollte man tunlichst nicht gehen. Wenn ich hier so durch die Straßen laufe, dann muss ich schon sagen es ist ein etwas anderes Gefühl als auf Barbados. Die Leute sind jetzt nicht unbedingt unfreundlicher, aber als Europäer wird man von den einen oder anderen etwas intensiver gemustert. Teilweise fühl ich mich auf den Straßen nicht 100%-ig wohl. Vielleicht ist das auch nur Einbildung weil ich eben im Vorfeld recht häufig davon gehört hab, dass die Kriminalitätsrate hier deutlich höher ist. Aber es fällt schon auch auf, dass ich am Tag sicher zehn mal ne Autoalarmanlage höre oder dass, und das ist nicht übertrieben, keine Viertelstunde vergeht ohne dass ich eine Polizeisirene höre.
Was noch auffällig ist: Die großen Ölfirmen scheinen Trinidad ganz schön im Griff zu haben. Recht ansehnliche Bürotürme in bester Lage und man sieht kein Plakat das auf irgendeine Veranstaltung hinweist auf dem nicht mindestens einer dieser Konzerne als Hauptsponsor auftritt. Weils zum Thema passt: Der Liter Diesel kostet hier übrigens 2,50. Allerdings TT$. Will man das mal eben in Euro umrechnen, dann teilt man dass durch acht. Macht satte 31 Cent, da macht tanken wieder Spaß.
Doch nun zum Museum. An sich sehr informativ und umfangreich. Deckt alle Aspekte von Trinidad und Tobago ab, von Geologie, Ökologie über Geschichte und Kultur bis hin zu einer kleinen Nationalgalerie. Ist zwar kein Louvre aber doch ganz nett anzusehen. Man muss aber schon sagen, dass das Museum schon bessere Zeiten gesehen hat. Da wäre ne Rundumerneuerung dringend erforderlich. Ein Exponat hat mich übrigens ganz besonders überrascht: Eine Beschreibung wie Sir Rayleigh vor ein paar hundert Jahren eine kleinere Inseln hier übernommen hat. Denn dieses Dokument hing ohne Beschreibung oder Erklärung an der Wand. Und ich vermute mal ich war seit langem der einzige der lesen konnte was den da genau steht, denn der Text war nicht nur in Frühneuhochdeutsch geschrieben sondern auch noch in Fraktur. Und die Qualität war auch nicht mehr die beste, hatte teilweise echt Mühe mit dem Entziffern.
Nach ein paar Stunden, so gegen drei hab ich mich dann mit einem kleinen Umweg vorbei an der Oper auf den Nachhauseweg gemacht.

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Oper


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Auf dem Weg zurück


Um vier war bin ich dann zusammen mit Margot zu einer kostenlosen Probestunde ins Fitnesscenter gegangen. Wir haben da so nen Kurs mitgemacht der sich Cross Fit nennt. Die im großen und ganzen doch eher faulen drei Monate auf Barbados haben offenbar durchaus ihren Tribut gefordert. Ich war danach schon richtig verschwitzt. Aber es war gut.
Danach ging’s heim und ab unter die Dusche. Der Hunger hat sich dann auch langsam gemeldet und wir wollten praktisch als kleinen Snack ne Portion Hummus zubereiten. Also Kichererbsen, Öl und Knoblauch (mehr Zutaten hatten wir nicht) in den Mixer und püriert. Dann zum runterkühlen in den Kühlschrank und anschließend aufs heiße Toastbrot. War soweit ganz gut, nur nächstes mal würd ich ne Knoblauchzehe weniger reintun.
Als Jeremy dann von der Arbeit kam sind wir zusammen auf ein Bier in die Brooklyn Bar und haben und anschließend noch ein paar Doubles geholt. Und dann war ich auch schon richtig reif fürs Bett.

Organisatorisches

Heute hatte ich viel zu tun, deshalb bin ich schon um 8 aufgestanden. Ich musste mich zum einen mal um eine Unterkunft für die kommenden Tage kümmern, da ich hier nur bis zum 24.2. bleiben kann. Aber da das natürlich die Karnevalszeit ist wirds wohl etwas schwierig werden da was aufzutreiben. Dann hab ich mich heute mal per Mail bei Archie in Venezuela erkundigt wie denn so die Lage vor Ort ist, ob man da bei all den Protesten und Ausschreitungen die derzeit durchs Land fegen halbwegs sicher in Venezuela reisen kann. Denn alle Leute die ich unterwegs getroffen hab und die in Venezuela ne Zeit lang gelebt haben, raten mir eher davon ab. Da muss die Lage aufmerksam beobachtet werden.Außerdem musste ich noch zum Supermarkt und Wäsche musste auch mal wieder gewaschen werden. Und dann war da noch der große Block der Bloggeinträge der letzten Tage. Da sind auch nochmal vier bis fünf Stunden Arbeit reingeflossen. Ich hasse das Gefühl wirklich wenn sich da zu viel Arbeit anstaut. Deshalb wollt ich da heute mal ordentlich was abarbeiten. Das Wetter sah eh etwas regnerisch aus. Um sechs hatte ich dann auch genug und ich bin auf ein Bier in die Brooklin Bar gegangen. Da hab ich dann auch auf Margot gewartet bis sie aus der Arbeit kam. Wir sind dann so bis um halb acht geblieben bis wir dann nach hause sind. Da war dann erst mal was zu essen auftreiben angesagt. Wir wolltens relativ billig haben, deshalb sind wir auf die Ariapita Avenue gegangen und haben uns jeder ne Portion fritiertes Hähnchen mit Pommes und Salat für 4,5€ geholt. Auf dem Heimweg sind wir dann nochmal an der Brooklin Bar vorbeigekommen und auf ein Bier wollten wir dann schon noch bleiben. Jeremy kam dann auch noch dazu. Es blieb dann auch bei einem Bier und wir sind um zehn nach Hause und bald darauf ins Bett.

PANorama

Heute Vormittag ging der Tag ganz gemütlich mit nem Frühstückssandwich los. Als ich gestern den Toast dafür gekauft hab muss ich wohl etwas daneben gegriffen haben, denn ich hatte keinen normalen Toast sondern einen Plantain Toast erwischt. Das ist so ne Art Banane die hier wächst und das gibt dem Toast so nen süßlichen Geschmack. Aber nicht schlecht.
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Nächster Punkt auf der Tagesordnung war dann die Tickets für eine Carnival Party zu bezahlen. Dafür mussten wir alle erst mal zur Bank rennen, denn 500 TT$ war mehr als ich noch übrig hatte. Als das dann erledigt war hab ich Zuhause auf der Couch erst mal n bisschen gelesen und gewartet bis Margot einen Teil ihrer Arbeit fertig hatte. Um drei haben wir uns dann auf den Weg zur Savannah gemacht, dem größten Park der Stadt und gleichzeitig, wenn man den Trinis glauben darf, der größte Kreisverkehr der Welt. Dort fand heute das PANorama statt, das große Finale der Steel Pan Meisterschaft in der alle Gruppen des Landes gegeneinander antreten um den besten unter ihnen zu ermitteln. Tickets dafür hätten 400 TT$ gekostet, was gute 50€ gewesen wären. Das war uns dann aber doch zu viel. Wir sind dann erst mal etwas außerhalb des Veranstaltungsgeländes rumgelaufen und haben den Bands beim Einzug zugesehen.
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Dann haben wir noch nen Bereich gefunden wo man umsonst rein konnte, war nicht direkt an der Bühne wo das eigentliche Vorspielen stattfand sondern vor dem Gelände, wo sich die Bands warmgespielt haben. So haben wir also auch noch ne ordentliche Portion Musik auf die Ohren bekommen. Wir waren natürlich bei weitem nicht die einzigen dort, aber ich sag ma ich hab keine fünf Leute gesehen die ich als Touristen identifizieren hätte können.
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Wir haben dann da noch ein paar Leute vom Hash gestern getroffen mit denen wir uns bei ein paar Bier unterhalten haben. Die Stimmung war allgemein sehr gut und auch das Wetter war exzellent.
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War also ganz cool, auch ohne den Eintritt gezahlt zu haben.
Gegen sechs haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, denn wir wollten noch vor Sonnenuntergang aus dem Park raus sein. Ich glaub zwar nicht, dass das heute bei so vielen Leuten hier ein Problem gewesen wäre aber sicher ist sicher. Da wir recht hungrig waren haben wir noch nen kurzen Abstecher zum McDonalds gemacht, was bei mir auch schon ne ganze Weile her ist. In Europa hab ich den Big Mac immer gemieden, ich fand ihn im Vergleich zu den anderen Burgern immer maßlos überteuert. Aber hier kostet er mit nur 1,80€ gerade mal 20 Cent mehr als ein Cheeseburger, da hab ich dann doch zugelangt.
Anschließend sind wir eigentlich direkt in die Brooklyn Bar gegangen wo wir dann auch Jeremy getroffen haben. Außerdem sind wir mit zwei Lehren, Physik und Französisch, ins Gespräch gekommen. Da musste ich natürlich wieder man Französisch hervorholen, denn sobald eine Gruppe aus hauptsächlich Franzosen besteht tendieren die schon sehr dazu französisch statt englisch zu reden.
Margot ist dann irgendwann nach hause verschwunden und ich wollte mir mit Jeremy noch ein paar Doubles holen. Leider konnten wir keinen Stand finden der die verkauft hätte, also mussten wir auch Chicken Kebab ausweichen, was auch nicht schlecht war.

The Hash

Heute war n richtig langer Tag. Das hat schon damit angefangen, dass wir um 6:30 Uhr aufstehen mussten, denn um sieben waren Margot und ich mit Matthew zum Wakeboarden verabredet. Wir sind also runter zum Yacht Club gefahren wo es um sieben eben losgehen sollte. Aber wie auch schon auf Barbados nimmt mans hier mit den Zeiten nicht all zu genau, so dass wir erst um 7:30 mit den Booten im Wasser waren. Das Meer, das ich heute hier zum ersten Mal gesehen hab, lag spiegelglatt da, also ideale Bedingungen. Es wirkte nur unglaublich dreckig.
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Auf dem Wasser hab ich dann Margot und Matthew den Vortritt gelassen. Es sieht gar nicht mal so schwer aus. Allerdings haben die das ja schon öfter gemacht und von Margot weiß ich, dass sie ne sehr gute Snowboarderin ist, was sicherlich hilft. Als ich dann an der Reihe war gab’s nen zwei Minuten Crash Kurs zur Technik, dann wurde mir das Board angeschnallt und ich war auch schon im Wasser. Das Seil in der Hand hab ich dann drauf gewartet das das Boot mich zieht und ich hoch komm. Die ersten zwei Versuche sind noch gescheitert, beim dritten hats dann geklappt. Macht echt Laune, geht aber wahnsinnig in die Beine. Das war auch der Grund warum wir alle zehn Minuten gewechselt haben.
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Um neun waren wir dann wieder an Land. Mit etwa 20€ pro Person war das auch ein ziemlich günstiges Vergnügen. Werd ich mit Sicherheit noch das ein oder andere Mal wiederholen. War soweit schon mal ein echt guter Start in den Tag.
Dann ging’s zurück in die Stadt. War auch schon wieder Zeit fürs Frühstück und da haben wir uns für die ganz traditionelle Variante entschieden: Doubles. Man könnte meinen inzwischen hängen sie mir zum Hals raus aber dem ist nicht so. Wirklich der ideale Imbiss.
Danach ging’s heim und erst mal ab unter die Dusche, denn das Wasser im Meer ist wie schon erwähnt nicht so ansehnlich. Dann noch schnell im Supermarkt was einkaufen gegangen und mittags hat Jeremy ein Linsengericht gekocht, was wie mir versichert wurde typisch für Südfrankreich ist, sich mir aber offenbar immer entzogen hat.
Für den Nachmittag war dann geplant, dass wir an nem Hash teilnehmen. Was genau das ist wusste ich nicht, mir wude nur gesagt es geht um Laufen beziehungsweise Wandern. Also hab ich mich entsprechend ausgerüstet und mal wieder die Wanderschuhe hervorgeholt.
Um 3 sind wir drei dann von einem Freund von Margot abgeholt worden und zum Startpunkt gefahren. Der befand sich im Norden der Insel im Naturpark Chagaramas. Inzwischen hab ich auch schon mitgekriegt, dass es sich bei einem Hash um so ne Art Schnitzeljagd handelt. Alles privat organisiert und alle zwei Wochen abgehalten. Als wir dann ankamen war ich erst mal überrascht, dass da so viele Leute waren. Sicher an die 250. Alle komplett in Laufausrüstung, ob jung oder alt.

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Vor dem Start


Bevor es dann los ging wurden für die Neuzugänge nochmal die Regeln grob erklärt: querfeldein den Hinweisen folgen, ein Kreis bedeutet man ist auf dem richtigen Weg, ein X bedeutet man ist in ne Sackgasse gelaufen. Mehr muss man eigentlich nicht wissen.
Dann ging’s auch schon los, am Anfang an der Straße entlang und dann scharf nach links in den Wald rein.
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Und mit Wald meine ich nicht nen Wald nach deutschem Vorbild wo alle Bäume schön säuberlich in Reih und Glied stehen. Der Wald hier war mehr ein Dschungel. Riesige Bambus Stämme, Lianen und Luftwurzeln, Büsche die ich noch nie zuvor gesehen hab, Palmen, Bananenstauden und allgemeines Gestrüpp, gerne auch versehen mit Dornen. Und zwischendrin immer die kleinen Papierstreifen aus dem Reißwolf die einem sagen, dass man noch auf dem richtigen Weg ist. Weg ist auch teilweise übertrieben, es ging schon echt querwaldein. Da mussten Berge rauf und runter geklettert werden, durch zum Glück trockene Flussbette gerannt werden und neue Wege durchs Unterholz gesucht werden um nem Stau an einer Kletterstelle auszuweichen. Und das alles natürlich so schnell wie möglich und immer mit offenen Augen nach den Hinweisen. War sehr, sehr cool. So hab ich ne Seite von Trinidad gesehen die ich sonst wohl nicht gesehen hätte.
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"Eingang" zum Dschungel


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Bambus


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Mit Vollgas durchs Gestrüpp


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Aufatmen auf einem etwas breiterem Weg


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Und immer Augen offen halten nach den Hinweisen


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Stau im Flußbett


Als wir dann den Weg aus dem Wald herausgefunden haben gab’s zur Belohnung ne Dose Bier für jeden die ich dann auf dem letzten halben Kilometer bis zum Ziel auch nötig hatte. Im Ziel selbst waren dann große Bottiche mit Eis aufgestellt, darin befand sich dann Wasser und noch mehr Bier. Spätestens hier war mir klar, dass das ganze noch ne recht feuchtfröhliche Angelegenheit werden würde.
Als dann alle im Ziel waren gab’s so was wie ne Art Sieger Ehrung. Nur dass eben keine Sieger geehrt wurden sondern unrühmliches Verhalten abgestraft wurde. Da waren zum einen drei Leute die unterwegs bei der Bierversorgungsstation vorm Ziel nach Wasser statt Bier verlangt haben. Das ist gar nicht gern gesehen. Zur Strafe musste ohne Hände und im Dreck kniend eine Flasche Limo oder was auch immer das war geext werden.
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Der Cheforganisator durfte sich mit einem extra durch den Dreck gezogenen T-Shirt neu einkleiden, weil die Laufstrecke zu langsam gewählt wurde und man nicht genug rennen konnte.
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Dann gab’s da noch zwei Leute die mit neuen Schuhen gekommen sind. Und die Tradition verlangt offenbar, dass nach dem ersten Lauf ein Bier aus diesen Schuhen geext wird.
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Dann gab’s noch die Initiation der Neueinsteiger, zu denen auch Jeremy und ich gehörten. Wir mussten und der Gruppe mit Namen, wer und hergebracht hat, obs uns gefallen hat und ob wir wieder kommen vorstellen. Und natürlich ein Bier exen.
Nach dem der offizielle Teil dann abgeschlossen war begann das „Liming“. Ein Wort dass es nur auf Trinidad gibt. Bedeutet so viel wie „Zusammen abhängen und trinken“. Musik wurde gespielt, eine Bierzapfanlage war inzwischen auch aufgebaut und ein mobiler Dönerwagen ist auch vorgefahren. Und so verging die Zeit dann recht schnell. War wirklich super, ne echt coole Gruppe. Auch ihr Motto kann ich gut verstehen: „We are a drinking team with a running problem“.
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Liming


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Liming


Um zehn sind wir dann zu Marese gefahren für ein paar Drinks und um die Füße im Pool baumeln zu lassen. Offenbar sind Optiker hier auf Trinidad so gefragt, dass sie nicht nur sehr gut verdienen, sondern die Unternehmen auch noch für großzügige Villen zahlen. War auch noch mal ein ganz nettes Beisammensein.
Um zwölf sind wir dann nach hause gefahren worden, hungrig wie wir waren sind wir noch auf die Ariapita Avenue und haben uns da noch nen Cheeseburger genehmigt. Dann ging’s auch endlich ins nach hause. Und unter die Dusche die wirklich, wirklich nötig war.

Feel the Musik

Nach der gestrigen Nacht war heute etwas mehr Schlaf nötig. Hab dann hier im Haus nen Reiseführer über Trinidad gefunden und darin etwas geblättert. Der war natürlich auf französisch geschrieben, deshalb gings mit dem Lesen etwas langsamer voran. Aber hab doch ein paar neue Ideen gekriegt was man hier so machen kann. Ist alles mehr privat organisiert, keine großen Anbieter von Inselrundfahrten oder so was. Tourismus an sich gibt’s hier praktisch nicht, wer hier her kommt mach das weil ihn die Arbeit her bringt. Und vielleicht noch die zwei Wochen Carnival die jetzt demnächst beginnen.
Um 3 sind Margot und ich dann losgelaufen um zu nem Pool zu gehen. Meer gibt’s hier zwar auch, aber zum Baden lädt das nicht gerade ein. Das Wasser ist auf keinen Fall mit Barbados zu vergleichen. Zum einen mündet der Orinoco in Venezuela keine 100 Kilometer von Port of Spain entfernt in den karibischen Ozean und bringt ne Menge Dreck mit, zum anderen stehen hier um Trinidad richtig viele Ölplattformen im Meer. Dazu noch die ganzen Schiffe die das Öl dann in die ganze Welt schippern…
Wie gesagt zum Pool. Ist natürlich kein öffentlicher Pool, so was gibt’s hier nicht. Der Pool ist Teil einer Wohnanlage im Zentrum der Stadt. Drei riesige Hochhäuser in denen wahrscheinlich alle Ausländer wohnen die für ihre Firma auf Trinidad im Einsatz sind. Entsprechend luxuriös wirkt auch alles. Sehr kontrastreich zu den umgebenden Vierteln. Wir mussten uns also nur irgendwie am Empfang vorbei mogeln um in die Anlage zu kommen, denn das ganze st natürlich privat. Der Trick ist hier wie so oft Selbstvertrauen. Wir sind einfach rein, haben die drei Rezeptionisten gegrüßt und sind weiter gegangen als würde uns der Laden gehören. Für diese Dreistigkeit wurden wir dann mit einem recht schönen Pool mit Ausblick auf die Berge belohnt, den wir fast ganz für uns alleine hatten. A propos Berge: Das ist was was ich auf Barbados echt vermisst hab. Man hat da einfach keinen Hintergrund gesehen, nur den Himmel. Hier jetzt die Berge zu haben ist schon was.
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Zum im wahrsten Sinne des Wortes krönenden Abschluß sind wir dann noch aufs Dach von einem der Hochhäuser gegangen um den Sonnenuntergang anzuschauen. In den Turm selber kommt man allerdings auch nicht so leicht rein, man braucht ne Magnetstreifenkarte um die Eingangstür zu öffnen. Oder man wartet wie wir bis jemand vorbei kommt und sagt dann, dass wir beide unsere Karten im Apartment vergessen haben und ob der Herr nicht die Tür für uns mit seiner Karte öffnen kann damit wir rein können. Als wir dann drin waren gings per Aufzug in den 18. Stock und dann die Treppe aufs Dach. Wie man sich denken kann eine grandiose Aussicht.

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Leider war es auf dem Meer zu bewölkt um die Sonne versinken zu sehen, sie hat sich mehr hinter einem Dunstvorhang verkrochen. Dann sind wir wieder runter, durch die Tiefgarage raus auf die Straße und sind mal in den Stadtteil Saint James gelaufen. Die Autos sahen immer noch gut aus, wie eigentlich überall auf Trinidad, der Rest jedoch war schon etwas heruntergekommener. Viel Müll, streunende Hunde und die Häuser generell in nem schlechteren Zustand. Wir waren auf der Suche nach was zu essen, genauer gesagt wollten wir uns Rotis holen. Die sind den Doubles nicht ganz unähnlich. Ein großer Pfannkuchen auf den dann alles mögliche kommen kann, verschiedene Currys, Fleischsorten, Gemüse und Soßen. Das ganze wird dann zusammengeklappt und hat dann in etwa die Form und Größe eines Milchkartons. Das Ding dann zu essen ohne sich selbst mit dem teilweise sehr flüssigen Inhalt zu bekleckern ist eine Kunst für sich. Ich jedenfalls was sehr froh am morgen noch meinen Bart gestutzt zu haben, so dass da nicht all zu viel drin hängen blieb. Aber ansonsten wars sehr gut, sehr günstig und sehr sättigend. Was jetzt noch fehlte war ein Bier. Also rein in die nächste Bar und für jeden ein Bier bestellt. Dann wurde auch draußen ein Tisch frei und wir konnten uns hinsetzen und ein bisschen das Treiben auf der Straße beobachten. Margot hat mir erzählt, dass das hier die Bar ist in der der frühere Ministerpräsident einmal die Woche gekommen ist um zu zeigen wie volksnah er ist. Und die Bar ist schon wirklich sehr volksnah.
Nach dem Bier sind wir dann wieder nach hause gelaufen, hat auch ne halbe Stunde gedauert. Schnell geduscht, umgezogen und fertig für die Nacht gemacht, ist ja Freitag. Zusammen mit Jeremy sind wir erst mal in die Brooklin Bar und haben dort ein paar Freunde von Margot getroffen. Danach sind wir weiter, wollten eigentlich zu ner Art DJ Wettbewerb, wurden dann aber von Live Musik in nem Hinterhof angelockt. Das war richtig gut. Lauter junge Leute, nach jedem Song ist ein Teil der Musiker von der Bühne gegangen und ein paar neue sind für das nächste Lied gekommen. Und die haben ihre Instrumente echt beherrscht. Da haben wir dann so eineinhalb Stunden zugehört.
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Da dort keine Getränke verkauft wurden sind wir über die Straße zurück zur Brooklin Bar um uns mit Bier zu versorgen. Dort ist dann auch gleich die nächste Überraschung vorgefahren. Der Carib Promotion Truck.
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Der hat einfach vor der Bar geparkt, die komplette Straße zugestellt, und mit Musik und Giveaways zu ner spontanen Straßenparty angeregt. Da ich auch gerade ein Carib in der Hand hatte als die Promo-Mädels vorbeikamen gab’s ein kostenloses Carib-Kopftuch für mich. Ein Freibier wär mir zwar lieber gewesen, aber ich nehm was ich kriegen kann.
Irgendwann sind wir dann noch auf Alex, ein Freund von Margot, und Miguel, ein spanischer Dokumentarfilmer, getroffen mit denen wir dann noch zu nem Steel Pan Konzert gegangen sind. Ein sehr einzigartiges Instrument, das praktisch nur auf Trinidad gespielt wird. Kann man sich als umgedrehtes altes Ölfass vorstellen dessen Boden so bearbeitet wurde, dass je nach dem wo man drauf haut ein anderer Ton erzeugt wird. Der Sound hat was von nem Xylophon, klingt aber deutlich metallener. Und natürlich spielen die nicht einzeln sondern ein Orchester von an die 50 Leute, ganz junge und ganz alte. War schon ne coole Sache.

Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen hab ich mir mal die Arbeit gemacht ein Video davon hochzuladen.


YouTube Direkt
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Gegen zwei haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, natürlich nicht ohne vorher nochmal ein paar Doubles zu uns zu nehmen. Ein idealer Mitternachtssnack.

Wiedersehen auf Trinidad

Erster Tag im neuen Land, da gibt’s immer viel zu tun. Erst mal nen Stadtplan in die Hand genommen und so gut es geht auswendig gelernt. Denn nichts outet einen schneller als planloser Tourist als mit nem Stadtplan an ner Straßenkreuzung zu stehen und nicht zu wissen wo’s lang geht. Und in manchen Gegenden möchte ich das gern vermeiden.
Als nächstes musste Bargeld beschafft werden. Margot hat mir bevor sie zur Arbeit gefahren ist gesagt wo ich Geldautomaten finden kann. Also zur ersten Bank. Ein etwas ungewohntes Bild. Normalerweise sind Banken ja recht offene Gebäude, die hier war von hohen Metallzäunen umgeben und sah doch eher abweisend als einladend aus. Dort musste ich auch noch feststellen, dass meine Karte hier nicht funktioniert. Hm. Also auf zum nächsten Geldautomaten. Der hat dann funktioniert und war praktischerweise gleich neben nem Supermarkt. Also gleich mal das Äquivalent von 250€ in TT$ gezogen und in den Supermarkt. Sehr angenehm überrascht war ich von den Preisen hier. Auf Barbados war doch ziemlich alles schmerzhaft teuer, hier ist’s praktisch der halbe Preis. Da macht einkaufen wieder Spaß. Dann bin ich auch gleich auf direktem Weg nach Hause, mit so viel Geld lauf ich ungern in der Gegend rum.

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Weg vom Supermarkt zurück

Zuhause hab ich dann erst mal das Geld und meine Einkäufe sicher verstaut und mich danach mal n bisschen mit den Aktivitäten die man hier so unternehmen kann beschäftigt. Außerdem wollt ich mich erst mal noch ein bisschen an die neue Situation hier gewöhnen bevor ich mich in die Stadt stürze. Hier mal noch ein Rundblick um das Haus, in alle drei Richtungen in die wir Fenster haben:

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Als dann abends Margot und Jeremy aus der Arbeit kamen sind wir erst mal was essen gegangen. Ne Portion Spare Ribbs mit Pommes und Salat für 5€. Preislich ganz in Ordnung.
Auf dem Weg von diesem Imbissstand zur nächsten Bar sind wir dann an einer Ansammlung von Kartons mit allem möglichen Zeug und jeder Menge Bücher drin vorbei gekommen. Sah so aus als wäre das alles weggeworfen worden. Ich jedenfalls hab ich ordentlich mit neuem Lesestoff eingedeckt und ne neue alte Sonnenbrille gab’s auch noch.

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Unser Ziel für heute abend war Frankie’s Bar. Die hatten ne ganz nette Aktion, immer wenn man was an der Bar kauft wirft der Barkeeper ne Münze. Gewinnt man den Münzwurf ist das Getränk umsonst. So waren meine ersten vier Bier for free bevor ich dann auch mal eins zahlen musste. Hier trinkt man übrigens Carib.

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Wie man auf den Fotos sieht geht’s hier für nen Donnerstag ganz schön zu. Hab mir von Margot sagen lassen, dass es hier eigentlich keinen Unterschied zwischen den Wochentagen gibt. In Trinidad ist immer was los, die Bars sind täglich gefüllt.

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Heimatgefühle

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Margot und ich mit unseren brandneuen Sonnenbrillen

Wir hatten ne ganz gute Zeit in der Bar. Irgendwann hat uns dann der Hunger gepackt und wir haben uns ein paar Doubles besorgt. Und irgendwann hats dann auch Patrick endlich geschafft aufzutauchen. Der hat Barbados am Montag verlassen um ne Woche lange auf Trinidad Kunden abzuklappern und konnte deshalb nicht bei meinem Abschiedsessen auf Barbados dabei sein. Aber das haben wir nachgeholt.

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French Reunion

War soweit ein ganz guter zweiter Tag, der vielleicht ein bisschen früher hätte enden können. Aber erstens hatten wir ja mit dem Wiedersehen nen Grund zu feiern und zweitens braucht man hier gar keinen Grund zum feiern.