Lost Place

Heute Nacht gegen 3 Uhr ist wieder das Viech an mein Zelt gekommen. Hab gehört wie sichs an meinen leeren Dosen gütlich getan hat. Ich hab dann mal nen Blick aus dem  Zelt gewagt und weil es eine  Tag vor Vollmond war konnt ich auch ganz klar sehen, dass es sich um einen Fuchs und nicht um einen Hund handelt. Aber von der Größe her hätte er sich nicht vor nem ordentlichen Hund verstecken müssen. Das war schon ein sehr ausgewachsener Fuchs. Ich hab mir dann überlegt ob es nicht sinnvoll wäre den Fuchs zu vertreiben weil ich wenig Lust hatte, dass er mein Zelt anknabbert und mich nachts immer weckt. War mir aber echt nicht sicher ob er jetzt aggressiv oder ängstlich reagieren würde wenn ich da jetzt mit Taschenlampe (und leerer Weinflasche und Brotzeitmesser zur Verteidigung) rausstürm und Rabatz mach. Ich war mir wirklich nicht sicher was passieren würde. Hab ihn dann weitere 5 Minuten beobachtet wie er meinen Müll, den ich in meiner Kochnische lagere, durchwühlt. Ich hab mich dann dagegen entschieden raus zu gehen. Das Risiko dass es zu einem wie auch immer gearteten Kampf gekommen wäre schätze ich zwar immer noch als sehr gering ein, aber wenn ich halt auch nur einen Kratzer abbekommen hätte wäre das schon recht unangenehm. Ich bin zwar gegen Tollwut geimpft aber diese Impfung erkauft einem lediglich etwas extra Zeit. Ich hätte also auf jeden Fall schnellstmöglich zu nem Arzt oder Krankenhaus müssen um mir eine Aktivimpfung geben zu lassen. Und darauf hatte ich wirklich keine Lust. Also hab ich erst mal im Zelt abgewartet. Der Fuchs kam dann auch noch ein paar mal an mein Zelt und hat da dran geschnüffelt oder so, ist aber immer wieder weg wenn ich von innen gegen die Zeltwand geschlagen und gerufen hab. Insgesamt hat er mich wohl 20 Minuten meiner Nachtruhe gekostet.
Am Morgen dann wollte ich dann weiterziehen. Das Zelt konnte ich allerdings noch nicht abbauen weil es noch zu feucht von der Nacht war. Also hab ich mich noch etwas an den Strand gelegt und gelesen. Dabei viel mir auch auf, dass heute wirklich gar niemand am Strand unterwegs war. Die beiden letzten Tage waren ein paar Angler da und auch ein paar Spaziergänger. Aber heute war der ganze Strand wie leer gefegt. Ich konnte nach links kilometerweit schauen und hab nicht einen Menschen gesehen und ich konnte nach rechts kilometerweit schauen und hab nicht einen Menschen gesehen. Das war dann der Moment wo ich gesagt hab ich bleib noch ne Nacht hier.
Auch gegen nachmittag waren nicht mehr Leute zu sehen. Die die tatsächlich an meinem Strand vorbeikamen kann man an einer Hand abzählen.

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Am Spätnachmittag bin ich nochmal die Steilküste hoch und hab mich da etwas genauer ungeschaut. Zuerst kam ich mir recht eingesperrt vor

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Hab dann aber doch nen Weg gefunden den Zaun zu umgehen und auf die wie es scheint Straße hinter dem Zaun zu kommen:

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Hat sich dann herausgestellt, dass es sich nicht nur um eine Straße sondern um einen Campingplatz handelt. Wenn mans genau nimmt um einen verlassenen Campingplatz. Ich würde sagen seit mindestens zwei Jahren verlassen, eher mehr. Der Grund dafür dürfte auch auf der Hand liegen: Der ganze Platz, der übrigens riesig ist, wird in den nächsten Jahren ins Meer stürzten, beziehungsweise tut es bereits, sonst wär ich gar nicht hier rein gekommen.

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Also, verlassener Campingplatz. Hat eine gewisse Anziehungskraft, ich wollte mich mal etwas umschauen. Ums gleich mal vorweg zu sagen: Etwas unheimlich wars auch. Mir war schon klar, dass hier normalerweise niemand sein dürfte, aber dann hört man doch immer wieder irgendwo ein Geräusch und dreht sich erschrocken um. Auch die Hundespuren und das sporadische Gebell in der Ferne haben zum Thrill beigetragen.

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Mein erstes Ziel war ein Sanitärhaus.

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Sah nicht gerade einladend aus, ich bin trotzdem rein.

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Alles zugestaubt. Aber es waren auch Fußabdrücke im Staub zu sehen.
Dann hab ich noch ein Auto entdeckt das hier wohl auch schon länger steht.

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Dann bin ich weiter einen Berg nach oben zu einem Gebäude das aussah als wäre es die Rezeption. Die Straße die ich dabei entlang lief ließ darauf schließen, dass es hier wohl auch mal stark regnen kann, denn das nach unten laufende Regenwasser hat sich tiefe Gräben in die Straße gerissen.

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Als ich das Gebäude dann erreicht hab stellte ich fest, dass es sich dabei nicht um die Rezeption sondern um eine Bar und ein Restaurant handelt.

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Das hier muss wohl mal der Speisesaal gewesen sein

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Dann bin ich weiter, hab einen akten Supermarkt entdeckt, der allerdings verschlossen war.

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Bin dann den Wegweisern zur Rezeption gefolgt und hab da dann doch neuere Autos gesehen und auch zwei Typen die vor einem Wohnwagen saßen und dort offenbar auch wohnten. Da ich nicht auf eine Begegnung aus war, hab ich mich vorsichtig und sehr versteckt zurückgezogen. Und hab den Campingplatz dann wieder auf dem gleichen Weg verlassen wie ich reinkommen bin.
Dann musste ich nochmal zum Roller laufen und neues Wasser und was zu essen holen. Dabei hab ich dann auch den Grund dafür gesehen warum heute so wenige Leute unterwegs waren: Es ist wohl Saisonende. Ale Strandbars geschlossen auch so gut wie alle Restaurants und Geschäfte in der Stadt. Mir solls recht sein, denn das Wetter war immer noch sehr gut. Nicht brechend heiß aber ab 10 Uhr morgens schon richtig schön warm.
Abends dann kurz vor Sonnenuntergang gab’s nochmal ein richtig gutes Licht das die Sandfelsen in einem irren Rotbraun leuchten ließ

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Dann der übliche Sonnenuntergang mit Abendessen. Heute gab’s Nudeln mit Käsesoße.

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Ein Tag am Strand

Eingeschlafen bin ich noch recht gut, die Wellen wirkten recht einschläfernd. Bin nur mal aufgewacht weil ich geträumt hab, dass mich die Flut doch erreicht hat. Und ich bin aufgewacht weil irgendein Viech gegen 3 Uhr an meinem Zelt rumgeschnüffelt hat. Ich tippe auf einen Hund. Der muss so blöd auf mein Regenzelt gestiegen sein, dass mir eine Halterung für den Hering rausgerissen ist. Das hab ich aber erst am nächsten Morgen gesehen. Als ich nachts das Viech hörte und es dann mein Zelt eben irgendwie angegangen ist hab ich im Zelt ein bisschen Rabatz gemacht und dann ist es wohl weitergezogen. Die Nacht war übrigens erstaunlich kalt, ich hab den Schlafsack diesmal nicht als Decke benutzt sondern wirklich als Schlafsack.
Am Morgen musste ich außerdem feststellen, dass im Frontfach meines kleinen Rucksacks meine Tube Sonnencreme ausgelaufen ist und allerlei Kleinkram eingesaut hat. Also hab ich alles rausgeholt, sauber gemacht und wollte gerade das Innere des Rucksacks sauber machen als ich die Mutter aller Ohrwürmer darin entdeckte. Ich hatte ja schon mal auf meiner Wanderung die Donau entlang nen Tag wo ich hunderte dieser Biester in Rucksack und Zelt hatte, aber dieses eine Exemplar war phänomenal groß. Gute 3 Zentimeter, davon ein Zentimeter lange Zangen. Die sahen echt aus als hätten sie schmerzhaft sein können.

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So, was macht man jetzt den ganzen Tag wenn man wirklich 24 Stunden lang am Strand ist? Nun zuerst einmal lesen, was irgendwie zu einem meiner liebsten Beschäftigungen geworden ist. Zur Zeit Stieg Larsons „The girl with the dragon tattoo“. Dann musste ich nochmal zu meinem Roller laufen und frisches Wasser holen. 20 Minuten hin, 20 Minuten zurück. Klar hab ich alle Wertgegenstände aus dem Zelt mitgenommen aber etwas mulmig war mir schon das Zeug so lange allein zu lassen. Andererseits kommen da auch nur Spaziergänger vorbei die wirklich nicht danach aussahen als würden sie jetzt gleich mein Zelt durchsuchen.
Tja, was noch? All die male wo ich jetzt schon an Stränden war hab ich immer etwas mit mir gerungen ob ich nicht nochmal ne Sandburg bauen soll, was ich als Kind immer sehr gern getan hab. Aber irgendwie fühlte ich mich immer zu alt dafür. Was solln denn die Leute denken wenn ein fünfundzwanzig jähriger wie ein kleines Kind am Wasser spielt und Sandburgen baut? Ja, so hab ich wirklich lange gedacht. Tja, ich bin jetzt über drei Monate unterwegs und wenn ma so reist wie ich dann kommt man immer mehr an den Punkt wo man endgültig sagt: „Fu*k it! Mir doch scheiß egal was die denken!“ Und ich glaub diesen Punkt hab ich heute endgültig erreicht. Und es war großartig. Das hat früher immer ne mehr oder weniger große Rolle für mich gespielt was andere von mir halten oder über mich denken. Und ich hab mir schon oft gedacht, dass mir das ja eigentlich egal sein kann. Gedacht, nicht gelebt. Und ich denke ich kann sagen damit ist jetzt Schluss.
Ich kann also hier und heute sagen, dass es mir noch genau so viel Spaß macht wie als Kind eine Sandburg zu bauen. Wenn ich auch heute etwas anders dran heran gehe. So hatte meine Burg beispielsweise einen Wassergraben drum herum der sich selbstständig mit Wasser füllte und das Wasser um die Burg in Meer fließen lies. Der Physiker in mir fand das natürlich faszinierend. Auch wollt ich mir mehr Zeit für die künstlerische Ausgestaltung der Burg an sich nehmen und weniger auf die Mauern achten die die Burg vor den Wellen schützen sollten, worauf als Kind immer mein Hauptaugenmerk lag.

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Leider konnt ich sie nicht ganz so zuende gestalten wie ich wollte, da die Flut kam und meine Burg 30 Minuten nachdem ich die Bilder gemacht hab nicht mehr stand.
Baden war ich natürlich auch, das Wetter war ja warm genug. Ich meine sogar mir einen leichten Sonnenbrand am Rücken eingefangen zu haben. Die Wellen hätten für meinen Geschmack etwas größer sein können aber man kann ja nicht alles haben. Da ich so voller Salzwasser abends nicht in meinen Schlafsack wollte musste ich nochmal die 20 Minuten zum Badestrand laufen um mich dort zu duschen. Dann hab ich noch ein paar Bilder gemacht, Abendessen gekocht und den Sonnenuntergang genossen.

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Ab 8 wars dann wieder dunkel und Zeit fürs Bett. Dafür, dass ich eigentlich recht wenig gemacht hab war ich auch erstaunlich müde.
Ach ja, noch zu den Flutmarken die ich gestern angebracht hab: Das Meer ist so gut wie gar nicht mehr gestiegen, es war wohl gestern Abend schon recht nahe am Flutscheitel. Mein Zelt steht also sicher.

Endlich wieder campen

Irgendjemand meinte heute Nacht um 3 besonders viel Lärm machen zu müssen als er den Schlafsaal betrat. Auch danach war’s nicht wirklich ruhiger. Ist halt so im Schlafsaal, man gewöhnt sich dran. Am morgen bin ich dann nochmal schnell ein Baguette kaufen gegangen weil mir gestern der Toast ausgegangen war. Dann nochmal gut gefrühstückt und ausgecheckt. Dann hab ich so ein bisschen mit mir gehadert ob ich jetzt noch in die Alcàzar Paläste reingehen soll oder nicht. Ich hab mich dann dagegen entschieden und bin stattdessen lieber mit vollem Gepäck ins 15 Kilometer entfernte Santiponce gefahren. Denn dort befindet sich Itálica, eine der ältesten (206 v. Chr) römischen Städte in Spanien, natürlich nur noch als Ruinen. Aber das wollt ich mir anschauen. Eintritt war für Europäer auch kostenlos. Meinen Rucksack hab ich am Ticketschalter abgegeben und konnte so unbeschwert die Anlage besichtigen.

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Ein Highlight war dann noch die Arena die Platz für 25000 Menschen bot.

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Danach ging’s dann weiter. Ich hatte eigentlich kein genaues Ziel, wollte nur irgendwie in die Nähe des Doñana National Parks. Auf dem Weg dahin hab ich immer mehr mit dem Gedanken gespielt zu campen, deshalb hab ich nochmal ordentlich Wasser und Verpflegung eingekauft. Der Roller und ich waren bis zum Limit beladen.

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Als ich dann so immer weiter Richtung Westen gefahren bin und mich damit immer mehr dem Meer näherte, ist so die Idee in mir gewachsen einfach mein Zelt am Strand aufzuschlagen, natürlich soweit wie möglich abseits der Touristenmassen.
Ich weiß nicht ob es Einbildung ist oder Tatsache, aber immer wenn ich in einen Natur oder National Park reinfahre kommt mir die Landschaft so unglaublich schön und unberührt vor wie sonst selten. Das war auch hier der Fall. Eine etwa 15 Kilometer lange, schnurgerade Straße die den National Park durchschnitt. Eingezäunt, damit keine Tiere auf die Straße rennen. Und links und rechts Pinienwälder soweit das Auge reicht.

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Irgendwann hab ich dann das Ende der Straße erreicht und damit den Ort Matalascañas. Endlich wieder Meer. Es scheint schon recht Nebensaison zu sein,  denn es war nicht mehr viel los. Absolut unverständlich, denn es waren sicher noch an die 30ºC.

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Der Atlantik hat mich wieder

Es hätte die Option auf genügend Campingplätze in der Nähe gegeben, aber ich wollte wie gesagt am Strand nächtigen. Also runter zum Strand und nach rechts. 20 Minuten, mit vollem Gepäck über den Sand. Das hört sich lustiger an als es war, denn das war wirklich anstrengend (nicht zu vergessen die Hitze).
Tja und dann gab’s ja noch ein anderes Problem. Wo kann ich denn eigentlich mein Zelt sicher aufschlagen? Denn es sah so aus als wäre gerade Ebbe und ich hab natürlich keine Ahnung wie hoch das Wasser hier bei Flut steigt. Der Strand hatte etwa eine Breite von 100 Meter und dann kam auch schon eine etwa 15 Meter hohe Steilküste. Dann, während ich so den Strand auf der Suche nach einem geeigneten Platz entlang wandere, taucht es plötzlich auf. Ein Podest, wie geschaffen für mich. Von der Steilküste runtergespülter Sand der einen etwa einen Meter hohen Hügel aufgeschüttet hat. Der Sand dort war hart wie Beton, also ideal für mich, kein Sand den mir der Wind ins Zelt wehen kann. Und das unglaublichste daran: Die Spitze dieses Hügels war auf einer Fläche von ein mal zwei Meter absolut eben, wie geschaffen für mein Zelt. Noch dazu gleich dahinter eine Art Nische in der Steilküste die ich ideal als windgeschützte Kochnische nutzen kann. Kurz: einen besseren Platz gibt es wohl auf der ganzen Welt nicht.

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Meine Kochnische

Auch mit der Abgeschiedenheit war ich zufrieden, sporadisch kamen mal ein paar Spaziergänger vorbei. Das erste was ich natürlich gemacht hab, gleich nach dem ich das Zelt aufgebaut hab, war die Steilküste hochzuklettern.

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Da es doch recht windig war haben das viele Gleitschirmflieger ausgenutzt. Die sind teilweise wirklich halsbrecherisch nahe an der Kante entlang geflogen.

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Als dann der Sonnenuntergang nahte hab ich mit mein Abendessen gekocht, Bohnen in Tomatensauce. So konnt ich dann mein Essen bei bester Aussicht zu mir nehmen.

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Ich fühlte mich also vor der Flut halbwegs sicher, wollte aber doch aus Neugier wissen wie hoch das Wasser in der Nacht wohl steigen würde. Also hab ich vorm schlafen gehen noch ein paar Flutmarken angebracht, alle zwei Meter von meinem Zelt bis zum Wasser einen tiefen Querstrich im Sand den das Wasser wegspülen würde wenn es so hoch kommt.
Sonnenuntergang war um 8 Uhr und da meine Batterien in meiner Taschenlampe den Geist aufgegeben haben konnte ich auch nicht mehr lesen. So hab ich noch etwas den absolut klaren Sternenhimmel angeschaut und bin dann mit dem rauschen der Wellen schlafen gegangen.

Kathedrale

Heute bin ich so um 10 aufgestanden, musste ja bis um 11:30 das Zimmer geräumt haben. Mir geht’s wieder top, vielleicht war der ziemlich gemächliche Tag gestern genau das was ich gebraucht habe um wieder aufn Damm zu kommen. War auch noch genügend Zeit zum frühstücken, das übrigens durch den Toaster immer etwas zur Geduldsprobe wird. Denn es gibt zwar einen Toaster aber die Taste zum runterdrückrn bleibt nicht unten. Wenn man also den Toast nicht roh will muss man 4 Minuten dastehen und diese Taste per Hand nach unten gedrückt halten. Dann muss man die Toasts wenden, denn es funktioniert nur die innere Heizspirale und nicht die äußeren, und nochmal 4 Minuten drücken. Aber es gibt schlimmeres. Dann konnt ich vor dem Zimmerwechsel auch noch duschen und war immer noch pünktlich. Mein neues Bett im 14er Zimmer konnte ich dann auch gleich beziehen. Dann war’s so zwölf rum und damit (ja, selbst um diese Jahreszeit) zu heiß um groß draußen in der Gegend rum zu laufen. Also mal wieder das Buch zur Hand genommen und nebenbei mal noch ein paar günstige Flugmöglichkeiten nach Madeira, die Insel des ewigen Frühlings, ausgekundschaftet. Wenn man flexibel ist geht das unter 100€ ab Lissabon.
Dann hab ich mich so um 15 Uhr rum auf den Weg Richtung Kathedrale von Sevilla gemacht. Das Wahrzeichen von Sevilla, der Glockenturm mit Giralda, einer Wetterfahne, ist ja schon von weitem zu sehen.
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Kopie der Giralda vor dem Eingang der Kathedrale


Ich war ja jetzt schon in recht vielen Kathedralen und Kirchen, weniger aus religiösen Gründen, eher wegen der Architektur und der Tatsache, dass da vor Jahrhunderten Leute angefangen haben diese Kathedrale zu bauen obwohl sie wussten, dass nicht mal ihre Urenkel deren Fertigstellung miterleben werden.
Diese Kathedrale hat mir auch sehr gefallen. Sehr schöner gotischer Baustil und auch die reine Größe war beeindruckend, war schließlich mal (oder ist es immer noch?) nach dem Petersdom und der Saint Pauls Kathedrale die drittgrößte Kathedrale der Welt.
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Schade, dass es hier so selten regnet


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Außerdem gab’s noch nen Grund diese Kathedrale zu besichtigen: Die Grabstätte von Christoph Kolumbus.
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Letzte Ruhestätte von Christoph Kolumbus


Der Fairness halber sollte man allerdings erwähnen, dass es weltweit sechs Grabstätten des großen Entdeckers gibt. Jede davon behauptet natürlich von sich die echte zu sein. Man wird’s wohl nie erfahren.
Was noch im Unterschied zu anderen Kathedralen aufgefallen ist: Man hat hier nicht nur Zugang zum Kirchenschiff sondern auch zu den übrigen Räumlichkeiten wie Schatzkammer, Sakristei und Kapitelsaal.
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Sakristei


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Kapitel


Dann ging’s natürlich noch den Turm nach oben. Überraschung: Es führen hier keine Treppen nach oben sondern Rampen. Sinn und Zweck davon war, dass die ganz wichtigen Leute bequem per Pferd nach oben kommen konnten.
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Auf dem Weg nach oben ist mir dann noch was in den Sinn gekommen was ich aber im Hostel erst nochmal überprüfen musste. Aber ich hatte es richtig in Erinnerung. Der Roman Diabolus von Dan Brown spielt teilweise auch in Sevilla. Das wusste ich noch so grob. Ich hatte allerdings noch in Erinnerung, dass die Hauptfigur diesen Glockenturm nach oben gejagt wird und zwar ausdrücklich über Treppen. Da hat sich der Herr Autor wohl etwas künstlerische Freiheit gegönnt. Auch die Massen von Touristen wurden dezent unterschlagen.
Oben angekommen gab’s dann erwartungsgemäß auch einen schönen Rundumblick.
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Nach der Kathedrale wollte ich dann die königlichen Alcàzar Paläste anschauen. Die hatten aber nur noch eine halbe Stunde offen und das hätte sich einfach nicht mehr gelohnt. Also bin ich so noch etwas durch die Stadt gelaufen.

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Die Straße des Todes


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Am Abend im Hostel gab’s dann Nudeln mit Bolognese Soße. Mal ne ganz nette Abwechslung zur Tomatensauce. Ich hatte eigentlich keine großen Pläne für den Abend, hab mich dann aber irgendwie doch von John aus Chicago, den ich schon vor ein paar Tagen hier kennengelernt hab, überreden lassen mit ihm ein Team zum Bierpongen zu bilden. Wir waren offenbar gut in Form, denn wir haben alle sechs Spiele gewonnen. Danach war ich wie man sich denken kann einigermaßen angeheitert, wollte aber nicht mehr mit in die Stadt gehen weil ich ja morgen Vormittag zeitig auschecken muss. Hab’s dann aber auch nicht gleich ins Bett geschafft denn ich bin vorher noch an drei Jungs aus Uruguay hängen geblieben die mir sehr glaubhaft versichert haben, dass Uruguay ein klasse Land ist das ich keinesfalls auslassen darf. Überhaupt fanden sie es sehr merkwürdig, dass ich Südamerika so gar nicht in meiner Routenplanung drin hab und meinten ich soll mir das echt nochmal überlegen. Lustigerweise hab ich das mit Südamerika inzwischen schon wahnsinnig oft gehört. Wer weiß, vielleicht mach ich ja tatsächlich nen Abstecher da runter.

Ausnüchtern

Wie man sich denken kann hab ich heute länger geschlafen. Irgendwann gegen 14 Uhr bin ich dann aufgestanden. Mein ursprünglicher Plan war heute eigentlich die Kathedrale zu besichtigen und die königlichen Alcàzar Paläste. Aber irgendwie hab ich gar nichts zustande gebracht. Hab mein Buch genommen und gelesen und mir immer wieder gesagt in ner halben Stunde musst aber los. Das Ende vom Lied ist dann halt, dass ich eben nicht mehr los bin. Ich konnte mich halt einfach nicht dazu aufraffen. Aber wenn man genauer drüber nachdenkt ist das eigentlich auch ok. Erstens hab ich alle Zeit der Welt und zweitens hab ich mir selbst sowieso schon vor längerem zugestanden absolut nur das zu tun worauf ich Lust hab und nichts aufgrund dessen zu tun weil „Das muss man ja schon machen wenn man mal hier ist“. Also, ich hatte heute eben nur Lust mein Buch zu lesen (wirklich gut, „Lügenlandschaft“, in Cadiz getauscht). Gegen 18 Uhr hab ich dann doch nochmal das Hostel verlassen um einkaufen zu gehen. Wollte irgendwas leichtes zu Abendessen. Zuerst dachte ich an Garnelen mit etwas gemischtem Gemüse. Garnelen gab’s auch in Hülle und Fülle aber leider nur in natur. Also musste ich mir praktisch selber ne Soße dazu machen. Gut, nen Packen Kräuterbutter und darin die Garnelen anbraten und fertig. Blöderweise hat der ganze Supermarkt, und der war echt groß, keinen Kräuterbutter gehabt. Dann hab ich noch ne ganze Zeit lang nach Alternativen gesucht aber nichts gefunden was mir wirklich zugesagt hätte. Also Planänderung, gemischtes Gemüse mit Hähnchenfilet. Das gab’s dann auch. Und einen Liter frische Milch. Denn darauf hab ich schon viel zu lange verzichtet.

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Ehemalige Bahnhofshalle in der der Supermarkt untergebracht war

Abends dann also gekocht und gegessen und dann weiter gelesen. Da ich mir aber doch noch die Stadt etwas genauer anschauen wollte, ich aber beim Einchecken nur 3 Nächte gebucht hab, bin ich noch zur Rezeption und hab eine Nacht verlängert. Musste morgen dann allerdings das Zimmer wechseln, da mein jetziges achter Zimmer morgen schon komplett ausgebucht ist.

Stadtbesichtigung

Heute ging’s mir noch nicht wirklich besser, nur die Kopfschmerzen waren weg. Gefrühstückt hab ich recht spät, dafür ausgiebig. Gegen halb vier hab ich dann an einer vom Hostel organisierten Stadtführung teilgemommen. War jetzt nicht der Hammer aber schon in Ordnung um mal nen groben Eindruck von Sevilla zu bekommen. Hab hier dann auch zwei deutsche kennengelernt die grad zwei Wochen Urlaub in Andalusien machen. Nach der Stadtführung haben wir uns im Hostel auf die Dachterrasse gehockt und ein bisschen über dies und das geredet. Wir wollten dann um 23 Uhr beim Pub Crawl mitmachen. Auch organisiert vom Hostel, man zahlt 10 Euro und wird dafür die Nacht hindurch in drei Bars geführt wo es dann jeweils ein Bier und einen Kurzen umsonst gibt. Von der Theorie her ganz gut, nur leider haben sich insgesamt bloß fünf Leute gefunden die mitmachen wollten. Das war dann etwas zu wenig und die ganze Sache wurde abgeblasen. Wir sind dann halt einfach so auf gut Glück in die Stadt und haben auch so ganz passable Bars gefunden. Dabei haben wir dann auch vier Spanierinnen kennengelernt die uns dann noch mit in eine Disko nehmen wollten. War also ein ganz netter Abend. Was ich noch ganz genau weiß war, dass ich irgendwann richtig Lust auf eine gute Spansau bekommen hab. Keine Ahnung woher das plötzlich kam, vielleicht ein kurzer Anflug von Heimweh.
Ich hab mich dann gegen 4:30 Uhr auf den Weg zurück zum Hostel gemacht, die anderen wollten noch bleiben. War nicht so einfach den Weg zu finden aber um 5 Uhr bin ich dann doch angekommen.

Sevilla

Heute hab ich schon deutlich besser geschlafen. Mir ging’s auch schon wieder etwas besser aber so ganz war ich die Bauchschmerzen noch nicht los. Nach dem auschecken aus der Pension hab ich mir zum Frühstück in der Bäckerei gleich um die Ecke ein Croissant gekauft was zwar nicht viel war aber doch sehr lecker. Dann ging’s auf zum Roller der noch genau so da stand wie ich ihn verlassen hab. Also mein Handgepäck im Helmfach verstaut und los geht’s. Denkste! Der Roller ließ sich nicht starten weil der Kickhebel sich keinen Millimeter bewegen wollte. Kann eigentlich nicht viel sein was sowas verursacht. Also mal wieder den Kasten aufgeschraubt in dem der Keilriemen läuft und nach der Ursache gesucht. Hab dann auch sofort gesehen, dass eine Schraube sich scheinbar verselbständigt hat. War eine Schraube die die Zahnradeinheit welche den elektrischen Anlasser mit der Kurbelwelle verbindet hält.
Positiv: Dadurch, dass diese Schraube nicht mehr drin ist, hat sich scheinbar einiges an Spannung aus der Zahnradeinheit gelöst, denn wenn ich den elektrischen Anlasser betätige funktioniert er sogar. Es ist also nicht so wie ich ursprünglich dachte, dass der Elektromotor durchgebrannt ist. Leider scheint der allerdings so wenig Power zu haben, dass er’s einfach nicht schafft den Motor ordentlich in Bewegung zu bringen und zu starten. Um den Kickstarter komm ich also immer noch nicht herum.
Negativ: Diese fehlende Schraube hat sich aufgemacht irgendwo in den Eingeweiden der Variomatik irgendetwas, das sich eigentlich drehen sollte, zu blockieren. Mit etwas chirurgischer Präzision und zwei kleinen Inbusschlüsseln konnt ich sie aber recht schnell rausholen. Alles wieder zugeschraubt und nach ein paar mal kicken ließ sich der Roller dann auch starten.
Als nächster Halt war Sevilla geplant. Waren etwa 140 Kilometer die ich auch recht gut rum brachte. Unterwegs wurde ich dann auf der Autobahn das erste mal überhaupt von der Polizei angehalten. Die haben aber nur gemeint ich soll von der Autobahn runter und das wars dann auch.

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Gegen Ende der Tagesstrecke gab’s mal nen Abschnitt wo, ich weiß nicht ob’s wirklich Baumwolle ist oder was anderes, die Landschaft dominiert hat. Weiße Felder links und rechts der Straße. Viele LKWs sie das Zeug durch die Gegend gefahren haben und Unmengen weißer Kügelchen im Straßengraben.

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In Sevilla bin ich so gegen 3 angekommen. Als Hostel hab ich mir das Oasis Hostel rausgesucht, weil die Hostels dieser Kette  in denen ich in Granada und Malaga übernachtet hab ganz brauchbar sind. Nun dieses war etwas anders. Es war riesig, hat einen guten Teil des Häuserblocks eingenommen und
war früher mal, so erfuhr ich, ein Palast oder zumindest ein SEHR herrschaftliches Anwesen. Das hatte allerdings auch einen enormen Nachteil: Durch die Größe kam einfach keine Hostelatmosphäre zustande. Es war einfach zu groß um sich wie Zuhause zu fühlen. Es war schwieriger mit anderen in Kontakt zu treten, da einfach genug Platz war um sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Klingt jetzt vielleicht komisch, aber das macht für mich zum großen Teil ein gutes Hostel aus, dass man mehr oder weniger gezwungen ist mit anderen Gästen in Kontakt zu treten. Aber geht halt nicht immer.
Ich bin dann erst mal einkaufen und hab mir für den erste  Hunger eine Tiefkühlpizza geholt, denn die Gemeinschaftsküche hatte einen Ofen. Und ich schon lange keine Pizza (mit extra Käse drauf) mehr. Danach bin ich nochmal in einen größeren Supermarkt gegangen und hab mich mit allem nötigen für ein ordentliches Frühstück eingedeckt. Da ich drei Tage in Sevilla bleiben will konnte ich auch zur Abwechslung mal etwas Auswahl einkaufen, denn ich konnte das Zeug ja im Kühlschrank lagern. Und Bier hab ich noch kaufen müssen, denn der Preis an der Hostel-Bar war geradezu lächerlich übertrieben. 1,5€ für 0,2cl. Für ein Hostel völlig inakzeptabel (In Cadiz hab ich 50 cent für ne 33cl Dose gezahlt). Bei der ganzen Einkauferei hab ich’s wohl etwas übertrieben, denn durch das Gewicht ist mir ein Träger meines kleinen Rucksacks (immerhin schon der zweite) gerissen. Wird wohl Zeit für nen neuen.
Den Rest vom Tag hab ich eigentlich nicht mehr viel gemacht. Ein Buch gelesen auf der Dachterrasse und immer noch etwas mit Bauchschmerzen und leichten Kopfschmerzen gekämpft. Deshalb bin ich auch gegen 10 schon ins Bett.

Nochmal Cadiz

Heute hab ich wieder nicht gut geschlafen. Zum ersten mal seit langem haben mich mal wieder Moskitos heimgesucht. Ich hab wenig geschlafen und hatte immer noch Bauchschmerzen. Mir gings also nicht überragend. Ich war der Meinung, dass es mal wieder Zeit für ein Einzelzimmer und ausgiebig Schlaf war. Also aus dem Hostel ausgecheckt und in eine 400 Meter entferne Pension eingecheckt. War mit 25€ auch nur 7€ teurer als das Bett im Hostel. Da konnt ich erst mal meinen Rucksack wieder etwas durchorganisieren, denn in den letzten paar Wochen wurde alles immer nur irgendwie rausgezogen und beim weiterreisen reingestopft. Es herrschte also eine ziemliche Unordnung. Alle Akkus von allen Geräten die ich so dabei hatte konnte ich auch wieder aufladen. Außerdem konnte ich ein paar Klamotten im Waschbecken waschen. Zum trocknen hab ich einfach ne Schnur quer durchs Zimmer gespannt und da die Sachen aufgehängt. Dann wollt ich noch ein paar Sachen zum essen im Supermarkt einkaufen um mir nen teuren Restaurantbesuch am Abend zu sparen. Denn die günstigsten Optionen waren hier Menüs die bei 8€ lagen. Das war in Marokko doch deutlich günstiger. Doch wie ich feststellen musste war heute sowas wie ein Lokalfeiertag in Cadiz und alle Supermärkte hatten geschlossen. Zum Glück nicht die ganzen kleinen Alimentacion Läden (So was wie ein Tante-Emma-Laden) die es an jeder Ecke gibt.
Gegen 4 bin ich dann nochmal runter zum Strand und hab mich da einige Stunden mit lesen und baden vergnügt. Dann ging’s zurück zu meiner Pension und ich bin dann recht bald ins Bett gegangen.

Free Walking Tour

Hab in der Hängematte weniger gut geschlafen als ich gedacht hätte. Nicht weils unbequem oder kalt gewesen wäre, sondern… um ehrlich zu sein ich hab keine Ahnung warum.
Bin dann runter zum Frühstück, es gab Pfannkuchen. Um zwölf wollt ich dann an der Führung durch Cadiz teilnehmen aber die wurde abgesagt. Ich bin halt dann zusammen mit Mike aus Neuseeland, der die Tour auch machen wolte, losgelaufen und wir haben uns die Stadt eben so angeschaut. Zuerst ging’s zur Kathedrale die praktisch gleich um die Ecke lag.
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Dann sind wir weiter auf die Uferpromenade und da dann ans Nordende von Cadiz gelaufen. Das Kastell San Sebastian stand als nächstes auf unserer Liste.

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Kastell San Sebastian


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Blick von San Sebastian auf Cadiz


Da sind wir dann auf Stephanie aus unserem Hostel getroffen die uns den Tipp gegeben hat den Torre Tavira zu besichtigen, dazu später mehr. Dann sind wir ins nächste Kastell, von denen es hier wirklich viele gibt.
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Nördlicher Stadtstrand vom Kastell Santa Catalina aus gesehen


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Auf Santa Catalania mit San Sebastian im Hintergrund


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Dann sind wir also zu besagtem Torre Tavira gegangen. War der höchste Wachturm der Stadt was schon mal für eine gute Rundumsicht sorgte.
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Blick nach Süden


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Blick nach Norden


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Nochmal San Sebastian


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Die eigentliche Hauptattraktion des Turms war aber eine Camera Obscura. Und obwohl Optik während meines Studiums nicht mein lieblings Teilbereich der Physik war, war ich doch neugierig auf diese kleine optische Spielerei. Was ist also eine Camera Obscura? Im Prinzip ist das nichts anderes als ein begehbarer Fotoapparat. Auf dem Dach des Turms ist eine Art Periskop angebracht das um 360 Grad drehbar ist und einen Spiegel und 2 Linsen enthält.
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Optische Einheit der Camera Obscura


Im darunter liegenden Raum, der völlig im dunklen liegt, befindet sich nun ein schüsselförmiger Schirm auf dem wie in einem Fotoapparat das Licht aus der optischen Einheit fällt. Einziger Unterschied zum Fotoapparat ist halt, dass hier kein zu belichtender Film auf dem Schirm liegt sondern die Szenen die sich außerhalb des Turms in der Stadt abspielen eben in Echtzeit auf dem Schirm zu sehen sind.
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Der Schirm


Wir haben dann so zu sagen eine Stadtführung bekommen ohne den Raum zu verlassen in dem die Kamera in Richtung der betreffenden Gebäude gedreht wurde, das konnte man dann auf dem Schirm sehen, und uns dann eben etwas zu den Gebäuden erzählt wurde. Der Schirm ließ sich dann noch in der Höhe verstellen was dazu führte, dass je nach Höhe des Schirms eine andere Entfernung zur Kamera scharf auf dem Schirm abgebildet wurde. War schon echt witzig dann beispielsweise die Leute auf dem Marktplatz zu beobachten ohne selbst direkt in der Nähe zu sein. Auch die Auflösung war phänomenal, da das ganze ja ein analoges und kein digitales System war. Wer also mal die Möglichkeit hat eine Camera Obscura zu besichtigen sollte das auf jeden Fall tun.
Danach sind Mike und ich zurück zum Hostel und haben erst mal was zu essen gemacht. Nudeln mit Tomatensauce, der Klassiker der Hostelküche. Ich befürchte nur ich hab zu viel davon gegessen, hab dann nämlich ziemliche Magenschmerzen gekriegt.
Dann hab ich auch noch meinen Aufenthalt im Hostel um eine Nacht verlängert, diesmal war aber nur noch ein vierer Zimmer frei. Anschließend sind Mike und ich zum Strand, ich hab mir ein neues Buch im Hostel besorgt und so haben wir die paar Stunden bis Sonnenuntergang ganz gut rumgebracht. Ach ja und ich musste feststellen, dass ich mein großes Handtuch in dem Hostel in Essaouira in Marokko vergessen hab. Sehr ärgerlich. Da muss ich demnächst mal Ersatz besorgen.
Abends war dann nicht mehr viel los, ich hatte nicht gerade große Lust was zu abend zu essen und bin weil ich auch sehr müde war gegen 10 ins Bett.

On the road again

Heute hab ich erst mal ordentlich den Check-out verschlafen und bin mit wunderbaren Kopfschmerzen aufgewacht. Entweder ich bin kein spanisches Bier mehr gewöhnt oder ich habs gestern unwissend übertrieben. Hab mir für heute mal nicht die 200 Kilometer nach Sevilla vorgenommen sondern wollte erst mal nur nach Cadiz kommen, etwa 100 Kilometer.  Doch die eigentliche Frage war ja zuerst einmal: Springt der Roller überhaupt noch an?
Und tatsächlich, schon beim zweiten Ankicken erwachte der Motor zum Leben. Hat zwar unglaublich viel Qualm rausgeblasen aber das legte sich nach einer Minute wieder. Und dann hieß es endlich wieder „On the road again“. Fühlte sich, wenn man die Kopfschmerzen mal ausblendet, großartig an. Die Fahrt ging eigentlich immer an der Atlantikküste entlang nach Norden. Hatte teilweise mit recht starken Seitenwinden zu kämpfen, jetzt weiß ich auch warum die Gegend so beliebt bei Kitesurfern ist.
Die letzten paar Kilometer waren dann nochmal was besonderes. Ist nämlich dann nur noch eine Straße auf einem dünnen Landstreifen der Cadiz mit dem Festland verbindet, links und rechts ist dann das Meer.  Ein Hostel hab ich dann auch schnell gefunden. Beim Check-In wurd ich dann gefragt ob ich ein Bett im 8er Zimmer haben will oder lieber ne Hängematte auf der Dachterrasse. Da fragt er noch. Noch dazu war die Hängematte 7€ billiger. So war dann das mein Nachtlager:

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In der Hängematte


Und das ist auch nicht das einzig außergewöhnliche: Auch das Bad war ganz angenehm, ohne Dach, quasi Open Air:
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Open-Air Badezimmer


Da meine Kopfschmerzen noch nicht nachgelassen haben wollt ich mal in ner Apotheke nach Aspirin schauen, da ich das aus irgendeinem Grund nicht in meiner Reiseapotheke hatte. Die Apotheke hatte aber natürlich schon zu und auch morgen war ja Sonntag und damit die Apotheken geschlossen. Muss also auch so gehen. Hab mich dann halt etwas zum schlafen in die Hängematte gelegt.
Ne Stunde vor Sonnenuntergang bin ich dann mal an den Strand gegangen und hab mir den Sonnenuntergang angeschaut.
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Uferpromenade mit Blick auf Strand


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Strand mit Blick auf Uferpromenade


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Danach bin ich wieder ins Hostel zurück, hab noch etwas gelesen und bin dann schlafen gegangen.