Madrid

Hab trotz der Windräder gut schlafen können. Nach nem kurzen Frühstück bin ich dann weiter gefahren. War ein sehr heißer Tag, schon am Vormittag. Mein Weg führte mich weiter durch schier endlose Weizenfelder und auch immer wieder mal durch kleine Dörfer die teilweise sehr verlassen aussahen, oft stand mehr als jedes zweite Haus leer.

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Nachmittags hab ich dann ne kleine Pause in nem Restaurant an der Straße gemacht. Kurz nach dem ich weiter gefahren bin passierte das womit ich eigentlich schon lange gerechnet habe. Plötzlich ein stechender Schmerz im rechten Oberschenkel. Was war passiert? Eine Biene ist in mein Hosenbein geflogen und hat sich durch meineim Fahrtwind flatternde Hose wohl bedroht genug gefühlt um zu zu stechen. Das schlimmste dran war wohl der kurze Schockmoment. Zum Glück war auf der Straße wenig los, also rechts ran gefahren und den Stachel rausgezogen. Dann wurds wieder etwas bergiger und damit anstrengender für meinen Roller. Und nen kurzen Regenschauer hab ich auch mal abbekommen. Als ich dann nur noch 50 Kilometer von Madrid entfernt war, wollt ich auch gleich ganz hinfahren. Ein Hostel hab ich mir schon in Santander rausgesucht und per Navi wars auch schnell gefunden. Glücklicherweise hab ich meinen Fotoapparat immer griffbereit, denn an ner Ampel die gerade auf rot umgeschalten hat tauchten plötzlich diese zwei auf, schwangen sich auf ihre Einräder und fingen an zu jonglieren. Sehr witzig.

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Im Hostel angekommen wurde meine Reservierung aber mal wieder verschlampt, aber es gab noch genügend freie Betten. Noch dazu wurde ich wegen irgendwelcher Probleme mit dem 19 Betten Raum auf einen 10er Raum gelegt das ganze aber zum billigeren Preis von 11 € pro Nacht. Betritt man dann die Lobby hinter der Rezeption wird man erst mal fast umgehaun. Ein atemberaubender Lichthof im arabischen Stil, überall Mosaike und kunstvoll verzierte Fenster. Dazu noch ein Brunnen in der Mitte und einige Couchs und Sitzkissen. Der perfekte Ort um neue Leute kennen zu lernen.

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Nachdem ich mich auf meinem Zimmer eingerichtet hab bin ich runter an die hosteleigene Bar. Sehr freundliche Preise, die Maß Bier gab’s für 3,5 €. Was aber natürlich das wichtigste ist: man kommt sofort mit allen möglichen Leuten in Kontakt. Gegen 12 bin ich dann mit zwei Amis und zwei Polen noch in die Straßen von Madrid um uns nochmal ne andere Bar zu suchen. Hat auch nicht lange gedauert bis wir was gefunden haben. Überhaupt hat Madrid die höchste Dichte an Bars auf der ganzen Welt. Pro 100 Einwohner gibt es hier 6 Bars. Die Nacht war recht lange, ich glaube wir sind so gegen 4 Uhr wieder beim Hostel gewesen.

Achterbahn

Der heutige Tag war wirklich wie eine Achterbahnfahrt. Auf und ab, Hochpunkt und Tiefpunkt.
Angefangen hats mit nem Tiefpunkt. Die drei Leute mit denen ich ein vierer Zimmer hatte wollten wohl sehr früh los und waren dabei nicht gerade leise. War also sehr früh wach, konnte aber nochmal einschlafen und bin sogar ohne Wecker rechtzeitig zum Frühstück aufgewacht. Dazu kam noch, dass wolkenloser Himmel war. Weniger erfreulich war dann, dass meine Versuche meinen kleinen Rucksack zu nähen nicht ganz so erfolgreich waren wie ichs mir erhofft habe. Denn da rissen langsam die Träger aus.

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Hebt zwar jetzt wieder einigermaßen, aber lange wird ders nicht mehr tun. Um zwölf bin ich dann runter zum Roller um weiter zu fahren. Wollte wieder n bisschen raus aus den Städten und mehr vom Land sehen, also hab ich mir mal als nächstes Ziel Madrid gesetzt. Hört sich jetzt vielleicht widersprüchlich an, aber wenn man bedenkt, dass das fast 600 Kilometer sind hab ich denk ich 3 Tage die ich unterwegs bin ohne in ne Stadt zu müssen. Hab auch gleich noch ordentlich Vorräte eingekauft um ein paar Tage in der Wildnis durchzukommen. Schon nach wenigen Kilometern und mit guter Musik im Ohr stellte sich dieses wunderbare Gefühl der Freiheit ein. Die Wolken hingen scheinbar nur über der Küste, alles war herrlich grün und es ging immer Richtung Süden auf die ersten Berge zu. Und je höher es auf die Passhöhen ging desto näher kam ich dem nächsten Tiefpunkt. Manchmal war die Strecke so steil, das der Roller es nicht mehr gepackt hat. Also absteigen, gasgeben und nebenher den Berg hochlaufen. N bisschen blöd kommt man sich dabei schon vor, aber was solls. Richtig blöd wurds erst, als er anfing auch normale Steigungen nicht mehr zu packen die sonst eigentlich kein Problem sind. Hat einfach keine Power mehr. Hab schon vermutet, dass der Motor eventuell einfach zu heiß wird, ist ja luftgekühlt und wo kein Fahrtwind da keine Kühlung. Und um die Variomatik, also die automatische Gangschaltung, hab ich mir auch Sorgen gemacht. Ich hatte das Gefühl die schaltet schon bei viel zu geringen Drehzahlen hoch und dann geht halt gar nichts mehr. Wie dem auch sei, irgendwann hatte ich den ersten Pass erreicht und die Aussicht war auch schön.

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Dann gings wieder ne Zeit lang bergab und es kam der nächste Pass mit den selben Problemen.

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Danach kam ein echt klasse Stück. Ewig lange gerade Straße und man hat richtig gemerkt, dass die Landschaft sich langsam verändert, man konnte richtig dabei zusehen wie nun immer alles trockener und die Landschaft mehr Braun- und Rottöne annahm.

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Dann gings rein in ne Schlucht die der Ebro in die Berge gefressen hat. Ein echt schöner Canyon.

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Nach etwa 30 Kilometern gings raus aus dem Tal und die Landschaft wurde etwas breiter umd hügeliger. Auf fast allen Feldern wurde hier Getreide angebaut. Tanken war auch mal wieder angesagt und da passierte dann der Super-Gau. Ich bin abfahrbereit, kick den Roller per Kickstarter an und der Kickhebel bleibt hängen, wird also nicht so wie üblich per Feder zurück gestellt sondern blockiert den Motor. Fazit: Roller kann nicht mehr gestartet werden. Extrem ärgerlich, aber wenn nichts gebrochen ist kann ichs reparieren. Will also das Gehäuse mit Kicker und Variomatik aufschrauben und was muss ich feststellen: ich krieg die Schrauben nicht auf weil der entsprechende Bit sich in der Plastikhalterung durchdreht. Da ist guter Rat teuer, nämlich genau 4,20 €. Soviel kostete in der Tankstelle ein Satz Inbusschlüssel mit dem ich das Gehäuse dann öffnen konnte. Also die Sachlage inspiziert und festgestellt, dass es sich prinzipiell nur um ne Kleinigkeit handelt. Im Prinzip in unter einer Minute zu reparieren wenn man 4 Hände hat. Die hatte ich allerdings nicht. Also hab ich etwa ne Stunde rumbasteln müssen bis ich die Feder die den Kickhebel wieder in Ausgangsposition zurück bringt richtig eingespannt habe. Das hat mich tierisch Nerven gekostet, meine beiden Hände pechschwarz gefärbt und mich einige nicht zitierbare Flüche ausstoßen lassen. Aber: Er lief wieder.
Also gings weiter und langsam wurds Zeit nen Schlafplatz zu suchen. Das war schwieriger als gedacht, denn Wiesen oder so gibts hier nicht. Bloß steile Hügel, Weizenfelder und massig Windräder. Hab dann aber doch was gefunden, mit klasse Aussicht aufs unter mir gelegene Tal und den Sonnenuntergang.

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Zeltplatz mit Aussicht

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Weizenfelder im Tal

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Sonnenuntergang hinter Wolken

Einziger Nachteil hier: die Windräder und der Wind der hier Nachts weht. Ein Lärm wie ein Güterzug der in 20 Metern Entfernung vorbei rauscht. Aber mit Ohrenstöpseln gehts.

Tapas Tapas Tapas

Das Wetter war heute morgen schon wieder nicht so berauschend. Leichter Regen. Nach fast nem ganzen Monat nur Sonne schlägt so ne Woche schlechtes Wetter schon ganz schön aufs Gemüt. Um 12 hab ich mich dann vom Campingplatz auf den Weg zum B&B&B Hostel in Santander gemacht. Mein Gepäck konnt ich da abstellen,  einchecken durfte ich aber erst ab 16 Uhr. Also musst ich etwa 3 Stunden rumbringen. Hat aber ganz gut gepasst, ich wollte eh mal zum Frisör gehen. Da das Hostel mitten in der Innenstadt lag wars auch sehr leicht einen zu finden.

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Blick aus dem Hostel aufs Hafenbecken


Es stellte sich nur ein anderes Problem: Die spanische Siesta. Es hatte tatsächlich fast jedes Geschäft von 13 -16 Uhr geschlossen. Auf den Straßen sah man kaum Leute runlaufen, stattdessen waren die Cafés und Bars gut gefüllt. Bin dann ne ganze Weile durch die Stadt gelaufen bis ich nen Frisör gefunden habe der auf hat. Da konnte dann natürlich niemand englisch sprechen und auch mein Spanisch hätte nicht gereicht um zu erklären wie ich denn die Haare gerne hätte, also musste das ganze eben mit Zeichensprache erledigt werden. Dafür ist das Ergebnis aber ganz ordentlich geworden. Um halb 5 konnt ich dann ins Hostel einchecken. Da wars mal wieder an der Zeit einiges Organisatorisches zu erledigen. Alle Akkus mussten galaden werden, einige Klamotten gewaschen und getrocknet werden, der Rucksack gereinigt und neu bepackt werden und der zweiwöchentliche Finanzcheck stand auch an. Das alles braucht schon seine Zeit. Aber ich wollte sowieso nur am Abend in ein paar Bars gehen. So hatte ich dann noch genug Zeit mich noch ne gute Stunde mit der ersten Lektion meines spanisch Lehrbuchs auseinander zu setzen. Hab ich zwar vor knapp 2 Jahren schon mal für ein Semester gelernt aber das ist schon wieder zu lange her. Den im Moment geht’s mir so, dass ich zwar viele spanische Wörter erkenne, mir aber einfach ihre Bedeutung nicht mehr einfällt. Das möcht ich eben ändern und nochmal intensiv das Lehrbuch durchgehen.
Gegen 22 Uhr bin ich dann mit Thomas aus Zürich, den ich im Gemeinschaftsraum des Hostels kennen gelernt hab losgezogen. Erfreulicherweise konnte er deutlich besser spanisch als ich, denn er hat gerade einen fünfwöchigen Intensivkurs hinter sich, weil er in einer Woche ein Auslandssemester in Chile antritt. Wir sind also in die erste Bar und haben Tapas und Bier bestellt. Angenehm überrascht war ich von den Preisen. 100 verschiedene Tapas von 1 bis 2 € und dazu ein halber Liter Bier für sage und schreibe 1 €. Top. Tja im Prinzip sind wir dann nach dem selben Muster in noch 3 andere Bars rein. Und ich muss echt sagen diese Tapasgeschichte sagt mir echt zu. Ich hatte zwar oft keine Ahnung was ich bestell da ichs einfach nicht übersetzen konnte aber es war immer sehr gut.

Fahrt nach Santander

Die Nacht war wieder kurz,  das Frühstück hab ich trotzdem verpennt. Um 12 gings dann aufn Roller und ab Richtung Westen. Immer am Fluss entlang das Ganze wirkte dann schon sehr wie ein Hafenviertel. Eingekauft hab ich dann in nem Lidl und zwar nur, weil mir die Lage so gut gefallen hat. Ein riesiges Lagerhaus, leerstehend und darin hat man dann einfach den Supermarkt gebaut.
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Dann gings weiter, der Fluss müsste überquert werden. Und wenn man schon mal die Möglichkeit hat, dann natürlich mit einem UNESCO Weltkulturerbe. Die Puente de Viskaya, die älteste Schwebefähre der Welt, brachte mich für 1,05 € ans andere Ufer.
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Da ich keine Autobahnen fahren darf wurde die Strecke ziemlich bergig, aber auch sehr ansprechend. Aber wie immer in den Bergen: Mehr PS wären schön gewesen. Außerdem ist mir auf der etwa zweistündigen Bergetappe kein einziges Auto entgegen gekommen. Nur ein paar Kühe standen ab und zu auf der Straße.
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Wie man auf den Bildern schon sieht war es sehr bewölkt und irgendwann hats dann auch kräftig angefangen zu regnen. Ich hab mich dann ne Weile in nem Bushäuschen untergestellt.
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Nach ner Stunde Warterei bei der ich mich mehr schlecht als recht mit zwei Spaniern die auf dem Jakobsweg unterwegs waren unterhalten hab bin ich dann trotz Regen weiter. Hat dann irgendwann auch aufgehört und ich hab Santander erreicht. Das Hostel das ich mir ausgesucht hatte hatte ne echt gute Lage mitten in der Stadt, allerdings auch einen Nachteil. Die haben meine Reservierung irgendwie verschlampt und jetzt war nichts mehr frei. Also halbwegs raus aus der Stadt und nem Campingplatz Schild gefolgt das ich beim herfahren gesehen hab. Der Platz war direkt an der Küste, sehr schön eigentlich. Bin da dann noch etwas spazieren gagangen.
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In unmittelbarer Nähe war auch eine Bar, die Bambara Taverna. Ein echter Geheimtipp. Wer mal in der Gegend ist sollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Für 4 € gab’s ein ausgezeichnetes Sandwich das gut satt gemacht hat und ein Bier dazu war auch günstig. Das eigentliche Highlight ist aber die Einrichtung. Man kommt sich vor ala wäre man vor 100 Jahren auf einer Safari in Afrika. Also nicht mitten in der Wildnis sondern in der Lobby eines vornehmen Hostels extra für die wohlhabenden Gäste aus Europa. Überall an den Wänden afrikaniache Kunst, schöne alte Sessel, Transportkisten für allerlei Annehmlichkeiten die man als Europäer in Afrika nicht missen wollte… wirklich nen Besuch wert.
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Bilbao bei Tag und Nacht

Heute war um 8 Uhr aufstehen angesagt, was bei 20 anderen Leuten im selben Raum auch kein Problem ist. Das Frühstück das bei der Übernachtung mit dabei war bestand aus Baguette und Marmelade, dazu soviel Saft und Kaffee wie man wollte. Da es für mich eh umsonst war will ich mich mal nicht darüber beschweren. Beim frühstücken hab ich dann noch Quentin aus Brüssel kennen gelernt, wir haben uns dann dazu verabredet um 10 ins Guggenheim Museum zu gehen. Ein beeindruckendes Gebäude das meiner Meinung nach mehr her macht als die Kunst die drinnen ausgestellt wird. Aber das sieht sicher jeder anders.

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Fassade aus Glas, Kalkstein und Titanplatten

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Das Atrium des Guggenheim Museums

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Kunst

War jetzt nicht mit dem Louvre zu vergleichen, aber 3 Stunden konnte man da auch gut rumbringen. Anschließend bin ich noch etwas durch die Stadt gelaufen, aber da gerade Siesta war war da überhaupt nichts los. Bin dann wieder zum Hostel wo ich wieder auf Quentin getroffen bin. Wir sind dann gegen 18 Uhr losgelaufen um uns die Stadt von einem der vielen Berge drum herum anzusehen. Dazu gab’s auch einen Funikular, also so eine Art Schrägaufzug, der uns dann nach oben beförderte. Die Aussicht von oben war echt gut.

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Normalerweise wäre da oben der ideale Platz für eine Bar gewesen, aber wir fanden nur etwas weiter entfernt was, mit weniger guter Aussicht. Für ein paar Bier und Cider hats trotzdem gereicht.
Abends sind wir dann in die Altstadt, haben ein klasse Restaurant gefunden, sehr klein und untouristisch. Um uns herum wurde fast nur baskisch gesprochen und wir waren denk ich mal die einzigen Nicht-Spanier. Das Essen war auch klasse, ich weis nicht genau was es war, aber ich tippe auf irgendein Fisch in Paprikaschoten das ganze in Knoblauch-Tomatensauce und überbacken.
Nach dem Essen waren wir dann noch bis um 3 unterwegs durch alle möglichen Bars. Haben viele nette Leute kennen gelernt und auch ein paar Deutsche sind mir übern Weg gelaufen. Einer sogar aus Eichstädt. Da konnt ich dann nach längerer Zeit mal wieder deutsch sprechen.

¡Bienvenidos a España!

Ah, heute war so ein richtiger Reisetag, einer an dem einfach alles zusammen kommt. Ein Tag voller Herausforderungen,  Überraschungen und Happyends.
Doch der Reihe nach. Um 8 ging mein Wecker, damit ich all mein Zeug zusammenpacken und noch in Ruhe frühstücken konnte, denn bis um 12 musste ich den Campingplatz verlassen haben. Kurz nachdem der Wecker ging hats nochmal angefangen zu regnen. Ich dacht schon: Super, im Regen abbauen und dann lauter nasse Sachen mitschleppen. Hat dann aber nur ganz kurz und leicht geregnet. Glück gehabt. Zurück lassen musste ich leider mein aufblasbares Kopfkissen, aus einem mir unerfindlichen Grund ist es plötzlich undicht und damit nutzlos für mich geworden. Toll, in Zukunft also ohne Kissen schlafen. An der Campingplatz Lobby hab ich dann nochmal das kostenlose Internet ausgenutzt und mir verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in Saint Sebastièn rausgesucht, denn da wollt ich als nächstes hin. Raus aus Frankreich und rein nach Spanien. War ja jetzt auch schon nen guten Monat in Frankreich unterwegs.
Das Wetter zu Rollerfahren war mittelmäßig. Zwar hats nicht geregnet, aber es war bewölkt und mit Fahrtwind doch ziemlich kühl. Bis Saint Sebastièn warens etwa 80 Kilometer. Ich fahr also und fahr also und dann plötzlich und ohne Vorwarnung bin ich scheinbar in Spanien. Hab nicht mal das offizielle Grenzschild gesehen. Woran ichs gemerkt hab? Die Sprache auf den Schildern war nicht mehr Französisch sondern zweisprachig, Baskisch und Spanisch. Überhaupt hat man deutlich gemerkt, dass die Leute hier gar nicht zu Spanien gehören wollen sondern sich als eigenständige Region sehen. Spanisch wird so gut wie gar nicht gesprochen und auf vielen Verkehrsschildern war der spanische Name der Städte mit Grafittis übersprüht, so dass man nur noch den baskischen Namen lesen konnte.
Nach etwa 2 Stunden Fahrt kam ich dann Saint Sebastièn an. Vom ersten Eindruck her ne echt schöne Stadt.
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Ich hab zuerst ne Jugendherberge angesteuert. Die war aber schon voll, genau so wiw eine zweite. Der Grund dafür ist, dass zur Zeit ein Festival in der Stadt stattfindet und dadurch natürlich die Betten knapp werden. Bin dann noch bei einem Hostel vorbei, aber da war auch nichts zu holen. Also was tun? Hilft alles nichts, hier gibt’s einfach nichts. Also hab ich mich entschlossen weiter zu fahren nach Bilbao. Nochmal 120 Kilometer. Die Strecke führte immer recht nah an der Atlantikküste entlang. War wirklich ne absolut klasse Strecke. Ich war natürlich etwas untermotorisiert, aber landschaftlich wars atemberaubend. So stellt man sich Spanien einfach nicht vor. Ich habs mir immer recht trocken und überwiegend in rot- und brauntönen vorgestellt. Aber hier im Norden in den Pyrenäen… ganz anders. Siehst aus wie mitten in den Alpen, nur dass zur rechten Seite hin immer das Meer zu sehen ist. Überall Berge, grüne Wiesen mit Kühen, Schafen und Pferde, Wald als wär man im Schwarzwald und zwischen drin immer wieder Sandstrände an denen hunderte von Leuten liegen.
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Tja, nächstes Highlight auf meiner Fahrt war dann, dass der Motor etwas zu stottern angefangen hat. Trotz Vollgas (Ich fahre immer Vollgas) verliert er plötzlich Schub. Das geht so lange bis er plötzlich ausgeht. Erst dacht ich der Motor ist vielleicht einfach nur überhitzt, bin ja grad ein 3 Kilometer langes Stück mit 8% Steigung hochgefahren (Trotz Vollgas 10-15 km/h). Also als er mal wieder aus ging rechts ran und ne Pause gemacht um ihn abkühlen zu lassen. Das wars aber auch nicht. Hab ihm dann gar nicht mehr richtig anbekommen, nur noch so 3-Sekundenweise. Benzin konnts eigentlich auch nicht sein, Reservelämpchen hat noch nicht aufgeleuchtet und auch ao zeigt er mir noch nen viertelt vollen Tank an. Trotzdem mal den Tankdeckel aufgeschraubt und ne Blick riskiert. Absolute Trockenheit. Das die Tankanzeige nen falschen Wert liefert, damit hab ich nicht gerechnet. Ich dacht wenn sie defekt ist dann fällt sie ganz auf Null. Wieder was dazu gelernt. Also was tun? Ne Tankstelle muss her. Blöderweise bin ich praktisch mitten im Gebirge. Also trotz der extrem schlechten Erfahrungen in Arles mein 5 Jahre altes Navi nach der nächsten Tankstelle befragt. 7 Kilometer. Bergiges Gelände. Da freut man sich doch. Aber hilft ja nix, also los geschoben. Einen schönen Berg hatte ich dabei bei dem ich sicher 400 Meter am Stück runter rollen konnte. So was hebt die Laune mehr als man denkt. Also ich dann schon eine halbe Stunde des voraussichtlich zweistündigen Marsches hinter mir hatte sah ich doch tatsächlich ne Tankstelle. Die Freude war groß und ich hätte mit Freuden 2 € für nen Liter bezahlt, jedoch wurden mir hier nur 1,40 € abgenommen. Vollgetankt gings dann ohne Probleme weiter. Nachdem ich den Roller doch ne Weile geschoben hab, wurde mir wieder viel mehr bewusst wie angenehm doch das fahren ist und was dieser Roller so für mich tut. Ne ganze Weile begleitete mich noch der Gedanke, dass ich ihn ja irgendwann zurück lassen muss, was mir zeitweise schon so vorkam als würd ich nen guten Freund im Stich lassen.
Gegen 8 Uhr bin ich dann in Bilbao angekommen. Die Lage von dem Hostel das ich mir ausgesucht habe ist echt nicht schlecht, direkt gegenüber vom Guggenheim Museum.
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Da werd ich morgen mal reinschauen.
Jedenfalls war ich um kurz nach 8 am Hostel. Da stand ich erst mal vor verschlossener Tür. Ein paar andere Gäste haben mich dann von innen rein gelassen. Die Rezeption war ungewöhnlicherweise nur bis um 8 besetzt, deshalb konnt ich mich nicht anmelden. Naja, was macht man in so nem Fall? Richtig, einfach ein freies Bett im Schlafsaal suchen und rein legen. Wird sich schon keiner beschweren. Nachdem ich dann noch von anderen Gästen die Kombination für die Türschließanlage erfahren hab, konnt ich noch in die Stadt gehen. Für heute sollts mal nur ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt sein. Architektonisch hat Bilbao wirklich viel zu bieten, aber dazu morgen mehr. Die Altstadt war auch recht schön, ich wollt noch was essen. Dabei kam mir natürlich entgegen, dass man in Spanien sehr spät zu abend isst. Ab 21 Uhr haben sich die Restaurants langsam gefüllt. Bei einem Hamburger und ein paar Bier hab ich dann diesen Artikel an einem schönen Tisch draußen geschrieben.
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Um 12 bin ich dann zurück zum Hostel und bis jetzt hat sich noch keiner beschwert, dass ich in seinem Bett liegen würde.

Abschlussprüfung

Um den Tag gut zu beginnen bin ich erst mal ein paar Kilometer laufen gegangen. Da meine Schuhe wohl nicht die besten Laufschuhe sind hab ich mir 2 Blasen gelaufen, etwas unangenehm. Dann noch schnell ein Baguette vom Markt mitgenommen und am Campingplatz gefrühstückt. Da heute deutlich besseres Wetter als die letzten paar Tage war, bin ich schon mittags rum zum Strand. Da aber zu der Zeit grade Ebbe war, weder viel mit Wellen,  noch mit schwimmen, denn um in halbwegs hüfttiefes Wasser zu kommen musste man schon ordentlich weit reingehen. Bin also mehr am Strand gelegen und hab die Sonne genossen. Natürlich war es etwas unangenehm mit den Blasen auf dem Sand zu laufen, vor allem im Wasser, wo sich die Haut nochmal zusätzlich aufweicht. Aber is halt nun mal so.
Der letzte Tag vom Surfkurs war dann so was wie ein Prüfungstag. Wir sollten selbstständig rauspaddeln und alle Wellen nehmen die wir kriegen konnten. Die Surflehrer haben das beobachtet und daraus ne Leistungsbescheinigung angefertigt. Vom heutigen Tag an bin ich stolzer Surfer auf Bronze Niveau.
Am Abend haben die beiden Surflehrer, ein weiterer Kursteilnehmer mit seiner Frau und ich uns noch zum Sonnenuntergang am Strand getroffen, dem wir mit selbstgemachten Mojitos und Erdnüssen und Pistazien erwarteten.

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War nochmal ein schöner Abschluss meiner Zeit in Frankreich, morgen geht’s weiter nach Spanien.

Vierer Surfkurs

Heute Nacht hat’s wieder geregnet. Irgendwie hab ich mir das Wetter hier anders vorgestellt. Mit meinem Zelt bin ich heute wieder auf einen eigenen Platz gezogen. Um 13 Uhr bin ich zum Strand, war aber recht windig. Wenigstens hats nicht geregnet. Am vorletzten Tag vom Surfkurs wurde dann nochmal das Aufstehen auf dem Brett auf nicht gebrochenen Wellen geübt. Klappt bei weitem noch nicht immer, aber es wird besser und besser. Bis um 20 Uhr bin ich noch am Strand geblieben, dann gings zurück zum Campingplatz. Um den morgigen Tag nochmal voll ausnutzen zu können bin ich dann recht zeitig schlafen gegangen.

Regen, Regen, Regen

Die ganze Nacht durch hats geregnet und auch am morgen nicht aufgehört. Eigentlich hats den ganzen Tag geregnet, erst gegen 8 Uhr abends hats aufgerissen. So hab ich dann auch nicht viel gemacht außer im Zelt zu liegen und Zeitung zu lesen. Um 15 Uhr bin ich dann zur Surfschule. Leicht durchgefroren und nass vom Regen war es dann ein besonderes Vergnügen den nassen und kalten Neoprenanzug anzuziehen. Aber als der erst mal an war gings eigentlich mit der Kälte auch wieder. Nur der Dauerregen zusammen mit dem Wind war nervig. Ich hab zum surfen immer Kontaktlinsen rein und mir hats den Regen so in die Augen gehaun, dass ich ein paar mal dachte mir hauts die Dinger jetzt raus. Ins Wasser zu gehen war dann eine richtige Wohltat. Angenehme 21º Wassertemperatur sind doch schöner als 22º Lufttemperatur mit Regen und Wind. Heute wurde wieder das Aufstehen geübt, erst bei den kleinen gebrochenen Wellen und dann wieder bei den großen ungebrochenen. Hier bestätigt sich mal wieder die alte Weisheit: Übung macht den Meister! Ich krieg inzwischen immer mehr Wellen richtig.
Zurück auf dem Campingplatz hab ich dann nochmal im Asyl bei den Berlinern gebeten, da sich nichts anderes auftreiben ließ. Abends bin ich dann in die Campingplatz Lobby um bei richtig guter Livemusik die letzten paar Blogeinträge zu schreiben.

Nicht obdachlos geworden

Heute Nacht hats n ganz schönes Gewitter gehabt. Da war wenig mit schlafen, mein Zelt ist zwar dicht, aber der Regen trommelt ganz schön drauf. Bin dann nach dem aufstehen schnell ins Zentrum des Örtchens gelaufen um was zu frühstücken zu kaufen. Naja, Baguette und Käse halt… bin dann noch über nen lokalen Markt gelaufen wo alles mögliche angeboten wurde, vor allem auffallend viel Paella, man merkt hier schon die Nähe zu Spanien,  bzw. dass man sich hier im Baskenland bedindet.
Als ich dann gefrühstückt hab ist schon eine com Campingplatz gekommen und hat gemeint,  dass ich den Platz bis um 12 verlassen haben muss. Hab gestern noch mitgekriegt, dass meine Nachbarn Deutsche sind. Also bin ich da schnell rüber und hab gefragt, ob ich mein Zelt zu ihnen dazu stellen darf. Und ich durfte. Meine Nachbarn hießen Hannes und Anni und waren aus Berlin, beide etwas jünger als ich. Nachdem ich umgezogen bin gings wieder an den Strand, immer noch recht bewölkt, aber es regnete wenigstens nicht mehr.
Der zweite Tag vom Surfkurs war dann aufs Aufstehen auf dem Brett fokussiert. Zuerst wieder bei den kleinen weißen Wellen die sich bereits gebrochen haben. Das ging dann auch irgendwann einigermaßen, aber ich hab da noch etwas Probleme die Balance richtig zu halten. Anschließend gings weiter raus aufs Meer wo die Wellen noch nicht gebrochen sind. Das ist dann nochmal ne Nummer schwerer. Man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten, dann liegend auf dem Brett mit Power auf die Küste zu paddeln und wenn die Welle einen mitnimmt aufstehen. Hab ich nur ein einziges mal geschafft ohne gleich wieder abzusteigen. Aber das ist dann wohl schon das was man wirklich surfen nennen kann.
Abends hab ich mich dann zu Hannes und Anni ins Zelt gesetzt, die hatten ein riesengroßes 4-Personenzelt mit überdachtem Aufenthaltsraum dabei. Während es draußen geregnet hat, haben wir alle möglichen Spiele gespielt, von Rummy über Café International bis hin zu verschiedenen Kartenspielen. Um 2 haben wir dann Schluß gemacht und ich bin schlafen gegangen.