Ein Tag am Strand

Heute wollt ich mal nicht so lange warten bis ich an den Strand geh. Also bin ich schon um 2 Uhr hin gefahren. Da ich keinen Schirm für Schatten hatte hab ich die meiste Zeit im Wasser verbracht. Um 8 war ich dann wieder am Campingplatz und hab da dann schon gemerkt, dass das heute wohl zuviel Sonne war. Sonnenbrand.
Nach ner Dusche (kaltes Wasser gabs auch hier leider nicht) bin ich dann nochmal nach Marseillan Plage gelaufen.

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Sonnenuntergang über dem Bassin du Thau

Richtig krasser Touristenort. Da war wirklich höllisch viel los. Lag wohl auch am Feuerwerk das es heute abend am Strand gab. War recht schön. Davor hat man noch nen orange leuchtenden Vollmond aus dem Meer aufsteigen sehen. Hätt ich gern auf Foto gebannt, aber meine Kamera gibt nachts leider nicht so viel her.

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Dann bin ich aufm Rückweg noch über den Vergnügungspark gelaufen. War auch um kurz vor 12 noch sehr gut besucht.

Wieder in der Werkstatt

Heute hab ich mich entschlossen noch zwei weitere Tage am Campingplatz zu bleiben. Ist wirklich ideal hier. Nachmittags bin ich mal auf gut Glück nach Agde gefahren um nach ner Roller Werkstatt zu suchen. Ich hatte nämlich inzwischen einen durchgetrettenen Kickstarter,  was das Anlassen sehr erschwert und meine Hinterbremse ist während der Fahrt ausgefallen. Da muss ich unterwegs ne Schraube verloren haben. Hab dann auch ne Werkstatt gefunden, nur sprach da natürlich keiner der 10 Mitarbeiter Englisch oder Deutsch. Also mußte ich meine technischen Probleme mit auf diesem Gebiet sehr beschränkten Vokabular verständlich machen. Hat dann auch irgendwie geklappt. Ne halbe Stunde haben ein Mechaniker dran rum gemacht, dann sahs wieder so aus als könnts ne Weile wieder funktionieren. Als ich nach dem Preis fragte meinte er nur: Passt schon. Sehr nett.
Danach ging’s wieder ab an den Strand. Nur leider hat sich die Sonne da schon hinter ne Wolkenwand verzogen und kam auch den ganzen Tag nicht mehr raus. Bin trotzdem bis um 8 am Meer geblieben.

Besuch in Séte

Heute Vormittag bin ich nach Séte gefahren um mir die Stadt etwas anzuschauen. So weit ich das noch in Erinnerung hab hat sich in den letzten sicher 8 Jahren schon einiges verändert.

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Die beiden Straßen gibt's auch wirklich in jedem kleinsten Kaff in Frankreich

Mittags bin ich in eine Brasserie und hab  zwei typisch séter Gerichte gegessen: Tièlle sétoise, was so eine Art Fischpastete mit Salat war als Vorspeise und als Hauptgericht Rouille de Seiches a la sétoise riz, was so ne Art Tintenfisch in Tomatensauce mit Reis war. Beides sehr lecker.
Dann bin ich noch den Mont Saint Claire, also den Stadtberg von Séte, raufgelaufen. Knappe 200 Höhenmeter. Hört sich erst mal nicht so schlimm an, aber bei dem Wetter wars schon anstrengend. Dafür gab’s dann auch ne schöne Aussicht auf Séte:

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Gipfelkreuz

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Der Weg nach unten

Nachmittags ging’s dann wieder an den Strand. Da ich keinen Schirm oder so was für Schatten dabei hatte war ich die meiste Zeit im Wasser gelegen, was bei 24 Grad und bei leichtem Wellengang sehr angenehm war.

Urlaub

Zelt stand am morgen wieder in der Sonne. Deshalb war am 8 nicht mehr an Schlaf zu denken. Auch ein Hahn krähte schon bei Sonnenaufgang recht nah. Bin dann erst mal zur Rezeption und hab meinen Aufenthalt um 2 Tage verlängert. Der Platz hier ist echt spitze. Dann ab in den nächsten Ort zum tanken, denn ich war schon wieder auf Reserve und wollt so was wie gestern nicht nochmal riskieren. Hab dann auch gleich eingekauft, denn sonntags haben die Supermärkte bis mittags auf.
Da ich von gestern doch nen schönen Sonnenbrand auf den Armen hatte wollt ich heute eher im Schatten bleiben, bzw. erst am späten Nachmittag an den Strand gehen wenn die Sonne nicht mehr so intensiv ist. Hab dann das letzte deutsche Buch, dass ich noch zusammen mit 3 anderen von meiner Tante in Villingen gespendet bekommen hab, ziemlich durch gelesen. Gegen 5 bin ich dann runter an Strand. Wasser war echt super, laut Infotafel 23 Grad und sehr sauber. Hab dann da den restlichen Abend verbracht, das Buch zuende gelesen und ne ganze Weile den Strand abgelaufen.

Endlich Schlümpfe

Um 8 Uhr war aufstehen angesagt. Bin dann gleich raus und wollt in nem Café frühstücken. Hab aber bis auf nen Mc Donalds nichts gefunden und darauf hatte ich auch keine Lust. Vom Bahnhof aus gab’s nochmal nen schönen Blick über die Stadt.

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Also ohne Frühstück zurück ins Hostel, mußte ja noch duschen uns packen und um 10 Uhr draußen sein. Hab mich dann mehr oder weniger spontan entscheiden nach Sète runter zu fahren. Musste dazu ein ganz schönes Stück durch Marseille. Und die Straßen hier waren echt in nem erbärmlichen Zustand. Schlaglöcher von über 10 cm Tiefe waren keine Seltenheit. Ich hatte teilweise echt Angst, dass mir der Roller unter der Fahrt einfach auseinander fällt. Oberflächlich hat er es wohl überstanden aber wie ich abends feststellen musste war wohl das Licht ausgefallen. Lässt sich aber denk ich leicht reparieren.
So bin ich dann mehr oder weniger in der Küste entlang. Mal durch ewig weite Olivenplantagen, mal durch Weinfelder.

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Und auf einer schier endlos geradeaus verlaufenden Straße durchs absolute Nichts nach Arles passierte dann was nicht passieren durfte: Reservelicht fürn Tank geht an.

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Und nicht mal n Hinweisschild auf die nächste Tankstelle zu sehen. Ums kurz zu machen: etwa 3 Kilometer vor Arles musste ich schieben. Die Straße war inzwischen autobahnähnlich, mit Leitplanken links und rechts,  konnte also mit dem Roller auch nicht so einfach runter. Ein Motorradfahrer hat angehalten und gefragt ob ich Hilfe bräuchte, aber wo die nächste Tankstelle ist konnte er mir auch nicht sagen. Nach etwa 2 Kilometern in der prallen Sonne hatte ich Glück: die Straßen wurde leicht abschüssig und ich konnte 500 Meter runter rollen. Dann wieder schieben und die erste Ausfahrt runter. Nach weiteren 2 Kilometern war ich in Arles. Am erstbesten Baum halt gemacht, komplett verschwitztes T-shirt ausgezogen, aufn Boden gesetzt und nen Liter Wasser getrunken. Ganz schön anstrengend. Leichter Sonnenbrand meldete sich auch schon. Als ich weiter wollte hab ich verschiedene Fußgänger nach der nächsten Tankstelle gefragt, waren aber alles nur Touristen die mir nicht helfen konnten. Da kam mir die Idee, dass mein Navi ja Tankstellen verzeichnet haben müsste. Und tatsächlich nur etwas mehr als nen Kilometer entfernt ist eine. Also Roller durch die Stadt geschoben zu der Tankstelle die sich dann als Parkplatz entpuppte. Von ner Tankstelle war nichts zu sehen. Also neuer Versuch. Nächste Tankstelle laut Navi eineinhalb Kilometer entfernt. Die Strecke führte durch die ganze Altstadt und ich wurde mehr als einmal gefragt warum ich denn bei der Hitze und mit dem Gepäck den Roller schieb und nicht fahr. Irgendwann hab ich nicht mal mehr versucht auf französisch ne Antwort zusammen zu stopseln sondern habs einfach ignoriert. Am Ziel angekommen musste ich feststellen, dass die Tankstelle einer Eisdiele weichen musste. Ich war schier am durchdrehen. Man muss dazu sagen, dass meine Kartensoftware auch von 2009 ist. Wieder n paar Leute gefragt, alles wieder Touristen. Also dritter Versuch. Wieder 2 Kilometer zum anderen Ende der Stadt. Sonnenbrand inzwischen schon deutlich spürbar. Wenn die hier wieder nichts wäre war ich im Geiste schon bereit einfach an Ort und Stelle stehen zu bleiben und auf ein Wunder zu warten. Irgendwann tauchte in der Ferne eine Fahne auf und ich erkannte Schlümpfe darauf.

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Endlich am Ziel. Denn die Total Tankstellen werben mit denen, deshalb wusste ich, dass da ne Tankstelle sein muss. Und so wars dann auch. Also vollgetankt und nach über 3 Stunden Schieberei endlich wieder gefahren. Richtig geiles Gefühl,  selbst wenns bergauf nur mit 5 km/h ging, man lernt es richtig zu schätzen. Also weiter Richtung Montpellier. Da dann erst mal in nem Einkaufszentrum was zu essen gekauft. War schon am überlegen ob ich nicht in Montpellier bleiben soll, aber dann dacht ich die 50 Kilometer schaff ich jetzt auch noch. Ging auch, nur die Sonne brannte auf Unterarme und Beine. Also durch Séte durch und den Campingplatz Le Castellas angesteuert den ich noch aus meiner Kindheit kannte. Hat sich aber enorm verändert. War auch so unglaublich viel los, dass ich da schon wenig Lust drauf hatte. Nachdem ich mich dann in einer ewig langen Schlange an der Rezeption angestellt hatte und nach 15 Minuten noch nichts vorwärts gegangen ist, bin ich weiter gefahren. Wollte dann einfach den nächste Campingplatz nehmen. Der war dann in Marseillan, lag etwas versteckt. Aber der beste auf dem ich je war. Hat nur 50 Parzellen, ordentliche Sanitäranlagen und kostenloses Wlan. Der Hammer war der Preis: 5 Euro, obwohl Hauptsaison ist. Bei Le Castellas hätt ich allein 6 Euro für eine Stunde Wlan gezahlt, vom Stellplatz mal ganz zu schweigen. Also Zelt aufgebaut und ab ans Meer. Sind zwar 3 Kilometer, aber wozu hab ich nen Roller?

Marseille

Heute hab ich mich dann auf den Weg nach Marseille gemacht. Mein ganzes Zeug, besonders der Rucksack weil er die ganze Zeit am Boden lag, war voller Staub und Erde. Ließ sich nur schwer ausklopfen.
Beim Tanken gab’s dann noch nen Schockmoment. Nachdem ich vollgetankt hatte tropfte Benzin aus dem Roller raus und zwar nicht grad wenig. Ich hatte schon Panik, dass ein Benzinschlauch gerissen oder der Tank undicht sein könnte. Aber nachdem ich 10 Kilometer gefahren bin hats aufgehört zu tropfen. Entweder da ist beim tanken was daneben gegangen oder der Tank ist ganz oben undicht.
Gegen 16 Uhr bin ich in Marseille im Hostel angekommen. 30 € die Nacht. Das Hostel (Vertigo Hotel) macht nen ganz guten Eindruck. Hab ein Vierbettzimmer, das ich mir mit 3 Belgierinnen teil. Nachdem ich meine Sachen verstaut hab bin ich in die Altstadt. Mein Hostel liegt offenbar im arabischen Stadtviertel. Ich bin ohne großes Ziel durch die Stadt gelaufen. Zuerst bin ich am alten Hafen vorbei gekommen.

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War in diesem Moment nun praktisch das erste mal auf dieser Reise am Mittelmeer. Dann ging’s weiter in die Stadt rein. Sehr gut erhaltener Stadtteil mit vielen kleinen verwinkelten Gassen. Waren auch überall Ausstellungen und Open-Air Bühnen, Marseille ist ja die europäische Kulturhauptstadt 2013.
Gegessen hab ich dann in nem kleinen Lokal mit schöner Aussicht auf die Kathedrale Notre-Dame de la Garde.

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Da werd ich morgen mal hoch laufen. Den Abend hab ich dann im Hinterhof/Garten des Hostels verbracht und hab meine weitere Route geplant.

Encore une fois

Ich war gestern abend schon am überlegen ob ich nicht noch nen Tag in Avignon bleiben soll. Heut früh hab ich mich dann dafür entschieden. Am Vormittag dann ein neues Buch angefangen zu lesen und Mittags dann wieder rein in die Stadt. Noch mehr Seitenstraßen erkundet und mich am bunten Treiben erfreut. Viel Zeit hab ich auch mit nem Baguette, Käse, ner Flasche Orangina und meinem Buch in den verschiedenen Parks der Stadt verbracht. Abends hab ich mir noch ein Konzert von Stringfever aus London angehört,  war sehr gut. Auf dem Zeltplatz hab ich dann mit meinen belgischen Zeltnachbarn noch ein paar Bier getrunken und mich mit denen über alles mögliche unterhalten.

Avignon

Gestern Nacht hat sich noch n Gewitter zusammen gebraut. Bis um 9 Uhr in der früh hatts noch geregnet. Das hielt meine Motivation aufzustehen dann ziemlich gut in Grenzen. Die Sachen die ich gestern noch gewaschen und zum trocknen aufgehängt habe waren natürlich auch komplett durchnässt, ebenso wie mein Helm den ich am Roller festgemacht hab, denn das eigentliche Helmfach benutz ich als Tresor um Wertsachen ein zu schließen. Das Zelt war beim abbauen und einpacken natürlich auch noch nass, aber da kann man halt nix machen. Wenigstens hat sich das Wetter gefangen und als ich losgefahren bin hat die Sonne wieder gescheint. Das Ziel für heute sollte Avignon sein, keine 100 km entfernt. Also hab ich mir den Luxus gegönnt und bin statt Schnellstraße die bergige Straße am Rand der Schlucht entlang die ich gestern schon mitm Bus in die andere Richtung gefahren bin. Auch wieder ein Motorradfahrer-Geheimtipp. Der Roller tut sich bergauf erfahrungsgemäß eher schwer, deshalb hab ich für den Streckenteil ne gute Stunde gebraucht. Aber die Aussicht war wieder mal klasse.
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In Avignon angekommen ging’s gleich aufn Campingplatz. Von der Lage her echt super, man muss nur einmal die Rhône überqueren und schon ist man in der Altstadt. Aber der Platz an sich… naja. Kein Gras, nur trockener, staubiger Erdboden. Wir erinnern uns, mein Zelt war noch nass. Das war dann natürlich die ideale Kombination. Schon beim Aufbauen sah mein Zelt aus als hätt ichs in ne Matschpfütze geworfen. Aber was solls, kann man nix machen. Nachdem das Zelt stand und Gepäck und Roller aufgeräumt waren bin ich also rüber zur Altstadt. Das Stadtbild wird vom Papstpalast dominiert, denn im 14. und 15. Jahrhundert war nicht Rom sondern Avignon der Herrschaftssitz des Papstes.
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Auch gleich ins Auge sticht die Pont Satin Bénézet.
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Da kann man sich natürlich die Frage stellen: Warum hört die mitten im Fluß auf? Ganz einfach, weil Hochwasser und Kriege der Brücke stark zugesetzt haben. 1660 wurde sie dann endgültig aufgegeben.

In der Stadt selbst war wirklich extrem viel los. Das lag daran, dass gerade ein dreiwöchiges Kunst- und Kultur-festival stattfand. Alle 50 Meter war ein Straßenkünstler der die Leute unterhielt. Ganz nette Atmosphäre. Überhaupt ist Avignon eine absolute Künstlerstadt. Speziell Theater und Cabaret Vorstellungen gibt’s hier wahnsinnig viele. Und das hat einen ganz bemerkenswerten Effekt. Ich nenn es mal die Inflation der Werbung. Denn wie macht man auf ein Stück aufmerksam? Richtig, man hängt ein Plakat auf und verteilt gegebenenfalls ein paar Flyer. In ner kleineren Stadt mit entsprechend geringen Theaterangebot funktioniert das auch. Aber nicht in Avignon. Dadurch, dass man nicht als einziger sein Plakat hängen hat sondern nur noch einer von vielen ist, sticht man nicht mehr aus der Masse heraus und der Werbeeffekt verpufft. Die Lösung dieses Dilemmas scheint erstaunlich simpel zu sein: Man hängt einfach mehr Plakate seiner eigenen Vorstellung auf und schon hat man durch die schiere Masse der eigenen Plakate die Aufmerksamkeit des potentiellen Theatergängers auf sein Stück gelenkt. So weit, so gut. Der einzige Haken dabei ist, dass das scheinbar alle so machen. Deshalb ich die ganze Stadt zugepflastert mit einer unvorstellbaren Anzahl an Theaterplakaten.
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Für die Verteilung von Flyern  scheint das gleiche zu gelten: In den 5 Stunden in denen ich in Avignon war hab ich sicher 20 Flyer in die Hand gedrückt bekommen. Einfach verrückt.

Hab mich heute auch zu einem Restaurant Besuch hinreißen lassen. Exzellentes Gaspacho als Vorspeise, nur das Steak hat danach leider enttäuscht. Inklusive ein Glas Wein hat das ganze aber auch nur 20 € gekostet. Erstaunlich günstig für Frankreich, normal zahlt man deutlich mehr.
Nach dem Essen bin ich dann weiter durch die Stadt geschlendert und hab den zahlreichen Musikern zugehört, die waren fast alle richtig gut. Tja und gegen 22:30 Uhr ging’s zurück zum Zelt.

Mit dem Kajak auf der Adrèche

Heut ging’s wieder recht früh los. Wollte den Tag heute nutzen um die Adrèche Schlucht mit dem Kajak zu durchfahren. Um 8:30 Uhr war der Bus am Campingplatz der mich und 4 andere zum Startpunkt der Kajakfahrten brachte. Ich hab gleich die ganz lange Tour genommen, 32 km durch die komplette Schluchtenlandschaft der Adrèche. Eins gleich vorweg: das war ambitioniert.
Gegen 9 Uhr war ich dann mit meinem Kajak im Wasser und paddelte munter drauf los. Was gleich aufgefallen ist: Der Fluss war unglaublich klar. War gar kein Problem den Grund in über 3 Meter Tiefe deutlich zu sehen. Auch Fische waren massenweise da. Aber nicht nur die Kleinen, auch etliche die mehr als 50 cm hatten. Was es natürlich noch massenweise gab, und das war so ziemlich der einzige Minuspunkt, waren andere Kajakfahrer. Ungelogen, wie die Perlen auf der Schnur auf dem Fluss aufgereiht. Durch die Schluchten sind heute sicher über 1000 Boote gefahren. Aber sonst wars echt spitze. Landschaftlich vergleichbar mit dem Donaudurchbruch in Kehlheim, nur eben 32 km lang und sicher fünfmal so hoch.

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Noch dazu waren einigen Wildwasserstellen dabei. Die haben richtig Laune gemacht. Einmal hätts mich mich auch fast ordentlich ausm Boot gehauen, ging aber grade so noch gut. Andere hatten da weniger Glück, was immer zur Erheiterung der umliegenden Bootsfahrer beitrug.
Wie schon erwähnt, 32 km war die längste Tour und die zog sich hin bis etwa 16:00 Uhr ( mit 3 kleineren Pausen). Das ganze natürlich bei wolkenlosem Himmel und über 30 Grad. Schatten gibt’s da auch fast keinen, weil der Canyon ober sicher nen Kilometer breit ist und dann nach unten trichterförmig zu läuft. Aber dank guter Sonnencreme bin ich fast ohne Sonnenbrand durchgekommen. Ne andere Sache war die bloße Länge. Bis auf die paar Stromschnellen war die Adreche nicht gerade ein schnell fließender Fluss. Man musste also immer paddeln. Die ersten 15 km gehen noch, wenn mans nicht gewohnt ist, aber ab da hab ichs dann schon in den Schultern gemerkt. Ich bin mir fast sicher, dass der Muskelkater den ich dadurch jetzt hab mir auch morgen noch Freude bereiten wird. Um 17:00 Uhr ging’s dann per Bus am oberen Rand der Schlucht in einem Tempo und Fahrstil die einem am Verstand des Fahres zweifeln ließen zurück zum Campingplatz. Da ging’s erst mal ab unter die Dusche und dann noch runter an den Pont d’Arc um den Tag ausklingen zu lassen.
Was noch erwähnt sein sollte: Dies ist jetzt mein dritter Campingplatz in Frankreich und alle hatten eins gemeinsam was mir einfach nicht einleuchtet: Ich dachte immer ne warme Dusche sei Luxus, aber offenbar ists hier andesrum. Alle Duschen hatten nur einen Druckknopf für 1 Minute Wasser marsch. Und das war immer, na warm ist wohl das falsche Wort, heiß. Und das ist natürlich genau das was man sich wünscht, wenns draußen heiß ist und man womöglich noch nen Sonnenbrand kühlen möchte.

Pont d’Arc und Toro Piscine

Mein Zelt stand morgens mal wieder nicht im Schatten, deshalb war meine Nachtruhe auf Grund der saunahaften Temperaturen im Zelt kurz nach Sonnenaufgang vorbei. Von meinem Onkel hatte ich den Tip bekommen mir die Schluchten der Ardèche genauer anzuschauen und so bin ich in die Richtung weiter gefahren. Waren auch nur noch 50 km bis dort hin. Auf dem Weg stach mir dann ein Werbeplakat ins Auge:

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Mein Kumpel Björn meinte wenn ich die Gelegenheit hätte so was zu sehen, soll ichs unbedingt machen, er ist damals nicht dazu gekommen und ihn würde brennend interessieren um was es da geht. Also war meine Abendplanung nun auch schon erledigt. Im Prinzip ging’s jetzt nur noch darum den passenden Campingplatz unter der schier lächerlich großen Anzahl an Campingplätzen raus zu filtern. An der Straße die an der Ardéche entlang führte kam echt alle 500 Meter einer. So bin ich die Straße entlang gefahren und hab kurz an der Hauptattraktion der Gegend gehalten, der Pont d’Arc.

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Hier fließt die Adrèche durch einen natürlichen Felsdurchbruch.
Schon eindrucksvoll. Und gleich daneben ein Campingplatz mit Strand direkt zum Pont. Ideal. Also gleich zur Rezeption und angenehm überrascht worden: Für diese einmalige Lage waren pro Nacht nur 18 € fällig. Ich hatte schon mit bis zu 30 € gerechnet. Also eingecheckt, Zelt aufgebaut und ab an Strand. Einmal durch schwimmen gehört dann natürlich auch dazu.
Gegen 18:00 Uhr hab ich mich dann mitm Roller ins 15 km entfernte Ruoms aufgemacht. Da noch reichlich Zeit war, das Toro Piscine startete erst um 21:00 Uhr, bin ich noch in Lidl und hab mir n Baguette und ne Packung Salami gekauft, was dann mein Abendessen wurde. Zudem hab ich da die ersten anderen Deutschen in der Region getroffen, ne schöne Abwechslung zu den ganzen Niederländern. In Ruoms bin ich dann noch in ein Restaurant und hab mir noch ein Bier genehmigt bevors dann zum Toro Piscine ging. 10 € Eintritt hat der Spaß gekostet. Das Plakat hat allerdings nicht übertreiben: Es waren eineinhalb Stunden pures Gelächter. Man muss sich das so vorgestellen: Ein Metallzaun bildet eine runde Arena von etwa 40 Meter Durchmesser mit einem 2×3 Meter großem „Pool“ (stabileres Planschbecken) in der Mitte.

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Dann wurde im Publikum nach Freiwilligen gefragt. Das waren dann in der Regel 16 bis 25 jährige Männer. Die wurden dann in Fünferteams aufgeteilt und traten gegeneinander in einer Reihe von Spielen an. Zuerst zum warm werden eine Runde Fußball. Das zog seinen einzigen Unterhaltungswert daraus, dass versucht wurde die gegnerischen Spieler in den Pool zu werfen. Aber dann ging’s los und ein Stier wurde in die Arena gelassen. Zwar kein Ein-Tonnen Monster und die Hörner waren auch mit Schaumstoff umwickelt, aber der Bayer würd sagen: A weng wuadig war a scho. Das verlieh dem Fußballspiel natürlich nen neuen Kick, denn wenn der Stier auf die Spieler zugerannt kam, ließen die den Ball Ball sein und hechteten sich auf den Metallzaun in Sicherheit.

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Nächstes Spiel war dann noch härter, der Ball wurde durch den Stier ersetzt und die Teams mussten versuchen ihn ins gegnerische Tor zu locken um zu punkten. Gab noch jede Menge anderer Spiele, dem Stier Ringe auf die Hörner werfen, nen Luftbalon an seinen Hörnern platzen lassen, ne Schleife von seinen Hörnern stibitzen und so weiter.

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Alles in allem kann man sagen wer auf die schönste aller Freuden, die Schadenfreude, steht kommt hier voll auf seine Kosten. Denn die Jungs waren nicht immer schnell genug am Zaun oben und so hat so mancher die Kraft des Bullen schon zu spüren bekommen.

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