Vertraue niemals Google

Heute ging’s für meine Verhältnisse recht früh zun Frühstück. Um 8:00 Uhr saß ich im Speisesaal mit meinem Zimmergenossen Jannick mit dem ich mir ein Vierbettzimmer in der Jugendherberge geteilt hab. Er hat mir erzählt, dass er eigentlich schon studieren wollte, sich aber zu spät für dieses Semester eingeschrieben hat. Jetzt nutzt er die freie Zeit die er dadurch hat um mit dem Fahrrad von Hamburg bis zum Mittelmeer zu radeln.
Um 9:30 Uhr bin ich dann losgelaufen. Kurz darauf hat dann ein Auto neben mir gehalten und der Fahrer, der auch in der Jugendherberge übernachtet hat, fragte mich, ob er mich ein Stück mitnehmen soll. So früh am Morgen konnte ich dann aber noch leicht ablehnen. Es gab aber auch schon Situationen, speziell abends nach nem langen Marsch, da hätte ich echt mit mir ringen müssen um so ein Angebot aufzuschlagen.
Mein Weg führte dann direkt runter zur Donau, vorbei am Schloß

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Sigmaringer Schloß

und der Gartenschau. Die nächsten paar Kilometer konnte ich gut an der Donau entlang laufen.

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Blumen auf dem Damm hinter Sigmaringen

Und dann ging auch schon das Gebiet der sogenannten oberen Donau los. Hat mir landschaftlich am besten gefallen bisher. Im Prinzip is das hier ein Donaudurchbruch wie in Weltenburg, nur um Welten länger. Und so dauerte es dann auch nicht lange und es geschah das unvermeidliche:

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Mein Weg endete in einem Felsen. Da war dann kein vorbeikommen, denn der Felsen war die direkte Begrenzung der Donau. Also nen anderen Weg gesucht und praktisch über den Felsen drüber. Da war ein recht schöner Wanderpark bei Inzighofen angelegt, von dem aus man immer mal wieder nen schönen Blick runter auf die Donau hatte.

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Diesee Weg hat sich dann ganz schön hingezogen, denn da kommt man nicht schnell voran. Teilweise schwieriger Untergrund und immer auf und ab. Der Weg führt dann über die Teufelsbrücke

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Teufelsbrücke

und an verschiedenen Grotten und Höhlen vorbei.

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Und immer mal wieder hat man einen atemberaubenden Blick auf die sich dahinschlängelnde Donau.

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Mir ging das ewige durch den Wald auf und ab laufe aber langsam etwas auf die Nerven, deshalb hin ich an der Stelle die man oben im Bild sieht runter zur Donau und direkt dran entlang gelaufen. Was dann kommen musste war ja klar: nach etwa 2km die ich gut nebenher laufen konnte war plötzlich Schluss. Ich hatte dann 3 Optionen. 
1. Umkehren und wieder zurück zu den Waldwegen.

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2. Durch die Brennnesseln am Ende der Wiese und hoffen, das dahinter ein Weg ist der weiter an der Donau entlang führt.

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3. Durch die Donau durch und auf der anderen Flussseite weiter laufen.

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Die Donau war hier maximal hüfttief, wär also kein Problem gewesen. Das wär auch meine erste Wahl gewesen, wenns etwas wärmer gewesen wäre. So hab ich mich dann für Option 2 entschieden. Also Regenjacke angezogen um die Arme zu schützen und ab durch die annähernd schulterhohen Brennnesseln. Nach 15 Metern war ich dann auch durch, nur um zu sehen

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Ging kein Weg an den Felsen vorbei. Also blieb mir nichts anderes übrig als wieder ein gutes Stück Weg zurück zu gehen und wieder ab in den Wald und hoch auf die Hügel um an den Felsen vorbei zu kommen. Der Weg nach oben war nicht nur lang, sondern auch verdammt steil, da machten sich die 25 Kg Gepäck schon ordentlich bemerkbar.

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Endlich oben angekommen dacht ich mir dann so nen Umweg gibt’s jetzt nicht mehr, mach mal schön das Navi an deinem Handy an und lass dir von Google die kürzeste Fussgängerroute zum nächsten angepeilten Etappenziel geben. Gesagt, getan. Und ich war echt überrascht als ich dann losgelaufen bin, den die Navigationssoftware kannte scheinbar auch kleine Trampelpfade durch den Wald und an Wiesen entlang. Soweit verlief dann alles glatt und ich hatte den ersten Bergrücken sauber überquert und und eine Schlinge der Donau abgekürzt. So kam ich dann in Dietfurt raus.

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Blöderweise sind das nicht gerade kleine Berge über die man da drüber muss (laut Wanderkarte über 200 Meter über Donauniveau) und der Aufstieg ist zwar nur anstrengend, aber der Abstieg hats echt enorm in sich. Mit jedem Schritt muss man das ganze Gewicht abfangen, und das auf durchaus anspruchsvollem Boden. Das ging wirklich ordentlich auf die Fußsohlen.
Aber hilft ja alles nix, also weiter. Ich hatte also fatalerweise Vertrauen in mein Navi gefasst und wollte nun den nächsten Berg queren. Laufdistanz laut Navi waren 9km, die benötigte Zeit wurde mit knapp 2 Stunden angegeben… Naja, im Flachland vieleicht. Ums vorweg zu nehmen, ich hab über 4 Stunden gebraucht.
Los ging’s damit, das da jetzt nicht nir ein Berg zu überqueren war, sondern gleich mehrere Rücken, es ging also ummer hoch und runter. Und mit den Wegen wurde es dann wirklich abenteuerlich. Den einfachen kleinen Trampelpfad konnt och noch akzeptieren.

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Seltsam fand ich dann schon den Teil als ich über eine Wiese geführt wurde, wo vieleicht mal im Frühjahr ein Weg war, aber heute war da nur hohes Gras. Man kam sich fast vor wie in irgendeiner Grassteppe am Ende ser Welt.

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Die absolute Krönung war dann der Aufforderung „Jetzt rechts“ mitten in den Wald rein. Das Navi war sich sicher, dass da ein Weg sein musste, und da der Waldweg auf dem ich bis dahin gelaufen bin im weiteren Verlauf nur noch weiter weg von meinem Ziel führt, bin ich halt rechts weg und dacht mir da wird schon irgendwann ein Weg sein. Ging eigentlich auch noch gut los, möglich,  dass da vor Jahren mal ne Baumfällmaschiene durchgefahren ist.

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Reifengräben waren jedenfalls noch zu erkennen. Teilweise zugewuchert, teilweise mit Wasser volgelaufen. In diesen kleinen Pfützen haben sich schon massig Kaulquappen entwickelt

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Und dann hörte auch das plötzlich auf und ich war mitten im Wald. Aber richtig. Die Wege die das Navi meinte zu kennen existierten einfach nicht. Also half nur noch eins, Navi aus, Kompass raus und immer Richtung Westen bis ich mal wieder auf nen anständigen Weg treff. Hat zwar ne Weile gedauert, aber ich bin dann doch noch rausgekommen. Unterwegs gabs dann wie ich zugeben muss doch noch die eine oder andere schöne Aussicht

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Irgendwann hab ichs dann wieder runter zur Donau geschafft. War ein echt langer Abstieg, ich bin zwar heute nicht viele Kilometer gelaufen (20) aber meine Füße haben sich niemals zuvor derart geschunden gefühlt.
Diw Donau ist inzwischen übrigens recht klein, wie man hier sieht:

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Angler in der Donau

Für mich hieß es dann nur noch einen geeigneten Zeltplatz finden, was zu Essen kochen und Füße hochlegen. Nen Platz hab ich dann auch recht bald gefunden. Vom landschaftlichen Umfeld her der beste bisher

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Auf nach Sigmaringen

Also, ich hab noch nen Schlafplatz gefunden, aber es war der schlechteste bisher. War direkt an ner doch stark befahrenen Landstraße, nur 15 Meter neben der Fahrbahn auf nem kleinen Stückchen Wiese zwischen 2 Äckern.

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Aber es war spät abends und schon dunkel, da kann man nicht sonderlich wählerisch sein. Wer weiß wann sonst die nächste Möglichkeit gekommen wäre. Gegen 10:30 Uhr gings dann los. Erst mal nach Riedlingen und schon wieder: überall Störche.

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Muss wohl ein besonderes Stadtmaskotchen sein.
Bei leicht bewölktem Himmel gings dann weiter nach Altheim und anschließend nach Andelfingen. Da ich noch nichts gegessen hatte hab ich mir da ne Wirtschaft gesucht und die besten Maultaschen meines Lebens gegessen. Frisch gestarkft ging’s dann weiter nach Langenenslingen. Da hatte ich dann die Wahl ob ich auf direktem Weg nach Sigmaringen gehen soll oder nen Abstecher durch den nahegelegenen Wald. Da ich eh viel Zeit hatte, hab ich mich entschieden durch den Wald zu laufen, sonst wäre ich schon recht früh in Sigmaringen angekommen. Die Wanderwege waren anfangs noch recht gut, führten an einer typischen Horrorfilm-Hütte im Wald vorbei

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Und wurden dann je weiter es in den Wald hinein ging ziemlich „naturbelassen“. Da war dann teilweise der Weg nicht mehr als weniger hohes Gestrüpp zwischen höherem Gestrüpp.

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Glücklicherweise waren alle paar hundert Meter Wegweiser an die Bäume genagelt (manche natürlich stark überwuchert). Die Wege führten auch Senken und über Hügel, ab und zu lagen größere Steine im Weg. Als Mountainbiker hätte man definitiv seine helle Freude an den Strecken gehabt, als Wanderer wars eher mühsam.
Mein persönliches Highlight heute war dann die Ruine am Schatzstein. War zwar nochmal ein Umweg von ein paar Kilometern, hat sich aber gelohnt. Dazu musste man erst mal den Berg, denn ein Hügel war es nicht mehr, erklimmen auf dem die Festungsanlage einst stand. Dazu hab ich meinen großen Rucksack unten zurück gelassen und nur den kleinen mitgenommen. Laut Hinweisschild hätten es 200 Meter sein sollen bis man da war. Das war definitiv falsch. 200 Höhenmeter lass ich mir da noch eher eingehen. Dann war der Weg nach oben auch noch von einem umgestürzten Baum blockiert und ich musste 10 Meter nen Hang raufklettern um wieder auf den Weg zu kommen. Alles kein Problem.  Aber dann war der Weg auf einmal zugewuchert, als wäre hier seit Jahren kein Mensch mehr hoch gekommen. Ich musste mich richtig durch Gestrüpp und Unterholz schlagen um da durch zu kommen, denn aufgeben und umkehren wollte ich auf keinen Fall. Aber nach 10 Minuten Aufstieg war es dann geschafft. Ich war ganz oben und wurde mit einem fabelhaften Ausblick über die umliegenden Wälder belohnt. Bin sicher ne halbe Stunde da oben gehockt und hab die Aussicht genossen.

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Der Abstieg war dann nicht weniger abenteuerlich. Aber ich habs geschafft.
Da ich durch den Schatzstein doch recht viel Zeit verbraucht hab, wollt ich jetzt so schnell wie möglich wieder raus aus dem Wald. Also hab ich im Handy nach dem kürzesten Weg nach draußen gesucht und wurde nicht enttäuscht. Scheinbar kennt Google Maps sogar die kleinsten Trampelpfade. Nach etwas über einer Stunde war ich dann in Bingen. Dort wurde ich dann von meiner Familie überrascht,  die alle per Motorrad angereist waren um mit mir Abendessen zu gehen.

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Also bin ich schnell in der Jugendherberge eingecheckt und dann gings zum China-Restaurant. Anschließend ging’s noch ab unter die Dusche und dann war auch schon Schlafen angesagt.

Ohrwürmer

Mir ist kein besserer Name für den Artikel eingefallen, aber er passt auch. Denn wo auch immer ich mein Zelt letzte Nacht aufgebaut hab, es muss die Hauptstadt von diesen Biestern gewesen sein. Die waren einfach überall. Im Rucksack, im Zelt,  sogar in meinen Schuhen. Ich hab vor dem loslaufen ungelogen 30 Minuten gebraucht um alle Viecher die ich gesehen hab zu entfernen. Waren aber mit Sicherheit nicht alle.
Und auch erstaunlich ist, dass ich obwohl ich mir nie nen Wecker oder so stell, ich immer um genau 10:00 Uhr los lauf. Erstes Highlight auf meinem Weg war dann die inzwischen verlassene Schlecker Zentrale.

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Wie man sieht wars auch heute wieder bewölkt.  Geregnet hats aber nicht. Die Mittagszeit hab ich dann auf einer Bank verbracht die mich praktisch dazu eingeladen hat

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Man merkt schon, hier wird geschwäbelt. Und wie. Ich hab tatsächlich keinen getroffen der nicht so stark schwäbisch geredet hätte, dass ich nicht mindestens ein Wort nicht verstanden hätte.
Nächste Station war dann Mundelkingen. Schöne Sicht aufs Donauwehr

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Dann ging’s weiter weg von der Donau, über die Felder. Da war dann weniger geboten?  Einzig die Schreykapelle war noch interessant

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Dann ging’s immer weier und weiter und gegen 19:00 Uhr bin ich dann in ein Gasthaus in Unlingen. Da gab’s lecker Schnitzel und Bier. Die schöne Terrasse hab ich dazu genutzt um die letzten beiden Blogeinträge zu schreiben. Jetzt ists schon 21:30 Uhr und ich muss mir noch n Plätzchen suchen um mein Zelt aufzustellen. Wird sich zeigen ob ichs heute besser treff als gestern abend.

Die ersten Wolken

Meine Nacht war heut recht kurz. Lag daran, dass in der Jugendherberge 2 verschiedene Schulklassen ihre Abschlussfahrt hier her machten. Warum auch immer, aber die ersten waren schon um 4:30 Uhr wach und waren nicht grad leise. Hab dann seit fast einer Woche mal wieder ein gutes Frühstück gehabt und konnte um 10:00 Uhr los laufen. Vom Ulmer Kuhberg ging’s wieder runter zur Donau.

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Im Industriegebiet bin ich dann dummerweise der Beschilderung des Wanderweges gefolgt, was mir nen Umweg von etwa 1km beschert hat. Dann ging’s ein ganzes Stück an der Donau entlang. Die ist hier schon ziemlich klein und vor allem sauber im Vergleich zu Neuburg.

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Was noch aufgefallen ist, es gibt hier ausgesprochen viele Störche.

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Mittags rum bin ich dann wieder in nen Biergarten gegangen.  Da wars immer noch recht heiß. Gegen 15:00 Uhr kam dann ein leichter Wind auf (natürlich immer Gegenwind) und auch die ersten Wolken haben sich gebildet. War wirklich angenehm. Ab hier wars teilweise auch schwierig der Donau direkt zu folgen, da hier so gut wie keine Däme mehr die Donau einschränken. Musste also teilweise längere Umwege gehen. Abends hats dann etwas gewittert, zwar nicht stark, aber keine 3km von mir entfernt hat ein Blitz irgendwo eingeschlagen. Gab ne richtig große Rauchwolke und die Feuerwehr musste auch ausrücken. Habs mir aber nicht näher angesehen, war doch etwas weiter weg. Aber der Regen hat richtig gut getan. War nur 10 Minuten so statk, dass ich mich unterstellen musste. Den Storch hats offenbar nicht gestört:

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Bin dann noch in ne Pizzeria und hab den Regen vorbeiziehen lassen. Weit wollt ich danach aber nicht mehr laufen. Bin dann nur noch aus dem Dorf raus und hab mein Zelt am Wegesrand aufgeschlagen.

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Hätte es nicht so viele Wolken gehabt, hätt ich nen super Sonnenuntergang gehabt. An Kilometern hab ich heute gute 35 gemacht. War so kein Problem,  hab mir aber trotzdem heute meine erste Blase geholt.

Bay bay, Bayern

Heute war es also soweit: ich hab Bayern verlassen und bin in Baden-Württemberg angekommen. Aber immer der Reihe nach.
Losgelaufen bin ich heute erst sehr spät,  um 11:00 Uhr. Lag daran, dass mein Schlafplatz vieleicht nicht ideal gewählt war: alle 20 Minuten rauschte irgendein Güterzug verdammt nah an mir vorbei und in den Intervallen dazwischen gaben sich, na ich will mal nicht untertreiben, mindestens 1000 Frösche aller größte Mühe mich mit einem Konzert der Extraklasse zu unterhalten. Ich bin also trotz Ohropax erst recht spät eingeschlafen. Dann war mein Zelt auch noch so gut plaziert, dass es in der Früh im Schatten stand, ich wurde also nicht durch die morgendliche Hitze der Sonne aufgeweckt. Als es dann endlich losging hatte ich die Wahl zwischen kurzem Weg in der prallen Sonne am Dam entlang oder längerer Weg durch die Auwälder, zwar kühler, dafür aber auch mit reichlich Mücken. Hab mich dann für die Auwälder entscheiden.

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So bin ich dann mit nur etwa 10 weiteren Mückenstichen gegen 13:00 in Weißingen in einen recht gemütlichen Biergarten gegangen und hab die Mittagshitze mit mehreren Flaschen Eistee und einer Schnitzelsemmel vorüber ziehen lassen. Danach ging’s wieder direkt zur Donau, die Staustufe Oberelchingen war schnell erreicht. Das letzte Stück in Bayern hat sich dann nochmal ewig hingezogen. Aber dann wars auch geschafft. Ich war in Baden – Württemberg. Dann hatts auch gar nicht lang gedauert und ich hab wieder Gesellschaft gekriegt. Eine Radfahrerin, Pia, auf dem Weg nach Ulm hielt an und hat mich auch ne Stunde lang begleitet. Sie wird demnächst für ein Jahr nach Peru gehen und dort rumreisen, deshalb hatten wir gleich ne gute Gesprächsgrundlage. Dann hab ich irgendwann Ulm erreicht.

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Man läuft da praktisch den Stadtpark entlang in die Innenstadt. Sehr schön angelegt. Da hab ich dann nochmal ne Pause gemacht.

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In Ulm selbst bin ich dann etwas von der Donau weg und bin durch die Altstadt gelaufen. Sehr schön dort, viele alte Gebäude. Und natürlich das Ulmer Münster.  Fast zu groß um es auf ein Foto zu bringen.

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Auch ne witzige Uhr die ich in der Altstadt gesehen hab:

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Hatte eigentlich vor in einem Hostel zu schlafen, denn nen Campingplatz gibt’s hier nicht, ebenso wie ne schöne Wiese,  aber in ganz Ulm und Neu-Ulm gab’s nur ein einziges, und das war natürlich komplett ausgebucht. Ein Hotelzimmer kam auch nicht in Frage, die gab’s erst ab 60 € aufwärts. Also was tun? Zum Glück gabs in Ulm auch eine Jugendherberge. Die war zwar am anderen Ende der Stadt, aber besser als nichts. Noch dazu hatte ich keinen Mitgliedsausweis, aber das war kein Problem, den konnt ich vor Ort beantragen. So hab ich dann für insgesamt 34€ ein echt schönes Einzelzimmer bekommen. Konnte noch meine Sachen waschen und nach dem heutigen Tag auch ganz wichtig: kalt duschen.
Bin auch heute wieder deutlich weiter gekommen als geplant. Das waren knappe 30km. Man gewöhnt sich echt schnell dran. Auch das weiter laufen nach den Pausen ist inzwischen überhaupt kein Problem mehr. Eigentlich wollt ich in  Ulm nen Ruhetag einlegen, aber ich denk ich werd morgen doch weiter gehen.

Höllische Hitze

Heute morgen bin ich guter Dinge vom Campingplatz in Dillingen losgelaufen. Hab noch meine 3 Wasserflaschen aufgefüllt und das Buch das ich zu Ende gelesen habe zurückgelassen um Gewicht zu sparen. Ab 10:00 Uhr war dann schon zu merken, dass heute ein echt heißer Tag wird. Um 12:00 Uhr rum musste ich dann Pause machen. Hab auch nen wunderbaren Platz an nem Nebenfluss der Donau gefunden an dem ich mich abkühlen und 2 Stunden Pause machen konnte. War wirklich schön, man hat absolut nichts gehört außer Vogelgezwitscher und das Rauschen des Bachs. Und Libellen gab’s da auch in Massen. Hätte da echt ewig zuschauen können wie sie Mücken oder kleine Falter aus der Luft gefangen haben.
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Dann ging’s weiter zur Staustufe Offingen. Wahnsinnig heiß. Nicht eine Wolke am Himmel. Selbst das AKW Gundremmingen konnte das Wolkenproblem nicht lösen:
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An der Staustufe in Offingen hat mich dann ein Radler angesprochen woher ich denn komm und wohin ich geh. Wir sind ins Gespräch gekommen und da er Zeit hatte und auch nach Günzburg musste ist er die restlichen 8km nach Günzburg mit mir gelaufen. Ein Problem musste ich noch lösen: ich war voller Sand und Metallpartikel, da offenbar zu nahe an einer Brücke vorbei ging an der gerade Graffitis entfernt wurden. Da hab ich ne ganze Wolke abbekommen. Also musste ich irgendwo duschen, denn so konnt ich echt nicht schlafen gehen. Also bin ich in Günzburg noch ins Freibad, konnte duschen und meinen Wasservorrat wieder auffüllen. Blöderweise war da in der Nähe keine Möglichkeit mein Zelt aufzubauen. Also bin ich noch weiter gegangen, bis kurz hinter die Günzburger Staustufe. Da hab ich dann ein Plätzchen gefunden. War aber alles extrem Mückenverseucht.
Bin heute also trotz der Hitze weiter gekommen als gedacht und werde demnach morgen schon in Ulm ankommen und damit Bayern verlassen.

Ruhetag

Heute hab ich mal nen Ruhetag eingelegt. War nicht so, dass ich unbedingt einen gebraucht hätte, aber ich denke es ist sinnvoll sich nicht überzustrapazieren. Bin am Campingplatz geblieben und hab die Zeit mit lesen und in der Sonne liegen verbracht. Der angeschlossene Biergarten war dafür ideal und so konnte ich die Zeit auch nutzen um meine beiden Handyakkus wieder aufzuladen, da beide nach den drei Tagen nun leer waren. Im Nachhinein betrachtet ging der Tag eigentlich recht schnell rum.

Tag 3

Heute gibt’s eigentlich nicht viel zu berichten. Konnte heute in 3 Etappen bis zu meinem gesetzten Ziel Dillingen laufen. Hatte insgesamt nen Schnitt von fast 5 km/h, deshalb konnte ich gut Strecke machen. Erfreulicherweise war es heute möglich den ganzen Weg direkt ohne Umwege an der Donau entlang zu laufen. Deshalb sah mein Weg meistens so aus:

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Insgesamt ging’s heute deutlich besser als die letzten beiden Tage. Man gewöhnt sich doch recht schnell dran. Gegen 18:00 Uhr konnt ich dann mein Zelt im Sebastian-Kneip-Campingplatz aufbauen und mir n gutes Abendessen im Biergarten gönnen.
Ach ja, was vielleicht noch erwähnenswert wäre: Es hat natürlich gestern Nacht noch geregnet, musste also nachts im Halbschlaf noch das Regenzelt drüber machen. Außerdem meinte ein Schäfer seine ca. 300 Schafe umfassende Herde über die Staustufe in Donauwöhrth treiben zu müssen als ich grad mein Abendessen gemacht hab. Ich hatte echt Mühe die Viecher von meinem Zelt fernzuhalten. Deshalb gibt’s auch nur ein Foto wie sie anrücken und keins mehr als ich umzingelt war.

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Zweiter Tag

Hab länger geschlafen als geplant und so bin ich erst um 9:30 losgekommen. Ich dachte es wäre ok an der Donau entlang zu gehen und so hab ich das dann auch gemacht. Nach etwa 20 Minuten versperrte mir eine kleinere Pfütze der Donau den Weg. Ich dacht mir „Geht ja noch, ist ja nicht tief. Da kommst du schon durch, hast schließlich hohe Wanderstiefel an“. Gesagt, getan. War auch kein Problem.  Nicht mal nasse Füße hab ich mir geholt. Aber nach mehreren weiteren „Pfützen“ kam nach etwa weiteren 20 Minuten ein richtiger See auf dem Weg. Keine Chance da trocken durchzukommen. Also alles wieder zurück und an den Landstraßen entlanggelaufen. Hart war dann wie gestern das weiterlaufen nach der Pause. Weils nur ein kleiner Umweg war, hab ich mir noch den Napoléon Stein abgeschaut, von woaus er am 7.8.1805 den Übergang seiner Truppen über den Lech beaufsichtigte. Und ich muss sagen von da hatte er nen echt guten Ausblick. Dann gings immer weiter Richtung Donauwöhrth,  was ich gegen 15:00 Uhr auch endlich erreicht hab. Bin dann noch schnell in nen Netto und hab Vorräte für heute und morgen gekauft. Da ich außer 2 Müsliriegeln noch nichts gegessen hab, hab ich erst mal in so nem Mini-Park Brotzeit gemacht. Da es dort recht schön war, bin ich gleich länger geblieben und hab noch n Buch gelesen. Gegen 18:00 Uhr hab ich dann die Staustufe in Donauwöhrth erreicht. War dann auch genug für heute. Weils nicht nach Regen aussieht lass ich das Überdach vom Zelt mal weg und schlaf fast unter freiem Himmel.
Ich muss echt sagen ich komm wesentlich langsamer voran als gedacht. Wollte eigentlich schon am ersten Tag hier sein. Aber voll bepackt und doch recht untrainiert geht an einem Tag echt nicht mehr als 25 km. Und zwar richtige Kilometer und keine Flusskilometer.

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Aufbruch

Heute,  am 14.6.2013 gings tatsächlich los. Nachdem die Verabschiedung sich etwas in die Länge gezogen hatte, bin ich gegen 11:15 los gelaufen. Gleich runter zur Donau und am Dam entlang. Die Wege waren durch das Hochwasser zwar nicht mehr überflutet, aber der Boden teilweise doch noch recht matschig. Außerdem hat mir vor Bittenbrunn ein umgestürzter Baum den Weg ordentlich versperrt, da musst ich dann nen kleinen Umweg durch den Wald machen. Vor Stepperg musst ich dann etwas über die Felder laufen, da der Weg an der Donau überflutet war. Der Weg bis zur Bertoldsheimer Staustufe hat sich dann ewig hingezogen, vereinzelt stand da auch noch Wasser auf den Feldern. Kurz vor Marxheim hab ich dann nochmal ne Pause gemacht,  ein Fehler wie sich herausgestellt hat. Denn das weiterlaufen danach hat echt richtig Überwindung gekostet. Das Gewicht des Rucksacks ging inzwischen auch ganz schön auf die Hüften,  hatte da schon recht ansehnliche rot-blaue Druckstellen. Aber es half ja nichts. So gings weiter nach Bruck bei Marxheim. Im Biergarten hab ich dann neue Kräfte getankt und bin anschließend wieder zur Donau und hab da dann mein Zelt aufgebaut. Dort gabs dann leckeres Abendessen aus der Tüte. Nur die schier überwältigende Anzahl an Mücken war etwas nervig. Ansonsten hab ich den Tag gut rumgebracht. Erstaunlich viele Tiere sind mir übern Weg gelaufen (Reh, Schlange, Hasen, Eichhörnchen, Gänse, …) und mein Highlight war ein Grabstein.

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