Heute hab ich viel Zeit damit verbracht meine Blogeinträge der vergangenen Tage zu schreiben. Besonders ärgerlich war, dass es die Arbeit von fast zwei Stunden nicht gespeichert hat und ich alles nochmal schreiben musste. Das hat mich wirklich geärgert. Dann hab ich heute nochmal um einen Tag verlängert und musste deshalb mein Zimmer wechseln. Ansonsten ist nicht viel passiert. Bin wieder etwas in der Stadt herum gelaufen und hab mich am bunten Treiben erfreut.
Am Abend haben wir gemeinsam gekocht und Scharade gespielt.
Archiv der Kategorie: Allgemein
Kulturschock überwunden
Heute gab’s mein erstes marokkanisches Frühstück. So ne Art Pfannkuchen mit Marmelade und dazu Minztee. Das ganze mit Blick über die Medina aufs Meer.
Tja aber danach konnt ich mich so richtig zu gar nichts aufraffen. Ich wollte irgendwie nicht vor die Tür gehen. Also bin ich bei meinem Buch auf der Terrasse geblieben. Erst gegen 15 Uhr rum hab ich’s dann geschafft raus zu gehen. Ich wollte einfach nur ein bisschen durch die Stadt laufen. Dann ging’s auch irgendwie. Als ich aus der Medina raus bin und praktisch in die moderne Stadt rein war ich schon etwas verblüfft wie modern und westlich das hier trotz allem ist. Man hat halt doch immer ein ziemlich verzerrtes Bild von Dingen und Orten im Kopf wenn man’s noch nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Vorurteile halt.
Als ich dann wieder in die Medina rein bin, allerdings durch ein anderes Tor als ich raus bin, hab ich mich richtig verlaufen. Ein absolutes Labyrinth. Aber nach einer Stunde umherirren hab ich das Hostel dann doch gefunden. Dann war erst mal duschen angesagt, denn als ich gestern angekommen bin hatte die ganze Medina kein fließendes Wasser. War erst heute mittag wieder verfügbar. Die Rezeptionistin meinte da das passiert halt ab und zu hier, da kann man nichts machen. Gute Einstellung. Abends bin ich dann nochmal raus und hab mir ein Sandwich geholt. Also das essen hier ist wirklich spottbillig. Mi Getränk und exta Pommes hat’s 30 Dirahm gekostet.
Zurück im Hostel hab ich auf der Terrasse ein paar Leute kennen gelernt mit denen ich Nachts noch raus bin um irgendwo was zu essen. Die ersten zwei Restaurants in die wir sind waren ganz klar Touristenfallen, sodass wir ohne Bestellung das Restaurant wieder verlassen haben. Wir haben dann stattdessen im einer Hähnchenbraterei eingedeckt. 2 Hähnchen, 3 Salate, ordentlich Pommes, einige Würstchen, Soßen und Brot für gerade mal 120 Dirahm. Und das Zeug war wirklich lecken, vor allem das Hähnchen.
Man muss auch sagen, dass die Stadt abends und nachts wenn die ganzen Tagestouristen weg sind deutlich entspannter ist. Nach diesem Abendimbiss hats nochmal kurz geregnet deshalb haben wir uns unters Dach gesetzt und dort im Prinzip den restlichen Abend verbracht.
Marokko
Heute wars dann also so weit, mein vorerst letztes Frühstück in Europa. Hab danach all mein Zeug zusammen gepackt und bin um 12 Uhr ausgecheckt. Meinen Roller hab ich vor dem Hostel geparkt und abgesperrt. Dann hab ich mir noch zwei Stunden im Hostel meine Zeit mit einem Buch vertrieben und noch Mittagessen gekocht. Um 15 Uhr bin ich dann zum Hafen und hab mein Ticket gekauft, 67 € hin und zurück mit offenem Rückfahrtdatum. Das Boarding hat schon etwas an einen Flughafen erinnert. Auf der Fähre konnte man leider nicht draußen an Deck stehen sondern es gab nur ein Deck mit Bar (ohne Bierausschank) und vielen Sitzen. Ich hab dann recht schnell gemerkt, dass sich eine Schlange von Passagieren vor einem büroähnlichem Tisch bildete. Also hab ich mich da auch mal angestellt ohne eigentlich zu wissen warum ich nun da steh. Hab dann aber recht schnell herausgefunden, dass dort die Einreisevisa vergeben werden. Hat praktisch die ganze Überfahrt gedauert bis ich dran war aber dann hab ich mein Visum auch erhalten.
Nach dem Anlegen im Hafen von Tanger wurden nochmal die Visa kontrolliert, es ging nochmal durch einen Metalldetektor, das Gepäck wurde nochmal geröntgt und dann war ich in Marokko. Kaum aus dem Sicherheitsbereich raus war ich auch schon umringt von Taxifahrern die mich sonst wo hinfahren wollten. Aber ich konnte alle abwimmeln. Den Weg zu meinem Hostel kannte ich grob, also hab ich mich auf den Weg gemacht, sollte nicht zu weit sein.
Dann muss ich zu meiner Schande gestehen, unfreiwillig einen Führer abbekommen. Fing ganz harmlos mit einem Gespräch an, er hat auch sofort akzeptiert, dass ich schon eine Hotelreservation hab, also dachte ich mir da kann jetzt eigentlich nicht viel passieren. Er hat mich dann auch ganz nett zu meinem Hostel geführt, das ich alleine niemals gefunden hätte, da es mitten in der Medina, d.h. der Altstadt mit ihren engen und verwinkelten Gassen, lag. Er wollte mir dann unbedingt noch ne Tour durch die Medina andrehen, da ja heute Markttag ist. Da ich aber absolut keinen Bock darauf hatte ich es aber irgendwie nicht schaffte ihn richtig abzuwimmeln hab ich gesagt dann treffen wir uns halt um 18 Uhr vorm Hostel. Mein Plan war dann einfach nicht rauszukommen. Im Hostel hab ich dann mein Zimmer bezogen, sah ganz gut aus. Die Einrichtung und das Haus an sich verströmte schon einen gewissen arabischen Reiz. Hab mich dann auf der Dachterrasse niedergelassen und mein Buch gelesen, wollte den heutigen Tag ruhig ausklingen lassen und mir die Stadt erst morgen anschauen.
Allerdings hab ich dann doch immer mehr Hunger gekriegt und dann beschlossen um 18:30 Uhr, weil ich dachte mein Guide würde nicht so lange auf mich vor dem Hostel warten, runter zu gehen und mir irgendwas zu essen zu holen. Hab also an der Rezeption noch nen Stadtplan geholt und bin dann raus. Mein Guide hat natürlich noch auf mich gewartet und für das was dann kam könnt ich mir nachträglich immer noch in den Hintern treten. Ich wohl einfach nicht deutlich genug gemacht, dass ich da keinen Bock drauf hab und so hat er mich von Restaurant zu Restaurant geschleppt bis ich dann in nem Imbiss ein Sandwich gekauft hab. Eigentlich ein guter Preis, 12 Dirahm (etwa 1,10 €). War auch recht groß, hat auch satt gemacht und was mich verwundert hat es hatte zusätzlich zur „normalen“ Füllung noch ne ordentliche Portion Pommes mit drin. Hab ich so auch noch nicht gesehen. Davor musste ich natürlich noch zu nem Bankautomaten und Geld abheben, dabei hab ich mich schon sehr unwohl gefühlt. Überhaupt haben die hier ein sehr seltsames Geldsystem. Der Bankautomat lässt einzig 200 Dirahm Scheine raus (etwa 18 €), die größten Scheine die es gibt. Und wenn man dann damit zahlen will geht’s los. Es scheint als hätte immer niemand Wechselgeld. Als ich mein 12 Dirahm Sandwich und mein 6 Dirahm Wasser zahlen wollte musste zuerst ein kleiner Junge losgeschickt werden der in den umliegenden Läden Wechselgeld zusammenkratzt. Nachdem das Sandwich also bezahlt war und ich mein Wechselgeld hatte, musste ich dann mehrfach deutlich machen, dass ich jetzt zurück zum Hostel will, sonst hätte mich der Guide noch ewig durch die Gassen gezogen. Am Hostel angekommen, nachdem er mir noch Haschisch verkaufen wollte, wollte er natürlich Geld für seine Dienste haben. Ich wollt ihm erst 25 Dirahm geben, da war er aber überhaupt nicht einverstanden damit, also hab ich mich zu 50 Dirahm hinreißen lassen. Damit war er zwar immer noch nicht zufrieden, aber mehr gab’s absolut nicht.
Ich muss sagen ich war danach schon etwas… mir fällt kein richtiges Wort ein, ne Mischung aus verstört, eingeschüchtert, leicht panisch und etwas paranoid vielleicht? Vielleicht war’s auch nur ein ganz normaler Kulturschock. Hier ist schon alles ziemlich anders als in europäischen Ländern. Das muss man erst mal verarbeiten. Und offenbar noch deutlich entschiedener auftreten als in Europa um sich die Abzocker vom Hals zu halten. Die Lektion hab ich gelernt.
Nach dem Essen bin ich wieder auf die Dachterrasse und hab mein Buch weiter gelesen und ein paar Blogeinträge geschrieben. Danach bin ich ins Bett, das mich übrigens extrem genervt hat, denn bei jeder kleinsten Bewegung hats gequietscht.
Sandsturm
Hab ganz gut geschlafen, nur etwas wenig vielleicht. Als Jasmin und Jules arbeiten gegangen sind bin ich mit Evan noch frühstücken gegangen, natürlich british breakfast. Muss ich auch nicht jeden morgen haben. Danach bin ich zur Post (die gestern sowieso zu gehabt hätte) und hab meine Karten eingeworfen. Dann wieder nach Spanien zum Roller. Am Flugfeld musste ich wieder warten. Das da so viel los ist hätte ich echt nicht gedacht.

Diesmal sprang der Roller sofort an. Sehr angenehm. Mein Tagesziel war heute Tarifa, wie fast immer bin ich los ohne vorher ein Hostel zu reservieren, denn man weis ja nie was heute passiert. Aber die Fahrt war in Ordnung, nach etwas über einer Stunde war ich da. 
Hab auch noch ein Bett im Hostel gekriegt (das letzte) und mich dann erst mal zum Supermarkt begeben. Außerdem wollte ich unbedingt noch meine Wäsche waschen, also hab ich das auch gleich gemacht. Das Hostel war voller Deutscher, deutsch wurde tatsächlich mehr gesprochen als englisch. Sehr ungewöhnlich. Und jeder der hier im Hostel war war nur aus einem Grund hier: Kitesurfen. Hier hatte es wirklich einen ausgezeichneten Wind, stark und konstant.
Nachdem ich ein bisschen auf der Dachterrasse gechillt und gelesen hab bin ich noch zum Strand.
War so ganz schön, allerdings: der Wind. Kam sehr stark vom Land her, wehte dann über 200 Meter Strand und nimmt dabei natürlich ordentlich Sand mit. Ich hab mich aufs Handtuch gelegt um zu lesen, aber lang hab ichs nicht ausgehalten. Ich kam mir vor wie in nem Sandsturm. Was cool war war den Fußspuren im Sand beim verschwinden zu zu sehen. Innerhalb weniger Minuten waren die komplett mit Sand zugeweht und nicht mehr zu sehen. Wie gesagt ich war dann nicht lange am Strand. Bin dann lieber noch auf die Dachterrasse im Hostel und hab weiter gelesen. Das war dann im großen und ganzen auch schon mein Tag.
National Day in Gibraltar
Heute musste ich aus dem Hostel in La Linea auschecken. Geplant war nach Tarifa zu fahren, etwa 40 Kilometer entfernt. Von dort geht dann eine Fähre nach Tanger in Marokko. Doch zuerst musste ich nochmal nach Gibraltar um ein paar Postkarten loszuschicken. Ich wollt eigentlich mit dem Roller reinfahren um etwas Zeit zu sparen. Einziges Problem: Der Roller machte wieder mal Zicken. Nach 5 maligem Treten ist er immer noch nicht angesprungen, was äußerst ungewöhnlich ist. Normalerweise springt er beim ersten oder zweiten mal an, geht dann nach ein paar Sekunden wieder aus und lässt sich dann beim nächsten Antreten starten und läuft dann durch. Diesmal nicht. Stattdessen ist mir der Kickerhebel auf der Welle immer wieder durchgerutscht, der ist schon extrem abgenutzt, da müsste wirklich bald ein neuer her. Also musste ich, natürlich alles mitten auf einer Marktstraße, immer wieder den Kicker neu anschrauben, damit er an der Welle greift. Aufgrund der fortgeschrittenen Abnutzung hielt das aber immer nur für 3 Startversuche. Und ich brauchte deutlich mehr. Nächstes Problem: Die Feder die die Welle mit dem Kickhebel nach jedem Treten wieder in ihre Ausgangsstellung zurück bringt sprang nach etwa jedem fünften Treten raus. Ein Klassiker mit dem ich ja nun schon seit Wochen zu kämpfen hab, aber inzwischen, durch ausreichende Übung, recht flott beheben kann. Muss nur den Kasten in dem der Keilriemen verläuft aufschrauben, Feder neu spannen und das ganze wieder zuschrauben. Ich wusste im Prinzip auch warum das immer wieder passiert und wie ich dieses Problem ein für alle mal beheben könnte, nur fehlte mir mehr oder weniger passendes Werkzeug dazu. Ein Wellenklemmring der die Welle auf der der Kickhebel sitzt in Position hält ist zu locker, deshalb kann er sich lösen und die Welle kann ein paar Millimeter nach innen rutschen, wodurch die Rückstellfeder rausspringen kann. Ne Zange wärs also.
Richtig frustrierend ist aber gewesen, dass der Motor so gar kein Lebenszeichen von sich gab, nicht mal ein kurzes Anlaufen. Und nach ein paar Versuchen musste ich immer wieder die Rückstellfeder neu einbauen. Meine Laune näherte sich also immer mehr einem Tiefpunkt. Als sich dann ein Auto durch die enge Marktstraße quetschen musste und dabei das Hinterteil meines Rollers an dem das Nummernschild befestigt ist über die ganze Beifahrerseite zog hat das meine Stimmung auch nicht grade gebessert. Die Frau hat nicht mal angehalten sondern ist weiter gefahren. Dafür hat sie jetzt nen weiteren Kratzer im Lack. Dem Roller ist zum Glück nichts passiert. Nach dem ich also zum sechsten Mal die Feder neu gespannt habe und sich immer noch nichts getan hat war ich mit den Nerven schon ziemlich am Ende. Am allermeisten jedoch hat mich einer der Marktverkäufer aufgeregt. Ich weis nicht genau was er verkauft hat, nur dass es einen Euro kostet. Er schrie alle 20 Sekunden „Blablablablabla un Euro, un Euro!“. Aber wie er es schrie… die Lautstärke war nicht das Problem, eher die Ton- und Stimmlage. Schwer zu beschreiben. Es hörte sich so an als könne er einfach nicht fassen, dass die Leute sein Produkt nicht kaufen, obwohl es nur einen Euro kostet. Dieser vorwurfsvolle Tonfall…“Un Euro, un Euro“ Ja, vorwurfsvoll beschreibts wohl am besten. Als würde es seine arme Seele nicht verkraften, dass er gezwungen ist nur einen lächerlichen Euro dafür zu nehmen und es tatsächlich Leute gibt dies trotzdem nicht kaufen… „Un Euro, un Euro“ Immer wieder und immer wieder. Als würde er die Welt nicht mehr verstehen. „Un Euro, un Euro“ UND ICH KÄMPF HIER UM DAS LEBEN MEINES ROLLERS!!! Viel hat nicht mehr gefehlt und ich wär zu ihm hin, hätt ihm 10 Euro hingeknallt und um 10 Minuten Ruhe gebeten.
Ich war wirklich kurz vorm Aufgeben. Dachte schon das wars jetzt hier für den Roller. Hier werden sich unsere Wege trennen. Hab schon mit dem Gedanken gespielt den ADAC anzurufen, bin ja in ganz Europa abgesichert. Aber einmal wollt ichs noch versuchen, ein letztes Mal. Dann kam mir irgendwie die Erleuchtung, dass ja das Taschenmesser das mir mein Bruder zu Weihnachten geschenkt hat ein Zange hat. Keine Ahnung warum ich da nicht früher drauf gekommen bin. Also das Taschenmesser im Rucksack gesucht, natürlich mit pechschwarzen und verdreckten Händen, und mit der Zange den Klemmring enger gemacht. Und siehe da, es funktioniert wieder tadellos, die Feder springt nicht mehr raus.
Dann hab ich es tatsächlich irgendwann nach über einer Stunde geschafft den Roller zum laufen zu bringen. Das Gefühl war überwältigend, ich versuch gar nicht erst es zu beschreiben. Also rauf auf den Roller und ab zur Grenze gefahren. Da aber ne sehr lange Schlange von Autos und Rollern an der Grenze standen, beschloss ich den Roller in Spanien abzustellen und zu Fuß rüber zu gehen. Bin dann noch schnell zu Mc Donalds zum Händewaschen (und frühstücken).
Zu Fuß war ich dann auch schnell über die Grenze. Nur am Flugfeld musste ich warten, es startete gerade ein Flieger.

Konnte auch ein interessantes Wetterphänomen beobachten, Gibraltar hat nämlich teilweise ein eigenes Mikroklima. Wenn der Ostwind auf den Felsen trifft bilden sich Wolken die Gibraltar dann einhüllen. Überall sonst war keine Wolke zu sehen, nur hier in Gibraltar wars bewölkt.
Als das Flugfeld dann wieder frei war ist was passiert von dem ich fast sicher bin, dass ich der erste Mensch bin dem so etwas passiert ist: Ich wurde nämlich auf einer Startbahn von der noch vor 2 Minuten ein Flieger abhob von zwei Gibraltarern eingeladen den National Day mit ihnen zu feiern und bei ihnen zu schlafen. Das ganze Gespräch verlief in etwa so:
„Hey Mate, welcome to Gibraltar. You chose the perfect day to visit, it’s National Day“
„Thanks. Do you guys live here?“
„Born and raised. But my girlfriend here is from Kissling, that’s near Munich in Germany.“
„Cool, I’m from Munich,too“
„Do you have a reservation for the Hostel in Gibraltar?“
„Not yet.“
„Yeah, they will be full today because of the National Day. But you can sleep at our place if you like“
„Yes, I’d love that. Thanks“
Also sind wir zu Jules‘ und Jasmins Wohnung gegangen, wobei ich es etwas schwerer hatte durch die Menschenmassen mit meinem Rucksack zu kommen.

Alles war schön in Weiß und Rot, den Nationalfarben Gibraltars.
Die Wohnung war eigentlich nur ein Studio, aber zum Schlafen reichts. Also die Isomatte aufgeblasen und Rucksack abgestellt. Dann gab’s erst mal Wein und Bier und gegen 15 Uhr sind wir in die Stadt gegangen. War eine sehr schöne Atmosphere die ganze Stadt war am Feiern, alle Altersstufen und alle sozialen Schichten. Wir sind im Prinzip von Bar zu Bar gezogen. Da mein Gastgeber Jules scheinbar alle Leute hier kennt, sind wir auch zu einer Bootparty eingeladen worden. Ich hab schon mit allem gerechnet, ne fette Yacht wo nur Champagner getrunken wird zum Beispiel. Hat sich dann aber herausgestellt, dass seine Freunde etwas übertrieben haben, es war mehr eine Party am Pier und wir sind dann auch bald darauf wieder in die Stadt zurück gegangen.

Als nächstes sind wir in einen Open Air Club „Rock on the Rock“. War sehr gute Livemusik, nur Abends wurde dann mehr Elekto gespielt.

Anschließend sind wir nochmal auf den Hauptplatz gegangen und haben uns da die Bands angehört.
Auch alle sehr gut. Jules und Jasmin sind dann gegen 23 Uhr heimgegangen weil sie morgen arbeiten mussten. Sie haben aber Evan, der auch bei ihnen pennt und mir den Schlüssel dagelassen, da wir noch etwas bleiben wollten. 
Dann gabs nochmal nen Gänsehautmoment: Als beim Cover von Zombie der Sänger ein paar Worte zur britischen Haltung im Syrienkonflikt gesprochen hat und der ganze Platz dann skandiert hat „No more war! No more war!“
Gegen 1 Uhr sind Evan und ich dann auch nachhause.
Eigentlich erstaunlich wie sich der Tag entwickelt hat, wo ich doch nur ein paar Postkarten einwerfen wollte. Da zeigt sich mal wieder, dass es stimmt: Auf Reisen ist keinen Plan zu haben der beste Plan.
Upper Rock National Park
Heute wars mal wieder an der Zeit die Wanderstiefel aus zu packen. Hab alles nötige in meinen kleinen Rucksack gepackt und bin dann gegen 10 Uhr los. Ging wieder über die Grenze, diesmal ohne Wartezeit am Flugplatz. Im Gibraltar hab ich mich dann in den Bus gesetzt der mich für 1,5 € zum Europa Point gefahren hat, was der südlichste Punkt Gibraltars ist.
Es war ziemlich heiß, aber ich bin inzwischen einiges gewohnt. Ich wollte dann einmal das ganze Land von Süd nach Nord durchqueren. Dabei noch den National Park, was praktisch der ganze Felsen ist, mitnehmen und gleichzeitig den höchsten Punkt des Landes erreichen. So ging’s erstmal immer bergauf bis ich den Eingang zum National Park erreichte. Dann waren 13 € fällig (Man kommt hier ganz gut mit Euro durch). Und weiter bergauf. Hab dann eine Route eingeschlagen (Mediterran Steps) die mich bis hoch zum Gipfel auf etwas über 400 Meter bringen sollte. War vom Gelände her auch schon etwas anspruchsvoller und ich war froh um meine Wanderstiefel und konnte nur den Kopf schütteln über ein paar Leute die scheinbar meinten Flip-Flops wären genau so gut geeignet.
Dummerweise hat der Weg der mich zum Gipfel führen sollte aber plötzlich an einem zugemauerten Tunnel geendet. Das hat der nette Parkranger wohl vergessen mir mitzuteilen. Also umkehren und nen neuen Weg suchen, am besten immer bergauf. Aber davor gab’s nochmal nen schönen Blick auf die Ostseite des Felsens:
Also ging’s zurück zum Parkeingang und dann eben auf nem anderen Weg nach oben. Irgendwann sind mir dann auch die berühmten Berberaffen begegnet die hier frei leben.
Dann lag auch noch ne Tropfsteinhöhle auf meinem Weg, da bin ich natürlich rein. Sehr eindrucksvoll.
Als ich hier per Selbstauslöser ein Foto von mir machen wollte bin ich wohl etwas zu hecktisch ins Bild gestürmt, denn mir ist dabei meine Sonnenbrille vom Kopf gefallen und dann am Boden zerbrochen. Äußerst ärgerlich. Aber nicht zu ändern. Nach der Tropfsteinhöhle gings weiter den Berg hoch, bis ich zu ner alten Geschützstellung kam. Überhaupt ist der ganze Berg voller Tunnel, Bunker und Kanonen. Nur hier war keine Kanone mehr, die hat man während des Zweiten Weltkriegs gegen ein Flugabwehrgeschütz ausgetauscht und dieses nach dem Krieg auch entfernt.
Man sieht schon, hier würde der Weg eigentlich enden. Wenn man allerdings auf die Mauern klettert und die Anlage hinter sich lässt kommt man noch etwas weiter und hat den wie ich finde besten Platz Gibraltars gefunden. Gute 400 Meter überm Meer, noch recht südlich mit einem 270º Blick auf die Straße von Gibraltar. Da herrscht echt Hochbetrieb, Schiffe ohne Ende. Und man sieht natürlich Afrika. Wirklich traumhaft. Hier hab ich dann ein paar Postkarten geschrieben und bin einfach nur dagesessen und hab die Aussicht genossen.
Dann ging’s weiter Richtung Norden. Es gab noch mehr Affen
Und noch mehr Kanonen
Irgendwann, etwa 5 Stunden nachdem ich den Europa Point verlassen hab, hab ich dann das nördliche Ende des Felsen erreicht. Von da gab’s eine tolle Aussicht auf den Flughafen und die dahinter liegende Stadt La Linea de la Conception. Eine Aussicht der sich auch die Tierwelt nicht entziehen kann:
Hier am nördlichen Ende war dann auch das Tunnelsystem zu besichtigen das während der 3-jährigen Belagerung Gibraltars 1778 zur Verteidigung errichtet und mit Kanonen versehen wurde.
Danach ging’s bergab Richtung Innenstadt. Davor war noch eine alte maurische Burg zu besichtigen.
Unten in der Stadt angekommen wars dann Zeit für eine Stärkung. Und was liegt da näher als DER Klassiker der britischen Küche: Fish&Chips
Da der Tag doch ganz schön anstrengend war wollt ich bald ins Bett gehen. Allerdings gab’s bei der Einreise nach Spanien etwas Verzögerung, da hat sich ne lange Schlange an der Passkontrolle gebildet, aber auch das ist ja typisch britisch: immer schön in einer Reihe anstellen und warten.
Irgendwann war dann auch das geschafft und ich bin nach einer unglaublich gut tuenden Dusche ins Bett.
Gibraltar
Heute wollte ich bis nach Gibraltar kommen. Ich bin immer an der Küste entlang gefahren, dabei musste ich ein gutes Stück auf Autobahnen zurück legen weil einfach keine anderen Straßen da waren. Aber der Roller hatte heute wohl nen guten Tag und ist fast konstant seine 60 Sachen gefahren. Zwischendurch sind nur die Schleifgeräusche an der Vorderbremse etwas lauter geworden, aber das hat sich bald gelegt. Die Strecke war nur 120 Kilometer lang und durch den großen Autobahnanteil hab ich auch ne Durchschnittsgeschwindigkeit von guten 40 km/h geschafft. Was mich auch angenehm überraschte war, dass ich nen Lidl gefunden hab der am heutigen Sonntag auf hatte. So konnte ich n paar Sachen für ne Brotzeit einkaufen. Hab dann einfach nen Strand der links der Strecke lag angesteuert und da ne Pause gemacht.
Irgendwann war The Rock dann plötzlich zu sehen:
Gegen 15 Uhr bin ich dann auch am heutigen Tagesziel angekommen: La Linea de la Conception. Die letzte Stadt Spaniens direkt an der Grenze zu Gibraltar. Warum ich nicht in Gibraltar übernachtet hab? Da wärs doppelt so teuer gewesen. So hab ich ein Einzelzimmer für 13,5 € die Nacht gekriegt. Nachdem ich also mein Zeug ins Zimmer geschafft hab wollt ich natürlich nach Gibraltar laufen, mit dem eigentlichen Ziel den Fährhafen zu finden und die Abfahrtszeiten der Fähren nach Marokko rauszukriegen, denn das Internet hielt sich diesbezüglich sehr bedeckt. Von meiner Unterkunft warens auch nur 10 Minuten bis zur Grenze. Bei den Autos gab’s etwas Stau, aber als Fußgänger wars sehr unbürokratisch, zwei mal den Ausweis vorgezeigt und schon hieß es
Und plötzlich war alles sehr britisch. Rote Telefonzellen, Doppeldecker-Busse und Polizisten in lustigen Uniformen.
Um dann wirklich in die Stadt zu kommen muss man erst noch den Flughafen bzw. die Start- und Landebahn überqueren. Ich hatte dann natürlich auch gleich das Glück, dass die Ampel rot war und musste etwa 5 Minuten warten bis ein Flieger gelandet war.
Da das Rollfeld auch von der Royal Airforce genutzt wird stehen hier natürlich auch ein paar Kampfjets rum
Dann ging’s rein in die Stadt. Auffällig: man ist hier sehr stolz britisch zu sein
Wie gesagt, viel wollt ich heute eigentlich nicht machen, nur mal schauen wo die Fähren ablegen, damit ich morgen oder übermorgen keine Zeit mit suchen verbringen muss. Aber das stelle sich dann trotz Stadtplan als schwierig heraus. Alles in allem bin ich im Hafen sicher ne Stunde umher gelaufen hab aber nicht wirklich das gefunden was ich gesucht habe. Irgendwann hab ichs dann aber doch gefunden und musste feststellen, dass das Gebäude eigentlich nur eine heruntergekommene Ruine ist. Da ist mit Sicherheit schon seit Jahren kein Schiff mehr abgelegt. Wollte dann ich Hostel nochmal genauer im Internet nachschauen ob aktuell noch Fähren zwischen Gibraltar und Marokko verkehren. Also hab ich mich wieder auf den Weg zurück nach Spanien gemacht. Aber vorher hab ich noch in Gibraltar eingekauft, der Supermarkt gleich hinter der Grenze hat nämlich auch sonntags bis um 20 Uhr auf. Mein Abendessen mit Speck und Bohnen in Tomatensauce war also gesichert. Zahlen konnte ich auch in Euro, das Wechselgeld gab’s dann allerdings in Pfund zurück. War aber vermutlich nicht der beste Wechselkurs.
Auf dem Weg zurück zum Hostel gab’s dann in Spanien nochmal ein deutsches Schmankerl, das aber leider schon zu hatte
In meinem Zimmer hab ich dann noch naja, keinen richtigen Sonnenuntergang, aber immerhin ein sehr schönes Abendrot gesehen:
Und ich hab nochmal genauer nachgeschaut: es fährt tatsächlich keine Fähre mehr ab Gibraltar, schon seit Jahren nicht mehr. Also Planänderung: ich muss weiter nach Tarifa und von da aus geht dann eine Fähre nach Tanger in Marokko.
Bye bye Deutschland
Heute ist es also soweit. Meine vorerst letzte Ausreise aus Deutschland. Der Flieger ging um 9:40 aber da der Bus zum Flughafen so blöde Abfahrtszeiten hat bin ich schon um 8 Uhr da gewesen. So hatte ich noch etwas Zeit die vergangenen 48 Stunden revue passieren zu lassen.
Wie war also Deutschland jetzt im Vergleich zu den anderen Ländern? Nun zuerste einmal: Ich darf hier in der Öffentlichkeit ein Bier trinken ohne damit gegen ein Gesetz zu verstoßen. Was ich allerdings schon vergessen habe: Dosenpfand. Musste die leere Dose doch tatsächlich zurück zum Geschäft bringen anstatt sie einfach weg zu werfen, sind ja immerhin 25 Cent. Die Schattenseiten des Alkohol in der Öffentlichkeit trinkens sind mir allerdings auch deutlich aufgefallen. Als ich beispielsweise durch die Bochumer Innenstadt gelaufen bin sind mir sicher 10 sturzbesoffene Typen begegnet und das am Nachmittag. Sowas gab’s in Frankreich oder Spanien nicht. Und dann natürlich, da bin ich tatsächlich nicht drum rumgekommen, es ist ja Wahlkampf. Von jedem Baum/Pfosten/Lampe und übergroßen Plakatwänden grinsen einem die Pappnasen dümmlich entgegen. Das ganze natürlich noch garniert mit irgendeinem hohlen Spruch der einen entweder fragen lässt:“Ja is denn heut scho Weihnachten?“oder „Ja ne, is klar“. Auf das Geschmarre hätt ich echt verzichten können. Allgemein war ich doch irgendwie froh wieder aus Deutschland raus zu kommen. Ich hatte nicht für eine Sekunde daran gedacht hier zu bleiben. Es fühlte sich irgendwie so an als wäre das einfach nicht der Ort wo ich jetzt sein sollte.
Naja, irgendwann ist dann auch mein Flieger gestartet, das Einchecken war diesmal weniger chaotisch und wir sind pünktlich abgeflogen. Durch die vielen Wolken die zur Zeit über Europa hängen war der Flug speziell bei Start und Landung reichlich turbulent. Wir sind auch scheinbar ne seltsame Route geflogen, denn zwei Städte hab ich von ober erkannt: Paris und Madrid.
In Malaga gelandet ging’s per Zug in die Innenstadt und dann zu Fuß erst mal zum Roller, der glücklicherweise noch da war. Den hab ich dann gleich repariert, hat keine 5 Minuten gedauert. Dann ging’s zum Hostel. Da sind mir dann tatsächlich Jan und Charlotte übern Weg gelaufen, die hab ich vor ner Woche das letzte mal hier gesehen. Jan war in der Zwischenzeit an der Küste entlang gereist und Charlotte hat ne Wohnung gefunden um hier ein Semester lang zu studieren. Wir sind dann was essen gegangen und Jan hat sich bald verabschieden müssen, weil sein Flug nach Bremen am Abend ging. Ich hab mich mit Charlotte verabredet um abends noch auf den Berg in Malaga hoch zu steigen und das Castillo de Gibralfaro, also die alte Burg die über der Stadt trohnt, zu besichtigen. War teilweise ganz schön steil da hoch. Aber man hatte ne super Aussicht auf die Stadt, wenns auch etwas bewölkt war.
Ach ja, was noch erwähnenswert ist: Heute war scheinbar DER Tag um in Malaga zu heiraten. Ich hab sicher 10 Hochzeitsgesellschaften gesehen, ob aus der Kirche raus oder wie hier beim Fotoshooting.
Danach hab ich nicht mehr viel gemacht, bin recht früh ins Bett weil ich morgen bis nach Gibraltar runter fahren wollte.
Das geht unter die Haut
Heute gabs erst mal ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. Da ich seit langem kein all you can eat Frühstück mehr hatte hab ich natürlich ordentlich zugelangt. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich mich vielleicht etwas überfressen habe.
Danach ging’s erst mal zur ADAC Filiale in Bochum, der eigentliche Grund warum ich nach Deutschland zurück musste. Dort hab ich dann meine Langzeitauslandskrankenversicherung für 12 Monate ab morgen abgeschlossen. Denn meine bisherige Versicherung in Deutschland deckt nur die EU ab. Und die ADAC Versicherung muss man vor Ausreise aus Deutschland abschließen, deshalb mein kurzer Stop in Deutschland. Aber jetzt hab ich das erledigt und damit eine Sorge weniger.
Meine Eltern haben mich dann noch schnell zum deutschen Bergbau Museum gefahren und sind dann selbst weiter nach Bremen.
Ziemlich gut gemacht, gibt sogar ein Schaubergwerk in das man per Aufzug (oder Seilfahrt wie der Bergmann sagt) runter kommt. Allerdings hat man schon gemerkt, dass die Bergbauindustrie einer der Hauptfinanzierer des Museums ist. Es gab praktisch keine kritische Auseinandersetzung mit der Gewinnung und dem Verbrauch der Kohle/Erze und deren Auswirkungen auf die Umwelt. Aber sonst ganz gut, hab gute 3 Stunden da verbracht.
Anschließend bin ich zum Hauptbahnhof gelaufen, denn dort in der Nähe machte gerade eine Ausstellung Station die ich schon lange mal sehen wollte:
Absolut klasse, wenn auch nichts für zart besaitete, schließlich sind die Exponate vor ein paar Jahren noch durch die Gegend gelaufen. Der Preis war mit 15 € zwar recht hoch, aber nicht ungerechtfertigt. Tip: Beim Besuch unbedingt den Audioguide ausleihen, der gibt nochmal extra Infos.
Die Ausstellung stand unter dem Motto „Der Zyklus des Lebens“ und das war nicht untertrieben. Ziemlich alle Lebensstationen des Menschen wurden gezeigt, vom absoluten Anfang bis ins hohe Alter. Man kriegt schön zu sehen wie sich der Mensch entwickelt und ich muss echt sagen das hat die Natur schon ganz gut hingekriegt.
Neben dieser Sonderausstellung gab’s auch noch die klassichen Exponate die einem die Anatomie des Menschen näher bringen, ob Skelett, Muskeln, Nerven, Blutbahnen oder einzelne Organe. Nen Großteil der Infos wusste ich zwar noch aus Schule/Uni aber manches war auch für mich neu. Eindrucksvoll waren auch die Gegenüberstellungen von kranken und gesunden Organen. Hier sind speziell die Raucherlunge (überhaupt waren gut 80% aller „Körperspender“ scheinbar starke Raucher) und die Säuferleber zu erwähnen.
Die ganze Ausstellung regt schon ziemlich zum nachdenken an. Die Vergänglichkeit des Lebens wird einem genau so vor Augen geführt wie schiere Unglaublichkeit, dass sich eine so perfekte „Maschine“ wie der Mensch in Jahrmillionen durch Evolution entwickelt hat.
Gute 3 Stunden hab ich auch hier verbracht. Währenddessen hat’s wohl mal kurz geregnet, aber als ich raus bin war wieder bestes Wetter bei 30 Grad. Dann bin ich wieder zum Hauptbahnhof und bin dann nach Dortmund gefahren. Da war dann auch meine Unerkunft für diese Nacht, ein Hostel gleich am Bahnhof. Nach dem Einchecken bin ich dann noch etwas durch die Fußgängerzone gelaufen aber recht bald ins Bett, da ich ja morgen früh zurück nach Malaga fliege.
Starlight Express
Nach wenig Schlaf bin ich um 4:30 aus dem Hostel raus und zu meinem Roller mit dem ich auch zum Flughafen fahren wollte. Es kam natürlich wie es kommen musste: beim ankicken ist mal wieder die Gegendruckfehder rausgesprungen. Ich kenn das Problem ja inzwischen schon ganz gut und kanns eigentlich auch schnell reparieren. Allerdings wars hier doch noch recht dunkel und ich hätte danach komplett schwarze Hände gehabt. Außerdem war ich schon etwas spät dran, wenn also die Reparatur nicht hingehauen hätte oder danach noch ein anderes Problem aufgetaucht wäre, wär’s eng geworden. Da ist guter Rat natürlich teuer. Metro und Busse fahren um diese Uhrzeit nicht und 10 Kilometer in einer Stunde laufen, darauf hatte ich auch nicht wirklich Lust. Aber kaum bin ich um die Ecke gelaufen hab ich auch schon ein Taxi stehen sehen, auch noch frei. Also rein und ab zum Flughafen. Hat 25 € gekostet, aber das waren dann letztendlich auch nur 10 Euro mehr als es mich gekostet hätte den Roller am Flughafen zu parken.
Am Flughafen war noch wenig los und so ging’s rasch durch die Sicherheitskontrolle. Das Boarding war allerdings chaotisch, erst hat das Gate gewechselt und dann hats ewig gedauert bis endlich alle im Flieger waren. Und bis dann jeder nen Platz hatte… Wir sind dann auch erst mit 30 Minuten Verspätung abgehoben. Der Flug selbst war dann in Ordnung. Ich kam mir nur n bisschen wie auf einer Kaffeefahrt vor, die Crew hat wirklich versucht den Passagieren alles mögliche während des Fluges zu verkaufen, von Handtaschen, Kosmetikartikel, Zigaretten und Schnaps bis hin zu Rubbellosen. Aber Ryanair ist ja dafür bekannt sehr kreativ zu sein wenn es darum geht den Kunden noch ein paar extra Euros aus der Tasche zu ziehen. Nach 3 Stunden Flug sind wir dann in Dortmund gelandet und, man ahnt es bereits, meine Eltern liesen es sich nicht nehmen mich abzuholen. Die mussten morgen sowieso nach Bremen, da hats auch irgendwie ganz gut gepasst. Wir sind dann erst mal frühstücken gegangen um den Plan für den Tag zu besprechen. Wirklich viel ist dabei aber nicht rausgekommen. Wir sind dann zum Phoenix See gefahren, ein künstlich angelegter See auf einem ehemaligen Stalwerksgelände.
An und für sich ganz schön, man hat wirklich nicht sehen können, dass hier mal ein riesiges Stahlwerk stand. Nur ein Thomas-Konverter, ein riesiger Kessel in dem Roheisen zu Stahl veredelt wurde, erinnert noch daran.
Da es doch recht warm war und es ja inzwischen auch Mittag war, haben wir es wie die Spanier gemacht und uns in einer Strandbar in Liegestühle gesetzt und mit ein paar kühlen Getränken etwas Zeit rumgebracht.
Anschließend sind wir nach Bochum gefahren, ins Hotel eingecheckt und dann noch etwas spazieren gegangen. Gleich vor unserem Hotel war der Stadtpark, in den sind wir erst mal rein. Dort stand auch ein Bismarck-Turm der natürlich bestiegen werden musste.
Und von da oben wurde eins sofort klar: Bochum ist grün. So hätt ich mir keine Stadt im Ruhrpott vorgestellt. Kam mir fast so vor wie ein Wald in den man ein paar Häuser gestellt hat.
Danach ging’s weiter in die Innenstadt. Dort han ich dann mal wieder eine Pizza gegessen, ausgezeichnet und überhaupt die erste Pizza die ich auf meiner Reise gegessen hab.
Dann wurds auch schon Abend und wir sind zum
Theater gegangen um uns das Musical anzusehen.
War so ganz gut, tolle Kostüme, klasse Bühne, gute Lichteffekte und mitreißende Akrobatik, nur der Sound war teilweise sehr schlecht zu verstehen.
Danach ging’s zurück zum Hotel und dann ab ins Bett.



















































