Wieder in Europa

Die Nacht über im Zug konnte ich nie länger als ein paar Minuten schlafen. Der Schaffner kam mehrmals vorbei und hat uns eindringlich davor gewarnt zu schlafen, da wir sonst damit rechnen müssten beklaut zu werden. Hab zwar all mein Gepäck festgekettet aber man weiß ja nie. Gegen 7:30 Uhr sind wir dann in Tanger angekommen. Aus dem Bahnhof raus musste man sich auch gleich wieder gegen eine Horde Taxifahrer verteidigen die einem wieder alle möglichen Stories auftischten um die Reisenden zu ködern. Ich wollt allerdings laufen und nebenbei meine letzten Dirham noch in ein Frühstück investieren. Allerdings hatte hier irgendwie noch gar nichts auf. So bin ich eben die 3 Kilometer zum Hafen gelaufen und nach der Ausreiseprozedur konnt ich auch gleich an Bord der Fähre gehen. Dauerte aber noch eine weitere Stunde bis wir letztendlich ablegten. Auf der Fähre kam ich dann auch noch zu meinem Frühstück (Naja, ein Eistee und ein Käsebaguette das diesen Namen nicht verdient hat) und wurde all meine Dirham los. In Tarifa angekommen beschäftigte mich nur noch eins: Ist der Roller noch da?
Hab mich also gleich auf den Weg zum Hostel gemacht vor dem ich ihn geparkt hatte. Und siehe da, er war noch da. Große Erleichterung!
Ich war noch sehr müde, deshalb bin ich ins Hostel eingecheckt, hab mich innerlich über das europäische Preisniveau geärgert und mich dann erst mal 5 Stunden schlafen gelegt. Danach fühlte ich mich wieder einigermaßen fit und bin erst mal einkaufen gegangen. Hatte keine Lust groß zu kochen und so wurde es dann nur eine Mikrowellen-Lasagne. Die hab ich mir im Hostel warm gemacht und dann verputzt. Hab mich dabei mit den anderen Hostelgästen unterhalten, zum Großteil Deutsche und Schweizer, und dabei ist mir wiedermal so richtig klar geworden was für eine verrückte Idee das doch ist mit so nem Roller bis runter nach Spanien zu fahren. Ich war ne ganze Zeit lang Alleinunterhalter und durfte meine Geschichte erzählen.
Als es dann so 23 Uhr rum war sind wir an den Strand in eine Strandbar. Gab noch ein bisschen live Musik und ein paar Bier. Und den fröhlichsten Hund der Welt. So viel Spaß und Freude bei einem Hund hab ich noch nicht gesehen. Der hatte einen Tennisball den er den Leuten in der Bar immer vor die Füße gelegt hat. Die haben ihn dann quer durch die Bar geschossen und der Hund ist dem Ball in nem Affenzahn hinterher und hat ihn wieder geholt. Das ging Stunden lang so.

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Irgendwann zwischen 2 und 3 sind wir dann weiter gezogen. Ich hab mich dann auf den Weg zurück ins Hostel gemacht, da ich noch oder schon wieder recht müde war, während der Rest der Gruppe noch in einen Club gegangen ist.

Bye bye Marokko

Heute hab ich bedeutend besser geschlafen als gestern. Hab vor dem schlafen gehen auch noch Tabletten für meinen Magen genommen und jetzt ists schon deutlich besser. Also um kurz vor 10 mein letztes Frühstück in Marrakesch eingenommen, zusammen mit Dan. Der hat sich danach dann auch auf den Weg gemacht einen nahegelegenen Berg zu besteigen und so hab ich den Tag damit zugebracht ein bisschen über meine bisherige Reise zu reflektieren, zu bloggen, am Pool zu liegen und zu lesen. Nachmittags bin ich nochmal raus und hab mir mein vorerst letztes Charwarma geholt, die wie ich finde bessere Version des Döners. Um 19 Uhr hab ich mich dann auf den Weg zum Bahnhof gemacht. Davor nochmal ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt eingekauft. War ja schon etwas gespannt ob ich eine Stunde vor Abfahrt des Zugs überhaupt noch ne Karte krieg. War aber kein Problem, 205 Dirham für die Fahrt nnach Tanger. Ein Bett im Viererabteil hätte nochmal 250 Dirham extra gekostet, die wollt ich mir sparen. Hab im Bahnhof dann nochmal zwei Deutsche getroffen die auch nach Tanger fahren und wir haben uns dann zwei vierer Sitzgruppen geschnappt und ein bisschen über unsere jeweiligen Marokko Erfahrungen geplaudert. Da kam auch die Frage auf was  denn mein bisheriges Reise-Highlight war. Sehr schwierige Frage, da musste ich lange überlegen. Aber ich glaube es war der Tag an dem ich zum Naional Day in Gibraltar eingeladen wurde. Eigentlich hatte ich viele Highlights. Als Tiefpunkt muss ich wohl den Kulturschock an den ersten Tagen in Marokko nennen. Aber der ist inzwischen zu 100% überwunden.
Jetzt ist’s also grade 23:30 Uhr und meine letzten Stunden in Marokko dürften angebrochen sein, es sei denn ich bleib unerwarteterweise noch länger in Tanger. Wird also Zeit für ein kleines Resümee über Marokko. Was jetzt kommt ist also nicht wie üblich eine stringente Zusammenfassung meines Tages sondern eher das Kondensat meiner momentanen Gedanken und daher unter Umständen etwas ungeordnet und konfus. Für die Jauch-Millionen-Frage: Diesen Schreibstil nennt man „Stream of consciousness“. Here we go.
Marokko hat mich überrascht. Es war teilweise ganz anders als ich es mir vorgestellt habe. Sowohl landschaftlich als auch kulturell. Wenn man sich erst mal zurecht gefunden und alle Vorurteile über Bord geworfen hat ist es sehr einfach zu bereisendes Land. Man muss halt mit den etwas aufdringlicheren Zeitgenossen entsprechend umzugehen wissen. Aber das lernt man recht schnell. Und wenn nicht gilt auch hier: Schaden mancht klug.
Was ich etwas vermissen werde ist wohl der Aufruf zum Gebet (der arabische Name ist mir grad entfallen) der von den Muhezinen von den Minaretten gerufen wird. Verstärkt durch low-quality Lautsprecher. Wann immer dieser Ruf ertönt hält man automatisch etwas inne und schaltet einen Gang zurück. Egal ob man grad auf der Liege liegt oder in der Stadt unterwegs ist. Auch die Vielfalt wie der Ruf vorgetragen wird ist beeindruckend. Bei manchen hat man das Gefühl die lesen einfach nur ab und andere Singen und Jubilieren den Ruf mit purer Leidenschaft. Was ich nicht vermissen werde: Den ersten Ruf des Tages der mich zwischen 5 und 6 regelmäßig aus dem Schlaf reißt.
Angenehm war natürlich auch das Preisniveau, wenn man die offensichtlichen Touristenabzocken meidet. Ich bilde mir ein recht bald nach meiner Ankunft ungefähr gewusst zu haben was eine Sache oder Dienstleistung denn hier kosten sollte. Damit sind wir natürlich auch gleich beim handeln und feilschen. Kennt man bei uns in Europa eher nicht, von daher dauerts natürlich etwas bis man sich damit zurecht findet. Aber hat man den Bogen erst mal raus ist’s wirklich ein tolles Gefühl wenn man meint man hätte dem Händler ein Schnippchen geschlagen (was man natürlich nicht hat, denn ohne ordentlichen Gewinn für sich würde der nicht verkaufen. Vermutlich der Grund dafür warum ich meine Hüfttasche nicht für meine 50 Dirham gekriegt habe, bei keinem bei dem ich’s versucht hab). All die schönen Tipps aus Reiseführern und dem Internet zum Preis aushandeln kann man dabei allerdings getrost vergessen, das lernt man nur wenn man raus geht und es einfach versucht. Hilfreich für mich war da auf jeden Fall dem Spektakel beizuwohnen wie Othoniel der Teppich in Chefchaouen verkauft wurde. Ich hab schon ein paar Bücher über Psychologie, Manipulation und Verhandlungen im allgemeinen gelesen, und was der Verkäufer da abgezogen hat war wirklich wie aus dem Lehrbuch. Er hat den Teppich ja letztendlich auch verkauft, obwohl Othoniel ihn anfangs weder wollte, noch brauchte, noch genug Platz im Koffer hatte um ihn überhaupt mit zu nehmen.
Wo wir schon bei Kritik an Reiseführern sind. Was mir hier in Marokko extrem aufgefallen ist, ist das wahnsinnig viele junge Leute nur mit dem Lonely Planet in der Hand durch die Gegend laufen (das mein ich wörtlich) und sich eins zu eins nur an die vorgegebenen Routen und Tipps und Infos halten. „Im Lonely Planet steht…“ , „Der Lonely Planet sagt…“ , „Laut Lonely Planet sollten wir…“ und so weiter. Und dann stehen sie vor den tollsten „Geheimtipps“ und wundern sich, dass sie kein schönes Foto hinkriegen weil immer wieder Leute mit nem Lonely Planet in der Hand ins Bild laufen. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Ich muss zugeben ich hab mir Teile des Lonely Planet Marokko vorher durchgelesen und vor allem was da zum Thema Gesund bleiben und Verhaltensregeln stand hat sich schnell als Nonsense erwiesen. Ging so weit, dass ich im Hostel in Tanger ne Unterhaltung zweier Reisender (Deutsche) mit der Rezeptionistin mitbekommen hab, in der die unbedingt den Weg zu einem Supermarkt wissen mussten weil sie sich Tiefkühlpizzen (importiert aus Europa natürlich) kaufen mussten, denn alles was es hier sonst zu essen gibt ist praktisch von Bakterien und Viren so sehr durchsetzt, dass man wenn mans isst sofort tot umfällt. Dann haben sie der Rezeptionistin vorgehalten wie schlecht doch die hygienischen Umstände in ihrem Land sind und so weiter („Leitungswasser kann man hier sowieso nicht mal zum Zähneputzen verwenden“). Mann o Mann. Steht zwar so nicht eins zu eins im Lonely Planet (den sie, kein Scherz, während des Gesprächs in der Hand hatten) aber wenn man selbst noch etwas paranoid ist kann man sich solche Stories schon zusammen reimen. Also lieber Hirn einschalten und sich vor Ort nach den interessanten Sehenswürdigkeiten und Highlights umhören, denn die stehen oft eh nicht im Lonely Planet (Siehe die Bar in Essaouira). Der Fairness halber muss ich wohl zugeben, dass ich auch eine Lonely Planet auf meinem Smartphone habe, ich benutzte ihn aber eigentlich nur für grobe Überblicke über Gegenden die als nächste Reiseziele eventuell in Frage kämen.
Nächstes Thema… hm…was ich ein bisschen schade fand war, dass ich wirklich keinen (Falsch, einem gab es in Chefchaouen der uns ohne Geld dafür zu wollen den Weg zu unserem Hostel gezeigt hat) Marokkaner getroffen hab dem es bei einer Interaktion nicht einzig und allein um mein Geld ging. Auch Mohammed den wir bei unserer Wanderung den Fluß entlang in Chefchaouen kennengelernt haben und der anfangs als echt netter und ehrlicher Typ rüber kam wollte letztlich nur unser Geld. Er hat ja für uns die Wüstentour organisiert und da war dann auch echt alles drauf ausgelegt uns extra Geld aus der Tasche zu ziehen. Beispiel? Wie sich’s für nen Trip in die Wüste gehört ist natürlich ein Turban die Kopfbedeckung der Wahl. Das hat er meinen 4 Begleitern auch glaubhaft eingeredet (Ich war mit meinem Käppi vollauf zufrieden) und ihnen dann natürlich auch jedem einen Truban besorgt. Im Prinzip ist das ja nichts anderes als ein zwei Meter langer, dünner Schaal. Das ganze sollte dann 100 Dirham (selbstverständlich pro Stück) kosten und wurde auch bereitwillig gezahl. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mehr als 10 Dirham für einen gezahlt hat. Naja, ist halt hier so. Man wird als Geldautomat betrachtet.
Was noch? Hab gelernt, dass Männer sich in einem Café niemals gegenüber sitzen sondern immer nebeneinander. Das wirkt sonst „zu romantisch“. Um beim Thema zu bleiben: Homosexualität ist in Marokko per Gesetz verboten. Das macht es natürlich extra interessant mit 4 schwulen Amerikanern (die das nicht versteckt haben) durch das Land zu reisen. Das einzige was passiert ist, ist das ihnen ab und zu nachgepfiffen wurde, aber ich bin mir nicht absolut sicher ob verächtlich oder nicht doch manchmal ernst gemeint. Jedenfalls haben sie mir berichtet, dass es in Marrakesch überhaupt kein Problem war eine Schwulenbar zu finden und dass auch sonst wohl mehr Marokkaner schwul sind als man meinen möchte. Es wird nur nicht so offen gezeigt.
Passend dazu: Ich habe nur mit einer einzigen Marokkanerin richtig reden können und die war Kellnerin in der Bar vom Hostel in Marrakesch. Ansonsten war’s praktisch unmöglich mit einer Marokkanerin Kontakt auf zu nehmen, auf den Straßen waren zu 95% Männer zu sehen. Hier sind die Geschlechterrollen doch noch sehr strikt verteilt.
Hm, was fällt mir noch ein? Jetzt ist’s grad 1:38 Uhr. Ich bin jetzt schon gute drei Monate unterwegs. Bin aber noch nicht wirklich weit gekommen. 3 Länder. Und mit Spanien bin ich noch nicht mal durch. Ich hab so das Gefühl, dass es wohl nichts wird mit einem Jahr. Das wird länger dauern. Sich auf ein neues Land in deutlich weniger als einem Monat einzulassen stell ich mir auch schwierig vor. Inzwischen kann ich mir auch recht gut vorstellen unterwegs zu arbeiten um meine Reise zu verlängern. Das Hostel in Marrakesch beispielsweise wäre, genau wie das in Madrid, eines gewesen wo ich gern für ne Zeit gearbeitet hätte. Aber auch andere Jobs könnt ich mir vorstellen. Ich lass mich einfach mal überraschen. Ja, die Vorstellung dass jetzt schon ein Viertel rum sein soll, damit kann ich mich grad gar nicht anfreunden…
Themawechsel. Ich hoff wirklich, dass mein Roller noch da steht wo ich ihn geparkt hab. Hab vor ner Woche dem Hostel vor dem er steht mal ne Mail geschrieben ob er denn noch da ist. Ne Antwort hab ich nie erhalten. Die Spannung steigt. Jetzt geht’s auf 2 Uhr zu und vor mir hat jemand übers Handy laute arabische Musik laufen. Find ich in nem Nachtzug an sich ja schon schlimm. Aber mit arabischer Musik kann ich persönlich überhaupt nichts anfangen. Alle weiblichen Stimmen sind seltsam elektronisch verzerrt und hören sich in meinen Ohren einfach unerträglich an. Arabisch an sich geht, aber weibliche Gesangsstimm inzwischen en, ne. Mein Viererabteil hab ich  auch nicht mehr für mich allein. Müde bin ich inzwischen auch schon ziemlich, wird wohl Zeit sich über ne halbwegs bequeme Schlafposition Gedanken zu machen. Gar nicht so leicht.
Ich könnt mir auf jeden Fall vorstellen nochmal nach Marokko zu kommen. Hier gibt’s noch viel zu entdecken.

Es lebe die Flexibilität

Heute hab ich wirklich schlecht geschlafen. Noch dazu muss ich irgendwo was schlechtes gegessen haben, durchaus ordentliche Magenschmerzen und alle 2 Stunden brauchte ich ne Toilette. Hab mich trotzdem abfahrbereit gemacht, ausgecheckt und Zeug zusammen gepackt. Maare hat sich dann mittags rum von uns verabschiedet, sie hatte nur ne Woche Zeit für Marokko und muss zurück nach Rotterdam. Ich bin dann mit Dan nochmal in die Stadt gegangen um was zu essen (keine gute Idee) und weils grad in der Nähe war sind wir noch in den Bahia Palast gegangen. Ziemlich winzig aber alles mit schönen Mosaiken verziert.
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Spieglein, Spieglein an der Wand...


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Zurück im Hostel war ich mir plötzlich gar nicht mehr sicher obs ne gute Idee ist heute mit dem Zug zu fahren. Ich war schon sehr müde und bei meinen absehbar häufigen Toilettengängen wäre mein Gepäck im Zug immer recht unbeabsichtigt,  was mir wenig zusagte. Kurz gesagt: ich blieb noch ne Nacht in Marrakesch. Dabei kam mir wieder mal zugute, dass ich weder das Zugticket noch irgendeine Hostelreservierung in Tanger oder Tarifa gekauft hab. Ein hoch auf die Flexibilität.
Ich bin dann abends auch recht zeitig ins Bett und bald eingeschlafen.

Ruhetag

Hab einigermaßen gut geschlafen und mich dann recht schnell entscheiden heute doch noch nicht nach Tanger zu fahren sondern noch ne Nacht hier zu bleiben. Nochmal schön durch die Medina schlendern und einfach nochmal nen Ruhetag einlegen. Gegen abend ist Marre dann auch aus Essaouira zurück gekommen und wir sind zusammen mit 3 Deutschen die bei uns im Schlafsaal waren zu einer der Garküchen auf dem Jamma-el-Fna.

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Danach noch Kokosnuss, Osaft und ein Eis als Desert. Dann sind wir zurück zum Hostel und haben Dan auf der Dachterrasse getroffen, zusammen mit 2 anderen Deutschen. Überhaupt sind seit den letzten paar Tagen erstaunlich viele Deutsche hier eingezogen. Machen sicher 70% aller Bewohner des Hostels aus. Die Bar hat dann um 12 geschlossen und dann sind Dan, Maare und ich noch in die Lounge wo wir bis etwa 2 über unsere bisherigen Reisen philosophiert haben.

Spontanität

Noch gestern Abend war och de Meinung heute nach Sidi Kaouki zu fahren, etwa 20 Kilometer südlich von Essaouira. Da soll der Strand wohl besser sein. Ich hab dann gestern Nacht im Bett noch im Internet nach Hostels in dem Ort gesucht aber  nichts gefunden. Als ich dann heute morgen aufgewacht bin dacht ich mir: Gut, willst ja eh nach Norden und dann bald wieder zurück nach Spanien. Also warum nicht heute per Bus nach Casablanca? Dann musst ich jedoch feststellen, dass es in Casablanca nicht ein einziges Hostel gibt. Und ich hab nicht vor über 30€ für ein Hotelzimmer zu zahlen. Noch dazu ist in Casablanca sowieso nicht viel geboten. Noch ne Nacht wollt ich aber auch nicht in meinem Hostel in Essaouira bleiben. Also Sachen gepackt und dann bin ich zum Busbahnhof gelaufen. Ich wollt den Bus um 11:45 nehmen und bin auch ne gute Stunde vorher angekommen. Etwas seltsam fand ich, dass da schon ein Bus nach Marrakesch abfahrbereit da stand. Allem Anschein nach hat das Busunternehmen seine Zeiten nicht der Winterzeit angepasst und ist noch nach Sommerzeit unterwegs. Ich hatte natürlich noch kein Ticket und wenn ich diesen Bus verpasse muss ich 4 Stunden auf den nächsten warten. Am Ticketschalter natürlich eine Schlange von 20 Leuten vor mir. Frei nach dem Motto „Dreistigkeit siegt“ dann eine Frau angesprochen die da rumlief und so aussah als würde sie dort arbeiten und gefragt ob für den Bus noch Plätze frei sind. Alles schon ausgebucht. An den Reaktionen anderer Wartender konnt ich schon merken, dass wohl andere auch gerne in dem Bus noch mitgefahren wären. Aber hilft ja nix, also für das Ticket im nächsten freien Bus angestellt. Kurz bevor ich dann an der Reihe war ist die Frau die ich zuvor angesprochen hab auf mich zugekommen und hat gemeint sie hat jetzt doch noch nen Platz, da scheinbar jemand mit gekauftem Ticket nicht aufgetaucht ist. Ich also raus aus der Schlage, der Dame 75 Dirham in die Hand gedrückt und rein in den Bus der dann auch gleich los fuhr. Hat also alles wieder einmal einwandfrei geklappt, man muss nur den Mund aufmachen.
Die 3 stündige Busfahrt hab die meiste Zeit über im Halbschlaf verbracht. Als wir dann in Marrakesch ankamen gab’s das übliche Empfangskommitee. Ich bin dann zu Fuß zurück in die Medina gelaufen und hab mich für eine weitere Nacht im Equity Point Hostel eingebucht. Von allen Leuten die ich hier bisher kennen gelernt hab war jetzt nur noch Dan aus Dänemark da. Hab ihn beim Abendessen auf der Dachterrasse getroffen. Da er aber ne Magenverstimmung hatte ist er kurz drauf ins Bett gegangen und ich hab dann die Zeit genutzt für morgen Züge zu suchen um nach Tanger zur Fähre zu kommen. Wird wohl ein Nachtzug werden.
Dann hab ich mir noch auf anraten von Brian den Disney Klassiker Aladdin angeschaut. Man muss wohl selber erstmal über einen arabischen Markt gegangen sein um all die Witze und Anspielungen in dem Film zu kapieren. Sehr unterhaltsam.

Das Loch

Hab einigermaßen gut geschlafen. Einzig das gestern Nacht die Zeitumstellung von Sommerzeit auf Winterzeit war hat mich etwas verwirrt. Die öffentlichen Uhren an den Stadttürmen waren beispielsweise noch nicht umgestellt und auch die Zeit auf meinem Handy die ich übers Internet synchronisiert hab lieferte zwei Zeiten, je nachdem welche Synchronisationsmethode ich benutzte. Kurz gesagt ich lebte heute eher zeitlos. Da Jonathan und ich heute abend den Sonnenuntergang (Wie praktisch, dass das eine universelle, von Uhren absolut unabhängige Zeitangabe für ein Treffen ist) mit ein paar Bier am Meer anschauen wolten, hab ich mich mal auf den Weg zum einzigen Supermarkt der Stadt gemacht. Ich wusste nicht genau wo der ist, bin einfach mal den Schildern die sporadisch am Straßenrand hingen gefolgt. Es ging natürlich raus aus der Medina, in den Teil den man in anderen Städten wohl die moderne Neustadt nennen würde. Mit modern war hier aber wenig los. Die Straße die ich entlang lief war wie aus der Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet. Ausgeschlachtete, teilweise ausgebrannte Autos, verfallene und eingestürzte Häuser, viel Müll und Schutt auf der Straße.

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Dann plötzlich eine Menschenmasse auf der Straße und ich kam in eine Art Flohmarkt/Markt. Muss sehr regional gewesen sein, in den tausenden Leuten entlang des etwa einen Kilometer langen Straßenmarktes hab ich nur eine einzige Person gesehen von der ich sicher war, das es sich wie bei mir um einen Reisenden handelt. War also überhaupt nichtauf Touristenabzocke ausgelegt und so war es auch mal ganz schön über einen Markt zu laufen ohne ständig auf englisch aufgefordert zu werden was zu kaufen oder in den Laden zu kommen. Auch was da verkauft wurde hat mich ganz schön zu nachdenken angeregt. In was für einer Überflussgesellschaft wir doch leben. Sicher 90% von dem wäre in Deutschland nicht aufm Flohmarkt sondern aufm aufm Schrottplatz gelandet. Alte Autoreifen mit Profil das sich nur noch erahnen ließ, schrottreife Fahrräder, stark durchgerostete Schaufelblätter ohne Stiel, kaputte Möbel aller Art, einzelne Motorteile, wohl aus einer Europalette rausgebrochene Bretter und noch viel mehr. One man’s trash is another man’s treasure. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Den Supermarkt hab ich dann auch irgendwann erreicht. Nach französischem Vorbild was man sich halt unter nem Supermarkt vorstellt. Nur Bier gab’s keins. Dafür hab ich mich an lokal produzierte Wurst gewagt. 200 Gramm für 5 Dirham, meine Erwartungen waren gering, aber ich hatte schon länger keine Wurst mehr aufm Brot. Dann bin ich wieder zurück Richtung Medina gelaufen und hab dann durch fragen doch noch nen „Alcohol Shop“ gefunden. Offenbar der einzige Ort in der Stadt an dem man Alkohol kaufen kann. Da gab’s dann 6 25cl Dosen für je 11 Dirham, eigentlich ein halbwegs akzeptabler Preis. Dann bin ich zurück zum Hostel und hab auf der Terrasse mein Mittagessen, Baguette mit der Wurst ausm Supermarkt, gegessen. Meine Erwartungen an die Wurst wurden sogar noch untertroffen. Aber wenn man Hunger hat…Dann bin ich ganz hoch aufs Dach vom Hostel geklettert und hab mir die Medina mal von oben angeschaut.

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Verglichen mit anderen Städten sah diese hier sehr heruntergekommenen aus. Überhaupt wirkte die gesamte Stadt auf mich sehr dreckig. In den Straßen der Medina war viel Müll, viel tote Katzen, viele Katzen bei denen es nicht mehr lange dauern würde bis sie’s auch hinter sich haben und ab und zu kam ein Geruch daher dass man sich nach dem Fischduft am Hafen sehnte.Nachmittags bin ich dann an den Strand gegangen. War wohl grad Ebbe. Der Strand war sehr flach, lauter kleine Wellen aber auch hier mehr Müll als gut für einen Strand ist. Ich bin dann nur ein paar Stunden am Strand in der Sonne gelegen. Glücklicherweise bin ich wohl inzwischen so sonnenresistent, dass ich obwohl ich ohne Sonnencreme eingeschlafen bin keinen Sonnenbrand gekriegt hab.

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Jonathan, Maare und ich am Meer kurz vor Sonnenuntergang


Dann nochmal zum duschen zurück ins Hostel und dann zum Sonnenuntergang zurück ans Meer. Dabei bin ich zufällig auf Maare getroffen die heute auch in Essaouira angekommen ist und hab sie dann gleich mitgenommen. Jonathan haben wir dann auch ziemlich schnell gefunden und so haben wir den Sonnenuntergang bei ein paar Bier angeschaut. War wirklich sehr schön.
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Danach wollten wir ne Kleinigkeit essen gehen und haben uns im vorbeigehen für Nutella Crêpes entschieden. Ausgeschrieben für 14 Dirham das Stück wollten wir mal sehen ob auch da was handeln geht. Wir wollten insgesamt nur 30 Dirham zahlen. Der erste Laden wollte sich nicht drauf einlassen. Der nebenan erst auch nicht dann sind wir halt weiter, aber ich war mir fast sicher, dass uns einer der Läden zurück rufen würde und unseren Preis annimmt. So wars dann auch, kaum dass wir 15 Meter weiter gelaufen sind. Mit großem Trara wurde Rücksprache mit dem Chef gehalten und dann stand der Deal. Waren zwar nur 4 Dirham pro Person aber die haben die Crêpes um so süßer schmecken lassen. Inzwischen muss ich wirklich sagen ich liebe das Gefeilsche um den Preis.Dann wollten wir noch irgendwo was trinken gehen aber wir wollten nicht nochmal in den selben Laden wie gestern wo das Bier so teuer war. Also sind wir mal zu meinem Hostel gegangen und haben gefragt ob die auch Bier verkaufen, tun sie aber nicht. Konnten oder wollten uns auch keine Alternative nennen. Dann sind wir in Maares Hostel und haben da gefragt. Der hat uns dann auch gezeigt wo wir hingehen müssen. Erstaunlicherweise in der Medina, wenn man den Namen der Bar aus dem arabischen übersetzt heißt die Bar wohl „Das Loch“. Als wir da angekommen sind war mir auch klar warum die Leute aus meinem Hostel nichts darüber gesagt haben, denn die kannten den Ort sicher. Es handelt sich hierbei offenbar um ein gut gehütetes Geheimnis der Stadt, zum einen will man für die Touristen den Anschein einer muslimischen Stadt in der Alkohol wie üblich verpönt ist wahren und zum anderen will man die Bar wohl selbst vor dem Touristenansturm schützen. So kam es dann auch, das wir nicht nur die einzigen nicht-Einheimischen in der Bar waren, Maare war auch die einzie Frau unter gut 100 Männern. Es wurde Bier für 15 Dirham ausgeschenkt und es gab sogar kostenlose Linsensuppe serviert. Tja, wirklich jeder hier hat ordentlich getrunken wie es sich für eine Bar gehört, aber das es sowas hier gibt, vor allem in der Medina, hätte ich im Traum nicht geglaubt. Ich konnte hier sogar meine dritte einheimische Biersorte abgesehen von Especial und Flag probieren:

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War ein toller Abend mit vielen netten Unterhaltungen und Überraschungen.

Fisch in Essaouira

Heute hab ich Marrakesch verlassen mit Ziel Essaouira an der Westküste Marokkos. Zusammen mit Jonathan aus Neuseeland bin ich um 11 per Bus zum Busbahnhof in Marrakesch gefahren. Wie das halt so ist wenn man an so einer stark von Touristen frequentierten Stelle rumläuft, vor allem mit nem großen Rucksack aufm Rücken, wurden wir natürlich gleich beim aussteigen aus dem Stadtbus von mehreren „freundlichen Helfern“ umringt die uns alle samt den Weg zu unserem Bus zeigen wollten. Manche meinten sogar, dass sie ganz normale Angestellte bei dem Busbahnhof seien und gar kein Geld von uns wollen würden… Ich dacht eigentlich, dass ich nach drei Wochen Marokko schon so ziemlich alle Geschichten mit denen man den Touristen das Geld aus der Tasche ziehen will kenn, aber die war mir neu. Naja, nach mehrmaligen energischen Hinweisen darauf, dass wir absolut keine Hilfe brauchen konnten wir sie dann auch abwimmeln. Den Ticketschalter zu finden war dann auch wirklich kein Problem und so gab’s für 70 Dirham die Fahrkarte nach Essaouira. Da wir noch etwas Zeit hatten bis der Bus losfuhr sind wir noch etwas durch die Neustadt und die Medina gelaufen.
Die Busfahrt selbst war ganz entspannt, hat 3 Stunden gedauert bis wir in Essaouira angekommen sind. Dort beim aussteigen natürlich wieder das selbe Spiel mit Leuten die einen zu den besten Hotels der Stadt mit den günstigsten Preisen führen wollten. Man gewöhnt sich dran. War dann ein etwa 20 Minuten Fußmarsch bis wir die Medina erreicht haben in der sich unsere Hostels befanden. Das erste Hostel in das ich gegangen bin hatte auch gleich ein Bett frei und so hab ich mich da mal für die nächsten zwei Tage eingemietet. War schon eher ein Hostel im herkömmlichen Sinne, durch das Top-Hostel in Marrakesch war ich natürlich sehr verwöhnt. War halt alles etwas dreckiger, Gemeinschaftsduschen naja und auch die Dachterrasse war bei weitem nicht so gemütlich. Aber für zwei Nächte schon ok. Um 6 hab ich mich dann mit Jonathan und Othoniel, der schon seit 3 Tagen in Essaouira ist, getroffen um abend zu essen. Weil am Meer musste sollte es natürlich Fisch sein. Also ins Hafengebiet gegangen und da standen dann auch so 10 Fischgrillhütten rum, wie üblich alle gleich aussehend und mit gleichem Angebot. Also haben wir mal die Ware etwas untersucht (Eis unter den Fischen hab ich bei keinem Stand gesehen) und uns dann unter gehörigem Handeln eine recht gute Platte mit allerlei verschiedenen Fischen, Garnelen und einer Krabbe, Getränke, Salate, Pommes und Brot für drei Personen zum Preis von 240 Dirham geholt.

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Fischauslage

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Jonathan, der Koch und ich mit Krabbe

Das ganze wurde dann alles gegrillt und serviert. War wirklich sehr lecker und fast schon zu viel für drei.
Danach ein kleiner Spaziergang durch die Stadt und um 9 rum sind wir dann in eine Bar gegangen wo’s ein paar Bier (zu horrenden Preisen) und Live Musik gab.

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Erlebnis Garküche

Heute hab ich, neben der üblichen Zeit am Pool und den Streifzügen durch die Medina ein paar Stunden mit der Planung meiner Weiterreise zugebracht. Ich werde sehr wahrscheinlich morgen per Bus nach Essaouira fahren. Eine kleine Stadt an der Atlantikküste. Der Bus sollte 3 Stunden brauchen. Hostels hab ich wie immer nur online recherchiert aber noch nichts gebucht. Außerdem hat ich heute irgendwie das Gefühl, dass es jetzt langsam mit Marokko reicht. Das hatte ich auch in Frankreich schon. Dass es einfach mal wieder Zeit wird was komplett anderes zu sehen. Also war der Plan grob von Essaouira die Küste hoch bis nach Tanger, vielleicht mit Stops in Casablanca und Rabat.
Dann bin ich heute auch das erste mal dazu gekommen mir den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse anzusehen. Hab ich die letzten paar Tage immer irgendwie verpasst.

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Blick auf Marrakesch

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Sonnenuntergang über Marrakesch

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Abendrot

Nach Einbruch der Dunkelheit bin ich dann zum Jemma-el-Fna gegangen um in einer der vielen Garküchen zu essen. Wie schon bei den Orangensaft Verkäufern stellt sich hier die Frage wie man unter den vielen identischen Garküchen die richtige auswählt. War hier allerdings unmöglich eine zu finden wo nicht mindestens zwei Leute mit der Speisekarte in der Hand auf einen zugestürmt kommen und einen in ihr Zelt holen wollen. Also hab ich halt auf gut Glück irgendeine genommen. Nur mal zum probieren wie die Qualität denn so ist hab ich ne Marokkanische Suppe und Pommes bestellt für zusammen 10 Dirham. War beides überaus gut. Dann bin ich weiter in eine andere Garküche um etwas Abwechslung rein zu bringen. Da gab’s dann ein paar gegrillte Fleischspieße. Auch sehr gut.

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Auslage der Garküche

Nach dem Essen gab’s noch einen Minztee auf Kosten des Hauses und ich hab mich ne ganze Weile daran amüsiert das Treiben zu beobachten. Besonders Highlight war dann immer wenn es einem Fetcher gelungen ist mehr als 2 Leute in unsere Garküche zu locken. Dann waren die anderen Angestellten ganz aus dem Häuschen, haben gejubelt und den neuen Gästen applaudiert. Open Air Theater pur. Köstliche Unterhaltung.
Danach bin ich noch etwas übern Platz gestreift, hab den Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern, Boxern und vielem mehr zugeschaut. Dann noch ein paar Dirham in frische Kokosnuss, Ananas und natürlich Orangensaft investiert.

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Obstverkäufer

Dann zurück ins Hostel und den Tag auf der Terrasse unter Sternenhimmel ausklingen lassen.

Marokkanische Delikatessen

Den Tag heute hab ich im großen und ganzen wie gestern verbracht, bin viel durch die Medina gelaufen, nur jetzt eben mit Kamera. Deshalb hier mal ein paar Eindrücke. Da wäre zuerst einmal der Weg zu meinem Hostel:

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Alles sehr verwinkelt aber war zum Glück dank der guten Wegbeschreibung im Internet leicht zu finden. Etwas anders sehen dann die Straßen aus in denen die Händler ihre Läden haben.

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Speziell bei dem dritten Bild ist auf die Zweiradfahrer zu achten. In der Medina eigentlich verboten aber dieses Verbot wird großzügig ignoriert. Auf dem Bild mag es jetzt vielleicht so aussehen als ob das ja eigentlich kein Problem wäre, doch das täuscht. Denn das Bild wurde um die Mittagszeit aufgenommen wo die Straßen so gut wie leer sind. Am Vormittag und besonders am Abend sind die Gassen richtig voll, teilweise vergleichbar mit dem Andrang vor einem Freibier Stand. Doch dieser Umstand lässt die Zweiräder nicht etwa langsamer fahren, nur öfter hupen. Erstaunlicherweise hab ich während meiner ganzen Zeit in Marrakesch keinen einzigen Unfall bei diesem Sich-durch-die-Massen-schlängeln gesehen.
Dann hab ich noch nen Abstecher in ein Café am Jamma-el-Fna gemacht von dem aus man eine schöne Sicht auf den Platz hat.

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Außerdem hab ich mir heute ne neue Sonnenbrille gekauft nachdem ich meine alte ja in Gibraltar geschrottet hab. Von 90 auf 30 Dirham runtergehandelt. Sieht ganz annehmbar aus ist aber natürlich von eher bescheidener Qualität. Ein paar Wochen wird sie’s wohl tun, bis ich sie verliere oder sie kaputt geht.
Ach ja, meine Lieblingsinstitution in Marrakesch konnt ich nun auch ablichten:

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Die Orangensaftverkäufer auf dem Jemma-el-Fna. Etwa 40 Stück stehen auf dem gesamten Platz, oft gleich nebeneinander. Und alle sehen gleich aus und haben den gleichen Preis: 4 Dirham für ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Lecker. Jedes mal wenn ich an dem Platz vorbei gehe kauf ich mir mindestens ein Glas. Da kommen pro Tag schon mal 5-6 zusammen. Man kann sich natürlich fragen nach welchen Kriterien man einen der vielen gleichen Stände auswählt, wo doch alle gleich sind. Ich bin dazu übergegangen immer an einen Stand zu gehen bei dem der Besitzer nicht schon über 50 Meter Entfernung auf mich einredet und mich zu seinem Stand winkt. Denn das ist was so ziemlich jeder Verkäufer macht wenn er nicht gerade Saft presst. Ist zwar selten aber manchmal find ich einen der einfach nur drin steht und in die Gegend schaut. Da geh ich dann hin.
Nach nem anstrengenden Tag mit vielen Fußkilometern bin ich dann am späten Nachmittag nochmal zum Pool im Hostel.
Abendessen bin ich dann mit Brian, Adonne und Maare, einer netten Holländerin die heute im Hostel angekommen ist. Für mich gab’s Hähnchen vom Grill, war recht gut. Nur bei der Rechnung sind wir, wie es wirklich so oft in Marokko ist, übern Tisch gezogen worden. Falsche Posten auf der Rechnung plus falsches Wechselgeld.
Nach dem Essen sind wir noch auf den Jamma-el-Fna um uns, neben dem obligatorischen Orangensaft, an einem der vielen Straßenküchen die hier am Abend ihre Zelte und Stände aufbauen eine Portion gekochter Schnecken zu genehmigen:

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Die erste kostete etwas Überwindung, wenn sie so auf dem Zahnstocher hängt und die Gedärme und Eingeweide so nach unten baumeln. Aber dann geht’s schon. Für meinen Geschmack war das ganze etwas zu stark mit Pfeffer gewürzt, die Schnecken an sich hatten einen leicht nussigen Geschmack, von der Konsistenz her vergleichbar mit Tintenfisch. War auf jeden Fall ne Erfahrung wert.
Danach sind wir wieder ins Hostel und haben wie gestern schon Karten gespielt bis die Bar um Mitternacht geschlossen wurde.

Ich hab sie wieder

Heute hab ich den Vor- und Nachmittag am Pool und mit kleinen Spaziergängen durch die Medina verbracht. Hab nichts bestimmtes gesucht aber hab doch den ein oder anderen Blick in die verschiedenen Läden geworfen. Ne Hüfttasche wäre praktisch, aber die Preise waren mir alle mit 250 Dirham zu hoch. Und auf meinen Preis von 60 Dirham wollten sie sich nicht runter handeln lassen. Ich muss sagen ich finde langsam gefallen am Feilschen. Im Gegensatz zum bei uns üblichen Kaufen nach Preisschild verleiht das Feilschen dem ganzen noch einen gewissen Entertainment-Faktor.
Irgendwann am Nachmittag hab ich mich dann auf den Weg zu dem Kameraladen gemacht. Und siehe da: meine Kamera funktioniert wieder. Zum stolzen Preis von 436 Dirham zwar aber billiger als ein Neukauf. Jetzt gibt’s auch wieder richtige Bilder.

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Französisch geprägte Neustadt

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Jamma-el-Fna Platz

Am Abend gab’s dann Essen auf der Terrasse des Hostels und bei ein paar Bier wurde dann in großer Runde bis Mitternacht Karten gespielt.