Es gibt wieder Hoffnung

Heute wollte ich mich ganz meiner Kamera widmen. Nach dem Frühstück hab ich mich im Internet also etwas umgeschaut nach Fachgeschäften die auch Kameras reparieren. Hab dan eins in der Neustadt von Marrakesch gefunden. Der Weg dahin hat mich zu Fuß etwa 40 Minuten gekostet. Die Neustadt wirkt sehr modern, hat sich aber ihren arabischen Touch durchaus bewahrt. Auch auf einen Mc Donalds bin ich gestoßen und rein aus Neugier auf die Preise bin ich rein und hab mir nen Cheeseburger geholt. Hat 13 Dirham gekostet, also westliches Preisniveau. Die ganze Aktion hat mich 5 Minuten gekostet 5 Minuten die mir genau dann fehlten als ich beim Fotogeschäft angekommen bin. Die machten um 12:30 Uhr nämlich Siesta bis um 15:30 Uhr also musste ich irgendwie 3 Stunden rumbringen. Bin dann wieder den Weg etwas zurück gelaufen und hab mich in den Cyber-Park gesetzt, ei  ganz schöner Park mit dem Bonus dass überall kostenloses WLAN verfügbar ist. Da dann wieder ein paar Blogeinträge nachgeholt und dann bin ich noch neue Flip-Flops kaufen gegangen. Die die ich mir irgendwo in Südfrankreich gekauft hab sind inzwischen kaputt. Ich musste natürlich auf den Preis schauen und so sind es die billisten geworden, für 40 Dirham. Nochmal, ich habe nach Preis und nicht nach Motiv ausgewählt:

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Als es dann 15:30 Uhr war, bin ich wieder am Geschäft gewesen, deutsche Pünktlichkeit eben. An die hat sich der Mitarbeiter der für die Reparaturen zuständig ist allerdings nicht gehalten, auf den durfte ich ne extra halbe Stunde warten bis er aus seiner Mittagspause zurück war. Dann hat er mir allerdings gesagt, dass es wohl kein großes Problem ist wenn da nur Sand ins Objektiv gekommen ist. Er die Kamera halt auseinander nehmen und dann den Sand entfernen. Morgen abend wäre es erledigt, bei nem Preis zwischen 270 und 450 Dirham. Also hab ich meine Kamera da gelassen und bin wieder zurück zum Hostel. Am Abend hab ich mich dann mit den 4 Amis mit denen ich die letzte Zeit rumgereist bin getroffen. Wir wollten was essen gehen, wußten aber nicht wohin. Ist dann darauf hinaus gelaufen, dass wir zu meinem Hostel sind, da dann gegessen, getrunken und den Abend verbracht haben. Sie waren so begeistert von diesem Hostel, dass sie morgen auch hier einziehen wollen.

Ralaxen

Heute war es für mich einfach mal an der Zeit für etwas Urlaub. Ich brauchte mal wieder etwas Entspannung und zusätzlichen Schlaf. Bin im Prinzip den ganzen Tag auf verschiedenen Liegen gelegen, mal auf der Dachterrasse, mal am Pool und hab außer mein Buch fertig gelesen und ein paar Blogeinträge geschrieben nichts getan. Halt, stimmt nicht ganz, einmal bin ich dann doch raus auf den Jemma-el-Fna um mir einen frisch gepressten Orangensaft zu gönnen. Da stehen nämlich über 40 Wägen rum die alle diesen frisch gepressten Orangensaft für 4 Dirham das Glas verkaufen. Absolut lecker.
Gegessen hab ich dann abends im Hostel. Spaghetti mit Tomatensauce, überraschend gut. Ich war wirklich froh mal was anderes als immer nur Tajine, die ich langsam echt nicht mehr sehen kann, oder Couscous zu essen.

Marathonfahrt nach Marrakesch

Heut war aufstehen um 7 Uhr angesagt. Die Nacht wurde richtig kalt, ich war wirklich froh um die zusätzliche Wolldecke. Um 7:30 wurde aufgesattelt und dann ging’s 2 Stunden durch die Wüste zurück nach Merzouga.
Wenn ich den Trip in die Wüste abschließend bewerten sollte würde ich sagen, dass es meine Erwartungen deutlich übertroffen hat. Man kann sich nicht mal annähernd vorstellen was für ein Gefühl das ist sich in der Hitze so eine riesige Düne hoch zu schleppen und dann vom Ausblick auf die unendlich weit reichende Sandlandschaft überwältigt zu werden. Kann wirklich jedem nur empfehlen wenn er die Möglichkeit hat mal in eine Wüste zu gehen dann auch zu gehen.
Als wir Merzouga erreicht haben gab’s erst mal Frühstück im Hotel in dem wir vor 3 Tagen schon waren und auch den Großteil unserer Sachen gelagert haben. Die Dusche war dann auch sehr angenehm. Ich war mir dann sehr unschlüssig wie es für mich weiter gehen sollte. Ich wollt als nächstes nach Marrakesch, aber der einzige Bus fährt täglich um 7 Uhr morgens, ich hätte also noch ne Nacht hier bleiben müssen. Die Busfahrt hätte dann 14 Stunden gedauert. Meine Reisegefährten haben sich mal wieder für ein Taxi entschieden. Das war mir aber mit 650 Dirham zu teuer. Der Bus wäre 180 gewesen. Letztendlich haben mehrere Faktoren dazu beigetragen, dass ich mich im allerletzten Moment doch dazu entschieden habe mit im Taxi zu fahren. Zum einen konnte ich besagten Bus nicht mal auf der Internetseite des Busgesellschaft finden, musste mich also auf die Aussage der Hotelangestellten verlassen, dass der Bus tatsächlich fährt. Zum anderen hätte mich der Transfer vom Hotel zur Busstation nochmal 100 Dirham gekostet. Und für eine weitere Nacht hätte ich 400 Dirham zahlen müssen. Also wurd es doch wieder das Taxi. Immerhin hat es für uns 6 Personen auch 6 Sitzplätze geboten, wenn auch nicht besonders komfortable.

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Die Fahrt selbst war recht ereignislos. Es ging immer nach Westen, durch teilweise sehr karge Landschaften. Ein Gebirgszug musste überquert werden, da wars schon dunkel. Sehr kurvig. Aber unser Fahrer, obwohl oder vielleicht gerade weil er noch sehr jung war, ist die Sache sehr gut angegangen, vor jeder Kurve schön Lichthupe benutzt und immer am äußersten Rand gefahren. Gegen 22:30 Uhr sind wir dann in Marrakesch angekommen und wurden am zentralen Jemma-el-Fna Platz ausgeladen. Hier trennten sich dann unsere Wege, Duke, Othoniel, Adonne und Brian sind in ein Hotel gegangen und ich war endlich wieder für mich allein unterwegs. Reservierung für ein Hostel hatte ich noch keine, aber ausgesucht hab ich mir schon eins. Gab online auch eine sehr gute Wegbeschreibung und so hab ich das Hostel mitten in der Medina auch erstaunlich gut gefunden. N Bett war auch noch für mich frei, zwar nur im 6 Zimmer für 150 Dirham und nicht im 8 Zimmer für 90 Dirham aber gut. Ist immer noch in Ordnung. Zumal das Hostel auf den ersten Blick echt nen guten Eindruck macht. Wie sich die nächsten Tage herausstellen sollte war meine Einschätzung noch maßlos untertrieben. Dieses Hostel („Equity Point“) trägt die Auszeichnung „#1 Hostel of Morocco“ völlig zu Recht. Swimmingpool, eigenes Hamam mit Spa, saubere Zimmer und Badezimmer, riesige Dachterrasse über mehrere Dächer hinweg, Bar mit Alkoholausschank und Restaurant mit wirklich guten Gerichten zwischen 25 und 40 Dirham. Mit Sicherheit eines der besten Hostels in denen ich bisher war.

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Noch mehr Sand

Die Nacht ist dann doch nochmal ganz schön kalt geworden. Gegen 9 Uhr haben wir unser Lager dann verlassen und sind zurück zu den Kamelen und mit denen dann weitere 2 Stunden durch die Wüste zur nächsten Station.

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Unser erstes Lager

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Raus aus dem Tal und hoch zu den Kamelen

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Das Ziel für heute

In der Ferne hat man dann schon vereinzelt Bäume stehen sehen und dann mit der Zeit auch die Zelte. Was man aus der Ferne noch gesehen hat war der „Kamelparkplatze“. Sah von weitem fast asphaltiert aus. Das lag allerdings an den schwarzen Hinterlassenschaften der Kamele. Das Bild dazu spar ich mir mal.
Die Zeit bis zum Abend haben wir dann hier verbracht.

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Den ganzen Nachmittag wars wirklich richtig heiß. Aber das war gar nicht das schlimmste. Hier in der Wüste hat etwas seinen Höhepunkt gefunden was mich schon die letzten zwei Tage extrem genervt hat. Fliegen. Hier wars wirklich extrem, sowas hab ich vorher auch noch nicht erlebt. Ich hab die meiste Zeit heute mit lesen verbracht und es gab so gut wie keinen Zeitpunkt an dem nicht mindestens 20 Fliegen auf mir hockten und nochmal genau so viele um mich rumschwirrten. Anfangs hab ich noch versucht sie immer wieder weg zu scheuchen aber das war einfach absolut wirkungslos. War auch egal ob man im Schatten oder in der Sonne war. Da also alles nichts half bin ich dazu übergegangen die Fliegen zu ignorieren. Und das hat wirklich mehr Disziplin und Körperbeherschung gefordert als ich mir je gedacht hätte. Überall am Körper das kribbeln der laufenden Fliegen, das Summen der um einen herum fliegenden und vor allem die die immer ums Gesicht schwirrten oder dort landeten. Sich dabei dann nicht zu bewegen und konzentriert weiter zu lesen war eine Leistung die ich mir im Nachhinein hoch anrechne. Als es dann gegen 18 Uhr wieder kühler wurde bin ich mal auf die Düne hoch. Fliegen waren da natürlich auch aber inzwischen war ich abgehärtet. Die Aussicht wieder mal atemberaubend.

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Abends gab’s dann erfreulicherweise mal was anderes als die übliche Tajine. Ein Omelett nach Berber Art. Sehr lecker. Nachts dann einmal mehr den Sternenhimmel bestaunen. Da hat sich dann auch meine Kamera von mir verabschiedet. Das Objektiv ist nicht mehr eingefahren, wird wohl zu viel Sand abbekommen haben. Deshalb gibt’s ab jetzt keine Fotos mehr bis ich da für Ersatz oder Reparatur gesorgt habe.

Auf in die Wüste

Heute haben wir noch den Großteil des Tages im Hotel verbracht weil wir erst um 18 Uhr in die Wüste aufgebrochen sind. Ich bin die meiste Zeit am Pool gelegen und hab gelesen bzw. im Pool relaxt. Dann hab ich mich in die Stadt, oder eher in das Dorf begeben, denn besonders groß wars nicht. Wollt mich einfach mal n bisschen umschauen.

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Hauptstraße

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Nebenstraße

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Arabisches Graffiti an einer Schulwand

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Telefonzelle

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Ski und Sandboard Verleih

Um 6 sind wir dann zu den Kamelen. Da sitzt man schon ganz schön weit oben. Unsere Kamele wurden zusammengebunden und dann ging’s auch schon los in Richtung Wüste. Hat ungefähr 2 Stunden gedauert bis wir unser Ziel für heute erreicht haben. War ein etwas holpriger Ritt, das hat man dann schon im Hintern gemerkt. Die Landschaft war meiner Erwartung entsprechend atemberaubend. Die Farbe des Sandes, dazu die geschwungenen Formen der Dünen, die grenzenlose Weite und das ganze dann bei untergehender Sonne. Wahnsinnig schön.

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Unsere Kamele

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Los geht's

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Am "Kamelparkplatz"

Die Kamele haben wir nach den 2 Stunden dann in der Wüste „geparkt“, das letzte Stück zu unserem Nachtlager war zu steil für sie. Also sind wir zu Fuß runter in das Tal gestiegen.

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Blick auf unser Lager

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Kamel mit unserem Proviant

Im Lager wurde dann erst mal bei ein paar Gläsern Minztee entspannt und dann abend gegessen. Es gab, wen wunderts, eine Hähnchen Tajine. Ist vielleicht die ersten paar Tage wenn man neu in Marokko ist ganz nett, aber inzwischen hängt sie mir langsam echt zum Hals raus. Etwas Abwechslung wäre echt mal nett. Aber ich beschwer mich mal nicht weiter sondern berichte lieber vom unglaublichen Sternenhimmel. Es war absolut dunkel und der Mond war auch noch nicht aufgegangen. Man konnte einfach so auf den Teppichen im Sand liegen und sich im Blick nach oben verlieren. Gigantisch. Selbst Mars und Vensus waren mit bloßem Auge zu sehen die in ihren charakteristischen Farben rot und ocker leuchteten. Dann ging der Mond langsam auf und tauchte die ganze Wüste in ein Licht das noch zum lesen gereicht hätte.

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Mondaufgang

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Vollmond

Dann gab’s noch etwas Musik.

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Und gegen 23 Uhr sind Brian, Adonne und ich nochmal hoch auf die Düne die sich neben unserem Lager erhob. Und das war wirklich verflucht anstrengend. Das hätt ich nicht geglaubt. Das ständige einsinken im Sand, die Steigung und nach oben geht’s immer noch ein Stück weiter als man gedacht hat. Wir haben ne halbe Stunde gebraucht bis wir letztlich ganz oben waren. Immer am Grat entlang. Der Ausblick war atemberaubend, man hat durch das Mondlicht und dadurch dass wir auf einer der höchsten Dünen waren ewig weit gesehen. Dazu kam dann noch ein Wind der einem immer eine leichte Prise Sand um die Füße geweht hat. Hir sind wir dann über ne Stunde einfach nur dagesessen, gesprochen haben wir keine 10 Worte. Jeder ist nur seinen Gedanken nachgehangen.

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Dann kam nochmal der witzigste Teil: der Abstieg. Spaß pur. In großen Schritten, mehr springend als laufend den Weg mit der größten Steigung nach unten. Klasse.

Fahrt nach Merzouga

Um 9:30 Uhr ging’s heute los. Glücklicherweise im komfortablen Großraumtaxi, denn mit Mohammed waren wir zu sechst. Den ersten Stop haben wir auch schon kurz nach der Stadtgrenze von Fès gemacht, denn da gab es tatsächlich einen Supermarkt und wir wollten uns für die lange Fahrt noch mit Snacks eindecken. Das war der erste Supermarkt nach westlichem Vorbild den ich in Marokko gesehen habe. Hab mir davor schon öfter einen herbei gesehnt um einkaufen zu können aber das Konzept des Supermarkts ist hier absolut unüblich. Stattdessen gibt’s an jeder Straßenecke so kleine Tante-Emma Läden, nur mit nochmal reduziertem Warenangebot. Speziell in Chefchaouen ist mir das aufgefallen, da gab’s Läden, keiner größer als 10 Quadratmeter, die eben nur Fernseher verkauft haben. Oder nur Kühlschränke. Oder nur Klimaanlagen. Oder nur Seifen und Shampoos. Alles sehr spezialisiert. Und jetzt war ich endlich wieder in einem richtigen Supermarkt und konnte einkaufen was ich wollte, sogar Alkohol. Eine schier endlose Auswahl an praktisch allem. Prall gefüllte Regale. Tja und ich stand da und wusste einfach nicht was ich kaufen sollte. Ich bin durch die Regale gelaufen und da war einfach nichts was ich gebraucht hätte. Ich bin dann mit 2 Flaschen Wasser, etwas Obst und Nüssen raus, Sachen die ich ohne Probleme auch auf dem Markt oder den kleinen Läden in der Medina hätte kaufen können. Macht schon etwas nachdenklich wie sehr man sich doch nach schon kurzer Abstinenz nach dem im Westen so gepriesenen Konsum sehnt, ihn aber eigentlich so überhaupt nicht bräuchte…

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Nach dem einkaufen

Dann ging’s richtig los, erst mal 2 Stunden recht ereignislose Fahrt. Die erste pause gab’s dann in Ifran, gebaut nach schweizer Vorbild, da die Schweiz dem König bei einem Besuch so gut gefallen hat. Und tatsächlich wirkte hier alles etwas schweizerischer als marokkanisch.

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Nächster Stop war dann schon kurz darauf in einem Wald in dem viele Berber-Affen herum laufen. Vergleichbar mit denen auf Gibraltar, auch sehr an Touristen gewöhnt.

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Während den nächsten Fahrstunden wurde die Landschaft dann allmählich immer karger. Die Distanzen zwischen Ortschaften wurden größer und die Ortschaften dafür kleiner.

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Dann gab’s nochmal ne kurze Pause in nem Hotel und dann wurds bergiger.

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Nach einer längeren bergauf Fahrt gab’s nen tollen Blick über das Tal.

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Die Gegend wurde dann immer felsiger und so langsam kam es dem nahe wie ich mir Marokko eigentlich vorgestellt habe.

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Was unerfreuliches ist auch passiert, schwerer Autounfall, sicher noch keine Stunde her als wir vorbei gefahren sind. Hat die Stimmung im Auto etwas gedämpft und der Fahrer ist dann erfreulicherweise auch etwas vorsichtiger gefahren.
Dann ging’s weiter einem Fluß entlang. Wahnsinn, links und rechts die hoch aufragenden Felsen und in der Mitte wo wohl der Fluß ist, denn man sieht ihn nicht, unzählige Palmen.

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Dann sind wir gegen 19 uhr in Rissani, dem Tor zur Wüste, angekommen. Da gab’s erst mal essen, Pizza. Aber nicht italienische sondern nach Berber Art. War eine Art Fladenbrot gefüllt mit Hackfleisch, Paprika, Zwiebeln, Mais und was weis ich nicht alles. Aber keine Käse und keine Tomaten. War aber ganz gut essbar.

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Von mir aus im Uhrzeigersinn: Duke, ein Kellner, Othoniel, Adonne und Brian

Dann warens nur noch kurze 30 Minuten bis wir unser Ziel erreicht haben. Die Nacht haben wir im Nasser Palace verbracht, sehr angenehm. Was wir nicht wussten: hier gab’s auch nochmal Abendessen bei dem aber keiner mehr richtig viel essen konnte. Nach dem Essen gab’s noch etwas Unterhaltung in Form von Trommelmusik.

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Innenhof des Hotels

Ach ja und Vollmond war, man hat vom Balkon aus trotz der Nacht die Dünen schön gesehen, kommt auf den Fotos nur leider nicht so gut rüber.

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Fahrt nach Fès

Heute war wieder mal ein Gruppentag. Obwohl wir nur noch zu dritt waren (Othoien, Duke und ich) ist praktisch nichts vorwärts gegangen. Es hat bis um 15:30 Uhr gedauert bis wir in ein Taxi sind das uns nach Fès brachte. Davor musste ewig diskutiert werden ob jetzt Bus oder Taxi. Ich war für den Bus der 75 Dirham gekostet hätte, die anderen eher fürs Taxi für 1000 Dirham. Ich hab meinen Beitrag dann auf 200 Dirham gedeckelt und so wurde es halt dann trotzdem das Taxi. Wir haben den Preise dann auch nochmal auf 700 Dirham drücken können. Die Fahrt dauerte etwa 4 Stunden. Bis man sich an die Taxifahrer hier gewöhnt dauerts ein bisschen. Unserer hatte die Angewohnheit ständig auf der linken Spur zu fahren. Hat mich ganz schön Nerven gekostet. Und wir sind durch 7 Polizeisperren gefahren.

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Stadtmauer von Fès

Als wir dann angekommen sind hat uns Mohammed abgeholt. Wir sind dann zum Hotel seiner Eltern und anschließend nochmal was essen gegangen. Das Restaurant hat uns sein Vater empfohlen, er hat uns auch hin geführt. Eine klassische Touristenfalle. Draußen hing noch ein schönes Schild mit den Preisen für die Gerichte die zwar für Marokko etwas teurer waren, aber immer noch im Rahmen. Im Restaurant haben wir dann die „Touristen-Speisekarte“ bekommen bei der die Preise um 50% höher waren. Noch dazu wurden uns vorneweg kleine Häppchen serviert, die zwar gut waren aber eben nicht bestellt und dann mit 100 Dirham zu buche schlugen. Kurz gesagt: statt der am Eingang des Restaurants von mir angepeilten 70 Dirham hat sich mein Anteil an der Rechnung auf 120 Dirham belaufen. Lustigerweise ist das Schild mit den „guten“ Preisen beim verlassen des Restaurants auch nicht mehr dort gehangen.
Aber das ist wohl was womit man in Marokko einfach leben muss. Hier will jeder nur an dein Geld. Hier gibt’s nichts umsonst.
Da es morgen dann recht früh nach Merzouga in die Sahara gehen sollte sind wir nach dem essen auch recht bald ins Bett.

Reisen in der Gruppe

Der heutige Tag war glaub ich ein Paradebeispiel dafür, dass es einfach um Welten besser ist alleine zu reisen als mit einer Gruppe. Mit der Gruppe geht einfach so unendlich viel Zeit durch aufeinander warten drauf. Dazu kommt noch, dass immer wieder Kompromisse gemacht werden müssen mit denen in der Regel keiner zu 100% zufrieden ist. Ich werde auch nur noch die nächsten 5 Tage mit dieser Gruppe verbringen, danach reise ich allein weiter. Warum 5 Tage? Weil wir gestern Nacht noch mit Hilfe unserer marokkanischen Freunde einen Ausflug in die Wüste organisiert haben. Einer von ihnen, Said, ist selber Berber und in der Wüste aufgewachsen. Ein anderer, Mohammed, hat so was schon öfter organisiert. Für nen 4-tätigen Kameltrip in die Wüste mit Übernachtungen und Verpflegung haben wir pro Person den Preis von ursprünglich 350 € auf 175 € gedrückt. Wie ich finde akzeptabel.
Also, wie bereits erwähnt haben wir heute unser Hostel verlassen und sind in die Riad in der wir gestern waren. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. Die Medinas sind auch wirklich wie Labyrinthe aufgebaut. Wir habens einfach nicht mehr gefunden. Also haben wir gemacht was man in so einer Situation immer tut. Ein Kind das grad an uns vorüber lief angehalten, ein paar Dirahm gezahlt und uns führen lassen.
Der restliche Tag war dann erstaunlich ereignislos, wie gesagt, warten war meine Hauptbeschäftigung. Wir sind nachmittags nochmal essen gegangen (Volles Menü für keine 4 €) und haben viele Kleinigkeiten gekauft wie Gebäck, Obst und so weiter.
Dann sind wir noch etwas auf der Dachterrasse abgehangen und Said hat uns ein bisschen was über seine Kultur erzählt. Seine älteren Brüder sind beispielsweise noch von seinen Eltern verheiratet worden, er ist jetzt in seiner Familie der erste der das nicht mehr mitmacht und sich seine Frau selbst aussuchen will. Auch ganz allgemein sei  langsam ein Umdenken festzustellen. Je mehr die Leute Bildung erfahren oder mit Menschen aus anderen Kulturkreisen in Kontakt kommen desto mehr wird die eigene Lebensweise in frage gestellt.
Abends bin ich mit Othoniel und Said noch mal los gezogen, denn Othoniel wollte sich noch so nen Turban für die Wüstentour kaufen. Das Geschäft in das wir rein sind hat allerdings auch Teppiche verkauft und so durfte ich Zeuge einer fast einstündigen Verkaufs- und Verhandlungsshow. Ich hab offenbar von Anfang an sehr deutlich gemacht, dass mit mir kein Geschäft zu machen ist, aber Othoniel wurde richtig bearbeitet. Alles sehr freundlich, da kann man nichts sagen. Uns wurde Tee serviert, verschiedenste Teppiche wurden gezeigt und es wurde viel gelacht. Als Othoniel sich dann mehr oder weniger für einen Teppich entschieden hat, ging das gefeilsche um den Preis los. Der Forderung von 900 Dirahm stand das Angebot von 240 Dirahm gegenüber. Nach etwa einer Viertelstunde hat der Teppich dann für 250 Dirahm den Besitzer gewechselt. Ich hab mich köstlich amüsiert.
Dann sind wir nochmal was essen gegangen, auch wieder sehr gut, war ein Restaurant ziemlich abseits der Touristenströme. Dann noch etwas auf der Dachterrasse relaxt und dann bin ich bald schlafen gegangen.

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Wanderung im Rif Gebirge

Heute musst ich feststellen, dass unser Hostel sehr nah an einer Moschee liegen muss. Ich weis nicht wann es war, aber es war noch stockdunkel als der Muhezin zum ersten Gebet aufrief und mich aus dem Schlaf riss. Ging zum Glück nur ein paar Minuten. Die Schule die gleich nebenan war hat offenbar jemand sehr wichtiges besucht, Kameras, singende Kinder, ein Blumenstrauß zum Überreichen und viel Polizei war zu sehen.

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Nach dem Frühstück, natürlich auf der Dachterrasse mit grandiosem Bergpanorama, kam die Idee auf für ne Wanderung zu nem Wasserfall in die Berge hoch zu fahren. Es haben sich dann auch 6 Leute gefunden womit das Taxi ganz nach marokkanischer Art voll ist. 2 auf dem Beifahrersitz und 4 auf der Rückbank. Die Fahrt hin und zurück kostete zusammen 300 Dirahm, also für jeden 50 Dirahm. Also ging’s in der Sardinenbüchse ne dreiviertel Stunde raus aus Chefchaouen und rein in die Berge. Alles wunderschön aber doch irgendwie ganz anders als ich mir Marokko vorgestellt habe. Ist am ehesten mit Andalusien zu vergleichen denk ich. Nur dass in den Dörfern halt Moscheen an Stelle der Kirchen stehen. Und es gab erstaunlich viele freilaufende Tiere die gerne mal auf der Straße rumlungerten, Hühner, Hunde, Katzen, Schafe, Esel und Pferde.
Als wir gegen 11 Uhr am Eingang des Talassemtane National Parks waren sind wir auch gleich losgelaufen. Nen Führer wollten wir nicht nehmen, da uns zwei Mädels aus unserem Hostel gesagt haben wir sollen einfach nur da hin laufen wo alle hinlaufen, dann würden wir schon beim Wasserfall rauskommen. Also gings los. Unsere Gruppe ist allerdings recht schnell zerfallen, Brian, Adonne und ich haben uns mehr Zeit gelassen und haben so die anderen 3 irgendwann aus den Augen verloren. Der Weg führte zunächst an einem Fluß entlang und wurde je weiter wir ihm folgten immer mehr zum Fluß selbst. Heißt es ging runter ins Flußbett, über trocken liegende Steine und Felsen hinweg, manchmal über „Brücken“ die im Prinzip nichts anderes als Holzbretter waren und manchmal gab’s auch kurze Abschnitte die kletternd zurück gelegt werden mussten. Bei einem dieser Abschnitte hätts mich auch beinhahe in der Fluß gehauen. Das Problem war der Rucksack mit zwei Wasserflaschen drin. Ich hab ihn nicht all zu eng an meinen Rücken geschnallt und als ich in Rücklage klettern musste und der Rucksack dann immer mehr von meinem Rücken wegrutschte und damit meinen Schwerpunkt weiter weg von der Wand bewegte, wurds echt schwierig mich noch zu halten. Aber ich hab’s geschafft. Alles in allem lässt sich sagen, dass das eine anspruchsvolle Route war, definitiv nichts für Kinder und eine gewisse Fitness sollte man wohl auch mitbringen. Und um meine Wanderschuhe war ich auch wieder froh. Aber wenn man mal in der Gegend ist, dann ist das hier ein absolutes Muss.
Was ich auch cool fand waren die paar Leute die entlang des Flußes gecampt haben. Die waren auch so eingerichtet als wären die mehr als eine Nacht hier.
Aber der Reihe nach: hier erst mal ein paar Fotos

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Canyon den wir entlang wanderten

In diesem Tal ging’s also entlang. Schwer zu sagen wie ich mir Marokko vorgestellt habe, aber so wahrscheinlich nicht. Hier warrn wir noch auf dem Weg etwas von Fluß entfernt, aber dann ging’s recht bald runter.

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Wie gesagt, nen Kinderwagen kriegt man hier nicht mehr durch. Nach etwa ner dreiviertel Stunde sind wir dann auf so ne Art „Café“ gestoßen. Am Wasser gebaut, aus Lehm und Stroh die Hütte und mit einfacher Feuerstelle zur Zubereitung der traditionellen Tajine.

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Wir haben dann beschlossen ne kurze Pause einzulegen, da die anderen 3 sowieso schon außer Sichtweite waren und einen Minztee zu uns zu nehmen. Und zwar hier:

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Nach der Stärkung ging’s dann weiter. Irgendwann haben wir dann auch Gods Arc erreicht, eine Felsenbrücke die den Fluß in über 100 Meter überspannt.

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Da wir zu dem Wasserfall wollten und offensichtlich kein „Weg“ durch den Gods Arc durch führt gab’s nur eins: Schuhe aus, Badehosen an und rein ins Wasser, die Sachen überm Kopf haltend. Das haben wir dann auch 50 Meter weit gemacht, bis wir uns auf einem Felsen im Fluß unterhalb des Arcs niederließen. Brian und Adonne sind dann mal vorausgeschwommen um zu schauen ob da irgendwann wieder ein richtiger Weg kommt. War nicht der Fall, so kamen wir nicht zum Wasserfall. Für uns war also hier Endstation:

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Eigentlich auch gar nicht so schlimm, denn das war was fürs Auge. Dieses herlich türkisblaue Wasser, die rötlich schimmernden Felsen und das grün der Bäume. Echt klasse.
Nach etwa einer viertel Stunde sind wir dann wieder zurück geschwommen. Dabei sind wir dann auf eine Gruppe jugendlicher Marokkaner gestoßen mit denen wir uns dann mehr oder weniger angefreundet haben. Von denen haben wir dann auch erfahren, dass der Wasserfall auf diesem Weg nicht zu erreichen ist. Tatsächlich sind wir den Weg ganz von Anfang an schon falsch gegangen, wir hätten zu Beginn den Fluß mit einer Brücke überqueren müssen und dann auf der linken Flußseite mehr in die Berge hoch gehen müssen um zu dem Wasserfall zu kommen. Ein Hinweisschild wär da echt nett gewesen. Also sind wir wieder umgekehrt und dachten wir hätten eigentlich noch genug Zeit um zum Wasserfall zu kommen bevor unser Taxi uns wieder abholt. So weit kam es dann aber nicht, wir sind nur bis zu dem provisorischem Café gekommen, da haben die Marokkaner uns gefragt ob wir nicht mit ihnen essen wollen. Also gut, da wir schon etwas hungrig waren willigten wir ein. Für uns wurde eine weitere Tajine zubereitet die dann über eine Stunde im Feuer stand. Das Feuerholz wurde übrigens immer frisch von den umliegenden Bäumen abgeschlagen. Irgendwann wars dann so weit und wir konnten essen.

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Lecker

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Hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt, um Welten besser als die Tajine die ich gestern Abend im Restaurant hatte.
Als wir uns dann nach dem Essen auf den Rückweg machten hats noch angefangen zu regnen. Das hat die ganze Strecke nochmal ordentlich anspruchsvoller gemacht, denn jetzt waren alle Steine ziemlich glitschig. Aber wir habens ohne größere Probleme zurück geschafft. Am Eingang des National Parks haben wir dann die anderen 3 die mit uns hergefahren sind wieder getroffen. Hat sich herausgestellt, dass die eine Abzweigung genommen haben die sie auf den Gods Arc führte. Aber den Wasserfall haben sie auch nicht gesehen.
Was ich hingegen relativ häufig in Marokko sehe sind deutsche Nummernschilder. Schriftart ist deutsch, das D mit den Europasternen ist drauf aber trotzdem noch was arabisches. Da konnt ich mir bisher noch keinen Reim drauf machen.

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Wir sind dann also wieder nach Chefchaouen gefahren. Dort angekommen gab’s nochmal nen starken Platzregen. Als der dann vorbei war sind wir zurück zum Hostel gelaufen. Da hab ich mich erst mal zum entspannen für zwei Stunden auf die Terrasse gelegt.
Abends haben wir uns dann mit den Marokkanern die wir bei unserer Wanderung getroffen haben getroffen. Wir sind dann auf die Dachterrasse einer Riad gegangen die einer Spanierin gehörte die mit denen befreundet ist. War ein nettes Beisammensein, es wurde natürlich Minztee serviert und wir haben uns gut unterhalten. Kulturell gab’s vielleicht noch die eine oder andere unterschiedliche Auffassung aber wir hatten sehr interessante Gespräche. Vor allem, als es darauf kam, dass Duke, Brian, Adonne und Othoniel schwul sind (in Marokko gesetzlich verboten), das kam Said schon schwer damit klar. Mohammed nam das gelassener. Da wir in unserem Hostel morgen raus mussten und gerne noch ne Nacht in Chefchaouen bleiben wollten haben wir uns in dieser Riad gleich ein Zimmer für morgen genommen. Es wurde dann auch sehr spät bis wir zu unserem Hostel zurück sind, ich glaub wir waren um 3 da.

Fahrt nach Chefchaouen

Heute war der Plan irgendwie nach Chefchaouen zu kommen. Wollte eigentlich mit dem Bus fahren. Duke, Brian, Adonne, Othoniel und Amy wollten per Taxi hin. Ich hab sie dann noch zum Taxi begleitet, weils auf dem Weg zum Busbahnhof lag. Normalerweise gehen in Marokko 6 Passagiere in ein Taxi. Als die 5 dann aber das Taxi gesehen haben war recht schnell klar, dass das zu eng wird.

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Also wurde der Plan geändert und ein zweites Taxi gerufen und so bin ich dann auch noch mitgefahren. Sind schon ganz schon alt diese Taxis. Gute alte Mercedes Technik, schon über eine Million Kilometer drauf.

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Wir sind nicht direkt nach Chefchaouen gefahren sondern haben zuerst noch einen Umweg über die Herkules Höhle gemacht.

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Hier trifft der Atlantik aufs Mittelmeer

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Blick aus der Herkules Höhle

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Hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen, hab irgendwie mehr erwartet. Danach haben wir noch eine kleine Pause im Café gleich um die Ecke gemacht.

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Dann ging’s Richtung Chefchaouen. Ich muss sagen das wär alles ohne Probleme auch mit meinem Roller gegangen. Vor allem bei einem Benzinpreis von 7 Dirahm (65 cent). Aber wie schon gesagt, wenn man’s nicht selbst gesehen hat hat man leicht ein falsches Bild im Kopf. Die Gegend durch die wir gefahren sind erinnert schon stark an Andalusien. Nur die vielen marokkanischen Flaggen fallen auf.

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Café in dem wir unterwegs Pause gemacht haben

Gegen 17 Uhr waren wir dann in Chefchaouen. Das Hostel hat nen recht guten Eindruck gemacht, musste in der Medina aber auch erst mal mit Hilfe eines ortskundigen Jugendlichens gefunden werden. Wir hatten ein Sechserzimmer auf dem Dach, was ganz angenehm war, denn wenn wir morgens aufstehen würde sich uns dieser Anblick bieten:

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Nachdem wir also alle Sachen im Zimmer verstaut haben sind Othoniel, Amy und ich etwas die Stadt erkunden gegangen. Das besondere an Chefchaouens Medina ist, dass die Häuser in Blau-Weiß gehalten sind. Ich glaube gelesen zu haben, dass die blaue Farbe die Mücken fernhalten soll.

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Als es dann abend wurde sind wir was essen gegangen. Ich hatte eine Tajine mit Hähnchen und Limette. War gut, aber nicht herausragend. Dann sind wir so noch ein bisschen rumgelaufen. Ich muss sagen hier ist alles viel entspannter und angenehmer als in Tanger. Praktisch keine Leute die einen aggressiv dazu drängen was zu kaufen oder einem ne Führung andrehen wollen. Nur Dealer gibt’s hier viele. Praktisch jeder zweite Jugendliche der auf der Straße rumhägt fragt einen im vorbeigehen ob man Hash kaufen will. Nach einem freundlichen No lassen die einen aber in Ruhe.

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Der zentrale Platz der Medina bei Nacht

Dann sind wir zum Abschluss nochmal auf einen Minztee in ein Café gegangen, mit schöner Aussicht auf den Platz und die Khasba.

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Abendrot gab’s auch noch zu sehen

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Danach wieder zurück zum Hostel und damit war mein Tag ziemlich zu Ende.