Heute wollt ich nochmal was vom Umland Lissabons sehen, deshalb hab ich mich zu einer vom Hostel organisierten Tour angemeldet. Los ging’s um eins. Wir sind zu siebt im Minibus nach Sintra gefahren, was einige Kilometer nördlich von Lissabon liegt. Als erstes sind wir in eine Bäckerei und haben von den lokalen Gebäckspezialitäten probiert. Anschließend sind wir zur Marmeladen/Portwein/Käse/Wurst Verkostung. Waren recht interessante Sachen dabei, besonders in Erinnerung geblieben ist mir der in Chilli-Marmelade getunkte Käse.
Anschließend ging’s weiter zu einem der absoluten Highlights bisher. Quinta da Regaleira. Eine Parkanlage wie ich so noch keine gesehen habe. Annehmbar groß, wir hatten zwar zwei Stunden Zeit um uns alles anzusehen aber ich hätte locker nochmal doppelt so lange drinbleiben und umherwandern können. Das ganze kann man sich wie einen verwunschenen Zauberwald aus dem Märchen (oder Harry Potter, wie unser Fahrer meinte) vorstellen. Aber jetzt nicht irgendwie zwanghaft als Touriattraktion angelegt (Außer den Leuten aus unserer Gruppe hab ich in den zwei Stunden wenns hochkommt zwanzig andere Leute gesehen. Es handelt sich hierbei also um einen absoluten Geheimtipp), sondern der wurde vor über hundert Jahren von den Besitzern des Anwesens so anhelegt.
Alte, knorrige Bäume, kleine Brunnen, gewundene Wege, eine prächtige kleine Kapelle, Türme und Mauern die wie aus dem nichts zwischen den Bäumen auftauchen und meine persönlichen Highlights: die Tunnel und unterirdischen Türme. Ein Tunnelsystem durchzieht diesen Park, groß genug um sich darin zu verlaufen (Taschenlampe nicht vergessen, da drin ist es stockdunkel!). Alles ist unterirdisch irgendwie mit allem verbunden. Und das beste: überall tun sich neue Zugänge zu den Tunneln auf wenn man so durch die Landschaft streift und die Augen offen hält. Im Keller (das ist schon ungewöhnlich; fast wär ich nicht runter gegangen, denn von oben sah es so aus als wäre da unten nichts) der Kapelle, hinter Brunnen, hinter Reliefs, hinter Felsen oder aber, der Klassiker, hinter einer Geheimtür, getarnt als Steinplatte in der Wand die sich, mit einiger Kraftanstrengung, drehen lässt. Tja, oder aber durch einen der, mir fällt kein deutsches Wort dafür ein, unterirdischen Türme. Der größte ist 27 Meter tief und windet sich spiralförmig in die Tiefe um einen Zugang zum Tunnelsystem zu ermöglichen.













Wer sich schon immer mal auf die Spuren Indiana Jones begeben wollte, hat hier die top Gelegenheit. Es tun sich einfach immer wieder neue Wege auf. Man weiß nie ob man bei einer Gabelung jetzt links oder rechts gehen soll. Zwei Stunden sind viel zu wenig Zeit.
Also, wer mal in Lissabon ist, sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen.
Dann gab’s natürlich noch das eigentliche Anwesen zu besichtigen, aber das ist halt auch nur n großes Haus. Das hatte ich in 5 Minuten durch.
Danach ging’s dann weiter zum Cabo Roca, dem westlichsten Punkt Festland-Europas. Hier wars wirklich sehr windig und dadurch auch etwas kühler. Um ehrlich zu sein, es war so kühl, dass es zu einer Premiere kam. Zum aller ersten mal seit ich Deutschland verlassen habe musste ich mir meinen Pulli anziehen. Wird Zeit, dass ich in wärmere Gegenden komm.


Hier haben wir dann noch den Sonnenuntergang angeschaut und sind danach an der Küste entlang wieder nach Lissabon zurück gefahren. Dabei kamen wir auch im Stadtteil Belém vorbei wo wir dann nochmal anhielten um in der berühmtesten Pastelerie Lissabons nochmal ein paar der kleinen Köstlichkeiten zu erwerben.











