Ankunft auf Madeira

Hab nicht all zu viel geschlafen. Zum Flughafen musste ich ein Taxi nehmen welches mit 12 € angenehm günstig war. War natürlich viel zu früh da und musste so einige Zeit totschlagen. Ich hab mich wie immer über die Duty-Free Läden gewundert die ihr Zeug tatsächlich verkaufen und zwar zu Preisen die über dem Niveau eines Supermarkts liegen.
Der Weg vom Terminal zum Flieger musste dann rennend zurück gelegt werden, es schüttete nämlich aus Eimern. Aber all die Rennerei zum Flugzeug nützt natürlich nichts wenn die Leute vor einem es einfach nicht schaffen ins Flugzeug einzusteigen. Dann hat sich unser Start noch etwas verzögert aber wir sind dann trotz heftigem Regen gestartet. Der Kapitän meinte schon beim Start, dass das Wetter in Funchal ähnlich ist, „we’ll see if we can manage to land“. Das hört man natürlich gerne. Der Flug an sich war auch etwas unruhig, viele Luftlöcher und ordentlich durchgeschüttelt wurden wir auch. Aber die Landung hat dann trotz Regen gut geklappt. Ich hab mir ja eigentlich besseres Wetter hier erhofft.
Nächster Punkt war dann vom Flughafen nach Funchal, der Hauptstadt Madeiras, zu kommen. Da die Taxifahrer sich nicht auf einen Deal einlassen wollten und mir die prognostizierten 25 € für die Fahrt in die Stadt zu teuer waren hab ich ne dreiviertel Stunde gewartet bis der erste Flughafen Shuttelbus für nen 5er gefahren ist. Was ich bisher so von Madeira aus der Luft und vom Bus aus gesehen habe hat mir schon sehr gefallen. Die ganze Insel ist sehr grün, zerklüftet mit teilweise steil abfallenden Küsten. Viele Tunnel und gewundene Straßen und sehr steile Straßen.
Dann stand mir noch ein eben so langer Fußmarsch zu meinem Hostel bevor. Das ganze bei leichtem Regen, aber kalt wars nicht. Im Hostel (Phil’s Haven) angekommen waren ich erstmal etwas überrascht, dass mein Gastgeber Phil kaum älter als ich ist. Aber ein klasse Kerl. Er hat das Hostel vor 3 Monaten eröffnet und da wirklich alles reingesteckt was er hat. Das ist sein Baby und so wirds auch geführt. Ein spitzen Hostel, sehr familiär, günstig (10 €) hat alles was man braucht und man fühlt sich einfach sofort wie Zuhause. Hab zwar nur für zwei Nächte gebucht, aber mir war sofort klar, dass ich hier länger bleib. Nachdem ich mich also im Dorm niedergelassen und den Regen vorüber ziehen lassen hab war es an der Zeit was einzukaufen. Ins Stadtzentrum sinds zu Fuß etwa 30 Minuten, es fährt aber auch ein Bus. War aber nicht notwendig, den mein Zimmergenosse Frodo (ja, der heißt wirklich so, ich hab seinen Pass gesehen) aus Norwegen hat ein Mietauto und angeboten mich zum Supermarkt in die Stadt zu fahren. Das Angebot hab ich natürlich gerne angenommen.
Der Abend war dann wieder etwas regnerischer. Im Hostel hat man sich dann um die Play Station 3 in der Lounge versammelt und bis um 22 Uhr haben wir alle alle möglichen Spiele gespielt. Danach wollten wir noch weggehen, wir waren eine größere Gruppe von 10 Leuten. Aber in Funchal war um die Zeit nicht mehr viel los. Zwar haben wir noch ne Bar gefunden, da aber nur ein Bier getrunken weil manche noch was essen wollten. Wir haben dann in der Altstadt auch noch ne Pizzeria gefunden die extra für uns nochmal die Küche aufgemacht hat. Und das wars dann eigentlich auch schon. Unter der Woche ist hier scheinbar wenig los. Nach der Pizza ging’s alao wieder zum Hostel zurück und dann ins Bett. Ich war da dann eh schon recht müde.

Nun noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Wer sich schon immer mal gefragt hat wie teuer denn eigentlich so eine Reise ist, dem sei gesagt, dass ich meine bisherigen Ausgaben unter der Rubrik „Statistik“ oben im Menü veröffentlicht habe und nach und nach weitere Länder hinzufügen werde.

Rundgang durch Lissabon

Die Nacht war soweit ganz gut, auch das Frühstück war für ein Hostel sehr reichhaltig. Um 10 Uhr hab ich dann an der Walking Tour durch Lissabon teilgenommen. War ganz gut, wir sind ordentlich rumgekommen und es gab ne ganze Menge Infos zur Stadtgeschichte. Nur das Wetter war etwas schlechter, ab und zu etwas Nieselregen.

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Ruine der Kathedrale die beim Erdbeben von Lissabon zerstört wurde

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Blick auf die Burg

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Die Altstadt

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Gegen 3 waren wir wieder im Hostel. Ich bin dann erst mal einkaufen gegangen und hab mir dann in der Hostelküche was zu essen gekocht. War übrigens die beste Küche die ich in nem Hostel je gesehen habe. Die hatte Profineveau.

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Hostelküche

Dann hat nochmal richtiger Regen eingesetzt, ich wollte eigentlich zu nem Frisör gehen und auf die Bank musste ich auch noch. Ich dacht mir das bisschen Regen halt ich schon aus. Banken waren dann auch schnell gefunden nur haben die aus irgendeinem Grund ab vier Uhr geschlossen. Was wollt ich überhaupt auf der Bank? Nun, nach einigen Monaten des Rumreisens passiert unweigerlich das was einen Zuhause nicht weiter stört: Die Menge an Münzgeld die man mit sich rumschleppt erreicht unzumutbare Ausmaße. Zuhause kommts halt irgendwann ins Sparschwein und gut is. Aber hier haben sich jetzt schon gute 20 € in etwas über einem Kilo Münzen angesammelt und das ja muss echt nicht sein. Deshalb wollt ich die auf der Bank wechseln lassen. Ging aber wie gesagt nicht. Zum Frisör bin ich dann auch nicht mehr gekommen, denn ich hab zum einen einfach keinen gefunden und zum anderen hats so unglaublich zu schütten angefangen, dass ich nur noch zurück zum Hostel gerannt bin. War trotzdem nass bis auf die Knochen. Also alle Sachen zum trocknen aufgehängt und ins Bett gelegt um etwas zu lesen. Das ganze bei offenem Fenster. War irgendwie ein ganz besonderes Gefühl den Regen so auf die Straße prasseln zu hören, den Regen richtig zu riechen und dabei im warmen Bett zu liegen und zu lesen.
Viel hab ich dann auch nicht mehr gemacht, mich nur noch mit ein paar Alternativen zum baldigen Flug nach New York beschäftigt. Alle möglichen Angebote für Mietautos, -camper und -Motorräder durchgegangen und ein paar E-mails mit Preisverhandlungswünschen rausgeschickt. Und wie gesagt Alternativen zu New York. War alles nur mal oberflächlich aber ein paar Gedanken wären ein paar Monate in die Karibik, vielleicht länger an einem Ort bleiben und in nem Hostel gegen kostenlose Unterkunft arbeiten. Oder nach Südamerika, was mir inzwischen schon von einigen Leuten empfohlen wurde. Vielleicht Brasilien. Aber ich sprech kein Portugiesisch. Uruguay? Argentinien? Vielleicht in einem Land bleiben, vielleicht in ein paar Monaten mehrere Länder auf ner nordwärts gerichteten Route abklappern? Wenn man die Freiheit hat wirklich alles zu tun und überall hinzugehen wo man will und wann man will, dann kann einen das schon irgendwie auch etwas erschlagen. Die Qual der Wahl so zu sagen. Aber ich hab schon ganz andere Qualen durchgestanden 😉
Gegen 22 Uhr hab ich dann versucht zu schlafen, mein Flieger morgen nach Madeira geht um 7 Uhr also heißt es früh aufstehen.

Lissabon

Ich war wirklich froh, dass ich heute Nacht nicht im Zelt schlafen musste. Denn es hat geregnet wie ichs bisher selten gesehen hab. Überall an den Hängen kamen kleine Bäche runter und das Wasser am Boden bildete Pfützen von wirklich großem Ausmaß. Mein Zelt ist zwar wasserdicht aber in dem Regen wär ich im Zelt sicher nicht trocken geblieben. Um 10:30 Uhr hat Günter mich dann mit dem Auto nach Lagos gefahren und ist dann gleich weiter um seinen Schwiegervater nach Faro zum Flughafen zu bringen. Lagos selbst stand gut unter Wasser, teilweise sind Autos nicht mehr durch die Pfützen durchgekommen und auch wir mussten einmal wenden weil nicht absehbar war wie tief die Kreuzung nun unter Wasser stand.
Mein Bus fuhr dann um 12:45 los, die Zeit bis dahin hab ich dann in nem Café verbracht und versucht mich etwas zu trocknen.
Die Fahrt dauerte dann gut 4 Stunden, ich war also um 17 Uhr in Lissabon. Während der Fahrt hat es dann aufgehört zu regnen, so dass ich in Lissabon trocken zur Metro laufen konnte. Als ich mir da dann ne Fahrkarte in die Innenstadt kaufen wollte war ich schon etwas überrascht, dass man sich hier gezwungenermaßen ein wiederaufladbares RFID-Ticket kaufen muss auf das dann alle Fahrten die man bezahlt gebucht werden. Darf man also nicht verlieren. Kostet aber auch nur 50 Cent. Hab mir heute morgen noch ein paar Hostels in Lissabon angesehen. Das Yes! Hostel hatte eine absolut hervorragende Bewertung (98% Zufriedenheit aus 4000 Reisenden) und so bin ich da mal vorbei und hab nach nem freien Bett gefragt. Gab’s auch, für 12€ die Nacht. Ich hab gleich für zwei gebucht. Grad eben hab ich dann gemerkt, dass das Hostel noch etwas besser ist als ich hier sage:

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Unter anderem bestes Hostel weltweit 2013


Den Abend hab ich dann mit ein paar Flugrecherchen verbracht. Um nach New York zu fliegen bietet es sich wohl an, dass ich für 50€ nach Dublin flieg, da dann ein paar Tage verbring und dann für 400€ einen Hin- und Rückflug nach New York nehme. Den Rückflug werd ich wohl nicht antreten aber ich brauchen einen Nachweis, dass ich wieder aus den USA ausreise. Außerdem ist ein Hin- und Rückflug aus mir unerklärlichen Gründen billiger als ein One-Way Flug.
Viel machen wollt ich heute nicht mehr machen, deshalb bin ich um 23 Uhr ins Bett.

Fehlanzeige

Heute Nachmittag konnte mich Günter mit nach Lagos nehmen, ich hatte also den Vormittag Zeit um mal wieder etwas zu bloggen und zu lesen. Auserdem haben wir die Solarpanele heute mit Wasser befüllt. Und ich hab zum ersten mal in freier Wildbahn eine Gottesanbeterin gesehen. Verdammt gut getarnt auf den Piniennadeln.

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In Lagos hab ich den einzigen Rollerreperaturladen auch gefunden, konnte dem auch klar machen was ich wollte, aber er hatte das Teil nicht da.
Es musste also ein neuer Plan her. Und so sehr es mich auch schmerzt, aber ich werde den Roller wohl vorerst in Pedralva stehen lassen müssen. Stattdessen werd ich morgen per Bus nach Lissabon fahren, dann zwei Wochen auf Madeira sein und mir dann überlegen ob ich nochmal zurück nach Pedralva komme und den Roller abhole (und mir in der Zwischenzeit das Ersatzteil per Internet dorthin liefern lasse) oder aber ob ich ihn dort erst mal auf unbestimmte Zeit einlagere und von Lissabon aus gleich weiter in die USA fliege. Immerhin steht er da jetzt gut wo er jetzt ist und ich hab mir versichern lassen, dass er da auch gerne ne Zeit lang stehen kann. Das werd ich mir alles in den nächsten Tagen genauer überlegen.
Am Abend war meine Gastfamilie dann zum Essen eingeladen und ich hab mir nen Fernsehabend gemacht. Schlafen musste ich heute auch nicht im Zelt, das Appartement war heute allerdings wieder belegt aber ich konnte im Zimmer vom Lorenz schlafen, damit ich morgen früh nicht so viel Zeit mit zampacken verbringen muss und dann früh nach Lagos kann um von dort den Bus nach Lissabon zu nehmen.

Der Kicker

Heute wollte ich weiter fahren. Also hab ich bis um 12 mein ganzes Zeug zusammen gepackt. Dann gab’s nochmal ein letztes Mittagessen und ich hab mich verabschiedet. Als ich dann losfahren wollte gab’s nur ein kleines Problem: Der Kickerhebel ist jetzt endgültig hinüber. Total abgewetzt, er kriegt einfach keinen richtigen Grip mehr auf der Welle. Der Motor lässt sich also nicht mehr anwerfen. Äußerst schlecht. Hab dann noch ne gute Zeit lang versucht wenigstens irgendwas provisorisches hinzubasteln, aber da war nichts mehr zu retten. Ein neuer Hebel muss her. Aber heut is halt Sonntag. Noch dazu ist fraglich ob dieses Teil jemand vorrätig hat. Ich hab dann noch versucht den elektrischen Anlasser zum laufen zu kriegen. Der Elektromotor des Anlasser dreht sich zwar, aber viel zu schwach um den Motor anzuwerfen. Hab dann noch die elektrischen Anschlüsse des Anlassers überprüft und teilweise neue eingebaut aber auch das hat nichts gebracht. Also musste ein Plan her, denn am 24.10. um 7 Uhr morgens geht mein Flieger aus Lissabon nach Madeira den ich vor ner Woche gebucht hab. Hab mir dann gedacht ich fahr morgen nach Lagos und klappere da alle Rollerhändler ab dies da gibt und hoff das Teil da zu finden und dann hätt ich immer noch drei Tage Zeit nach Lissabon zu fahren. Ich wurde dann auch nochmal eine weitere Nacht aufgenommen, diesmal war sogar ein Appartement frei so dass ich mal wieder in nem Bett schlafen konnte.

Letzte Bratwurst vor Amerika

Eigentlich hab ich heute schon mit dem Gedanken gespielt heute weiter zu reisen.

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Mein Zeltplatz unter Palmen

Aber dann hab ich noch geholfen die Solarpanele auf dem Gestell zu befestigen und das hat sich dann doch länger hingezogen als gedacht. Also bin ich doch noch ne Nacht geblieben. Am Nachmittag bin ich dann mit dem Roller bis ganz zum Kap gefahren.

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Da war dann der Leuchtturm San Vicente und eine Hütte die deutsche Bratwürste verkauft hat. Konnt ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich hab sogar ein Zertifikat bekommen dafür, dass ich am südwestlichsten Punkt Europas diese Bratwurst gegessen hab. Geschäftsideen muss man haben.

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Hab mich dann noch etwas an den Klippen umgesehen. Waren schon ordentliche Wellen zugange. Das hat die Klippenfischer aber nicht gestört, die waren ja hoch genug oben um sicher zu sein von keiner Welle erwischt zu werden.

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Klippenfischer

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Ein Taucher in stürmischer See

Dann bin ich weiter nach Sagres und hab da noch nen Blick auf die Festung geworfen.

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Danach ging’s zurück nach Pedralva. Sportschau und anschließend grillern. Dazu sind dann noch 5 weiter Neuburger beziehungsweise Münchner gekommen. Die Welt is halt n Dorf.

Deutscher Abend

Heute hab ich recht viel Zeit damit verbracht zusammen mit Birgit’s Mann Günter und ihrem Varter ein Holzgestell für die Solarpanele zu bauen.

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Dadurch dass das ganze an einem recht schrägen Hang gebaut werden musste wurde das ganze Unternehmen noch zusätzlich erschwert. Aber wir habens hingekriegt.
Am Abend sind wir dann in eine anderes Dorf gefahren in dem ein ausgewanderter Deutscher einmal die Woche im privaten Kreis deutsche Gerichte kocht. Heute gab’s als Vorspeise Kartofflsuppe mit Lachs und als Hauptgericht Rouladen mit Röstknödel und Blaukraut. All you can eat für 10 Euro. Und ausgesprochen lecker. Wir waren da auch nicht die einzigen, aus den umliegenden Dörfern sind etwa 10 weitere Deutsche angereist für dieses Abendessen. Hatte fast was von einer gemütlichen deutschen Wirtschaft.

Pedralva

Heute morgen hab ich mal meine alten E-Mails durchstöbert und festgestellt, dass ich noch eine mehr oder weniger Einladung von einer ehemaligen Neuburgerin nach Pedralva, ganz am Südwest Kap der Algarve, habe. Hab da also am Vormittag schnell ne Mail hingeschrieben und auch promt eine Antwort erhalten. Es wäre zwar grade kein Appartement für mich frei, aber ich könnte im Garten zelten. Da der Weg dort hin wohl eher schwerer zu finden ist haben wir uns für 18 Uhr in Vila do Bispo verabredet. Von Faro aus waren das etwa 70 Kilometer für die ich 6 Stunden Zeit hatte. Also kein Stress und ich hatte genügend Zeit mir unterwegs ein paar Sachen anzuschauen. Das erste war dann direkt noch in Faro. Die Knochenkapelle. Errichtet aus den Knochen von über 1200 (ehemaligen) Mönchen. Kostet einen Euro Eintritt aber das ists wert. Makaber genug um das mal mitzunehmen.

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Knochenkapelle

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Anschließend ging’s weiter Richtung Lagos. Auf dem Weg dahin hab ich dann immer wieder Plakate gesehen die für die weltgrößte Sandskulpturenausstellung warben. Also bin ich da hin. Der Eintritt war zwar trotz Studentenrabatt mit 7,20€ recht teuer aber das Geld auch voll wert. Die Ausstellung gibt’s mit wechselndem Thema. 2013 war das Thema Musik. War wirklich zwei Stunden ohne Langeweile anzusehen. Hier mal ein paar der beeindruckendsten Skulpturen, denn alle Bilder würden hier wohl den Rahmen sprengen.

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Ueberblick ueber das Ausstellungsgelaende

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„Der Gute Alte Ludwig Van“

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Paradebeispiel fuer Filmmusik

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Musikals

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Punk Rock

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Jimmy Hendrix

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Bob Marley

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The King of Pop

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The King of Rock ´n´Roll

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Sogar er hats hier her geschafft

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The Rolling Stones

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Freddie Mercury

War echt gut. Dann bin ich weiter gefahren und die nächsten Hinweisschilder haben mich auf die Burg in Silves aufmerksam gemacht. Also bin ich da hin gefahren. Die Burg war auch sehr prominent gelegen, ganz oben am Berg. Aber ich hab tatsächlich 20 Minuten mit dem Roller durch die Stadt kurven müssen bis ich endlich den Eingang gefunden hab. Das hatte man wirklich besser ausschildern können.

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Damit hab ich meine Zeit auch gut rumgekriegt. Bin dann weiter nach Vila do Bispo. Der Treffpunkt was das Café Zig Zag. Da ich zuerst da war hab ich mir noch ne Cola gegönnt und dann kam Birgit mit ihrem Sohn Lorenz auch schon vorbei. Sie sind dann mit dem Auto voraus gefahren und ich mit dem Roller hinterher. Pedralva ist ein schönes kleines Dorf in etwas hügeligem Gelände. Ich hab mein Zelt dann am ziemlich einzigen ebenen Fleckchen aufgeschlagen. Zum Abendessen gab’s dann einen guten Braten mit Knödeln. Nach dem Essen dann was was ich auch schon seit längerem nicht mehr gemacht hab. Nen Tatort anschauen.

Portugal

Den Campingplatz hab ich gegen 11 Uhr verlassen. Nächstes Ziel war Faro in Portugal. Laut Navi etwa 100 Kilometer. Also los geht’s. Gab dann nur ein kleines Problem: ich hab vergessen bei der Routenplanung die Option Fähren vermeiden zu aktivieren. Also führte er mich in Ayamonte zu einem Fährhafen um den Grenzfluss Rio Guadiana zu überqueren. Ok, meinetwegen. Es gab da nur ein Problem: Weit und breit war am angezeigten Ort weder eine Fähre noch ein Fährhafen zu sehen. Ist halt auch schon älteres Kartenmaterial. Aber ich konnte in einiger Entfernung eine Brücke über den Fluss sehen also bin ich dort hin gefahren.

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Natürlich war das eine Autobahnbrücke, aber halt auch die einzige weit und breit. Also drauf gefahren. Und dann war ich in Portugal.

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Gleich hinter der Brücke kam dann auch eine Mautstation. Hingefahren, kurz mit bangem Gefühl gewartet bis ich dran war und dann, obwohl ich mit Roller und nicht Motorrad unterwegs war wurde ich durchgewunken. Ich sollte auf den Parkplatz zu dem Automaten fahren wo die Motorräder die Maut bezahlen. Gut, bin ich da hin und war schon mal erleichtet, dass ich keine Probleme wegen des Fahrens auf der Autobahn gekriegt hab. Ich wusste jetzt halt auch nicht wie hoch die Maut ausfallen würde. Der Automat, der nur Kreditkarten nam, war aber scheinbar außer Betrieb, auf dem Display wurde gar nichts angezeigt. Also auf die Hilfetaste gedrückt und einer Frau auf englisch mein Problem erklärt. Die meinte dann ich soll die Autobahn entlang fahren und in einem Kilometer käme dann eine Tankstelle bei der ich meine Maut auch bezahlen könnte. Also weiter gefahren und was seh ich: eine Autobahnausfahrt. Die hab ich gleich genommen und hab mir so die Maut gespart. Gegen 14 Uhr hab ich dann Faro erreicht und nach einigem Suchen ein Hostel für 14 Euro pro Nacht gefunden. Dann bin ich ein bisschen durch die Stadt gelaufen aber viel gibt’s hier in Faro nicht zu sehen. Ach ja, es scheint gerade Wahlkampf zu sein. Gott sei Dank ist es in Deutschland noch nicht so weit wie hier, denn hier fährt alle 5 Minuten ein Auto mit Lautsprechern auf dem Dach an einem vorbei und beschallt die Leute mit Wahlparolen. Ein Wahlplakat hat mich dann doch auch etwas zum lachen gebracht.

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CDU, die kommunistische Ökopartei

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Marina von Faro

Unterwegs hab ich noch ein paar Bier gekauft und mich damit dann auf die Dachterrasse des Hostels gesetzt und gelesen und gebloggt bis die Sonne unterging.

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Danach bin ich mit Francine und Lisa aus Friesland ein bisschen in die Stadt um noch ein paar Flaschen Bier zu kaufen. Aber alle Supermärkte haben hier schon um 20 Uhr geschlossen. Wir haben uns dann kurzzeitig getrennt weil ich unbedingt was essen musste, die Mädels sind dann in ne Bar gegangen. Ich hab nicht gleich ein passendes Restaurant gefunden, es waren einfach sehr viele Touristenlokale wo es unter 10 Euro plus Gedeck nichts gab. Das war mir aber deutlich zu teuer. Bin also immer weiter gelaufen, zurück Richtung Hostel das im Bahnhofsviertel lag. Hab mich schon fast damit abgefunden heute nichts mehr zu essen. Aber dann bin ich doch noch an nem Laden vorbei der meinen Vorstellungen entsprach. Vielleicht 50 Quadratmeter,  davon 15 Quadratmeter die offene Küche.

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Außer mir waren nur noch 5 andere Gäste da, alles ältere Portugiesen. Die Küche war wohl eigentlich schon geschlossen aber die Köchin hat für mich nochmal ne Ausnahme gemacht. Ich hatte richtig Lust auf ein schönes Stück Fleisch und so wurds ein Cordon Bleu mit Pommes und Reis. Ne ordentliche Portion und auch richtig gut. Das ganze für nur 4,5€. So muss das sein. Danach bin ich wieder ins Hostel und hab Francine und Lisa getroffen die wohl doch noch irgendwo Bier aufgetrieben haben. Die haben wir dann noch zusammen auf der  Dachterrasse getrunken.

Doñana National Park

Heute Nacht hat mich wieder der Fuchs besucht. Musste wieder ein paar mal gegen das Zelt hauen um ihn zu vertreiben. Am morgen dann als ich das Zelt endgültig abbauen wollte hab ich erst gesehen was dieses Biest eigentlich angerichtet hat. Eine Schlaufe für einen Hering rausgebissen sowie drei Laschen zum spannen des Überzelts abgenagt. Ich könnt ausrasten. Aber kann ich jetzt auch nicht mehr ändern. Das Zelt war dann so gegen 11 abgebaut und ich hab mich vollbepackt auf den Weg zu meinem Roller gemacht. Dann wollte ich erst mal nen Supermarkt finden um neue Vorräte zu kaufen. War aber nicht so einfach denn viele Supermärkte hatten wegen Saisonende geschlossen. Nach längerer Suche wurde ich dann aber doch fündig.
Anschließend bin ich zum Besucherzentrum des Doñana National Parks gefahren.

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Hab da dann erst mal Brotzeit gemacht. Auch hier war deutlich zu spüren, dass nicht so viele Besucher da waren wie zur Hochsaison. Meine Brotzeit hab ich dann im Picknick Bereich des Besucherzentrums gemacht und dabei einige Vögel angelockt.

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Dann bin ich die zwei Wanderwege die hier durch den Park gehen entlang. Aber ich muss sagen es war definitiv die falsche Jahreszeit um hier zu sein. Statt der versprochenen tierreichen Sumpf- und Lagunenlandschaft war doch alles sehr ausgetrocknet und im Prinzip tierleer. War schon noch ganz schön anzuschauen aber halt nicht das was ich erwartet hab.

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Entlang des Wegs waren immer wieder solche Hütten aufgebaut die kleine Fenster in Richtung der „Lagune“ hatten durch die man dann die Tiere unbeobachtet beobachten hätte können, wenn denn welche dagewesen wären.

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Unterwegs bin ich dann noch auf eine alte Eukalyptusöl-Destille gestoßen wie sie hier bis vor ein paar Jahrzehnten noch haufenweise rumstanden.

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Eukalyptusöl-Destille

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Ausgetrockneter Fluß

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Dann gab’s am Wegrand noch eine alte Maschine die Pinienzapfen aufbrechen und die Pinienkerne gleichzeitig nach Größe sortieren kann. Ist aber auch schon länger nicht mehr on Betrieb.

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Gegen 15:30 Uhr hab ich den Park dann wieder verlassen und bin ins 70 Kilometer entfernte Huelva gefahren.

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Hab mich dann dort in einen Mc Donalds gesetzt und mit dem scheinbar in allen Ländern außer Deutschland üblichen kostenlosen WLAN meine nächsten Übernachtungsmöglichkeiten ausgelotet. Ich wollte mal wieder duschen. In Huelva gab es kein Hostel und auch Einzelzimmer erst ab 30 Euro aufwärts. Ich hab dann etwas weiter entfernt, noch etwa 20 Kilometer vor der portugiesischen Grenze, so eine Art Landgasthof im Internet gefunden der für 10 Euro ein Bett mit Frühstück anbietet. Da sich das ganz gut angehört hat bin ich da hingefahren. Tja, den hab ich auch gefunden nur war da einfach absolut niemand da. Das Tor zum Hof war verschlossen, aber wie hier üblich gibt’s zwar Tore auf den Zufahrtsstraßen aber keine daran anschließenden Zäune, so dass ich dann doch aufs Grundstück kam und nach der Rezeption gesucht hab. Die hab ich auch gefunden aber abgesperrt. Auch auf dem ganzen Grundstück war keine Menschenseele zu sehen. Also musste ich weiterfahren. Ich hatte noch etwa eine Stunde Tageslicht, es wurde also langsam eng, da ich ohne Vorderlicht nicht nachts fahren konnte. Also gings auf gut Glück weiter Richtung portugiesischer Grenze. Dann sah ich ein Hinweisschild für einen Campingplatz auf der Isla Kristina, eine kleine vorgelagerte Insel. Den Campingplatz hab ich dann auch gefunden und für 10 Euro konnt ich die Nacht hier verbringen. Dann gab’s noch eine Feierabend-Maß für 1.80€ und ich konnte meinen voraussichtlich letzten Abend in Spanien beschließen.